Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

hochwald
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon hochwald » Di 6. Dez 2016, 09:37

Auch ich bin absolut der Meinung dass die Fahrqualität lokbespannt einfach unerreichbar ist (dazu unbedingt Abteilwagen mit bequemen Sitzen und kleinen Leselampen, gut Fenster wird man nie mehr öffnen können in Zügen, furchtbar eigentlich, aber wie konnte man sich in den alten Wagen erholen, ich tue es kaum mehr in der modernen Bahn).
Was sich verbessert hat in den letzten 30 Jahren ist ohne Frage der Oberbau, leider auch die "entschärften" sprich zurückgebauten Gleislagen, DKW*s in Bahnhöfen usw. Wenn ich nach fast 9h Fahrt aus Wien in Koblenz umsteige in eine moderne Nahverkehrskiste (mal abgesehen davon dass die ICE's und leider auch Railjets auch ziemlich unbequeme Sitze haben), mit grellem Licht, teilweise schon wieder versifften (ich fahre auch ab und an WEstbahn Wien-Salzburg sind fast baugleich wie die CFL's) und natürlich alles klimatisiert zu allen Jahreszeiten, hermetisch abgeriegelt und das (moderne) Straßenbahngefühl (gut der Elektrosmog, den muss man in Relation setzten zu Rußpartikeln, Bremsabrieb usw ...).

Also die Moselstrecke war nie eine großartige Fernverkehrsstrecke und jeder verschmerzte einen 2h Takt mit RE dazwischen. Aber gerade die Tagesrandlagen wären wichtig, in der Früh mit einem Schnellzug über Koblenz hinaus, später abends mit einem solchen "Sammler" zurück nach Trier. Im übrigen gab es doch testweise Anfang der 70er "Schnellläufer" (schätze mit Quadratschädeln) die mehrere Halte nicht berücksichtigten und immerhin einen Fahrzeitgewinn von gut einer Viertelstunde herausfuhren. Also ich bin für einen gut abgestimmten Fernverkehr, natürlich bis Lux durchgebunden.

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Heiner Neumann
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Heiner Neumann » Di 6. Dez 2016, 11:04

An diese "Schnellläufer" von Anfang der 70er kann ich mich noch sehr gut und sehr positiv erinnern, da ich diese Züge während meiner Bundeswehrzeit und danach sehr gerne benutzt habe. Es handelte sich dabei um die sogenannten "City-Schnellzüge" bezeichnet als DC in Ergänzung zum damals noch erstklassigen IC-Netz. Mein liebster Zug war damals der DC 905 "Rheinland", Dortmund - Saarbrücken, gebildet aus Pop-Art-Wagen in blau-steingrau (2. Kl.) und einem 1. Kl. Wagen in orange-steingrau, der von Koblenz entlang der Mosel ohne Halt bis Trier verkehrte.

Gruß

Heiner
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Rolf » Di 6. Dez 2016, 12:02


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Dieselpower
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » Di 6. Dez 2016, 15:02

Es wird eben definitiv Zeit für ein Alternativangebot zum nach wie vor fast monopolistischen Fernverkehr der DB.
Locomore versucht sich nun z.B. ab Mitte Dezember an der Relation Stuttgart - Berlin u.z., und beschritt bei der Finanzierung den Weg des "Crowdfundings" - wie viele "Stars" aus Musik und Film das inzwischen tun.

Ich denke die Hauptparameter für das geringe private Engagement im SPFV sind:
- das immer noch konzerneigene Schienennetz mit all seinen angeblichen und tatsächlichen Hürden (Freie Trassen, Rangfolge "Weiß hat immer Vorrang" usw.)
- die totale finanzielle Eigenverantwortung eines solchen Projektes und damit ein erhebliches wirtschaftliches Risiko besonders in der Startphase
- die mangelnde Information der Bevölkerung über die Möglichkeiten - für viele Menschen gibt es nach wie vor nur "die Bundesbahn" (schön wär's!)

