Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

OliBoe
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Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon OliBoe » Mi 16. Dez 2009, 09:51

Guten Morgen,

sorry - aber ich muss mir einmal den Frust von der Seele schreiben...!
Ich sitze aktuell im IC2319 von Koblenz nach Heidelberg mit ziemlich genau 50 Minuten Verspätung!

Das ist nun das zweite Mal in dieser Woche, dass ich unter einem "Oberleitungsschaden" leide.
Montag war es zufälligerweise in der anderen Richtung - da kam ich erst ca. eine Stunde später in Essen an, da natürlich kein Anschluss in Köln mehr möglich war.

Um das Armutszeugnis zu komplettieren gab es dann noch einen "Schienenbruch" auf der linken Rheinseite (Umleitung).
Woher kommen die ganzen Baustellen an allen Strecken (die zu den "normalen" Verspätungen von bis zu 15 Minuten führen), wenn trotzdem (dauernd) was kaputt ist?

Sorry - aber so nicht!
Ich fahre mind. zwei Mal die Woche Fernverkehr, aber ich überlege ernsthaft auf den (angebotenen) Firmenwagen umzusteigen - ich kann doch nicht auch mit dem Zug zwei Stunden Puffer vor dem Termin einplanen. Das geht gar nicht...

Aber der Hit in Dosen war heute Morgen die Informationspolitik:
Ankunft von mir 7.30h (Zug sollte um 7:48h fahren) -> Anzeigetafel: 20min Verspätung
Ich gehe zum Service-Point -> Verspätung von ca. 30-35 Minuten
Ich gehe einen Kaffe trinken und bin um 08:10h auf dem Bahnsteig -> Verspätung von 30min wird angezeigt
Durchsage um 08:20h -> Verspätung beträgt ca. 45 Minuten!
Um 08:35h war der IC dann da...

Wie kann sich die Verspätung auf dem kurzen Stück zwischen Köln und Koblenz mehr als verdoppeln?
Die letzten 25 Minuten habe ich auf dem Bahnsteig gefroren... :-(

Okay - das Posting ist vielleicht nicht "das Richtige" für das Forum, aber auch negative Dinge über "unsere Bahn" müssen mal raus!

lg,
Oliver

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KoLü Ksf
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Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon KoLü Ksf » Mi 16. Dez 2009, 09:57

OliBoe hat geschrieben:Okay - das Posting ist vielleicht nicht "das Richtige" für das Forum, aber auch negative Dinge über "unsere Bahn" müssen mal raus!

lg,
Oliver


Hallo Oliver,

sachbezogener Alltagsfrust kann durchaus hier mal rausgelassen werden .

Herzliche Grüße und "Kopf hoch"

Reiner
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Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon Reiner » Mi 16. Dez 2009, 10:00

Hallo,

der Oberleitungsschaden ist bei Brühl, KBS 470.
Ab 10 Uhr könnte ein Gleis wieder frei sein. Info: WDR 2, 8.45h.

Gruß Reiner

Dieselpower

Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon Dieselpower » Mi 16. Dez 2009, 10:08

:lol:
Das geht ja noch. Das mit der stufenweisen Erhöhung der angezeigten Verspätung war schon zu Bundesbahnzeiten so ein Phänomen, das ich bis heute nicht ganz nachvollziehen kann.
Aber bei den neuen digitalen Dingern ist das noch lustiger, wenn man abfahrbereit am Bahnsteig steht und Anschluß abwarten muß.
Beispiel: Abfahrt 19.08 - bis 19.13 passiert gar nix, dann kommt in der inversen Laufschrift "ca. 5 min später - approx. 5 min later" und pünktlich zum Zeigersprung dann das gleiche mit "6", 60 Sekunden später "7" usw (Wohl für die Leute, die in der Schule nicht aufgepaßt haben, und nicht wissen, wie viel 14 minus 8 ergibt :lol: ). Aber keine konkrete Aussage über die Tatsächliche Verzögerung. Dann kommen dann meistens die Orakelfragen der Reisenden, "wann es denn weiterginge" - inzwischen meine Lieblingsantwort: "Wenn ich das genau sagen könnte, wär ich nicht Lokführer geworden, sondern Wahrsager, und wäre heute steinreich!" :lol:

OliBoe
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Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon OliBoe » Mi 16. Dez 2009, 11:23

So, nun ist auch der letzte Rest Verstaendnis weg!!!
Ich stehe nun auf dem Mannheimer HBF, da mein durchgehender IC aufgrund der großen Verspaetung nicht (!!!) in Heidelberg halten wird und ich nun 15min auf die naechste S-Bahn warten kann/darf.
Damit werden es in Heidelberg dann 70min Verspaetung sein.
Mir fehlen die Worte...!!!

Bahnminister

Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon Bahnminister » Mi 16. Dez 2009, 13:34

Ganz klar, das liegt nicht am Frost, neeeeeein.

Das liegt an den Männern, die heimlich die Oberleitung durchknippsen, um Fahrgäste zu ärgern und die Leute vom Oberbau zu beschäftigen.
Damit denen nicht langweilig wird.
Und wenn die damit fertig sind, wird der Brenner ausgepackt un irgenwo anders (an der selben Stelle wäre ja langweilig) die Schiene kaputt geschnitten und als Bruch der Schiene verkauft.
Gründe sind die gleichen :twisted:

Aber zum Glück gibt es ja keine Staus auf der Straße wegen gebrochener Wasserleitung, beschädigter Straße oder nem Knallkopf, der bei Glatteis mit 150 km/h seinen Wagen in den Graben gesetzt hat.

P.S.:Ich war deswegen heute auch eine Stunde zu spät auf der Arbeit. Da Jammer ich aber nicht, denn wenn Technik versagt ist es nunmal so...

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Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon eta176 » Mi 16. Dez 2009, 15:35

Schnell wie die Feuerwehr - pünktlich wie die Bahn
http://www.oebb-werbecenter.at/de/News/ ... hr_Lok.pdf

... wie kann man die Feuerwehren nur so beleidigen :lol:
(Der Spruch gilt aber wohl nur bei den ÖBB)

Vielleicht war die ein oder andere "Nachlässigkeit" in der Unterhaltung
von Infrastruktur und Fahrzeugen - um sich "börsenfähig" zu machen -
doch zu viel ... (Häufigkeit von regelmäßigen Prüfungen an: Gleisen,
Radsätzen, Bremszylindern, ... , ...)

Schängel
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Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon Schängel » Mi 16. Dez 2009, 15:44

Bahnminister hat geschrieben:Ganz klar, das liegt nicht am Frost, neeeeeein.

Das liegt an den Männern, die heimlich die Oberleitung durchknippsen, um Fahrgäste zu ärgern und die Leute vom Oberbau zu beschäftigen.
Damit denen nicht langweilig wird.
Und wenn die damit fertig sind, wird der Brenner ausgepackt un irgenwo anders (an der selben Stelle wäre ja langweilig) die Schiene kaputt geschnitten und als Bruch der Schiene verkauft.
Gründe sind die gleichen :twisted:

Aber zum Glück gibt es ja keine Staus auf der Straße wegen gebrochener Wasserleitung, beschädigter Straße oder nem Knallkopf, der bei Glatteis mit 150 km/h seinen Wagen in den Graben gesetzt hat.

P.S.:Ich war deswegen heute auch eine Stunde zu spät auf der Arbeit. Da Jammer ich aber nicht, denn wenn Technik versagt ist es nunmal so...


Netter Blick durch die DB-Brille... Das interessiert den Kunden aber überhauptnicht. Warum auch? Frost gibt es jedes Jahr. Er kommt urplötzlich daher und überrascht die DB daher auch jedes Jahr aufs Neue. Ist schon ein Schlitzohr, der Herr Frost... Gleiches gilt für den Laubfall im Herbst.

