Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

eifelhero
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon eifelhero » Sa 26. Aug 2017, 15:18

Hallo Gerd,
ich finde es gut, das du auch Fahrzeuge durch das Rheintal rollen läßt, die es Planmäßig dort nie gegeben hat.
Die E95 ist ein richtig schöner Dinosaurier. :)
gruß aus der Eifel
Heinz

Am besten halten wir die Welt einfach mal kurz an und lassen die ganzen Idioten aussteigen.

WL-1958
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon WL-1958 » Mo 28. Aug 2017, 13:24

Hallo Gerhard,

vielen Dank für Deine Antwort zu den ACME-Wagen. Dann werde ich den Versuch wagen.

Zum Einsatz des ABz: Ein AB-Schnellzugwagen der FS lief im Sommersaisonverkehr 1958 - allerdings nicht durch das Rheintal - zusammen u.a. mit einem U-Hansa der CIWL und einem APw4ys (in H0 von Brawa und ESU angekündigt) im D 290 Adria Express (Kopenhagen-) Großenbrode Kai - München (- Salzburg / Rijeka); die beiden erstgenannten fuhren nach Umstellung in den D 71 weiter nach Rom. Zwischen Großenbrode und Lüneburg bestand der Zug nur aus vier Wagen; erst in Lüneburg kamen fünf weitere aus Hamburg sowie in Hannover noch einer hinzu. Einen vorbildgerechten Schnellzug bestehend aus nur vier (unterschiedlichen) Wagen - ideal für viele Modellbahnen - findet man ja eher selten. Da der ACME-ABz ein Untersuchungsdatum aus Anfang 1958 trägt, passt er genau.

Viele Grüße
und allzeit HP1
Ulrich

Edit: Angaben zum D 290 präzisiert.

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St. Goar
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon St. Goar » Mo 25. Sep 2017, 11:25

Hallo Modellbahnfreunde,

habe neue Bilder für Euch. Sie kommen aus der bei mir eher selten gezeigten Epoche II. :D
Für meinen historischen Rheingold brauchte es Fahrzeuge auf der B 9 am Mittelrhein. Hier zwei Automodelle aus dem Jahr 1935.

@ Heinz
Manchmal kann ist es nicht lassen, von meinem Vorbildthema abzuweichen. Die E 95 läuft immer noch auf meiner Anlage. ist ein Augenschmaus. :D

@ Ulrich
Vielen Dank für den Hinweis zum Einsatz der FS-Wagen in Deutschland. Vielleicht finde ich ja noch einen glaubwürdigen oder gar belegten Einsatz der Wagen am Mittelrhein. :wink:

Ford Eifel

Die Ford Eifel "35" Cabrio-Limousine wurde als eine Variante des Ford Eifel ab 1935 gebaut. Der "Eifel war auch als Limousine, Roadster und Kleintransporter erhältlich. Rund 61.500 Stück wurden bis 1940 von allen Modellen gebaut. Damit war das Modell der Ford Motor Company AG, der späteren Ford-Werke AG (1939) im Deutschen Reich außerordentlich erfolgreich. In Köln-Niehl war der Hauptproduktionsort. Es lieferten auf Basis des "Eifel" auch andere Karosseriebauer wie Karmann und Hebmüller Modelle aus. Der "Eifel" als Nachfolger des "Köln" hatte einen Vierzylinder-Reihenmotor mit 25 kW (34 PS) und 1172 Kubikzentimeter Hubraum. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100 km/h.

Modell Busch Nr. 41204

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Mit dem Ford Eifel konnte eine Familie schöne Ausflüge machen

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Der Ford Eifel wird gleich von einem Horch 853 überholt

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Horch 853

Das Horch Sport-Cabriolet wurde ab 1935 zunächst unter der Bezeichnung Hoch 850 gefertigt. Die Bezeichnung "853" hatte der Wagen zunächst nur intern, ab 1937 dann aber offiziell. Das Cabrio war ein ausgesprochenes Oberklassen-Modell mit einer geringen Stückzahl. Bis zum Kriegsausbruch 1939 kamen daher nur rund 1000 Stück auf die Straße. Die Horch-Werke in Zwickau lieferten den "850" auch als Tourenwagen, Roadster, Pullman-Limousine, Cabriolet und Landaulet aus. Insgesamt blieb die Stückzahl in diesem Marktsegment mit rund 2.200 produzierten Wagen erwartungsgemäß eher gering. Der Horch 850 hatte einen Fünf-Liter-Motor (4944 Kubikzentimeter Hubraum) mit einer Leistung von 74 kW (100 PS). Ab 1937 erhöhte sich die PS-Zahl auf 120 (88 kW). Mit dem stärkeren Motor erhöhte sich die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf 135 km/h. Solche Geschwindigkeiten ließen sich damals eher selten ausfahren.

