Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

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Kai
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Kai » So 28. Sep 2014, 02:22

Man kann Einiges ändern. Aber man muss auch überlegen, wie realistisch es ist, das angepeilte Ziel zu erreichen. Und natürlich wieviel einem die ganze Sache wert ist. Ich bin mir sicher, dass es keinen Volksaufstand geben wird, nur weil Oma Erna aus Pusemuckel ihre Fahrkarte nicht mehr am Schalter kaufen kann. Oma Erna kann ja auch ihre Enkel um Hilfe bitten. Die suchen und drucken ihr sicher auch ne Fahrkarte aus. Klingt realistischer und "energiesparender", als den Traum von einer zurückkehrenden Bundesbahn zu träumen, oder?

Und ja, wenn man nicht mit dem Automaten klarkommt, man nicht mit dem Kauf im Netz klarkommt, man im hinterletzten Kaff wohnt (und auch nicht umziehen will), kein Bus fährt, man kein Auto mehr fährt und auch niemanden kennt, der einen fahren würde, oder der zumindest beim Fahrkartenkauf unterstützt, ja nun, dann hat man schlicht und einfach gelitten! Man kann lamentieren ohne Ende, deswegen wird sich die heutige Welt aber trotzdem nicht von heute auf morgen ändern, also muss man kurzfristig so oder so andere Lösungen suchen. Mittel- und langfristig siehe Abs. 1, Sätze 1-3.

Wie gesagt: Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn jemand meint, dass ihm Dieses und Jenes früher besser gefallen hat. Mag ja auch sein, dass es für ihn persönlich früher besser war. Wahrscheinlich sage ich das irgendwann auch mal. Problem dabei: Früher ist vorbei! Siehe auch hier: http://www.n-tv.de/wissen/frageantwort/ ... 35551.html

Nebenbei habe ich gerade gesehen, dass man Fahrkarten auch am Telefon kaufen kann und diese dann auf Wunsch per Post kommen. Noch eine Möglichkeit, um den teuflischen neuen Medien und Geräten zu entkommen :twisted:. Wobei, mit Abschluss der Umstellung auf IP im Jahr 2016 wird auch das letzte Wählscheibentelefon nicht mehr funktionieren ;). Das es in deinem aktuellen Fall aus deiner Sicht blöd gelaufen ist (Schalter zu teuer, Kartenzahlung nicht möglich, Bargeld nicht passend, Onlinekauf nervend), gestehe ich Dir ja zu, aber deswegen gleich einen ganzen Keller voller Fässer aufzumachen (Preissystem doof, Komfort doof, Bahn AG doof, Internet doof, Automaten doof, EU doof, Euro doof, der "junge moderne Deutsche" doof, Globalisierung doof, usw.), nee, das ist zu viel des Guten.
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Dieselpower » So 28. Sep 2014, 09:48

Man kann halt nicht immer einer Meinung sein...schön, wenn dir das alles gefällt - mir nicht!

Passend zum Thema (Mehr Zeit für detaillierte Ausführungen opfere ich nicht mehr, kommt ja nix an) ganz aktuell:
Das Kaffeekränzchen steht in Ehrang auf dem Bahnsteig, es kommt kein Zug, die Blechelse plappert nur wirres Zeug, der Lauf-Einzeiler ist ebenso informativ, nämlich gar nicht, und die kryptischen Aushänge muß man erst mal finden und sich zusammenreimen - Meine Frau rief eben ob dieser Top-Info auf dem menschenleeren Bahnhof an, um mich um Auskunft zu bitten. Jetzt sitzen sie gleich im SEV nach Hetzerath...ob die noch mal mit dem Zug ihre Tour machen...? Aber das sind ja alles Einzelfälle, die gelitten haben...
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Horst Heinrich » So 28. Sep 2014, 10:29

Kai hat geschrieben:...Preissystem doof, Komfort doof, Bahn AG doof, Internet doof, Automaten doof, EU doof, Euro doof, der "junge moderne Deutsche" doof, Globalisierung doof, usw.), nee, das ist zu viel des Guten.


Ich will mich noch einmal einmischen, weil mir in diesem Thread etwas auffällt.
Es ist die Bestätigung der Schülein'schen These, wonach der moderne Kapitalismus dem Verbraucher nicht das anbietet, was er wirklich nachfragt, sondern das, was aus Sicht der Unternehmen am meisten Rendite abwirft und die geringsten Kosten verursacht.
Diese "Nachfragesteuerung" trifft -Zufall oder Absicht- mit einer Ausweitung der multimedialen Möglichkeiten zusammen, sodaß der im Prinzip völlig unzufriedene Verbraucher in eine Substitution gedrängt wird, auf die er trotz mancherlei Unbehagen (Stichwort: NSA oder der gläserne Mensch) verfällt, ja oft verfallen muß.
So hat man dreierlei: Die Kosten für den Service gespart, den Verbraucher gewissermaßen zum unentgeltlichen Dienstleister an sich selbst gemacht und erhält noch seine persönlichen Daten und de facto noch ein Konsumentensoziogramm geliefert.