Wenn sich in jeder Region ein Unternehmen gründen würde, das einen konzeptionell sinnvollen überregionalen Verkehr anbieten würde, und man diese tariflich miteinander verknüpfen könnte, hätte auch ein moderner und (trotzdem :mrgreen: ) bequemer Fernverkehr eine Chance.
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Rolf » Di 6. Dez 2016, 19:14

Dieselpower hat geschrieben:Es wird eben definitiv Zeit für ein Alternativangebot zum nach wie vor fast monopolistischen Fernverkehr der DB.
Locomore versucht sich nun z.B. ab Mitte Dezember an der Relation Stuttgart - Berlin u.z., und beschritt bei der Finanzierung den Weg des "Crowdfundings" - wie viele "Stars" aus Musik und Film das inzwischen tun....

Im Prinzip richtig. Aber genau diese Strecke wird sich kein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen antun. Da kann man nichts verdienen, weil der Unterschied zum RE einfach zu gering ist. Ein Blick zurück: Meine Nichte hat den IC früher oft genutzt, von Wittlich bis Bonn, um ihren Vater zu besuchen. Das war ganz gut, weil die minderjährige Dame so nicht in Koblenz umsteigen musste, worüber alle Beteiligten froh waren (aber das ist ein sehr spezieller Fall). Mittlerweile ist sie alt genug und nimmt lieber den RE; der ist billiger und der Stundentakt gefällt ihr auch viel besser als der Status quo ante, weil er mehr Flexibilität bietet. Damals waren die Anschlüsse in Koblenz eine Katastrophe. Wenn man von der Mosel kommend mit dem RE oder der RB in Koblenz einlief, fuhr der Zug in Richtung Köln/Bonn gerade weg. Ich habe mich auch oft drüber geärgert und immer auf Verspätung des Anschlusszuges gehofft. Meist vergeblich. So musste man fast eine Stunde auf den Anschluss warten, was die Fahrtzeiten Mosel -> Köln/Bonn deutlich verlängerte. Demgegenüber war der durchgehende IC natürlich im Vorteil und auch ich habe dann gelegentlich den IC genutzt, um nicht eine Stunde in Koblenz zu verplempern. Dieser Vorteil ist aber seit Einführung des neuen Taktes Geschichte. Die Anschlüsse passen jetzt sehr gut und der einstige Fahrtzeitgewinn des IC gegenüber dem RE ist praktisch dahin geschmolzen. Und die neuen REs sind auch besser als die alten, der Takt-Fahrplan sowieso. Genau deswegen glaube ich, dass der IC heute noch weniger eine Chance am Markt hätte als damals. Und damals ist er schon wegen mangelnder Auslastung eingestellt worden. Die Auslastung wäre jetzt noch geringer, da bin ich sicher. Deswegen glaube ich auch nicht daran, dass ICs auf der Moselstrecke heute noch eine Chance am Markt hätten, zumal der Anschluss von der Mosel an den IC in Richtung Köln/Bonn heute sehr gut abgestimmt ist. Gegenüber dem (damals) durchgehenden IC ist da fast kein Unterschied mehr.

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Dieselpower
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » Mi 7. Dez 2016, 12:03

Tja, das ist das Dilemma - heute zählt nur noch "muß sich lohnen". Daß die SFS KRM niemals schwarze Zahlen bringen wird, behält die Bahn komischerweise stets für sich, eine Nebenbahn wäre sang- und klanglos schon vor Jahren stillgelegt worden. Die taugt allerdings nur bedingt als Radweg, da sind 4%-Steigungen und kilometerlange Tunnel drin... :lol:

Also ich kann dem modernen Nahverkehr nur selten Positives abfinden, schön, daß er für den einen oder anderen an Rhein und Mosel etwas taugt. Wenn ich so den Nahverkehr aus meiner Jugend mit dem von heute vergleiche - auch wenn die "Heute ist alles besser"-Fraktion mit den Augen rollt - fällt mir folgendes auf:

a) Hier und da ersetzen schnelle Regionalverbindungen sogar FV-Leistungen (Wie beim aktuellen Beispiel), während anderswo beschleunigter Nahverkehr komplett fehlt, den es jedoch einmal gab - so wie auf meiner Hausstrecke Limburg - Au und vielen anderen Nebenbahnen, auf denen es Eilzüge gab, die spürbar schneller waren, als heute.

b) Wo früher Fahrpläne galten, die man nur mit Kenntnis von Piktogrammen, Kursbuch & Co. entschlüsseln konnte, gelten heute Taktfahrpläne. Alles gut und schön, aber dadurch gibt es heute gähnend leere Züge ebenso wie komplett überfüllte. Damals waren die Züge in den schwachen Zeiten kürzer und in der HVZ länger. Heute pendelt oft die stets gleiche Plastikbahnkomposition tage-, ja, wochenlang in der gleichen Zusammenstellung hin und her, egal, ob Montag 6:30 Uhr oder Sonntags um 23 Uhr. Fahrpläne werden stur durchgezogen, ob sinnvoll oder nicht. Wer fährt schon an Heiligabend um 22 Uhr durch den Westerwald? Aber an einem normalen Sonntag kommt man von Hachenburg nach Köln erst ab 9:45 Uhr - Ankunft Köln (Mit etwas Glück, wenn einem der RE nicht vor der Nase wegfährt) um 11:36 Uhr. Was soll das?

c) Vom Komfort fange ich lieber gar nicht an. Der ganze Niederflurquatsch bezieht sich auf einen winzigen Kundenkreis und einen ebenso winzigen Bereich des Zuges. 80% der Sitze sind dennoch nur über Stufen, Podeste und Stolperfallen zu erreichen, für den Rollifahrer okay, die 79jährige Oma, die noch halbwegs laufen kann, bedankt sich hingegen. Dann sitzt man im dauerbeschallten Großraum und wird vom kindergartengleichen digitalen Hinweisgequatsche totgelabert. Steckt man sich als Gegenwehr Kopfhörer in die Ohren, verpaßt man garantiert einen der Hinweise auf irgendwelche Unregelmäßigkeiten. Das Gemaule wegen der Klimaanlagen ist auch müßig. Früher wurden Heizungen, sowie Fenster und Lüftungen individuell geöffnet oder geschlossen, heute kapituliert sogar der Lokführer (oder der, den man inzwischen so nennt) nicht selten vor einem Schaltschrank voller blinkender (oft roter) LEDs! Das Licht im Großraum ist so grell, daß man im hübsch gescratchten Fenster abwechselnd Schallschutzwände oder sich selbst sieht - natürlich nur, wenn man nicht einen der häufigen "Wandplätze" erwischt hat. Die übrigen "Segnungen" hatte ich ja bereits ausgeführt. Übrigens interessant: Der Privatanbieter "Locomore" wirbt sogar mit der Möglichkeit, wahlweise wieder im gemütlichen Abteil bei offenem Fenster den Fahrtwind zu genießen. Scheint wohl doch hier und da noch den Wunsch danach zu geben.

