Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Historisches ausserhalb der Region
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Günter T
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Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Günter T »

Hallo,

nun der letzte Teil meiner 215er-Trilogie. Einige Bilder hatte ich vor etwa 10 Jahren schon einmal gezeigt. Aber jetzt wurden alle Dias noch einmal neu gescannt.


Am 26. Juli 1985 zogen Andreas und ich an den südwestlich von Ulm gelegenen Teil der Donaubahn.


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Genau genommen bewegten wir uns an jenem Vormittag bzw. Mittag zwischen Blaubeuren und Allmendingen:

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Wir wollten noch einmal richtig 215er bei der Arbeit im Reisezugverkehr erleben, wobei auch nach Möglichkeit komplette Zuggarnituren abgelichtet werden sollten.




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Bild 33:
Vor dem Frühstück begaben wir uns nach Schmiechen. Gegen 6.30 Uhr fuhr dort 215 067 mit dem 6405 (Ehingen 6.17 – Ulm 6.58) am Haltepunkt los - auf dem Bock ein gut gelaunter Triebfahrzeugführer, der sich über die beiden frühaufstehenden Fans am Schienenstrang amüsierte.





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Bild 34:
Östlich des Haltepunktes befindet sich ein Felsen, der wohl Kogelstein heißt – ideal für ein Foto aus der „Modellbahner-Perspektive“. Kurz vor 7 Uhr rollte dann die 215 139 mit dem E 3761 (Sigmaringen 6.00 – Ulm 7.22) ein.




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Bild 35:
Ortswechsel nach Allmendingen. Kurz nach 9 Uhr fuhr dort die 215 150 mit ihrem E 3352 (Ulm 8.38 – Immendingen 10.47) ab.



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Bild 36:
Kurz vor 10 Uhr dann die 215 055 mit dem 6416 (Ulm 9.15 – Ehingen 9.56).




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Bild 37:
Diese herrliche Komposition mit dem Stellwerk verdiente eine nähere Betrachtung.




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Foto: Andreas Tscharn

Bild 38:
In Erwartung des E 3355 (Immendingen 8.44 – Ulm 10.46) teilten wir uns in Blaubeuren auf. Andreas begab sich nach Westen an das landschaftlich sehr reizvolle Achtal und lichtete 215 143 an der Dr.-Georg-Spohn-Straße ab.




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Bild 39:
Ich stand auf der östlich des Bahnhofs Blaubeuren auf der über die Bahn führenden Bundesstraße 28.




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Bild 40:
Das Bild von der Ausfahrt galt der Zuggarnitur.



Das Wetter entwickelte sich zunehmend nachteilig – es zog Dunst auf. Wir verlegten in ein Gebiet nördlich von Allmendingen, wo praktisch kaum Gebüsch den Blick auf die Züge störte.



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Bild 41:
Gegen 11.50 Uhr standen wir an dem Abzweig der Kommunalstraße 7334 von der B 492, als 215 005 mit dem 6420 (Ulm 11.12 – Munderkingen 12.04) vorbeirollte.




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Bild 42:
Gegen 12.20 Uhr dann 1 km nördlich von Allmendingen die 215 055 mit dem 6422 (Ulm 11.52 – Ehingen 12.30).

Ein echter Ortswechsel lohnte sich kaum, denn es ging jetzt Schlag auf Schlag:




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Bild 43:
Etwa 12.30 Uhr der E 3354 (Ulm 12.10 – Freiburg (Breisgau) 16.30) mit der 215 143.
Hier fällt hier die Größe der Fenster des Mitteleinstieg-Eilzugwagens auf.




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Bild 44:
Nur reichlich fünf Minuten später am Bahnübergang bei km 25,5 die 215 005 mit ihrem 6427 (Munderkingen 12.10 – Ulm 13.03).



Die Lichtbedingungen wurden kritisch und wir richteten uns auf die Heimfahrt am Nachmittag ein. Aber es sollten nördlich von Schelklingen noch ein paar Bilder entstehen.



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Bild 45:
Am Bahnüberhang nahe des Klärwerkes kurz nach 13 Uhr eine Aufnahme der 215 108 mit dem 6426 (Ulm 12.32 – Schelklingen 13.04).




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Bild 46:
Dort auch 20 Minuten später die 215 055 mit dem 6429 (Ehingen 13.09 – Ulm 13.46).




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Bild 47:
Kurz nach 13.30 Uhr dann ein Abschiedsbild mit der 215 005, die mit dem 6430 (Ulm 13.10 – Ehingen 13.46) heranröhrte.
Dann fuhren wir wieder heimwärts ......





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Bild 48:
Am 24. April 1988 konnte ich in Obernhof auf der Lahntalbahn einen Pilgersonderzug mit der Krefelder 215 032 aufnehmen.




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Bild 49:
Dieses und die beiden folgenden Bilder entstanden am 17. März 1990 im Bahnbetriebswerk Ehrang, das mittlerweile ein Schatten seiner selbst geworden war.
Man sieht hier – von links nach rechts - die Trierer 215er mit den Ordnungsnummern 046, 035, 040 sowie 045.




