Glantalbahn Teil 5: Zwischen Altenglan und Homburg (1977-84. 7B+4Sc)

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Günter T
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Glantalbahn Teil 5: Zwischen Altenglan und Homburg (1977-84. 7B+4Sc)

Beitragvon Günter T » Mo 20. Mär 2017, 18:38

Hallo Freunde der Glantalbahn,

zunächst ein Hinweis auf meine vier bislang neu bearbeiteten und angereicherten Bildbeiträge, die bei DSO zur Verfügung stehen:

Glantalbahn Teil 1: Staudernheim - Odernheim
http://www.drehscheibe-online.de/foren/ ... sg-7620047

Glantalbahn Teil 2: Zwischen Odernheim und Lauterecken-Grumbach
http://www.drehscheibe-online.de/foren/ ... 17,7983770

Glantalbahn Teil 3: Lauterecken-Grumbach
http://www.drehscheibe-online.de/foren/ ... sg-7986846

Glantalbahn Teil 4: Lauterecken-Grumbach - Altenglan
http://www.drehscheibe-online.de/foren/ ... sg-7995524


Heute reiche ich ein paar wenige Bilder des Abschnitts von Altenglan Richtung Homburg (Saar) nach.




Scan 1:
Hier ein Blick auf die Kursbuchkarte 1977.

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Scan 2:
Dann noch ein Ausschnitt aus einer DB-Direktionskarte des Jahres 1978.

Bild

Der Abschnitt von Altenglan bis Glan-Münchweiler wurde am 22.09.1868, Glan-Münchweiler bis Homburg (Saar) Hbf am 01.05.1904 eröffnet.





Scan 3 und 4:
Im Winter 1937/38 sah der Fahrplan – insbesondere auf dem Abschnitt Homburg – Glan Münchweiler – noch recht ausgewogen aus:

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Bild 5:
Am 30. Juli 1984 standen 815 681, 515 536 und ein weiterer 515 um 11.03 Uhr als 5952 (Landstuhl 10.29 – Kusel 11.15) in Theisbergstegen.

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Heute sieht es in Theisbergstegen so aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Glantalba ... stegen.JPG





Bild 6:
Eine herrliche Komposition der Infrastruktur am südlichen Einfahrtssignal von Theisbergstegen (km 51,744) am 7.7.1977; beachtet auch den Lichtleitkasten am Vorsignal.

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Bild 7:
Südlich Theisbergstegen (östlich Godelhausen bei km 27,7) gelang am 30. Juli 1984 kurz vor 12 Uhr dieses Bild des aus 815 861 sowie 515 536 bestehenden 5961 (Kusel 11.35 – Landstuhl 12.19), der die Rückleistung aus Bild 5 war.
Im Hintergrund ist auf dem Remigiusberg die Michelsburg zu erkennen. Das zweite Gleis wurde vier Jahre später stillgelegt.

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Bild 8:
Am 30. Juli 1984 um 12.46 Uhr in Glan-Münchweiler, wo sich die eingleisige Nebenbahn aus Landstuhl einfädelt: 815 621 und ein unbekannter 515 an der Spitze fahren als 8771 (Landstuhl 12.27 – Staudernheim 14.00) in den noch gut genutzten Trennungsbahnhof ein.

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Bild 9:
Wir befinden uns jetzt an dem am 3. Juni 1984 für den Gesamtverkehr stillgelegten Abschnitt von Glan-Münchweiler nach Schönenberg-Kübelberg. Am 30. Juli 1984 liegen noch die Gleise in dem erst 1961 eingerichteten Haltepunkt Elschbach Ort. Errichtet wurde die Station damals auf dem frei gewordenen Planum des 2. Gleises der früheren Hauptbahn. Nach der Abfahrt des 8777 nach Kusel am 28. Mai 1976 (planmäßig um 15.32) wurde dieser Haltepunkt für immer geschlossen.
Hinter der Brücke über den Glan sieht man das südliche Portal des 150 Meter langen Tunnels.

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Bild 10:
Am gleichen Tage machte ich auch diese Aufnahme vom gerade angesprochenen Viadukt über den Glan; der Tunnel beginnt gleich rechts davon.

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Bild 11:
Zum Schluss für heute ein relativ seltenes Foto von den sogenannten Alibi-Zügen auf dem Abschnitt Glan-Münchweiler – Homburg. Ich konnte am 7. Juli 1977 den 8776 (Mainz Hbf 12.18 – Bad Kreuznach – Staudernheim – Homburg – Zweibrücken 14.59) von der Straßenbrücke der L 356 zwischen Schönenberg-Kübelberg und Miesau ablichten, als er - von einer 212 geschoben - mit Steuerwagen voraus den hinten schwach erkennbaren Haltepunkt "Elschbach Bf" verlassen hatte. In Elschbach Bf fuhr am 30. Mai 1980 planmäßig um 20.26 Uhr mit dem 8794 (nach Homburg) letztmalig ein regulärer Reisezug in dieser Station ab.

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Nachdem auch zwischen Schönenberg-Kübelberg und Elschbach 1984 die Gleise entfernt und dann ein Rad- und Wanderweg errichtet wurde, baute man aufwändig eine neue Überführung der Landesstraße 356. Und das sähe aus Sicht des damaligen Triebfahrzeugführers im Steuerwagen heute so aus:


https://de.wikipedia.org/wiki/Glantalba ... chbach.JPG



Ich habe mich im Südabschnitt der Glantalbahn leider nicht von meiner engagiertesten Seite gezeigt. Der Zugverkehr in den letzten Betriebsjahren war ja auch sehr unattraktiv (Alibizüge).


