Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

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Günter T
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Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon Günter T » Mo 6. Jul 2015, 12:43

Hallo,

die Baureihe 215 interessierte mich zu Beginn der 1970er Jahren recht wenig, da sie ja bekanntlich die Dampflokomotiven der DB ablösen helfen sollte. So entstanden eigentlich nur wenige Gelegenheitsbilder, die ich hier – zeitlich geordnet – zeigen werde. Erst im Sommer 1985 widmeten Andreas und ich uns diesen Maschinen und dokumentierten beispielsweise die Einsätze des Bw Ulm (Folgen 2 und 3).
Einige Bilder hatte ich vor etlichen Jahren schon einmal gezeigt. Alle Dias dieser Reihe wurden aber jetzt neu digitalisiert und erscheinen in höherer Auflösung.




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Bild 1:
Am 25. Oktober 1970 – einem trüben Herbsttag – waren KHR und ich in Frankfurt am Main unterwegs und durften nach Vorlage eines alten Pfiff-Klub-Ausweises (!) u. a. das Bw 2 besichtigen. Ziemlich versteckt stand da die erst ein halbes Jahr alte Limburger 215 094 zwischen Wagen und Gestrüpp. Weil der uns begleitende Bahnbeamte die Maschine auch von innen präsentieren wollte, machte ich zuvor noch draußen ein Sichtungsbild.




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Bild 2:
Der Führerstand 1 der 215 094 wirkte geordnet bzw. übersichtlich.




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Bild 3:
Die Ulmer 215 072 war am 6. April 1971 erst 5 Monate alt, als sie am Morgen in Aschaffenburg ankam. Man fuhr damals im Durchlauf über Aalen - Lauda - Miltenberg nach Aschaffenburg .




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Bild 4:
215 145 verließ am Morgen des 25. Juli 1978 ihre Schlafstätte im Aschaffenburger Ringlokschuppen.





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Bild 5:
Einen Augenblick später zeigte sie mir auf der Drehscheibe noch ihre reizvolle Seite.




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Bild 6:
Am Nachmittag des 25. Juli 1978 war die Aschaffenburger 215 139 mit ihrem 7813 (Schweinfurt 13.26 – Kitzingen-Etwashausen 14.47) im Zielbahnhof eingetroffen. Der 7813 war damals der letzte verbliebene Reisezug, der die Strecke zwischen Gerolzhofen und dem Streckenende in Etwashausen befuhr („Alibizug“).

Das traurige Schicksal der sog. Steigerwaldbahn soll der folgende Kartenausschnitt verdeutlichen:


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Wie an vielen anderen Stellen hatte die deutsche Wehrmacht gegen Ende des Zweiten Weltkrieges vermeintlich strategisch bedeutende Brücken gesprengt und so auch in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1945 die Kitzinger Mainbrücke auf ewig unbrauchbar gemacht. Seither waren einige Stunden nötig, um auf dem Schienenweg von Kitzingen in den nur reichlich 2 Kilometer entfernt liegenden Vorort Etwashausen zu gelangen.

Wegen dieser interessanten Betriebssituation füge ich noch zwei weitere Bilder des 7818 am 25. Juli 1978 in Kitzingen-Etwashausen bei, der die Reihung
MDyg + Byg + Bye aufwies.


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Bild 7




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Bild 8





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Bild 9:
Anlässlich eines kurzen Aufenthaltes in Siegen am 5. Mai 1979 kam mir die 215 121 (Bw Köln-Nippes) vor die Kamera, als sie mit dem E 3326 (Berleburg 13.31 – 14.53 Siegen 15.06 – Köln Hbf 16.40) rangierte.




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Bild 10:
Wenige Minuten später war sie bereit, den Eilzug über die damals kurz vor der Elektrifizierung stehende Siegstrecke zu führen.




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Bild 11:
Ich verließ den E 3326 in Troisdorf, um auf der rechten Rheinstrecke weiter zu fahren. Dabei begegnete ich der 215 128 (Bw Köln-Nippes) mit dem 6519 (Köln Hbf 16.22 – Au 17.47) am Haken.




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Bild 12:
Mein Tramper-Monats-Ticket bescherte mit vier Tage später (am 9. Mai 1979) weitere Treffen mit 215ern, die in Ulm beheimatet waren. Hier die 215 030 im Bahnbetriebswerk Kempten.




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Bild 13:
Die Ulmer 215 072 steht am 25. Februar 1980 mit ihrem 7915 (Heidelberg Hbf 9.22 – Heilbronn Hbf 10.58) im Bahnhof Neckargemünd.




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Bild 14:
In Köln-Deutz traf ich am 24. September 1981 die 215 129 aus dem Bw Köln-Nippes an.





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Bild 15:
Einträchtig nebeneinander: 110 133 (Bw Dortmund Bbf) und 215 118 (Bw Köln-Nippes) am 24. September 1981 im Bahnhof Köln-Deutz.




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Bild 16:
Nochmal Köln-Deutz am 24. September 1981: 215 037 vom Bw Trier kommt mit dem Park für den E 3619 (Köln-Deutz 16.00 – Jünkerath 17.50) vom Abstellbahnhof herauf.