Da lehne ich mich als älterer etwas konservativer Deutscher doch ganz gerne erheitert zurück und beobachte den gelenkten jungen, modernen Deutschen dabei, wie er im Menschenpark von einem Reiz zum anderen springt und faktisch noch dafür bezahlt, daß er für sich selbst arbeitet.
Die Idee, metallene Schläuche herumfahren zu lassen, von einer weit entfernten Zentrale gesteuert, in die man aus, von jedem Komfort befreiten seelenlosen Stationen zusteigen kann, nachdem man vorher auf eigene Kosten im WWW ein Ticket erworben und beschafft hat, das sogar im Verlauf der Fahrt so gut wie nie geprüft wird, ist im Prinzip genial.
George Orwell hätte es sich nicht besser ausdenken können.

Vergessen wird dabei nur allzu gerne, daß diese New Bahn Economy nur möglich ist, weil die jetzt nicht mehr mit ins Kalkül genommenen "Alten" ein über Generationen aufgebautes Unternehmen ins 21.Jahrhundert gerettet haben, das die heutige Generation hemmungslos ausschlachtet, ohne sehr viel für seinen Erhalt zu tun.
Der Milliardenrückstand bei den Netzinvestitionen allein spricht diesbezüglich Bände.

Die etwas trotzig ausgesprochene Replik " Preissystem doof, Komfort doof, Bahn AG doof, Internet doof, Automaten doof, EU doof, Euro doof, der junge moderne Deutsche doof, Globalisierung doof" trifft daher in Sachen Bahn den Nagel auf den Kopf, denn bei Licht betrachtet ist das ja auch alles doof gelaufen, alle die aufgezählten Bereiche und Themen stehen für unausgegorene Konzepte, die auf maximale Rendite bei weitgehender Entmenschlichung setzen.

Wenn sich dies der Verbraucher gefallen läßt, dann läßt sich wohl daran nichts ändern, aus Kais Beiträgen schwingt ja auch so ein bißchen Ambiguitätstoleranz mit: Wir können ja doch nichts machen, also akzeptieren wir es und machen das beste daraus.

Schade, daß diese jungen, modernen Deutschen so alt im Denken und Handeln sind.
Vor 40 Jahren wäre man ob solcher Zumutungen auf die Straße gegangen, heute zieht man sich mit angewinkelten Beinen sowie einem Kaffee Latte und Notebook auf die Couch zurück und verbringt wertvolle Lebenszeit mit Arbeiten, die eigentlich andere für einen tun sollten.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Kai » So 28. Sep 2014, 11:18

Nunja, halten wir fest, dass wir verschiedener Meinung sind :D. Da den "jungen gelenkten modernen Deutschen" (sind alle gleich, klar) ja jegliche Fähigkeit abgesprochen wird, sich für etwas einzusetzen und es dann auch durchzuziehen, würde mich noch interessieren, was Ihr denn tut, um die von euch bemängelten Zustände zu ändern? Wann kann ich mit den Demos auf der Straße rechnen?
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Dieselpower » So 28. Sep 2014, 11:28

Irgendwie scheinst Du der Meinung zu sein, daß wir nur mit dem Finger zeigen...also wenn Du alle Eingaben, Beschwerden, Leserbriefe, Kommentare und Mängelrügen mit Bahnbezug gern haben möchtest, mach schon mal deinen E-Mail-Eingang frei...es sind halt einfach nicht genug, die sich beschweren (Oder anders: Zu viele sind wie Du, Kai...). Allein die Beschwerden über das Elent2 an der Sieg füllen bald ein Buch - nicht nur von mir - aber es interessiert keine Sau. Daß die Fahrgastzahlen zurückgehen, werden sie wieder viel zu spät registrieren, und mit noch kürzeren Plastikbähnchen reagieren....Auf die Straße gehen? Mit wem denn? Mit den Leuten, die nach dem Ärgern über einen Stehplatz und die Verspätung GZSZ einschalten? Ich sag doch, die letzten Bekloppten sind auch früher oder später still. Mit dem saturierten Deutschen ist doch kein demokratischer Schulterschluß mehr möglich...ziviler Ungehorsam (z.B. Alle fahren eine Woche schwarz, immer mal wieder, bis sich was ändert...so viele 40er kann man gar nicht schreiben...) ist doch verpönt!

