Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem Ende

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Lochris
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Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem Ende

Beitragvon Lochris » Do 29. Jan 2015, 20:04

Ich habe eine kleine Geschichte zu erzählen.
Einige kennen vielleicht schon Details, aber es kam vor kurzem zu einem sehr interessanten Ende und das möchte ich euch nicht vorenthalten.
Und evtl. ist es für den ein oder anderen hier interessant zu wissen, möglicherweise sind weitere Fotografen betroffen.

Es fing damit an, dass ein Freund mir im Juni letzten Jahres eine Ausgabe des "Brexposé" zeigte, des Vereinsmagazins der Brexbachtalbahn (oder auch nicht, aber dazu gleich). Darin befand sich ein einseitiger Artikel über des RSE-Museum Asbach. Der Text stammte unverkennbar von der Museumswebsite, das Hintergrundbild ebenfalls. Oben waren etwas kleiner zwei Fotos von mir abgedruckt.
(http://forum.hunsrueckquerbahn.de/viewtopic.php?f=75&t=44428, das erste und das letzte Foto des Berichts)
Der Schriftzug "Bild: Christian Zell", den ich in jedes Bild fürs Internet setze, war noch lesbar, wenn auch durch Bildbeschnitt teilweise entfernt. Das Bild musste also entweder von meiner Website oder hier aus dem Forum stammen. Da das RSE-Museum die Fotos schon vor einiger Zeit von mir bekommen hatte (aufgenommen am Sommerfest 2013, übersendet kurz danach), fragte ich dort nach. So eine Tauschaktion "unter Vereinen" ist zwar nicht schlimm, aber ich hätte es doch gerne gewusst. Leider wusste man dort nichts davon, natürlich hätte man mich vorher gefragt. Dadurch kam ich auch in Kontakt mit dem Fotograf des dritten Bildes von der Seite.

Abgesprochen, aber weitgehend unabhängig voneinander, sendeten wir jeder dem Verein ein Schreiben zu, mit der Bitte um Klärung und dem Angebot, nachträglich ein Bildhonorar zu zahlen, um eine Unterlassungsklage zu vermeiden. Das klingt zwar hart, sollte aber durchaus eine Provokation sein. Schaden wollten wir dem Verein natürlich nicht, wir hatten eher auf eine Entschuldigung und ein Entgegenkommen gehofft. Ich erwähnte außerdem, dass mein Name im Bild lesbar ist, die Urheberschaft also recht eindeutig.

Etwas später kam dann Post. Aber nicht vom Verein, sondern von Herrn Gernot K., an den mein Brief offenbar weitergeleitet wurde. Er zeichnete sich für das "Brexposé" verantwortlich, Zitat:
"Der Verein hat weder inhaltlich noch rechtlich etwas mit dem Magazin zu tun."
Das Heft diene lediglich zur Akquise von Anzeigeneinnahmen. Gut zu wissen.
Interessant wurde es weiter unten:
"Ob Sie wirklich der Urheber sind, ist nicht bewiesen, zumal eine der von Ihnen genannten Abbildungen aus einer Sammlung von Dias stammt, die wir bei einem Eisennbahnfest im Konvolut gekauft haben."
Oha, mein Foto als Dia? Mit meinem Namensaufdruck? Irgendwo verkauft?
Der Kracher kam danach:
"Das Bild vom Bahnhof Asbach habe ich im Übrigen bei einem Besuch vor Ort selber gemacht."
Das war dann nur noch frech, eine dreiste Lüge. Da der Verein ja sowieso aus der Sache herausgesprochen wurde, hatte ich nach diesem Hammer keine Bedenken mehr, das Honorar in voller Höhe und direkt vom Bilderdieb einzufordern.