d) Das Hauptmanko im modernen Nahverkehr liegt in meinen Augen (auch bereits mehrfach erwähnt) an der Kleinstaaterei. Bei einer Relation mitten in NRW, RLP oder sonstwo mag das ja passen, aber im Bereich von Landesgrenzen oder gar Dreiländerecks wird es grausig, das beste Beispiel für Tarif- und Fahrplanchaos habe ich hier vor der Haustür. Oder denkt nur an den Hickhack bei der Aartalbahn. Wie bringe ich einem Kunden, der gerade ein VRM-Ticket von Nistertal nach Andernach aus dem Automaten zieht, bei, daß das in NRW nicht gilt, und er entweder von Au bis Bonn-Mehlem nachlösen muß (was de facto eigentlich gar nicht geht), oder daß er mit dem Ticket, das er in Händen hält, eine vierstündige Bus-Odyssee mit sechsmaligem Umstieg machen muß? Bei der Bahnreform mag ja die eine oder andere gute Idee dabei gewesen sein, die Durchführung hingegen war weitgehend Schrott. Wir hatten ein bundesweit noch relativ dichtes Schienennetz mit brauchbaren Verbindungen (auch im SPNV), dann wurden auf einmal Landes- und Kreisgrenzen zur tariflichen und fahrplanmäßigen DDR-Grenze mit Fallen und Hürden, nur ohne Selbstschußanlagen (Nennt man heute EBE - Erhöhtes Beförderungsentgelt - oder salopp "60er"). Damals wurden Direktverbindungen den Pendlerströmen entsprechend angeboten, dann wurden eben diese Grenzen zum Biegepunkt mancher Linie - Pendlerströme? Egal!!! Wer früher nur ein wenig flexibel war, konnte ohne Umstieg ebenso von Hennef bis Bad Camberg reisen, wie von Eitorf nach Regensburg, oder sogar von Niederschelden nach Eindhoven! Heute kann man von A nur nach B oder C fahren, aber dafür jede Stunde...bis tief in die Nacht! :roll:

e) Und dann - last but not least - gehören große Städte wie Trier oder auch Siegen generell an den FV angebunden, so wie es immer war. Es muß ja nicht stündlich sein, aber mit einzelnen Verbindungen auf jeden Fall. Ich z.B. habe seit Einstellung des FV die Mosel und Luxembourg nicht mehr besucht, weil mir der moderne Nahverkehr mit seinem "Straßenbahn-Komfort", seinen überfüllten Zügen, seinem Dauergelaber, seinem Rumpfangebot an Toiletten etc. und nicht zuletzt auch aufgrund seines Publikums auf den Keks geht - ich könnte jedes mal platzen, wenn ich dieses unerzogene Halbstarkenvolk sehe, wie sie ihre dreckigen Schuhe und Taschen an den Sitzen abreiben, die Dinger sind zwar meist unbequem, aber irgendwo muß man sich ja hinsetzen. Die ständige Ignoranz des "Publikums" in oft unbegleiteten Zügen der großen "1" an der Tür oder an der Wand gegenüber macht dann den Rest...na Danke! Es mag ja marginale Qualitätsunterschiede bei manchem SPNV-Anbieter geben, aber im großen und ganzen bleibt es eben "nur" Nahverkehr.

Also ich bleibe dabei, ein dichtes Netz mit einem sinnvollen FV-Angebot ist unumgänglich. Auch für Berufspendler. Ich möchte nicht wissen, wie viele Pendler, die einst den FV nutzen konnten, und auf den NV gezwungen wurden, diese Kröte einfach nur schweigend geschluckt haben, und sich mit den vermeintlichen Vorteilen wie den ach so wichtigen Steckdosen oder W-LAN darüber hinweggetröstet haben. Was sollten sie auch sonst tun? Als ich noch regelmäßig nach Koblenz fuhr, konnte ich sehen, wie stark der IC um 17:30 genutzt wurde, der Bahnsteig war "schwarz" von Menschen, wie man immer sagt....und wenn es den Wunsch nach SPNV für STR nicht gäbe, würde ja wohl kaum darüber berichtet, oder??? :wink:
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Torsten R. » Mi 14. Dez 2016, 16:54

Infrastrukturminister François Bausch gab in der Chamber Details zur direkten Zugverbindung von Luxemburg nach Düsseldorf bekannt.