Ach ja, doch noch eins vergessen...
Irgendwie will der Kai auch nicht an die mehrfach angeführte Tatsache heran, daß in anderen Ländern im Jahre 2014 vieles bei den Bahnen besser läuft - und andere elementare Dinge wie die Arbeit vorangegangener Generationen, die heute dem schnellen Profit zuliebe mit einem Handstreich weggewischt werden. Bei uns ist das so, und bei uns bleibt das so, basta. Pünktlichkeit besser, Service besser, Komfort besser, Anlagenzustand besser: Belgien, Niederlande, Großbritannien, Schweiz (Sowieso!)...wieso ist es nicht zeitgemäß, auf einen national begrenzten Mißstand hinzuweisen?

Schön für die Bahn AG, wenn es Leute gibt, denen das alles gefällt, bzw. die sich ohne Murren an die "innovativen" Begebenheiten anpassen, erst gestern wurde mir ein umfangreiches Dossier über die tollen neuen Errungenschaften auf der InnoTrans 2014 überliefert, ich selbst tu mir das nicht mehr an, die letzten Jahre war es ohnehin nur noch ein Spesenausflug nach Berlin mit Stippvisite (Alibibesuch) auf dieser Selbstbeweihräucherungsveranstaltung. Ich bin leider keine 1,60m kurz, 25 cm schmal mit 360° dreh- und faltbaren Beinen, mit implantierter SIM-Karte und W-LAN im Kopf, sowie im Hintern aufrollbarem Ladekabel - denen dürften die neuen Züge der SB-Bahn schon eher zusagen...
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Kai » So 28. Sep 2014, 12:44

Dieselpower hat geschrieben:Irgendwie scheinst Du der Meinung zu sein, daß wir nur mit dem Finger zeigen...also wenn Du alle Eingaben, Beschwerden, Leserbriefe, Kommentare und Mängelrügen mit Bahnbezug gern haben möchtest, mach schon mal deinen E-Mail-Eingang frei...es sind halt einfach nicht genug, die sich beschweren.


Ach? Und das sich nicht genug Leute beschweren liegt natürlich daran, dass die Leute faul, träge, fremdgesteuert, leidensfähig usw. sind?

Allein die Beschwerden über das Elent2 an der Sieg füllen bald ein Buch - nicht nur von mir - aber es interessiert keine Sau. Daß die Fahrgastzahlen zurückgehen, werden sie wieder viel zu spät registrieren, und mit noch kürzeren Plastikbähnchen reagieren....Auf die Straße gehen? Mit wem denn? Mit den Leuten, die nach dem Ärgern über einen Stehplatz und die Verspätung GZSZ einschalten? Ich sag doch, die letzten Bekloppten sind auch früher oder später still. Mit dem saturierten Deutschen ist doch kein demokratischer Schulterschluß mehr möglich...ziviler Ungehorsam (z.B. Alle fahren eine Woche schwarz, immer mal wieder, bis sich was ändert...so viele 40er kann man gar nicht schreiben...) ist doch verpönt!


Beschwerden schön und gut. Wenn sie offenbar keinen interessieren, helfen sie auch nicht weiter. Wie sieht es denn mit realistischen Lösungsvorschlägen aus? Vielleicht können die Leute damit mehr anfangen? "Der saturierte Deutsche" ist ja wieder eine schöne Pauschalisierung. Eben waren es noch die jungen Leute, jetzt sind es alle, die sich nicht gegen alle Widrigkeiten erheben, die im Alltag auftauchen. Vielleicht sind die Leute ja auch einfach im Großen und Ganzen zufrieden? Anders kann ich mir sowieso nicht erklären, wie Merkels CDU auf Werte über 40% kommt...

Ach ja, doch noch eins vergessen...
Irgendwie will der Kai auch nicht an die mehrfach angeführte Tatsache heran, daß in anderen Ländern im Jahre 2014 vieles bei den Bahnen besser läuft - und andere elementare Dinge wie die Arbeit vorangegangener Generationen, die heute dem schnellen Profit zuliebe mit einem Handstreich weggewischt werden. Bei uns ist das so, und bei uns bleibt das so, basta. Pünktlichkeit besser, Service besser, Komfort besser, Anlagenzustand besser: Belgien, Niederlande, Großbritannien, Schweiz (Sowieso!)...wieso ist es nicht zeitgemäß, auf einen national begrenzten Mißstand hinzuweisen?