Ein letztes privates Schreiben von meiner Seite mit einem erneuten Hinweis auf den lesbaren Namen wurde ebenso beantwortet, mit Lügen und nun sogar Beleidigungen. Kein Eingehen auf das Offensichtliche. Plötzlich wurde mir auch vorgeworfen, dem Verein zu schaden. Nanu? Das hatte ich doch gar nicht vor und ich wollte auch nicht, so der Vorwurf, überzogenes Kapital aus der Sache schlagen. Mir ging es nur um die Lüge, die jetzt mit Beleidigungen gesalzen wurde. Offenbar wurde auch gezielt versucht, mich zu verwirren: Plötzlich sollte angeblich eine weitere Person Ansprüche für das gleiche Bild geltend machen (in der Tat für das dritte Bild der Seite, aber nicht für meine) und mir wurde erklärt, dass mit dem Setzen eines Bildes ins Internet dieses für Ehrenamtliche frei benutzbar sei. Eine weitere Aussage war, dass vermutlich mehrere Personen das Motiv aufgenommen hatten und es sich nicht zuordnen ließe. Interessant auch überhaupt erst die Notwendigkeit solcher Behauptungen, denn angeblich war ich ja sowieso nicht der Urheber - Widersprüche hoch drei.

Das war mir nun (hoffentlich nachvollziehbar) zu viel und ich fragte einen Anwalt nach seiner Einschätzung. Zuerst hieß es, der Streitwert sei vermutlich zu gering, aber angesichts der Briefe und meiner sehr einfach zu beweisenden Urheberschaft haben wir entschieden, es dennoch zu probieren.
Parallel dazu hörte ich mich etwas um und fand schnell weitere interessante Meinungen. Offenbar ist dieser Diebstahl mit folgendem absurden Herausreden und Beleidigen kein Einzelfall gewesen, sondern seit Jahren so Praxis. Es wurde wohl von mehreren Foren und privaten Seiten kopiert, u. a. dem DSO-HiFo. Auch auf der Website des Vereins (anscheinend auch von dem Herrn verwaltet) fanden sich bis vor kurzem fremde Fotos, die ohne Nachfrage anderen Seiten entnommen wurden. Da es wohl nie so eindeutig war wie in meinem Fall (dank des lesbaren Namensaufdrucks), hatte die Taktik des Ablenkens und der Lügen scheinbar bisher immer Erfolg.
Vielleicht folgen hier ja ein paar Beiträge dazu.

Zu der geforderten Summe (weiterhin nur ein Honorar mit rückwirkender Druckerlaubnis!) kamen nun noch die Kosten meines Anwalts - und auch die Kosten seines Anwalts, der plötzlich schrieb. Im ersten Brief wurden die Lügen wiederholt, im zweiten wurde mir auf einmal vorgeworfen, zur "Abmahnindustrie" zu gehören und die Fotos absichtlich im Netz platziert zu haben. Rätselhaft: Fotos aus dem Netz? Waren die nicht angeblich von Dias oder selbst gemacht?

Es kam wie es kommen musste und ein Gerichtstermin stand an. Der Gegneranwalt legte eine Beweisliste vor. So sollte das Handy vorgelegt werden, mit dem das Foto - mein Foto - gemacht wurde und eine Zeugin sollte aussagen, sowohl dass er in Asbach war, als auch dass er vor längerer Zeit mein "Dia" gekauft hatte. Das angebliche Dia sollte auch vorgelegt werden.
Das Gericht lud die beiden Anwälte und - auf besondere Anordnung - Herrn K. persönlich ein.

Nun folgt der wirklich spannende Teil, bei der Verhandlung kam es nämlich zu einer äußerst kuriosen Situation. Zunächst wurde tatsächlich ein Diapositiv vorgelegt, welches mein Motiv zeigt. Nun war der Richter aber der Meinung, dass das Dia entweder meinen Namensaufdruck hat (und damit das Motiv von mir ist), oder nicht die Vorlage für das Heft war. Es hatte also keinerlei Belang für die Sache. Als man nicht so recht voran kam, blätterte der Richter im "Brexposé" ein paar Seiten weiter und fragte die Gegenseite, warum unter einem Foto "Mai 1971" steht, obwohl die gezeigte Dampflok Anfang '71 stillgelegt wurde. Es schien, als habe er recherchiert. Trotzdem folgte wieder nur Herausreden. Das Bild stamme angeblich aus der Sammlung Jakubowski. Nun (und da wäre ich gern dabei gewesen) zog der Richter einen Briefumschlag unter dem Tisch hervor und legte die Originale der Dampflok-Fotos auf den Tisch.
Er selbst hatte sie damals aufgenommen.

Die Gesichter der Anwesenden hätte ich gerne gesehen!