Wer ein gepflegtes Horch Sport-Cabriolet kaufen möchte, sollte schon mal 400.000 Euro bezahlen können.

Modell Busch Nr. 41323

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Luxus auf Schiene und Straße

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Die Baureihe 01 begegnet dem Horch Sport-Cabriolet am Rhein

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Hier weitere Bilder, die im Jahr 1937 entstanden sein könnten.

Luxus auf Schiene und Straße: Rheingold und Horch 853

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Vom Horch Oberklassen-Cabriolet kam bis zum Kriegsausbruch 1939 nur rund 1000 Stück auf die Straße

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Ausnahme-Mobilität im Jahr 1937

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Der Alltag auf der B 9 wird eher von Krädern und Fuhrwerken geprägt gewesen sein.

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Gruß aus Bielefeld

Gerhard Kutziewski
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bigboy4015
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Mo 25. Sep 2017, 19:50

Versuch mal jemandem zu erklären das der luxuriöse Horch (August Horch stammte übrigens aus Winningen an der Mosel) aus dem Werk stammt, wo später der Trabant gebaut wurde.
Heute ist dort u.a. das sehenswerte August Horch Museum mit der Villa von August Horch nebenan...

Das ursprüngliche AUDI (wer es nicht weiß: Lateinisch für Horch) Werk war auf der anderen Straßenseite.
Ulrich Wolf
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St. Goar
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon St. Goar » Fr 10. Nov 2017, 14:27

Hallo Modelleisenbahnfreunde,

für die Schiene gibt es einen Verstärkungswagen. :D

@ Ulrich

Du bist ein Kenner der Technikgeschichte. Was ich hier noch einfüge, ist Dir sicher alles bekannt. War für den ersten Audi der Nachkriegszeit recherchiert. Vielleicht interessiert es ja weitere Modellbahner. :wink:

Die Firmengeschichte von Audi reicht bis in das frühe 20. Jahrhundert zurück. Der Firmengründer August Horch hatte zunächst bei Carl Benz gearbeitet, sich jedoch um 1900 mit der Firma Horch Cie in Köln selbstständig gemacht. 1902 zu Horch nach Zwickau in Sachsen um. 1909 kam es dann zum Bruch mit dem Vorstand und Aufsichtsrat der Firma. August Horch verließ das von ihm gegründete Unternehmen, dass unter dem Namen Horch weiter Autos produzierte.

Unter dem Namen Audi nahm August Horch die Autoproduktion in einem eigenen Zwickauer Werk wieder auf. Den eigenen Namen durfte er laut Gerichtsbeschluss nicht verwenden. Der zehnjährige Sohn eines Freundes kam auf die Idee, den Namen Horch in Lateinische zu übersetzten (audire = hören). Im Imperativ steht Audi für "Höre!" oder "Horch!". In der Weltwirtschaftskrise konnte Audi nicht alleine bestehen. 1928 übernahm DKW die Audi-Werke. Doch auch diese Zeit währte nicht lange. Die Nazis zwangen die ostdeutschen Autohersteller mit ihren Marken Horch, Audi, Wanderer und DKW in die Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz. So kamen die Marken Horch und Audi wieder unter ein Dach. Die vier Ringe des heutigen Audi-Logos symbolisieren die vier Traditions-Marken. Nur bei Autorennen vor dem Zweiten Weltkrieg wurden die Fahrzeuge nicht nach einer der vier Marken benannt, sondern liefen unter Auto Union. Zwischen 1934 und 1939 konnten nur die Wagen der Auto Union mit den Autos vom Mercedes-Benz mithalten. Bernd Rosemeyer und Hans Stuck waren die bekanntesten Fahrer dieser Zeit, die sich in den Dienst der Nazi-Ideologie einreihten. Die Auto Union wurde dann einer der wichtigsten Rüstungskonzerne im Zweiten Weltkrieg, die kaum noch zivile Produkte herstellte. Im April kam dann die Produktion der Auto Union nach dem Einmarsch der Amerikaner in Thüringen und Teilen Sachsens zu Erliegen. Unter russischer Ägide wurden die große Teile der Produktionsanlagen nach Abzug der Amerikaner demontiert.

Die Auto Union GmbH wurde 1949 in Westdeutschland mit Sitz in Ingolstadt neu gegründet. Auch in Ostdeutschland entwickelte sich die Autoindustrie an den alten Standorten in den 50er Jahren neu. Hier folgten der Auto Union GmbH die Marken AWZ, MZ, Barkas und Sachsenring Zwickau nach.