NICHTS bleibt so, das ist ja der Punkt! Die Welt dreht sich weiter und wir alle müssen uns an neue Gegebenheiten anpassen. Die Welt wird keine Rücksicht auf Einzelmeinungen nehmen! Auf Mißstände darf jeder hinweisen, zum Glück! Natürlich darf man auch gerne Protest organisieren und versuchen Einfluss zu nehmen. Aber wenn der Protest nicht wahrgenommen wird und versandet, ist es vielleicht nicht unbedingt richtig, wenn man dann die Gründe nur bei Anderen sucht. Wenn es in anderen Ländern tatsächlich besser läuft und die Bahnunternehmen dort höhere Gewinne erzielen, dann wird sich die Bahn AG diese Modelle sicher auch nochmal anschauen. Wenn sich das Schweizer Modell auch bei uns durchsetzt, warum nicht? Für die Fahrgäste ein tolle Sache. Allerdings ist das deutsche Streckennetz ungefähr sechs mal so lang wie das in der Schweiz und ungefähr doppelt so lang wie das in GB. Also: wie realistisch ist es, dass sich irgendjemand findet, der die hier anstehenden Summen investiert, um die Bahn in Deutschland auf das Niveau der Schweiz anzuheben? Durch Leserbriefe und Kommentare wird sich da wahrscheinlich keiner motivieren lassen.

Schön für die Bahn AG, wenn es Leute gibt, denen das alles gefällt, bzw. die sich ohne Murren an die "innovativen" Begebenheiten anpassen, erst gestern wurde mir ein umfangreiches Dossier über die tollen neuen Errungenschaften auf der InnoTrans 2014 überliefert, ich selbst tu mir das nicht mehr an, die letzten Jahre war es ohnehin nur noch ein Spesenausflug nach Berlin mit Stippvisite (Alibibesuch) auf dieser Selbstbeweihräucherungsveranstaltung. Ich bin leider keine 1,60m kurz, 25 cm schmal mit 360° dreh- und faltbaren Beinen, mit implantierter SIM-Karte und W-LAN im Kopf, sowie im Hintern aufrollbarem Ladekabel - denen dürften die neuen Züge der SB-Bahn schon eher zusagen...


Gefallen? Hm, besser geht natürlich immer. Aber offenbar ist es für die meisten Leute ja akzeptabel so wie es ist. Bahnfahren ist nun mal für die meisten Leute nur Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck, daher ist es aus meiner Sicht durchaus verständlich, dass hier keine Protestbewegungen aus dem Boden sprießen. Eine Messe ist eine Selbstbeweihräucherungsveranstaltung? Ist mir völlig neu. Wollen die Unternehmen, die dort ausstellen vielleicht auch noch ihre Produkte verkaufen ;)? Wenn die Unternehmen am Markt vorbeientwickeln, wie Du ja anscheinend vermutest, dann werden sie es spüren und sich umorientieren. Vermutlich werden sie den Markt aber vorher sondiert haben...
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Horst Heinrich » So 28. Sep 2014, 12:56

Kai hat geschrieben: Wann kann ich mit den Demos auf der Straße rechnen?

Sie finden ja schon statt, wenn man die Augen aufmacht, nur z.B. leider nicht für, sondern gegen die Bahn.
Aber die Generation 50+ ist viel eher in der Lage als die Generation 20-40, Ihre Interessen zu artikulieren und auch durchzusetzen - siehe Bahnlärminitiative Mittelrhein, BI's gegen die Reaktivierung von Hunsrück- und Aartalbahn, erfolgreiche Prozesse gegen Kinderspielplätze, Biergärten usw., die Gesundheits- und Rentensysteme ziehen mehr Geld denn je aus dem Wirtschaftskreislauf, es gibt mehr 70-jährige mit 3000 Euro Monatseinkommen als 30-jährige.

Früher hat man solcherlei (Generationen-) Konflikte durch Solidarität entschärft und auch durch eine besondere Form der Umverteilung: Dafür daß man der älteren Generation das Leben leicht machte, hatte man teil an ihrem Wohlstand, der heute verbissen vor Zugriff konserviert wird:
Junge Familien ringen monatlich um ihre Existenz, müssen ihre Kinder staatlichen Aufbewahrungsanstalten übereignen während die Großelterngeneration keinen Grund sieht, von ihrem Selbstverwirklichungstrip abzurücken und sich helfend einzuklinken.

Immer wieder kommt es zwischen Alt und Jung zu Streitereien, zumeist obsiegen die Älteren.
Sie haben die besseren Netzwerke, die bessere Bildung, die bessere Artikulationsfähigkeit, mehr Geld sowieso und das Gros des politischen Establishments hinter sich - Stichwort: Treue Stammwählerschaft.
Der 87-jährige quält sich auch noch mit zwei Stöcken ins Wahllokal, während der 25-jährige seinen Partyrausch ausschläft.

Und der Grund, warum Ältere nicht für einen besseren Bahnservice auf die Straße gehen, ist schnell ausgemacht:
Sie brauchen zur Not die Bahn nicht, denn sie können sich individuelle Mobilität noch lange leisten, so daß sich auch wieder die Jüngeren mit den hier geschilderten Problemen, nicht funktionierenden Fahrkartenautomaten, endlosen 01805-Warteschleifen, Verspätungen, Zugausfällen und vielem mehr herumschlagen müssen.