Es endete dann mit einer Anerkennung meiner Urheberschaft und die volle Summe wurde zur Zahlung ausgesetzt, plus Anwalts- und Gerichtskosten. Möglich wäre auch ein Nachspiel für den Prozessbetrug (Falschaussagen und Fälschung des Dias), aber damit habe ich nichts mehr zu tun.

Abschließend bleibt Verwunderung, warum man nicht vor dem Druck als Verein nachgefragt hat (und die Bilder wohl so bekommen hätte - siehe Museum Asbach) und warum man auf meine Forderung nicht mit Freundlichkeit und einer Entschuldigung geantwortet hat (und vermutlich mit einem Bruchteil der Endsumme eine Einigung erzielt worden wäre).
Die Frage, wie ein Mediendesigner (!) zu solch abstrusen Ansichten des Urheberrechts kommt und die Frage, welcher Anwalt sich darauf einlässt, so eine Sache zu verteidigen, werden wohl ungeklärt bleiben.

Und zuletzt noch ein Hinweis: Ich bin kein Unmensch, auch wenn eine erfolgte Klage das leicht impliziert. Wer die Briefe liest, dem vergeht das Mitgefühl, denn auf der Gegenseite scheint keines vorhanden. Es ging mir weder um meine Bereicherung, noch um die (letztendlich doch immense) Schädigung des anderen - es gab keine Unterlassungsklage und kein Vorgehen gegen das Abziehen meines Fotos als Dia (für den Privatgebrauch wohl erlaubt, aber nicht als Beweismittel). Es geht um das Prinzip, um etwas, was sich nicht gehört. Nachdem die Sache rollte, konnte ich auch die darauf folgenden Aussagen des Herrn so nicht hinnehmen. Ich weiß, dass manche der Meinung sind, so ein Bilderdiebstahl sei der Beachtung nicht wert und eines Vorgehens schon gar nicht, aber in diesem Fall hoffe ich, meine Entscheidung trifft auf Verständnis.


Viele Grüße,
Christian Zell
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Ulrich Neumann
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon Ulrich Neumann » Do 29. Jan 2015, 20:08

Danke Christian!

Als ebenfalls Geschädigter kann ich dem nur beipflichten!

Meinen kommentar dazu gebe ich später ab.
75 Jahre 44 508 Geschichte einer Güterzugdampflokomotive http://www.bildarchiv-neumann.de/Jumbo-44508.htm

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Lochris
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon Lochris » Do 29. Jan 2015, 20:35

Danke für deine Anmerkung.
Dazu muss ich sagen: Ich kenne den Vorstand des Vereins nicht und habe nichts mit ihm zu tun (Wenn es denn stimmt, das das Magazin unabhängig ist). Allerdings finde ich es schon merkwürdig, dass man offenbar davon weiß und dem keine Beachtung schenkt. Wenn auch nicht rechtlich und finanziell, so fällt das doch in der öffentlichen Wahrnehmung mit großer Wahrscheinlichkeit auf sie zurück.

Ich finde es selbst extrem schade, dass man sich nun auf so niedriger Ebene "kloppen" muss, aber es gab keine andere Chance außer Ignorieren. Und das konnte ich aus beschriebenen Gründen nicht.

Was jetzt an weiteren Verantwortungen auf die Verursacher zukommt, damit habe ich rechtlich nichts zu tun. Ich habe mir die Mühe gemacht, den schweren Stein anzustoßen, rollen kann er alleine.

Nebenbei: "Geschädigt" fühlt man sich bei Bilderklau zunächst selten, nicht umsonst bot ich ja lange noch die Möglichkeit, fein aus der Sache rauszukommen. Schädigend würde ich da schon eher die späteren Äußerungen der Gegenseite betrachten.

Viele Grüße,
Christian
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Jendris Michalski
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon Jendris Michalski » Do 29. Jan 2015, 21:03

Hallo,
die Geschichte spiegelt die heutige Mentalität und tagtägliche Gegebenheit in vollem Umfang wider.
Und dabei geht diese Einstellung durch sämtliche Gesellschaftsschichten (wenn man dies überhaupt so sagen darf).
Geiz ist geil und was ich finde gehört mir - viel zu Viele haben überhaupt kein Bewußtsein bezüglich Besitztum oder besser gesagt Eigentum - hier gibt es ja auch rechtliche Unterschiede.
Jeder meint seine Rechte zu kennen, aber von Pflichten haben diese Menschen noch nie was gehört.
Und letztendlich diese Überheblichkeit mit Vorwürfen gegen den, in diesem Fall, Eigentümer.
Ich wundere mich immer wieder, wie z.B. junge Menschen derartiges "Selbstbewußtsein" an den Tag legen - aber bei solchen Vorbildern?!
Und der Jurist sieht erst mal nur das Geschäft - hätte er es eventuell noch positiv für seinen Mandanten erstritten, würde er sich als Held feiern. Wahrscheinlich suchte er aber einen Verfahrensfehler, um in der ganzen Sache eine Wende zu erzielen.