Der Zug soll um 6:12 Uhr am Hauptbahnhof Luxemburg abfahren und nach Stopps in Trier und Köln um 10:08 Uhr in Düsseldorf ankommen. Die Rückfahrt von Düsseldorf findet um 13:50 Uhr mit Ankunft um 17:48 Uhr in Luxemburg statt. Die Planungen für den Intercity sollen bis April abgeschlossen sein, erklärte Bausch. Was schon feststeht: Passagiere können sich auf der Reise ins Rheinland an einem Büffetwägelchen bedienen.


http://www.lessentiel.lu/de/luxemburg/s ... n-19528032

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Rolf » Mi 14. Dez 2016, 21:55

Wie Infrastrukturminister François Bausch gestern in der Chamber ausführte, braucht der Zug vier Stunden, um die Strecke von Luxemburg in die Karnevalshochburg am Rhein zu bewältigen. Das ist die selbe Fahrtzeit wie aktuell – allerdings fällt mit dem neuen Intercity der Umsteige-Aufenthalt in Koblenz weg.

In meinen Augen eine überflüssige Verbindung. Man sieht, dass der neue Fahrplan gut getaktet ist und die Fahrtzeiten durch deutlich bessere Anschlüsse in Koblenz optimiert wurden. Beim alten IC gab es wenigstens noch einen deutlichen Fahrtzeitgewinn. Der neue IC wird daher noch schlechter zu vermarkten sein. Ergo: Nutzlos, ja sogar kontraproduktiv, wenn er den Takt stört.

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » Mi 14. Dez 2016, 22:46

Es gibt aber auch andere Bahnkunden als den fahrradfahrenden Freizeitmoselgelegenheitsbesucher...Du mußt ja nicht damit fahren, wenn Du nicht möchtest...

Die CFL ist nun mit der Idee vorgeprescht, sie wird das sicher nicht aus lauter Blödsinn machen, oder weil sie Geld zu verschenken hat. Der Geschäftsreisende, der von Luxembourg in Richtung Norddeutschland will, wird diese Verbindung zu schätzen wissen, wenn er ohne 1000 Halte durchfahren kann. Ich habe mich sowieso schon gefragt, warum die CFL nicht schon längst Eigeninitiative ergriffen hatte, bei der letzten ähnlichen Diskussion hatte ich sowas auch in den Raum gestellt, wenn ich mich recht erinnere...

Hinter diesem Intercity verbirgt sich ein stark beschleunigter Nahverkehrstriebzug mit Service (Büffet - wohl so etwas wie die gute alte Minibar), und ob und wie er angenommen wird, das wird sich zeigen. Und ich könnte mir vorstellen, daß die Nachfrage da ist. Koblenz zu umgehen hatte ich ja auch schon vorgeschlagen. Und erst einmal ist von EINEM Zugpaar die Rede - wo soll der denn bitte den heiligen Takt stören? Einfach 5 min. vor dem RE abfahren, und keinen stört irgendwas...Die potentiellen FV-Kunden werden in diesem Zug auf jeden Fall die tobenden Schüler, das verbale Dauerfeuer vom Sprachchip und die vielen vielen Halte kaum vermissen. Wobei ich mich ernsthaft frage, warum der Zug vier Stunden für die knapp 300 km braucht.

In UK würde man so etwas "Open Access Operator" nennen - ich drücke der CFL die Daumen für einen erfolgreichen Schnellzug ohne Hereinreden ahnungsloser Aufgabenträger...

In unserer Zeit werden wir zwar hierzulande nicht müde, inzwischen alle noch so lächerlichen Partikularinteressen kleiner und kleinster Gruppen ernst zu nehmen, und sofort irgendwie in Beton zu gießen und umzusetzen (Natürlich zu Lasten der Allgemeinheit), aber was letztendlich überflüssig ist, und was nicht, wird (noch) wo anders entschieden, was allerdings auch nicht immer gut ist...
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Rolf » Do 15. Dez 2016, 08:29

Dieselpower hat geschrieben:Es gibt aber auch andere Bahnkunden als den fahrradfahrenden Freizeitmoselgelegenheitsbesucher...Du mußt ja nicht damit fahren, wenn Du nicht möchtest...