Deswegen warten wir älteren und noch ältere Mitmenschen gelassen ab, bis die jüngeren Menschen von den Folgen ihres Komfortverzichts eingeholt werden.
Und das wird schon dann passieren, wenn DSL oder der Strom mal etwas länger ausfallen, weil man z.B. den Servicetechniker vor Ort wegrationalisiert hat, da ja der Kunde auf der Anbieterhomepage und über den Button "Störungen selbst beheben" so gerne beweist, daß er ein ganzer Kerl ist, der keine externe Dienstleistung mehr braucht.
Zuletzt geändert von Horst Heinrich am So 28. Sep 2014, 13:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Horst Heinrich » So 28. Sep 2014, 13:09

Kai hat geschrieben:[Wenn die Unternehmen am Markt vorbeientwickeln, wie Du ja anscheinend vermutest, dann werden sie es spüren und sich umorientieren. Vermutlich werden sie den Markt aber vorher sondiert haben...


Das ist ja des Pudels Kern und das versuchen Marko und ich ja klarzustellen:
Dank solcher leidensfähiger Menschen, die sich mit allem Gebotenen begnügen wie Dir, Kai, brauchen sie sich weder umzuorientieren noch ihre Produkte zu verbessern.
Stoisch und emotionslos wird der Kritikunfähige und Kritikunwillige auch den größten Murks und die größte Zumutung ertragen, denn "man kann ja sowieso nix machen und die Erde dreht sich weiter..."

Marktsondierung und -forschung wird doch gar nicht mehr betrieben, das sagte ich bereits, man ist daran interessiert den Markt nicht mit Qualität zu beliefern, sondern mit dem, was zu einem möglichst günstigen Preis gerade noch möglich ist, um als Blendwerk zu beeindrucken.
Mittlerweile haben die Schienenfahrzeughersteller doch erkannt: Dem Fahrgast kann man so ziemlich jeden Schrott überbrühen - er wird es sich gefallen lassen, denn "man kann ja sowieso nix machen und die Erde dreht sich weiter..."
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Kai » So 28. Sep 2014, 14:16

Horst Heinrich hat geschrieben:
Kai hat geschrieben: Wann kann ich mit den Demos auf der Straße rechnen?

Sie finden ja schon statt, wenn man die Augen aufmacht, nur z.B. leider nicht für, sondern gegen die Bahn.
Aber die Generation 50+ ist viel eher in der Lage als die Generation 20-40, Ihre Interessen zu artikulieren und auch durchzusetzen - siehe Bahnlärminitiative Mittelrhein, BI's gegen die Reaktivierung von Hunsrück- und Aartalbahn, erfolgreiche Prozesse gegen Kinderspielplätze, Biergärten usw., die Gesundheits- und Rentensysteme ziehen mehr Geld denn je aus dem Wirtschaftskreislauf, es gibt mehr 70-jährige mit 3000 Euro Monatseinkommen als 30-jährige.


Hä? Was soll mir das jetzt sagen? Das die ältere Generation doch keine Staatsbahn mehr will? Sonst könnte sie es ja mit ihrer viel besseren Durchsetzungsfähigkeit umsetzen?

Früher hat man solcherlei (Generationen-) Konflikte durch Solidarität entschärft und auch durch eine besondere Form der Umverteilung: Dafür daß man der älteren Generation das Leben leicht machte, hatte man teil an ihrem Wohlstand, der heute verbissen vor Zugriff konserviert wird:
Junge Familien ringen monatlich um ihre Existenz, müssen ihre Kinder staatlichen Aufbewahrungsanstalten übereignen während die Großelterngeneration keinen Grund sieht, von ihrem Selbstverwirklichungstrip abzurücken und sich helfend einzuklinken.

Immer wieder kommt es zwischen Alt und Jung zu Streitereien, zumeist obsiegen die Älteren.
Sie haben die besseren Netzwerke, die bessere Bildung, die bessere Artikulationsfähigkeit, mehr Geld sowieso und das Gros des politischen Establishments hinter sich - Stichwort: Treue Stammwählerschaft.
Der 87-jährige quält sich auch noch mit zwei Stöcken ins Wahllokal, während der 25-jährige seinen Partyrausch ausschläft.


Da komm ich jetzt grad nicht mit: welchen Generationskonflikt sprichst Du hier an? Was hat das mit der Bahn zu tun? Wenn die Älteren so viel besser vernetzt sind und überhaupt alles besser können, wieso gibt es dann nicht die Bahn, so wie ihr sie euch wünscht?

