Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

eddi2
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Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon eddi2 » Sa 12. Sep 2015, 10:20


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norman.friedrichsen
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen LINK mit Fotos

Beitragvon norman.friedrichsen » Sa 12. Sep 2015, 10:38


MONZINGEN. Tragischer Unfall heute Morgen um kurz nach 6 Uhr. Bei einem Verkehrsunfall mit einem Zug starben fünf Autoinsassen.

Der 21-Jährige Fahrer und seine vier männliche Insassen alle aus der Region Meisenheim und Kirn (16, 19, 21) wurden in ihrem Opel-Astra auf dem Bahnübergang an der B41 von einem Vlexx-Zug erfasst.

Das Auto wurde in zwei Teile gerissen. Alle Insassen waren sofort tot. Der Zug kam nach circa 400 Meter zum Stehen. Der Zugführer erlitt einen Schock und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Zuginsassen wurden mit einem Bus zum nächsten Bahnhof gebracht.

Die Ursache ist noch unklar. Angeblich sollten die Halbschranken geschlossen gewesen sein. Dies wird noch am heutigen Vormittag überprüft.

Die Zugstrecke Frankfurt – Saarbrücken bleibt noch mehrere Stunden in beiden Richtungen gesperrt.



Quelle: LINK

Dem Kollegen der Vlexx alles gute, das er diesen Unfall schnell verarbeitet

Horst Heinrich
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon Horst Heinrich » Sa 12. Sep 2015, 11:33

Sieben Tote in nur drei Jahren an diesem Bahnübergang, es läuft einem kalt den Rücken herunter.
viewtopic.php?f=24&t=38785&p=165031&hilit=monzingen#p165031

Die Straßenverkehrssituation hier am Kaisergarten (K 97) ist sehr unübersichtlich und überfordert die Verkehrsteilnehmer regelmäßig, das mußte ich am Montag wieder erleben, als ich hier vorbei fuhr und auch noch die Ampel auf der B 41 ausgefallen war.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon eddi2 » Sa 12. Sep 2015, 16:19

Die Berichterstattung des SWR zum Thema:

http://www.swr.de/swr1/rp/nachrichten/r ... index.html

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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon Horst Heinrich » Sa 12. Sep 2015, 18:10

saarepi hat geschrieben:Und an die 130 Km/h des Zuges glaube ich auch nicht!


Die Strecken-Hg an dieser Stelle ist in der Tat 120 km/h und die wird von RE's, die nicht in Monzingen und Martinstein halten, auch gefahren. Wenn der Unglückszug ein RE war, sind die 130 km/h schon realistisch...

Es gibt BÜ's an der Nahestrecke, da hat seit Abbau der wärterbedienten Vollschranken und dem Einbau der zuggesteuerten Halbschranken -und das ist in Monzingen schon mehr als 30 Jahre her- jeder Tf schon immer ein ungutes Gefühl beim Befahren. Der BÜ in Monzingen gehört wegen seiner spezifischen Eigenheiten dazu.
Ich persönlich habe allerdings in all den Jahren noch nie erlebt, daß die Schrankenanlage nicht funktioniert hat, was ja von einigen Kommentatoren der sozialen Netzwerke auch behauptet wird.
Wohl aber ist das Umfahren der Halbschranken zu einer immer mehr um sich greifenden Unsitte geworden, auch an der Nahe und auch in Monzingen.
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon eddi2 » So 13. Sep 2015, 10:54

Hallo zusammen,

ich wäre da mit der Einschätzung etwas vorsichtiger.
In den "social medias" tauchen die ersten Meldungen auf, das der BÜ wohl nicht immer einwandfrei funktionierte:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... =1&theater

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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon Pablo » So 13. Sep 2015, 11:37

Horst Heinrich hat geschrieben:Die Strecken-Hg an dieser Stelle ist in der Tat 120 km/h

Das ist nicht korrekt. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit liegt dort bei 160 km/h.
Das Fahrzeug (Lint) hat eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h.
IG Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald

www.ig-nationalparkbahn.de

Horst Heinrich
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon Horst Heinrich » So 13. Sep 2015, 12:24

Gerade hat mich ein Bekannter aus Meddersheim angerufen und mir berichtet, daß eine junge Journalistin aus Hamburg im Auftrag eines Privatsenders Leute aus Monzingen und Umgebung kontaktiert, um nächste Woche eine Reportage über diesen BÜ zu drehen.
Was wird da wieder bei herauskommen?