Ja richtig. Trotzdem nutze ich den ÖPNV an der Mosel auch schon mal für berufliche Zwecke. Gerade wegen des neuen Taktes.

Dieselpower hat geschrieben:...Die CFL ist nun mit der Idee vorgeprescht, sie wird das sicher nicht aus lauter Blödsinn machen, oder weil sie Geld zu verschenken hat. Der Geschäftsreisende, der von Luxembourg in Richtung Norddeutschland will, wird diese Verbindung zu schätzen wissen, wenn er ohne 1000 Halte durchfahren kann. ...

Die Zahl der Halte wird sich aber kaum vom RE unterscheiden, wenn ich den alten IC zu Grunde lege, die Fahrtzeiten auch nicht, weil nicht mehr Geschwindigkeit (V/max) drin ist als sie der RE fährt. Und mit der Strecke wird die CFL sicher kein Geld verdienen, sondern es geht um das Prestige des Standortes Luxemburg und daher eine mehr symbolische IC-Anbindung des Herzogtums an das deutsche IC-Netzt. IC-Anschluss hört sich einfach besser an als ÖPNV-Verbindung.

Dieselpower hat geschrieben:...Hinter diesem Intercity verbirgt sich ein stark beschleunigter Nahverkehrstriebzug mit Service (Büffet - wohl so etwas wie die gute alte Minibar), ...

Also kaum ein Unterschied zum RE!

Dieselpower hat geschrieben:... Wobei ich mich ernsthaft frage, warum der Zug vier Stunden für die knapp 300 km braucht....

Aus den o. g. Gründen! Deswegen wird der IC auch reine Symbolpolitik bleiben.

Bernhard Reifenberg
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Bernhard Reifenberg » Do 15. Dez 2016, 12:23

Dieser Zug ist eine einzige Verarschung!
Dahinter verbirgt sich der jetzige RE 4149, der in Koblenz direkten Anschluss an den IC nach Emden hat.
Und damit in der gleichen Fahrplanlage wie der ehemals in Luxembourg startende IC!
Und das Schlimmste ist die Blockierung der jetzigen IC-Trasse ab Koblenz! So wie es sich jetzt darstellt, kann da kein IC mehr fahren.
Resultat währe eine Bedienung der Linie erst ab Düsseldorf nach Emden, dass ist sicherlich nicht kundenfreundlich.

Bei der Rückfahrt genauso!
Das ist ebenfalls eine alte IC-Lage, die heute leider nur noch zwischen Norddeich und Köln bedient wird.
Die Verlängerung nach Koblenz wurde hier schon gekappt.

Die CFL wird den Zug auf eigene Kosten betreiben.
Wie der Fahrkartenverkauf für diesen Zug gehandelt wird steht noch in den Sternen.

Genauso muss die Frage gestellt werden, wie die CFL ihrer vertraglichen Verpflichtung für den RE 11 bei einem über einen längeren Zeitraum fehlenden Fahrzeug aufrecht erhalten will!

Ich bin mehr als sauer, dass einem hier ein IC oder gar Fernverkehr vorgegaukelt wird!

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » Do 15. Dez 2016, 15:14

Ach so, na wenn das so ist, daß der überall hält, in der Tat witzlos...für mich las sich das so, daß der zwischen Luxembourg und Düsseldorf nur in Trier und Köln hält. Naja, dann ist es in der Tat Blödsinn. Dann leuchtet mir auch die Fahrzeit ein.