Und der Grund, warum Ältere nicht für einen besseren Bahnservice auf die Straße gehen, ist schnell ausgemacht:
Sie brauchen zur Not die Bahn nicht, denn sie können sich individuelle Mobilität noch lange leisten, so daß sich auch wieder die Jüngeren mit den hier geschilderten Problemen, nicht funktionierenden Fahrkartenautomaten, endlosen 01805-Warteschleifen, Verspätungen, Zugausfällen und vielem mehr herumschlagen müssen.


Aha, die Älteren meckern, aber machen nichts, weil sie nicht darauf angewiesen sind? Ich dachte die schon öfter angesprochene "nur Schalter"-Klientel IST darauf angewiesen? Naja gut, wenn die Älteren nicht darauf angewiesen sind, dann ist für sie ja alles ok, oder? Die Jüngeren sehen die geschilderten Dinge ja vielleicht garnicht als soooo großes Problem? So wie es früher normal war die Fahrkarte am Schalter zu kaufen, so normal ist es heute sich eine Fahrkarte am Automaten oder im Netz zu kaufen, wo ist das Problem? Verspätungen und Zugausfälle, ja, ärgerlich für die Betroffenen. Wenn es für die Leute so unerträglich ist, dann steht es jedem frei dagegen etwas zu tun. Eine Initiative gründen, oder eben einfach ne andere Lösung suchen. Der Fernbus ist nur eine davon.

Deswegen warten wir älteren und noch ältere Mitmenschen gelassen ab, bis die jüngeren Menschen von den Folgen ihres Komfortverzichts eingeholt werden.
Und das wird schon dann passieren, wenn DSL oder der Strom mal etwas länger ausfallen, weil man z.B. den Servicetechniker vor Ort wegrationalisiert hat, da ja der Kunde auf der Anbieterhomepage und über den Button "Störungen selbst beheben" so gerne beweist, daß er ein ganzer Kerl ist, der keine externe Dienstleistung mehr braucht.


Gelassen? Das ließt sich für mich hier im Thread aber anders ;). Komfortverzicht? Ich finde es wesentlich praktischer meine Fahrkarte einfach online zu kaufen und auszudrucken, als zum Schalter zu rennen. Und da bin ich sicher nicht der einzige jüngere Mensch. Auch ein Einkauf bei Amazon ist für mich deutlich komfortabler als durchs Einkaufszentrum zu laufen. Es gibt x Beispiele wo neue Techniken MEHR Komfort mit sich bringen: Onlineüberweisungen, Streaming, Smartphones, usw. usf. Wenn das alles keinen Komfort mit sich brächte, hätte es niemals diesen durchschlagenden Erfolg gehabt! Ich verstehe einfach nicht, was dagegen sprechen sollte. Genauso dein Beispiel mit der Störung am Telefonanschluss, die man selbst beheben kann. Was spricht denn dagegen, wenn es funktioniert? DSL oder Stromausfall, ist das nicht etwas weit hergeholt? Sollen wir grundsätzlich auf DSL und Strom verzichten, nur weil da mal was ausfallen könnte? Kein Auto mehr fahren, weil man ja ne Panne haben könnte? Nicht mehr ins Restaurant gehen, weil der Koch die Suppe versalzen könnte?

Das ist ja des Pudels Kern und das versuchen Marko und ich ja klarzustellen:
Dank solcher leidensfähiger Menschen, die sich mit allem Gebotenen begnügen wie Dir, Kai, brauchen sie sich weder umzuorientieren noch ihre Produkte zu verbessern.
Stoisch und emotionslos wird der Kritikunfähige und Kritikunwillige auch den größten Murks und die größte Zumutung ertragen, denn "man kann ja sowieso nix machen und die Erde dreht sich weiter..."


Da liegt euer Denkfehler! Ich fühle mich eben NICHT leidend! Und genauso geht es vermutlich auch dem Großteil derer, die mit Fahrkartenautomaten und dem Internet groß geworden sind! Leidend kommt eher die ältere Generation rüber, die mit dem heute Gebotenen nicht gerne umgeht und sich alte Zeiten zurückwünscht! Ach nee, die warten ja gelassen ab und hoffen auf den ersten Strom- oder DSL-Ausfall, um dann sagen zu können "SIEHSTE! Früher war doch alles besser!" ;).

Marktsondierung und -forschung wird doch gar nicht mehr betrieben, das sagte ich bereits, man ist daran interessiert den Markt nicht mit Qualität zu beliefern, sondern mit dem, was zu einem möglichst günstigen Preis gerade noch möglich ist, um als Blendwerk zu beeindrucken.
Mittlerweile haben die Schienenfahrzeughersteller doch erkannt: Dem Fahrgast kann man so ziemlich jeden Schrott überbrühen - er wird es sich gefallen lassen, denn "man kann ja sowieso nix machen und die Erde dreht sich weiter..."