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Bild 17:
215 121 (Bw Köln-Nippes) fährt am 24. September 1981 mit ihrem 6430 (Brügge (W) 15.43 – Dieringhausen – Köln Hbf 17.33 – Jünkerath 19.36) in den Kölner Hauptbahnhof ein.




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Bild 18:
Zum Schluss für heute die Aschaffenburger 215 150 am 14. Juli 1983 in Schnabelwaid.



In einem Teil 2 werde ich von einer Tour im Jahr 1985 mit Andreas in das Land der Ulmer 215er berichten, die teilweise auch mit den „Allgäu-Zollern-Bahn“ beschrifteten vierachsigen Umbauwagen umherfuhren:
viewtopic.php?f=32&t=49457

Link zu Teil 3:
viewtopic.php?f=32&t=49539



Bis dahin grüßt Euch
Günter

edit: am 16.09.2018 verlorene Bilder neu eingepflegt
Zuletzt geändert von Günter T am So 16. Sep 2018, 23:38, insgesamt 2-mal geändert.
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jojo54
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon jojo54 » Mo 6. Jul 2015, 13:20

Sehr schöne Aufnahmen !!!
Vielen Dank für die Veröffentlichung.

MfG
jojo54

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Dieselpower
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon Dieselpower » Mo 6. Jul 2015, 13:40

Man beachte die Zuglänge des 3619 nach Jünkerath...
Sicherlich würden die meisten LINTgeplagten Reisenden gerne noch einmal mit so einem altmodischen Zug fahren - kann man aber vergessen, denn mit Muskelkraft zu öffnende Türen - tja, der eine oder andere bekäme das noch hin, aber die Türen diszipliniert hinter sich wieder zu zu machen, wie heute noch beim britischen HST üblich ("slam doors"), das dürfte Anno 2015 außerhalb der Möglichkeiten liegen.
Doch auch der Zuglauf Brügge - Jünkerath ist einen Moment des Nachdenkens wert....

Aber auch...ach eigentlich alle Bilder sind bemerkenswert, technisch, motivlich...man beachte mal das nigelnagelneue Fahrpult der Großdiesellok. Und einen Ausweis, sowie eine Anstecknadel hatte ich auch mal, der Club hieß damals aber schon "DB Junior Club", nur die Clubzeitung hieß noch "DB mit Pfiff"!

Über die Weichenverbindung in Bild 9 werde ich in gut 5 Stunden auch fahren, leider nicht mit einer echten Eisenbahn... :cry:

Danke Günter für die wie immer erstklassigen Erinnerungen!
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
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"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon Holger Schäfer » Mo 6. Jul 2015, 19:56

Hallo Günther,

danke für die Bilderserie dieser zeitlos formschönen Loks (gilt natürlich für alle "V160").

Die 215 ist erst spät in mein Bewußtsein gedrungen, bin ich doch mit der 216 aufgewachsen. Ihre "Karriere" in Lahntal und Westerwald stand am Ende ihres Lebenslaufs.
Gruß aus dem Lahntal

Holger

hochwald
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon hochwald » Mo 20. Jul 2015, 12:08

Saustark das letzte Bild, ich denke jeder der auf dem Bock saß/sitzt würde sich so ein Bildchen vom Arbeitsplatz wünschen, einfach wieder Genuß pur für die Augen.

jojo54
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon jojo54 » Sa 15. Sep 2018, 15:34

Zu der im Beitrag beschriebenen und abgebildeten Steigerwaldbahn ist anzumerken, dass diese wohl endgültig vor dem "AUS" steht und die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) die von ihr gepachtete Bahnstrecke leider auch nicht retten konnte.

Informationen aus der Main Post.

https://www.mainpost.de/regional/schwei ... 9,10052225

MfG
jojo54

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Dieselpower
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon Dieselpower » Sa 15. Sep 2018, 17:51

Ich habe auch noch eine Besonderheit entdeckt...
215 030 ist eine von drei elektrisch heizenden 215, die drei Schwestern 030-032 waren mit einem Heizgenerator ausgestattet, während die anderen - auf dem einen oder anderen Bild erkennbar - mit Dampf heizten. Bei genauem Hinsehen kann man das Kabel der Zugsammelschiene erkennen.
Diese Besonderheit prädestinierte sie immer für besondere Zugleistungen, egal ob internationale D-Züge westlich von Krefeld, Pilgerzüge im Lahntal oder sonstiges.

Die drei waren sozusagen die Vorläufer der 218.0
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 1 (1970-83, 18B)

Beitragvon KoLü Ksf » So 16. Sep 2018, 19:33

Hallo Günter,

irgendwie muss mir dein damaliger Beitrag durch die Lappen gegangen sein. Faszinierend deine Bilder speziell aus Aschaffenburg und Kitzingen-Etwashausen.

Vor allem die 215 vor dem alten Schuppen 1, der dem Straßenbau geopfert wurde.

Herzliche Grüße


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