Mag jetzt jeder über mich denken, was und wie er mag - ich kann hier nur sagen - Christian, Du hast richtig gehandelt!
Man darf sich nicht alles gefallen lassen.

Gruß
Jendris

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Steffen
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon Steffen » Do 29. Jan 2015, 21:57

Einfach nur unglaublich wie dreist manche Zeitgenossen unterwegs sind.
Gerade wenn man sich mit Medien und Design beschäftigt, finde ich dieses Auftreten unseriös.

Diese Broschüre fiel mir gerade auf:
http://kallweit-design.de/data/pdf/brexkonzept.pdf
Vielleicht sollten alle bekannten Fotografen dies zu Gemüte führen. Es würde mich sehr wundern wenn die Bilder rechtmäßig eingebaut wurden.
Besonders "lustig" finde ich im Abschnitt "Mit dem Drahtesel zum Stahlross" das Abdrucken einer Schmalspur-99!
Viele Grüße
Steffen

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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon KoLü Ksf » Fr 30. Jan 2015, 00:26

Steffen hat geschrieben:Einfach nur unglaublich wie dreist manche Zeitgenossen unterwegs sind.
Gerade wenn man sich mit Medien und Design beschäftigt, finde ich dieses Auftreten unseriös.

Diese Broschüre fiel mir gerade auf:
http://kallweit-design.de/data/pdf/brexkonzept.pdf
Vielleicht sollten alle bekannten Fotografen dies zu Gemüte führen. Es würde mich sehr wundern wenn die Bilder rechtmäßig eingebaut wurden.
Besonders "lustig" finde ich im Abschnitt "Mit dem Drahtesel zum Stahlross" das Abdrucken einer Schmalspur-99!



:shock: :shock: :shock:

Da sind auch zwei Bilder von mir eingearbeitet, die ich hier im Forum zeigte. Mein Copyright-Vermerk ist allerdings nicht (mehr) drauf. Und eine Erlaubnis gibt es bisher nicht.


@Christian: Handelt es sich um den Richter eventuell um die Person, dessen Fotos zur Zeit in interessanten Beitrag jeden Mittwoch im DSO-Hifo gezeigt werden?

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Lochris
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon Lochris » Fr 30. Jan 2015, 01:01

Ich denke du hast richtig getippt. Es handelt sich sogar um den Direktor des Koblenzer Amtsgerichts.

Im HiFo wurde das ganze übrigens schon verlinkt (daher vermutlich auch die hohen Zugriffszahlen hier im Forum in den letzten Stunden):
http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,7274451

Danke für eure Unterstützung und viele Grüße,
Christian
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon 197.301 » Fr 30. Jan 2015, 10:49

"Ich weiß, dass viele der Meinung sind, so ein Bilderdiebstahl sei der Beachtung nicht wert und eines Vorgehens schon gar nicht, aber in diesem Fall hoffe ich, meine Entscheidung trifft auf Verständnis."

Verständnis ?
Nein, absolute Zustimmung !
Ich hätte ganz genau so gehandelt.
Es wird Zeit daß dem Bilderdiebstahl nachhaltig Einhalt geboten wird.

Du machst dir Gedanken über den finanziellen Schaden der Gegenseite ? Warum ?
Hat sich die Gegenseite Gedanken über deinen Schaden gemacht ? Hat sich die Gegenseite überhaupt Gedanken gemacht ?

Dir entstehen Kosten für die Fahrt zu dem Fotoobjekt, du wendest Zeit auf um die Fotos zu machen, du wendest Zeit auf um die Fotos zu bearbeiten und ins Netz zu stellen.

Bilderklau ist eine Urheberrechtsverletzung, und das ist kein Kavaliersdelikt.
Auch wenn Bilderklau einfacher geworden ist als ein Apfel aus Nachbars Garten zu klauen.