Komfortmäßig dürfte der CFL-KISS aber auf IC2-Niveau (ProBahn: "RE mit Teppichboden") liegen, oder? Bin noch gar nicht mitgefahren - wie gesagt, der Nahverkehr lockt mich nicht wirklich mehr oft aufs Gleis. Wobei auch der FV sich schon viel Mühe gibt, mich als Kunden zu vergraulen. In meinen Augen wäre z.B. sogar ein entsprechend ausgestatteter 628 auch fernverkehrstauglich - zumindest auf Strecken, auf denen die Vmax von 120 km/h ausreicht. Immer noch zeitgemäßes Reisen ist das in diesem Fahrzeug mit seinen Luftfedern und seiner hervorragenden Geräusch- und Wärmeisolation allemale. Vom geschmeidig arbeitenden Flüssigkeitsgetriebe ganz abgesehen.
Nicht eine exorbitante Höchstgeschwindigkeit macht Zeitgewinne aus, sondern die sorgfältige Auswahl der Verkehrshalte. Das sieht man auch an unserer geplanten Beschleunigung auf der OWW-Bahn. Die Erhöhung der Vmax von 60 auf 80 (Also 33% schneller!) macht auf der Gesamtstrecke bei überall haltenden RB nur 5-6 Minuten aus - auf Teilstrecken wie Westerburg - Altenkirchen wären es wohl 2 oder 3! Blödsinnige Investition ohne die Wiedereinführung eines "Eilzuges"! Außerdem sollten sich die tollen "Aufgabenträger" mal einig werden...und zwar bald, sonst sind die letzten Kunden auch vergrault.

Aber die grundsätzliche Idee, einen takt- und tarifunabhängigen Konkurrenzzug auf die Gleise zu stellen, gefällt mir ausgesprochen gut, und trotz aller Kritik wünsche ich dem Zug dennoch Erfolg. An einem einzigen Taktaussetzer - wenn es denn so kommt - wird wohl kaum die Moselregion kaputt gehen...

Und die pauschale Lobhudelei eines starren Taktes kann ich auch nur bedingt unterschreiben. Mag sein, daß es hier paßt, wo anders führt der RLP-Takt zu massiven Fahrgastverlusten, weil man garantiert stündlich seinen Minusanschluß verpaßt, oder Zeit durch ewig lange Kreuzungen verplempert.

Leider muß ich schon wieder auf die britischen Bahnen verweisen, die bieten auf vielen Strecken einen gemischten Fahrplan an, bei dem ein erkennbarer Takt nur das Rumpfangebot darstellt, aber bedarfsgerecht Halte bedient, ausgelassen etc. werden. Hierbei verfließen die Grenzen zwischen Fern- und Nahverkehr sowohl bei Fahrplan, Fahrzeugeinsatz und Fahrscheinen auch gelegentlich. So ist es aber heute noch möglich, bei einem attraktiven Fahrplanangebot die Wahl zu haben. So fahren z.B. die HST-Intercities von London morgens Richtung englische Riviera mal als "Express" oder als "Bäderzug", der ab Bristol die ganzen kleinen Käffer bedient, bis dahin aber mächtig Gas gibt. So hat man die Wahl zwischen schnellen Städteverbindungen und Direktzug aus der Metropole an den Strand. Und sogar zwischen den kleinen Orten darf der HST benutzt werden. Nachmittags gilt dann ein entsprechendes Angebot der Gegenrichtung. Ist für die Reisenden auch leicht erkennbar, da am Bahnsteig und am Zug alle Halte angegeben werden, und die Reisenden in großen Stationen erst kurz vor Abfahrt zu den Bahnsteigen geleitet werden. Ergänzend gibt es diese "Open Access Operators" auf zahlreichen Strecken, welche auch gern nicht vom Standardangebot gefahrene Direktverbindungen bedienen, und die Reisenden finden es keineswegs schlecht, die Wahl zwischen dem Standardtarif von National Rail oder dem Tarif des Privaten Anbieters zu haben...

Ein starrer Takt, wie wir ihn hier bei uns haben ist, eben immer "toll" oder immer "großer Mist". Dazwischen gibt es keine Abstufungen.
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
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