Auch er, der mehrmals in der Woche hier entlang fährt, hat übrigens noch keine Zugfahrt bei geöffneter Schranke erlebt.

Natürlich kann so etwas passieren, zumal die heutigen zuggesteuerten BÜ's nicht mehr durch Hauptsignale gedeckt sind, oft sind sie ja nicht einmal fernüberwacht (Fü), sondern werden nur durch ein Überwachungssignal (ÜS) vom Tf selbst überwacht.
Soweit ich mich erinnere ist der Monzinger Bahnübergang ein ÜS-BÜ, weder der Fdl in Sobernheim noch der in Kirn haben im Störungsfall eine Einwirkmöglichkeit. Ich persönlich halte nichts von einer solchen Lösung, zumal bei einem so unübersichtlichen Verkehrsgeschehen wie vor Ort.
Auch ist die Frage, wie viel Aufgaben man dem Tf noch aufladen kann, ohne seine Kernaufgabe, die sichere Steuerung des Triebfahrzeuges, zu gefährden.
Aber das ist ein anderes Thema.
Andererseits ist die Zugdichte (ca. 4 Züge pro Stunde) auf der Nahestrecke insgesamt als gering anzusehen und was man auch klar sagen muß:
Die Umstellung von wärterbedienten Vollschranken auf ÜS- und Fü-Anlagen passierte auch in Monzingen wie landauf und landab aus Kostengründen und mit der Absicht, die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen.
Das sind ja alles Forderungen der Gesellschaft und nicht der Bahn oder von Eisenbahnern.

Es sind übrigens dieselben Journalisten, die nun eine größere Sicherheit reklamieren und andernorts den traditionellen Schrankenwärter als anachronistisches Überbleibsel aus der Kaiserzeit anprangern.

Übrigens:
Natürlich hat Pablo mit der Hg Recht, ich habe mich im Streckenabschnitt vertan.
Aber auch das ist sicher eine Diskussion wert: Welchen Preis sind wir bereit, für immer höhere Reisegeschwindigkeiten zu zahlen und ist es wirklich ein Gewinn, wenn ein RE die Strecke Bad Kreuznach - Kirn in 29 Minuten schafft, eine RB aber zehn Minuten mehr benötigt?
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon TroubadixRhenus » So 13. Sep 2015, 14:48

Horst Heinrich hat geschrieben:Gerade hat mich ein Bekannter aus Meddersheim angerufen und mir berichtet, daß eine junge Journalistin aus Hamburg im Auftrag eines Privatsenders Leute aus Monzingen und Umgebung kontaktiert, um nächste Woche eine Reportage über diesen BÜ zu drehen.
Was wird da wieder bei herauskommen?

Auch er, der mehrmals in der Woche hier entlang fährt, hat übrigens noch keine Zugfahrt bei geöffneter Schranke erlebt.

Natürlich kann so etwas passieren, zumal die heutigen zuggesteuerten BÜ's nicht mehr durch Hauptsignale gedeckt sind, oft sind sie ja nicht einmal fernüberwacht (Fü), sondern werden nur durch ein Überwachungssignal (ÜS) vom Tf selbst überwacht.
Soweit ich mich erinnere ist der Monzinger Bahnübergang ein ÜS-BÜ, weder der Fdl in Sobernheim noch der in Kirn haben im Störungsfall eine Einwirkmöglichkeit. Ich persönlich halte nichts von einer solchen Lösung, zumal bei einem so unübersichtlichen Verkehrsgeschehen wie vor Ort.
Auch ist die Frage, wie viel Aufgaben man dem Tf noch aufladen kann, ohne seine Kernaufgabe, die sichere Steuerung des Triebfahrzeuges, zu gefährden.
Aber das ist ein anderes Thema.