Marktsondierung und -forschung wird nicht mehr betrieben. Ernsthaft? Wieso schreibst Du dann im nächsten Satz etwas davon, dass die Hersteller etwas erkannt haben? Ein Unternehmen hat erstmal das Ziel Gewinn zu erwirtschaften. Wenn das auch mit weniger Qualität geht (weniger Kosten), dann wird das natürlich gemacht, völlig klar. Aber auch hier kann ich nur sagen: früher war eben nicht alles besser!!! Bahnhöfe und Züge ohne Barrierefreiheit, Loks und Wagen ohne Klimaanlage, lautere Züge, keine Hochgeschwindigkeitsstrecken, Sitzbänke aus Holz (oder ist das schon wieder zu weit zurückgeblickt?), kein Rauchverbot in Zügen, usw.! Wieso gibt es denn kein Bahnunternehmen, was Luxuszüge inkl. exzellentem Service anbietet? Vielleicht weil einfach keine große Nachfrage besteht? Weil niemand bereit ist hier das zu zahlen, was nötig wäre, um solch ein Unternehmen gewinnbringend führen zu können? Soll hier tatsächlich ein Staatsunternehmen in den Markt eintreten, dass so etwas in Unterdeckung anbietet?
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Dieselpower » So 28. Sep 2014, 14:37

- Holzbänke? Haben wir doch jetzt auch - nur mit Stoff bespannt...fahr mal Elent2, LINT oder 423...!
- Stromausfall weit hergeholt? Den prognostizieren uns Stromexperten dank kopflos durchgepeitschter "Energiewende" doch schon länger...
- Gelassene Ältere? Jo, solange wir noch können, gehen wir lieber wieder zum Auto über...danach sozialkassenveträgliches Ableben gefällig?
- Segensreiche Handies? Also ich kann mir was schöneres vorstellen, als diese Dauerbeschallung in Großraumwagen, Restaurant etc. - allein schon diese beknackte Telekom-Werbung im TV...als ob wir früher nicht kommuniziert hätten...aber ohne unser Gehirn permanent mit 2 Watt Mikrowellenleistung garzukochen...
- Loks und Wagen ohne Klimaanlage? Naja, wenn sie denn funktionieren, und wenn nicht, kannste nicht mal mehr ein Fenster öffnen, und im Sommer haste dann abwechselnd 15 und 50 Grad zur Auswahl - prima! Denn regelbar sind die in den modernen segensreichen Fahrzeugen nicht mehr! An oder aus oder kaputt...fertig!

Und wieso kein Bahnunternehmen mit Luxuszügen? Lies mal die Inserate für Sonderfahrten mit Rheingold, AKE- und IGE-Zügen, da ist stets von "bequemen Abteilwagen" die Rede - fahren die immer leer? Was maulten Schwachköpfe am HKX herum? "Alte Wagen aus den 70ern" - ja genau, mit Klimaanlage, Scheibenbremsen, Schlingerdämpfern, Beinfreiheit und Plüschsesseln....Avmz 111 eben. Leider konnte man aber im selben Zug auch ins Klo greifen - und eine Weile lang stattdessen auch einen Dosto-Wagen erwischen...da konnte man prima "alt" und "neu" vergleichen.

Aber ich seh schon, auch da fällt dir wieder eine Gegenrede zu ein, weil die Avmz keine Steckdosen für dein Täblett oder Eifon haben...

Es sind nicht verschiedene Meinungen, wir sprechen unterschiedliche Sprachen. Ich merke es auch bei den Schülern im Zug immer, man ist jung, dynamisch, unbesiegbar, man geht mit der Zeit, im Gegensatz zu den Fossilen mit ihren Staatsbahnträumen...bis das böse Erwachen kommt, aber da sprechen wir ja heute nicht von. Bald ist das Trinkwasser auch privatisiert, und es wird immer noch Idioten geben, die das gut finden...ist ja der Lauf der Dinge, das muß ja so sein....
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Dieselpower » So 28. Sep 2014, 14:53

Ach ja...und was die InnoQuatsch betrifft: Klar ist das eine Selbstbeweihräucherungsveranstaltung - ich konnte es mit eigenen Augen sehen, da wird das neueste Plastikgerümpel mit Sekt gefeiert, Shakehands und blödes Grinsen bestimmt das Schlipsträgerbild...