Ich sehe es wie eta176. Das Netz wird auf Kosten einer höheren Profitabilität im Zuge des Börsenganges immer mehr vernachlässigt. Wahrscheinlich muss erst was Schlimmes passieren, bis ein Umdenken (auch politisch gewollt) einsetzt. Bis dahin: Augen zu und durch.

Bahnminister

Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon Bahnminister » Mi 16. Dez 2009, 16:02

Stimmt, den Kunden interessiert meist GARNICHTS !
Aber davon ab, ich trage keine Brille ;-)

Und was heißt überraschen? Soll die Bahn zu Beginn der kalten Jahreszeit sämtliche Oberleitungen und Schienenstränge tauschen?
Ich führe das jetzt aber nicht weiter aus, den anscheinend bist du auch Kunde und den interessiert das ja nicht :twisted:

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Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon KoLü Ksf » Mi 16. Dez 2009, 16:40

Bahnminister hat geschrieben:Stimmt, den Kunden interessiert meist GARNICHTS !



muss ihn denn etwas interessieren ??? Du machst es dir mit deiner Antwort etwas zu leicht, zu dem noch mit dem Spruch über den Totalaustausch.

Als Kunde habe ich zumindest das Recht auf eine angemessene und sachdienliche Information, wenn es die Bahn schon nicht hinbekommt pünktlich zu sein. Zugegeben haben es dann die Zugführer und Schaffner meistens am schwersten, weil die den ganzen Frust abbekommen, ohne selbst für den Umstand verantwortlich zu sein.

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die "Oberen" sich endlich mal vor ihre Mitarbeiter stellen, anstatt diese im Regen stehen zu lassen.

Bahnminister

Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon Bahnminister » Mi 16. Dez 2009, 19:57

Wolfgang, ich stimme dir zu das der Kunde ein Recht auf Information hat.
Ob sie ihn letztendlich auch interessiert mag ich sehr häufig zu bezweifeln.

Nun kann ein Schaden an der Oberleitung vieles Bedeuten.
Das können schon so einfache Dinge wie eine lose Rillenaufhängung sein.

Und ein Schienenbruch muss auch nicht eine vollständig durchgebrochene Schiene sein, ein Riss reicht da schon.

Und damit eben nichts passiert, wird bei einem Oberleitungsschaden oder einem Schienenbruch der betreffende Abschnitt gesperrt

Und wenn man das dann einem Kunden sagt, interessiert es die meisten garnicht das es dabei um die Sicherheit geht.
Die meisten reagieren so, als ob die Bahn daran Schuld sei das sich nach 10 Jahren an einer stark befahrenen Strecke die Schraube einer Aufhängung gelöst hat oder es aufgrund von Materialermüdung oder Materialfehler einen Riss im Schienenstrang gegeben hat.

Gregor Schaab
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Re: Unwort des Jahres: Oberleitungsschaden...

Beitragvon Gregor Schaab » Mi 16. Dez 2009, 20:13

Naja, heutzutage fährt ein Messzug zweimal im Jahr die Strecke ab. Wie war das denn FRÜHER? Da gab es meines Wissens noch als Beispiel in Koblenz 3 TVT welche auch regelmäßig raus "mussten", aber nicht nur um mal wieder einen Schaden zu beheben.

War es früher besser oder schlechter?

Heute wird die rechte Rheinstrecke für einige Tage komplett gesperrt, damit arbeiten ausgeführt werden können, wurde das früher auch gemacht? Ich kann mich zumindest NICHT dran erinnern das ich in den vielen Jahren die ich an der rechten Rheinstrecke gewohnt habe einige Tage gar kein Zug fuhr?! Klar kam der Zug mal statt auf Gleis 2 auf Gleis 1 (Fahren im Gegengleis) durch, aber Komplettsperrung wegen Bauarbeiten?!?

Aber ich bin ja kein (regelmäßiger) Kunde (mehr) von die Bahn, sondern nur so ein blöder Gelegenheitsfahrer.

*** obiges gibt meine privaten Gedanken wieder ***
Gregor

heiße zwar nicht Chef, bin es hier aber *grins*
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