Eigentlich sind BÜ's mit Überwachersignalen (Lo-Anlagen) als sicherer einzustufen als Fü-Anlagen, denn wenn der BÜ gestört ist, bekommt der Tf am Überwacher BÜ0 angezeigt UND muss die Wachsamkeitstaste drücken (aktiver 1000Hz-Magnet) und hängt dann auch in der Geschwindigkeitsüberwachungskurve der PZB. BÜ0 bedeutet dann: "Halt vor BÜ, Weiterfahrt wenn BÜ gesichert!". Betätigt der Tf keine Wachsamkeitstaste oder fährt mit unverminderter Geschwindigkeit weiter, dann gibt es eine Zwangsbremsung. Bei so einer Anlage wäre also ein Zusammenstoß mit 130km/h nicht möglich gewesen, sollte die Anlage komplett ausgefallen sein. Allerdings wird ggf. trotz einer festhängenden Schranke meines Wissens (je nach Anlage?) dem ersten Lokführer noch keine Störung über BÜ0 angezeigt. Erst wenn die Schranke zum 2. mal hängen bleibt, gibt es BÜ0. Das ist aber nur der Fall, wenn ein einzelner Schrankenbaum ausfällt. Die Lichtzeichenanlage muss dagegen auf allen Rot-Hauptfäden leuchten, ansonsten gibt es auch BÜ0.

Bei einer Fü-Anlage ohne Deckungssignal bekommt der Tf von der Störung erstmal nichts mit. Die Störung läuft beim Fdl auf, der dann den Tf informieren muss, und bis dahin... :cry:
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » So 13. Sep 2015, 17:17

Aus Sicht des Tf gesprochen: Meiner Einschätzung nach ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Anlage komplett versagt hat. Entweder ist der BÜ zugüberwacht, also wie der Kollege es geschrieben hat mit dem BÜ 0 und 1 Signal oder er ist fernüberwacht durch den Fdl. Letzteres ist in fraglichem Fall wohl gegeben. Sollte es im Stellwerk zu einer Störungsmeldung des BÜ kommen, müssten die Signale sofort auf Halt fallen und der Fdl würde sofort einen Nothaltauftrag für alle Züge im fraglichen Abschnitt durchgeben. Das alles scheint aber nicht der Fall zu sein, zumindest ist dies nicht bekannt geworden und das wäre es, wenn der Fdl einen Nothalt per Funk erteilt hätte.

Die diversen Radiointerviews waren reichlich dämlich geschnitten - angeblich gäbe es dort ständig Probleme. Ich fahre die Strecke ja auch recht oft und hatte noch nie eine Störung an diesem BÜ. Ohne den Ermittlungen vorgreifen zu wollen - auch angesichts vom Alter der Insassen des Pkw - würde ich eher auf eine Mutprobe tippen.

Mir selbst ist es erst vor ein paar Wochen nochmals im Ruhrgebiet passiert: Ich kam mit einem schweren Güterzug auf einen BÜ zu, als plötzlich ein dunkler Kombi die Halbschranken umfahren hat und wenige Meter vor mir den BÜ räumte.
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Dieselpower
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon Dieselpower » So 13. Sep 2015, 18:12

Ist doch genau wie mit den regelmäßigen 15.000-V-Grillparties....ständig wird über die Gefahr berichtet, und kollektives Bedauern zelebriert, und was nützt es? Die nächste unreife, humanoide Minimalkonfiguration riskiert schon morgen wieder ihr Leben für das nächste schwachsinnige "Selfie" oder den nächsten überflüssigen Nervenkitzel (Auch für andere Beteiligte, Ihr Schwachmaten! Denkt mal auch über andere als Euch nach! :evil: ). Auch ich hatte kürzlich wieder so ein Aha-Erlebnis am Bü "Schneidmühle" bei Hachenburg, wo die Straße die in einem engen Bogen verlaufende Strecke im Scheitelpunkt einer S-Kurve kreuzt, das ganze sichtbehindert durch Hang und Wald! Der halbstarke Vollpfosten mit seinem giftgrünen Roller konnte mich gar nicht sehen, als er kühn und ungebremst die rot-weiße Schikane nahm. Zwei Sekunden früher, und sein Plastikmofa wäre an meiner Schaku zerschellt....schade, daß die blöden Versicherungskennzeichen so winzig, und diese sch.... Roller so oft frisiert und viel zu schnell sind.....und das mit dem PKW im Ruhrgebiet hatte ich auch schon, scheint da auch Volkssport zu sein, bei mir war es in OB-Sterkrade mit einer Class66 und einem 600-m-Zug bei Tempo 100!