Hier noch eine kurze Chronologie des Niedergangs des hier gezeigten Streckenabschnittes:


> 1945 Demontage des zweiten Gleis von Jägersburg bis Homburg

> ab 02.05.1955: Jägersburg - Homburg nur noch Nebenbahn

> 16.08.1960 Abbau des zweiten Gleises Schönenberg-Kübelberg – Jägersburg

> 30.05.1981 Einstellung des Reisezugverkehrs Glan-Münchweiler - Homburg Hbf
und auch des Güterzugverkehrs Glan-Münchweiler - Schönenberg-Kübelberg

> 03.06.1984 Stilllegung Gesamtbetrieb Glan-Münchweiler - Schönenberg-Kübelberg

> 1984 Gleisabbau Elschbach Bf - Hp Sand

> 29.09.1985 Odernheim - Glan-Münchweiler Hauptbahn > Nebenbahn

> 1986 Gleisabbau Hp Sand - Schönenberg-Kübelberg

> 5/7.1987 Gleisabbau Glan-Münchweiler – Elschbach Bf

> 04.07.1988 Stilllegung zweites Gleis Altenglan - Glan-Münchweiler und Abbau vom 28.03. bis 19.04.1989

> 30.06.1989 Stilllegung Schönenberg-Kübelberg - Anschl Waldmohr (km 6,7), Abbau beginnend am 22.07.1991

> 27.02.1995 faktische Stilllegung Anschl Waldmohr - Homburg Hbf, offiziell am 15.07.1996


Damit ist dieser südliche Streckenabschnitt von Homburg bis Glan-Münchweiler komplett stillgelegt; Gleise liegen aber noch zwischen Homburg und Anst Waldmohr.



Den sechsten und letzten Teil meines Berichtes über die Glantalbahn widme ich dem schon in den 1960er Jahren stillgelegten Nordabschnitt von Odernheim nach Bad Münster am Stein.


Es grüßt Euch
Günter
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Bad Camberger
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Re: Glantalbahn Teil 5: Zwischen Altenglan und Homburg (1977-84. 7B+4Sc)

Beitragvon Bad Camberger » Di 21. Mär 2017, 17:20

Danke Günter für die sensationelle Aufarbeitung der eisenbahntechnischen Vergangenheit. Meine Freundin kommt ursprünglich aus dieser Region, weshalb die Strecke auch für mich interessant geworden ist. :)

Beste Grüße

Bad Camberger

hochwald
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Re: Glantalbahn Teil 5: Zwischen Altenglan und Homburg (1977-84. 7B+4Sc)

Beitragvon hochwald » Mi 22. Mär 2017, 09:17

Bilder 8,9,10 sind einfach wieder ästhetisch betrachtet einmalig. Die Plastizität ist unerreicht, man kann das Auge darüber schweifen lassen und entdeckt immer wieder etwas, das sind für mich wirklich Vorlagen und alleine die Brücken an diesen alten Strecken sind Meisterwerke, so sie nach dem WK II wieder orginalgetreu aufgebaut wurden.

Sagt was ist das da für ein interessanter Lichtaufsatz auf dem Vorsignal, ein Art Lichtverstärker oder Optik da das Signal ungünstig stand?

Merci fürs Zeigen!

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Klaus aus FG
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Re: Glantalbahn Teil 5: Zwischen Altenglan und Homburg (1977-84. 7B+4Sc)

Beitragvon Klaus aus FG » Mi 22. Mär 2017, 15:49

hochwald hat geschrieben:
Sagt was ist das da für ein interessanter Lichtaufsatz auf dem Vorsignal, ein Art Lichtverstärker oder Optik da das Signal ungünstig stand?

Merci fürs Zeigen!


Das ist ein Spiegelkasten. Normalerweise haben bei einem Vorsignal beide Optiken ihr eigenes Gaslicht. Das abgebildete Signal hat nur eine Gasversorgung an der unteren Optik und durch den Kasten wird das Licht zur oberen Optik gespiegelt.
Wobei ich mich jetzt aber folgendes frage: Der Spiegelkasten sitzt vor den Optiken, d.h. von unten nach oben wird nicht weißes Licht übertragen sondern die Farbe, die auch unten gezeigt wird. Damit wäre dann nur Vr0 und Vr1 möglich aber kein Vr2 (oder wie es ein mir bekannter Lokführer mal nannte "Erbsen und Möhrchen").

hochwald
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Re: Glantalbahn Teil 5: Zwischen Altenglan und Homburg (1977-84. 7B+4Sc)

Beitragvon hochwald » Do 23. Mär 2017, 09:11

"Erbsen und Möhren" das ist ja Klasse ..., Danke für die Erklärung, ja Vr2 war eventuell gar nicht mehr relevant ...

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Günter T
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Re: Glantalbahn Teil 5: Zwischen Altenglan und Homburg (1977-84. 7B+4Sc)

Beitragvon Günter T » Do 23. Mär 2017, 17:27

Hallo,

hier noch eine sehr interessante Beschreibung des Lichtlenkkastens bei DSO:
http://www.drehscheibe-online.de/foren/ ... sg-7473088

Es grüßt Euch
Günter
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