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Bild 50:
215 046 und 215 035 etwas näher.




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Bild 51:
Auch die 215 045 ließ sich gut ablichten.





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Bild 52:
Gleichfalls am Nachmittag des 17. März 1990 entstand dieses Bild der Trierer 215 048 in ihrem Heimat-Bw.




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Bild 53:
Zum Schluss für heute ein Foto von der linken Rheinstrecke südlich Oberwinter. 215 121 war am 13. April 1991 mit einem Arbeits- oder Hilfszug nach Neuwied unterwegs, wo es wohl Arbeit gab.



Die 215 an sich war für mich – und das gilt wohl auch für die meisten unter uns – keine sonderlich bemerkenswerte Lok, wenn nicht andere Umständer wie fremde Regionen oder heute verschwundene Zugkompositionen dazukamen. Gleichwohl ist sie – nicht zuletzt in diesen hier gezeigten Lackierungen – für mich ein Repräsentant einer früheren, schönen Bahnwelt.



Es grüßt Euch
Günter
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Dieselpower
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Dieselpower »

Ich ziehe den Hut vor deinem Bilderbogen, vielen Dank für die herrliche Zeitreise und diese unvergleichlich abwechslungsreichen Zuggarnituren. Ich freue mich, als erster meinen Kommentar abgeben zu dürfen.

Danke, Günter!
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hochwald
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von hochwald »

Bild 43 einfach nur eine herrliche Kombination, da lernt man sogar das o/b der Zugmaschiene so langsam zu schätzen ;-)

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Dieselpower
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Dieselpower »

Günter T hat geschrieben: Bild

Bild 43:
Etwa 12.30 Uhr der E 3354 (Ulm 12.10 – Freiburg (Breisgau) 16.30) mit der 215 143.
Hier fällt hier die Größe der Fenster des Mitteleinstieg-Eilzugwagens auf.
Dann knöpfen wir uns doch dieses Bild noch einmal genüßlich vor....und auch die Bilduntertitelung thematisiere ich gerne noch mal, denn auch der Halbgepäckwagen hat "kleine Fenster":

Daß wir (inklusive der schönen blau/beigen 215) es hier mit einer Augenweide von "Epoche-4-Zug" zu tun haben, entbehrt ja sicherlich jeglicher Diskussion. Gemenge aus n-, yl- und m-Wagen waren ja zu diesem Zeitpunkt keine wirkliche Seltenheit, aber so herrlich wie in diesem Zug hatte man selten die Wahl. Ähnelten sich n- und yl-Wagen von der Inneneinrichtung in der 2. Klasse noch ziemlich - in der ersten gab es statt 6er-Abteile im n-Wagen einen 2+1-geteilten Großraum mit ausziehbaren Sesseln - wobei der yl mit seinen messingfarbenen Türen zwischen Einstieg und Großraum immer etwas gediegener daher kam. Dafür waren eben in der 2. Klasse die Übersetzfenster nur 1.000 mm breit, statt wie beim n-Wagen einheitlich 1.200. Auch die Drehtüren waren später, als die Türschließdisziplin beim Reisenden nachließ, ein Manko für das Zugpersonal. Kommen wir nun zum Halbgepäckwagen der Bauart BDm(s). Auch in der zweiten Klasse des Nahverkehrs hatte man bisweilen D-Zug-Komfort in Zweitklassabteilen, so wie hier. In Ermangelung von Halbgepäckwagen im Nahverkehr wurde häufig auf den BDm(s) zurückgegriffen. Hier handelt es sich um einen Wagen der ersten beiden Bauarten, einen 271 oder 272, welche ebenfalls nur 1.000 mm breite Fenster aufweisen. Erst der Nachfolger, der BDm(s) 273 hatte die breiteren "Einszwanziger" Fenster, und auch er erhielt erst die Drehfalttüren, welche eine Fernschließung erlaubten. Ferner spendierte man einer großen Anzahl dieser Bauart Scheibenbremsen, und damit 160-km/h-Zulassung. Daß der Raum für Gepäck- und Expreßguttransport (Damals mußte noch nicht jeder seinen Drahtesel samt zugehörigen Schwerlastanhängseln in der Gegend herumtransportieren, Fahrradtransporte waren möglich, aber eher selten) in diesem Zug ausreichend dimensioniert war, dafür sorgte schließlich der herrliche MDyg 986, welcher irgendwie so gar nicht in das Bild der "neuen Bahn" passen wollte, wie die Bundesbahn sich seit dem 150-Jahre-Jubiläum gern selbst nannte. Ich fand diese Wagen aus dem Nachkriegsumbauprogramm immer klasse, sie bereicherten jeden Zugverband, und waren oft das Tüpfelchen auf dem I! Hier scheint es sich schon um die modernste Version mit gummigefaßten Fenstern, aufgesetztem Gummiwulstübergang und Siebdruckplattenaufbau zu handeln. Auf einer Länge (üP) von über 23 Metern bot er - für heutige Verhältnisse - nahezu unvorstellbaren Stellplatz, und steckte locker 20 Tonnen Ladung weg!!! Ein Wagen, der nach Einstellung der Röwa-Produktion lange Zeit im H0-Sortiment fehlte! Der Zug ist so schön, ich möchte ihn gleich in 1:87 nachbilden, leider muß ich in Ermangelung einer 215 Märklins neue blau/beige 218 dafür nehmen...
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Knipser1
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Knipser1 »