Und was Bü-Sicherungen anbelangt, auch mir sind Lo-Anlagen und hauptsignalgesicherte Überwege am liebsten...Da weiß man sofort, was los ist...bei VMZ 160 km/h müssen die Bü-Signale aber schon in einem ordentlichen Abstand stehen.
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
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Re: Schwerer BÜ-Unfall in Monzingen

Beitragvon Horst Heinrich » So 13. Sep 2015, 19:59

Dieselpower hat geschrieben:Ist doch genau wie mit den regelmäßigen 15.000-V-Grillparties....ständig wird über die Gefahr berichtet, und kollektives Bedauern zelebriert, und was nützt es? Die nächste unreife, humanoide Minimalkonfiguration riskiert schon morgen wieder ihr Leben für das nächste schwachsinnige "Selfie" oder den nächsten überflüssigen Nervenkitzel (Auch für andere Beteiligte, Ihr Schwachmaten! Denkt mal auch über andere als Euch nach! :evil: ). Auch ich hatte kürzlich wieder so ein Aha-Erlebnis am Bü "Schneidmühle" bei Hachenburg, wo die Straße die in einem engen Bogen verlaufende Strecke im Scheitelpunkt einer S-Kurve kreuzt, das ganze sichtbehindert durch Hang und Wald! Der halbstarke Vollpfosten mit seinem giftgrünen Roller konnte mich gar nicht sehen, als er kühn und ungebremst die rot-weiße Schikane nahm. Zwei Sekunden früher, und sein Plastikmofa wäre an meiner Schaku zerschellt....schade, daß die blöden Versicherungskennzeichen so winzig, und diese sch.... Roller so oft frisiert und viel zu schnell sind.....und das mit dem PKW im Ruhrgebiet hatte ich auch schon, scheint da auch Volkssport zu sein, bei mir war es in OB-Sterkrade mit einer Class66 und einem 600-m-Zug bei Tempo 100!


Und was Bü-Sicherungen anbelangt, auch mir sind Lo-Anlagen und hauptsignalgesicherte Überwege am liebsten...Da weiß man sofort, was los ist...bei VMZ 160 km/h müssen die Bü-Signale aber schon in einem ordentlichen Abstand stehen.


Ich gebe Dir grundsätzlich recht, Marko, aber man muß -wie immer in solchen Fällen- den Einzelfall betrachten.

Wie ich heute Nachmittag von Bekannten aus der Unglückregion erfahren habe, sind die Opfer bisher nicht als waghalsige Schwachmaten in Erscheinung getreten, zumindest die beiden Älteren waren sehr besonnene junge Menschen, die mit beiden Beinen im Leben gestanden und auch Verantwortung für andere getragen haben und die vielleicht einfach nur mit den falschen Leuten zur falschen Zeit im Auto gesessen haben.
Wenn ich an meine ersten Pkw- und Motorradjahre denke, dann müßte ich täglich vor Gott auf die Knie fallen, um ihm zu danken, daß mein Leichtsinn folgenlos geblieben ist.
Die Jahre zwischen 18 und 22 hätten locker gereicht für zwei Mal 18 Punkte in Flensburg und -wenn ich an die Fahrzeugbasteleien und den damaligen Alkoholkonsum denke- auch für ein paar fette Geld- oder sogar Freiheitsstrafen.

Keiner hat verdient, daß er seinen Leichtsinn mit dem Leben bezahlt.

Die amtlichen Untersuchungen werden jetzt -hoffentlich- zutage fördern, was passiert ist.
Dabei sind die bahntechnischen Systeme unbestechlicher -gerade auch in ihren Aufzeichnungen- als die Erhellung sogenannten menschlichen Versagens, wo man oft nur noch auf Zeugenaussagen angewiesen ist.
Ich denke mit Grauen an die nächste Woche, wo auf fünf Friedhöfen der Region um Monzingen, Merxheim und Meddersheim die Totenglocken läuten und fünf Familien ihre Angehörigen im ersten Fünftel ihres Lebens für immer hergeben müssen.
Das ist bislang ohne Beispiel, ich kann mich nicht erinnern, daß es einen solchen Bahnunfall im Umkreis von 200 Kilometern in den letzten 50 Jahren schon einmal gegeben hat.

Auf jeden Fall bin ich -normalerweise hart gesotten im Einstecken- äußerst betroffen.
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