DANKE für diesen Präzedenzfall !

The Brain
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mein Foto

Beitragvon The Brain » Fr 30. Jan 2015, 12:40

In der Datei http://kallweit-design.de/data/pdf/brexkonzept.pdf ist auch ein Foto von mir ohne Erlaubnis verwendet worden...
Digitales Brexbachtalbahn-Archiv
http://brexbachtalbahn.info

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schwellensittich
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon schwellensittich » Fr 30. Jan 2015, 13:37

Servus,


ehrlich gesagt, ein solches Verhalten der Diebe ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten.

Aber ob die "Bande" aus ihrem "Fehler" irgendwas lernt?

Bilderklauen und daraus einen schönen Werbeprospekt basteln, ist doch viel einfacher, als sich die Mühe zu machen, die Fotos dafür selbst aufzunehmen.

Wer weiß, wo unsere Fotos noch so herumgeistern?

Ich finde, du hast absolut korrekt gehandelt. Und daß sie dummerweise auch noch des Richters Fotos verwendet haben, ist eine amüsante feine Note, die dem Ganzen die Krone aufsetzt.

Hammer!!!

Viele Grüße
Michael

dem so etwas auch schon passiert ist und der genauso den Anwalt einschaltete. Man kann vieles dulden, aber eben nicht alles.
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Andreas T
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eigene Erfahrungen ....

Beitragvon Andreas T » Fr 30. Jan 2015, 19:27

Hallo,

ich kann nur jeden ermutigen, nachdem alle sonstigen Versuche der anderweitigen Klärung offensichtlich kläglich gescheitert sind und man sich als Opfer einfach nur noch "verarscht" fühlt, sich vertrauensvoll strafrechtlich an die Staatsanwaltschaften und zivilrechtlich an die Gerichte zu wenden.

So weit es es bei mir bislang nicht gekommen. Schon vor ganz vielen Jahren hat mir eine Spielwarenfirma für meine Verhältnisse viel Geld außergerichtlich gezahlt. Diese hatte aus einem Bildband ein Bild von mir herauskopiert und auf eine Spielwarenpackung aufgedruckt. Eigentlich war die Sache - rückwirkend betrachtet - ganz spaßig. Ich sah auf der Suche nach Spielsachen für die eigenen Kinder eine Verpackung mit einem Bild, das eigentlich "fast" so aussieht wie ein eigenes Bild. Und als ich mit dem Buch in der Hand wieder im Laden war, stand fest: Es war mein Bild. Ergebnis: Eine schriftliche Nutzungsvereinbarung nach meinen Wünschen und ein sehr erfreulicher finanzieller Ausgleich .....

Ich bin deswegen der Meinung, dass man hartnäckige (Wiederholungs-) Täter durchaus zur Strecke bringen sollte. Alle anderen Probleme lassen sich bei einsichtigen, insbesondere sich einfach irrenden Mitmenschen auch friedlich und unaufgeregt lösen.

Es grüßt herzlich

Gute Eisenbahnfotografie zeigt sich in der Kunst, der Eisenbahn einen würdigen Rahmen Natur zu verleihen.

(frei nach Peter Müller)

Meine Beitrags-Linklisten (derzeit unvollständig und problematisch):http://forum.hunsrueckquerbahn.de/viewtopic.php?f=15&t=50299

Jörg der Saarländer
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Re: Eine kleine Geschichte vom Bilderklau - mit kuriosem End

Beitragvon Jörg der Saarländer » Fr 30. Jan 2015, 21:31

Hallo Christian,

Du hast vollkommen richtig gehandelt! Warum gibt es sonst ein Urheberrecht? Wo soll man sonst die Grenze beim Diebstahl setzen? Ich kann nur jeden ermutigen, in solchen Fällen genau so zu handeln. Und der Richter (der sich in der Sache bestens auskennt) hat klargestellt, dass das kein Kavaliersdelikt ist. Und wenn die Broschüre, wie gesagt wurde, dazu dient, Anzeigen zu aquirieren, dann hat das ja sogar noch gewerbliche Ziele, also Geld verdienen mit den Werken Anderer.
Das Urteil wird hoffentlich jeden daran erinnern, dass das Internet kein Basar zum freien Bedienen ist.

Gruß
Jörg

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