Hallo Günter,

dicht nur die Lokomotiven und Züge, auch das Stellwerk von Almendingen ist eine echte Augenweide.
Danke, dass du das nochmal mit einem "Extra-Foto" dokumentiert hast - aber du hast ja zum Glück wie bekannt auch immer den Blick für das "Drumherm" bei der Eisenbahn.

Existiert das Stellwerk eventuell noch?

Grüße

Guido
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213
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von 213 »

Auch hier möchte ich Danke für die vielen, schönen Bilder sagen.

Eine Frage habe ich zum Bild 43. Dieser Zug enthält einen BD und einen MDyg. Das ist insgesamt eine große Menge Gepäckstauram. War dieser Gepäckstauraum jemals ausgelastet? Ich kann mir das auf einer Nebenbahnstrekce gar nicht vorstellen.
zügige Grüße

FRANK

Mitglied im Verein Freunde der 212 001-2 e.V.

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Günter T
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Günter T »

213 hat geschrieben:Eine Frage habe ich zum Bild 43. Dieser Zug enthält einen BD und einen MDyg. Das ist insgesamt eine große Menge Gepäckstauram. War dieser Gepäckstauraum jemals ausgelastet? Ich kann mir das auf einer Nebenbahnstrekce gar nicht vorstellen.
Der MDyg war außerplanmäßig am Zugende und wird wohl in Sigmaringen abgehängt worden sein:

http://www.drehscheibe-online.de/foren/ ... sg-7486844

Es grüßt

Günter

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Günter T
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Günter T »

Knipser1 hat geschrieben:Existiert das Stellwerk eventuell noch?
Ja; so etwa dürfte es heute aussehen:

http://www.entlang-der-gleise.de/Stellw ... n-1-HP.jpg

Es grüßt
Günter

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Dieselpower
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Dieselpower »

213 hat geschrieben:Auch hier möchte ich Danke für die vielen, schönen Bilder sagen.

Eine Frage habe ich zum Bild 43. Dieser Zug enthält einen BD und einen MDyg. Das ist insgesamt eine große Menge Gepäckstauram. War dieser Gepäckstauraum jemals ausgelastet? Ich kann mir das auf einer Nebenbahnstrekce gar nicht vorstellen.
Vorsicht, Du darfst nicht mit heutigen Maßstäben messen! Wenn ich bedenke, daß für die Gummersbacher City-Bahn allein für den Expreßgutverkehr sogar ZWEI Packwagen modernisiert worden waren, die werktäglich liefen, und mir das rege Treiben mit Paketen & Co. auf manchem meiner Dias so angucke, kann ich es bis heute nicht nachvollziehen, daß das angeblich nicht lukrativ gewesen sein soll. Nahezu jeder kleine besetzte Bahnhof hatte Gepäck- Stück- und Expreßgutannahme - noch Anfang der 90er!!!

Ein Horrorszenario für die heutigen Schlipsträger im Bahntower....
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Günter T
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Günter T »

Dieselpower hat geschrieben:
Günter T hat geschrieben: Bild
Dann knöpfen wir uns doch dieses Bild noch einmal genüßlich vor....
Hallo Marko,

Deine Anmerkungen habe ich dann auch sehr genossen, da sie hochinformativ waren. Insbesondere hast Du Umstände und Hintergründe angesprochen, die einem "Hobby-Laien" wie mir nicht bekannt waren.

Hab dafür vielen Dank.

Es grüßt Dich
Günter

Knipser1
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von Knipser1 »

Günter T hat geschrieben:
Knipser1 hat geschrieben:Existiert das Stellwerk eventuell noch?
Ja; so etwa dürfte es heute aussehen:

http://www.entlang-der-gleise.de/Stellw ... n-1-HP.jpg

Es grüßt
Günter

Hallo Günter,

vielen Dank, naja, es steht zum Glück ja noch - aber so langsam könnte man wohl mal den ein oder anderen Baum dort "umlegen" ;-)

Viele Grüße

Guido
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212 096
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Re: Aus den Jugendjahren der 215 - Teil 3 (1985-91, 21B)

Beitrag von 212 096 »

Hallo Günter,

ich bin wieder einmal fasziniert von Deinen Aufnahmen und kann mich gar nicht daran satt sehen.

Es kommt mir beim betrachten der Bilder vor, als wäre es eine andere Welt gewesen - oder war es eine andere Welt...? :roll:

Und das Stellwerk ist original (fast :wink: ) wie dieses was es seit , naja sagen wir mal 40 Jahren, von Vollmer gibt......

Beste Grüße und vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht über einer meiner lieblings Baureihe.

Peter

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