Und der Praxismensch frotzelt: Na, ob das Ding überhaupt in den nächsten 5 Jahren die Zulassung erhält, und in den nächsten 10 Jahren die Kinderkrankheiten vorbei sind? Weißt Du, wann der erste 430 ausgestellt wurde??? Die ersten Gurken davon kommen jetzt erst ans Rollen. Naja, wenn so komplizierte Dinge wie Türen Öffnen und Schließen, Lüften, Heizen und Kühlen des Fahrgast- und des Führerraums und Fahren bzw. Bremsen gravierende Probleme darstellen, kein Wunder - kann ja keiner mit rechnen, daß so ein Zug bei Sommer und Winter fahren und bremsen können muß, und eine offene Tür während der Fahrt gefährlich ist....beim Elent2 war es das gleiche, beim 407 usw...was gibt es bei so einem Schrott am laufenden Band bitte zu feiern und mit Sekt zu begießen? Daß man die Probleme, die man früher mittels Prototypen löste, heute auf dem Rücken der zahlenden Kundschaft austrägt? Und am besten alle 3 Jahre mit neuem, unausgereiften Krempel. Stimmt, für die Industrie ist das wieder ein Grund zum Feiern, diese Ersparnis...

Und da der Endkunde ja sowieso nur einen sehr begrenzten Zutritt zu diesem Spektakel hat, ist seine Meinung ja ohnehin außen vor. Schlipsträger kauft Gerümpel vom anderen Schlipsträger mit (öffentlichem) Geld vom dritten Schlipsträger...da wird sich doch gegenseitig in die eigene Tasche gewirtschaftet. "Kauf bei mir, Du kannst in Ruhe den Prospekt in einen schönen Urlaub mitnehmen, hier ist das Ticket...!" - so oder ähnlich läuft es doch - anders kann ich mir das ständig neue Fiasko mit irgendwelchem Hightech-Schrott nicht erklären (Wäre außerdem nicht das erste mal, daß wegen Schmiergeld ermittelt wird)!
Ich (Also ab und zu auch mal Endkunde, aber auch ggf. Bediener) fand den Elent2 schon auf der Messe zum Kotzen, da wußte ich aber noch nicht, daß DB Regio den Kollegen auf diesem Plastikschrott einmal Thermounterwäsche für den Winter ausgeben würde...! Und komischerweise hielt sich auch keiner sitzend in diesem Ding auf...warum bloß?

Und die DB soll sich an anderen Ländern ein Beispiel nehmen? Daß ich nicht lache, aber wo anders haben DB-Konzerntöchter Konkurrenz, da kann man dann was bieten...Fahr mal mit Arriva Trains Wales oder Chiltern Railways - beides DB-Regio-Töchter. DA können die dann auf einmal Service und Komfort....
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
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Musseler
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Re: Mal eben ein paar RLP-Tickets kaufen...mal eben???

Beitragvon Musseler » So 28. Sep 2014, 17:01

Hallo zusammen,

ich mische mich mal in Eure Diskussion als weder mit ökonomischem Wissen beschlagen, noch jung oder "alt" fühlend ein.

Jahrgang 1965 und noch mit der Beamtenbahn aufgewachsen: Es waren zwar Beamte, aber es war immer jemand ansprechbar, auch bei Stromausfall. Es gab genügend Personal, welches heute dem vermeintlichen shareholdervalue geopfert wurde. Profit war nicht das oberste Ziel, sondern Zugausfälle vermeiden, Mobilität auch in der Fläche gewährleisten; profitable Strecken subventionierten Defizitäre. Fahrzeuge wurden erprobt und wo nicht zufriedenstellend eben nicht in Dienst gestellt. Fahrpreise und Sonderaktionen waren noch in übersichtlicher Zahl im Angebot und Oma konnte sich auch kurz vor Reiseantritt am Schalter beraten lassen. Wenn es Schlangen am Schalter gab, machte der Kollege halt einen 2ten auf.

Heute: Dem Profit und der Wirtschaftlichkeit geopfert findet meinem Empfinden nach ein Beförderungsverhinderung statt. Man soll bitte gefühlte 2 Jahre im Voraus buchen. Spontane Benutzung des Fernverkehrs findet so gut wie nicht mehr statt. (Es könnte ja sein, dass ein Wagen leer bleibt, und so "unnütz" Verschleiß erzeugend und Strom verbrauchend im Zug hängt). Automaten stellen für mich (noch) kein Hindernis dar, ist mir also Wurscht. Die heutigen Fahrzeugkonzepte betrachtend, könnte auch ein Triebfahrzeugführer Fahrkarten wie in einer Tram verkaufen. Wäre wohl kein Hexenwerk!

Wie könnte ein Motto für die Zukunft lauten: Frage nicht, wie Du den Profit Deines Unternehmens und die Gehälter Deiner Chefs steigern kannst, sondern maximiere den Service und gebe Geld dafür aus. Es ist immerhin noch erklärte Aufgabe, die Mobilität auch in der Fläche zu sichern.

Soviel von mir als Kunde. (Oder doch lieber Beförderungsfall)

PS: Bahnfahren macht immer noch Spass, aber immer weniger!
Zuletzt geändert von Musseler am So 28. Sep 2014, 17:50, insgesamt 1-mal geändert.


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