Die Marke DKW konnte in Westdeutschland mit ihren Zweitaktmotoren einige Zeit im Automarkt mithalten. Doch schon 1958 übernahm Daimler-Benz das finanzschwache Unternehmen, um es 1965 an Volkswagen weiter zu verkaufen. In dieses Jahr fällt auch die Wiedergeburt der Marke Audi. Sie wurde ab 1969 zur Hauptmarke der Audi NSU Auto Union AG. Die Marke NSU verschwand mit der Produktionseinstellung des NSU Ro 80 im Jahr 1977. Schließlich nannte sich der Autohersteller 1985 in Audi AG um. So verbindet Audi mit dem Ringe-Logo bis heute die Traditionen der teilweise längst vergessenen Marken Horch, Wanderer, DKW, NSU und Auto Union.

Druckgaskesselwagen Eva 950 hl

Der Druckgaskesselwagen ohne Sonnendach mit der Nummer 21 RIV 80 0768 712-0 P der Eisenbahn-Verkehrsmittel-Aktiengesellschaft Düsseldorf (Eva) ist im Bahnhof Brühl Ost beheimatet. Das Untersuchungsdatum 28.9.73 ist ebenso wie das Prüfdatum Kessel 9/79 angeschrieben, Die orange Gefahrengut-Tafel 268/1005 weist auf verdichtetes, giftiges und ätzendes Gas sowie auf das Ladegut Ammoniak hin. Das Ladevolumen beträgt 950 hl. Der Waggon ist bei einem Eigengewicht von 38.900 kg für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zugelassen. Das Modell hat eine Länge über Puffer von 185 mm (Vorbild 16.100 mm).

Modell Roco Nr. 67966.1

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Der Ganzzug kann damit verstärkt werden. :D

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Gerhard Kutziewski
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon reinout » Fr 10. Nov 2017, 18:14

Ich lese immer gern mit: man lernt so manches dazu :)

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Bau meiner Eifelquerbahn-orientierte Modellbahn: Eifelburgenbahn, eingleisige Nebenbahn in 1970
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Sa 11. Nov 2017, 13:23

Das mit dem Namen:
Es war der Freund seines Sohnes der zu Mittag bei Horchs war und den Namensvorschlag machte.
Horch war schon am Aufbau des neuen Werkes welches er auch Horch nennen wollte, was ihm aber untersagt wurde. Da ging dann die Suche nach dem neuen Namen los.

Horch- und Audi-Werk waren in Zwickau in einer Straße.
Die Horch Werke gingen von Köln zuerst nach Reichenbach im Vogtland und siedelten dann ins nicht weit entfernte Zwickau.
Beide Werke bildeten die Werksteile 1 und 2 der Sachsenring Werke.
Zusammen mit den neueren Werk 3 die Heimat des Trabant.

Das August Horch Museum ist im ehemaligen Audi Werk und der Parkplatz da wo das Horch Werk war. Die Villa Horch ist direkt neben dem Museum.
Das Museum ist zum Teil die Halle wo die Plasteteile des 601 entstanden aus Baumwolle und Phenolharz.

Die Nazis hatten mit der Auto Union nichts zu tun. Die entstand bereits 1932, also davor, als Ergebnis der Wirtschaftskrise.
DKW war dabei übrigens die dritte Marke im Westen deren Heimat eigentlich das sächsische Zschopau ist, später MZ.
DKW hatte schon 1928 Audi übernommen, was im Zuge der Wirtschaftskrise aber zur drohenden Zahlungsunfähigkeit der DKW führte.
Zuletzt geändert von bigboy4015 am Mo 13. Nov 2017, 15:16, insgesamt 4-mal geändert.
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Mattias
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon Mattias » Sa 11. Nov 2017, 18:35

bigboy4015 hat geschrieben:...August Horch stammte übrigens aus Winningen an der Mosel...
Heute ist dort u.a. das sehenswerte August Horch Museum mit der Villa von August Horch nebenan...


Es ist eigentlich das Museum Winningen, aber der 1.Stock ist Horch gewidmet :wink:
Gruß
Mattias

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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Sa 11. Nov 2017, 23:14

Der Horch 853 kam aus Zwickau. Das Museum von dem ich schreibe ist in Zwickau und direkt daneben ist die Villa die Horch in Zwigge bewohnte.
Wen es interessiert: Mal bei Google Maps die Audistraße 7 in Zwickau suchen. Der Museumseingang, westlich im ehemaligen Audi Werk das Museum und direkt südlich des Eingangsgebäudes die Villa von August Horch.
Das Horch Werk war direkt nebenan.

Die Museumshalle war wie geschrieben der Standort der Plasteherstellung zu Zeiten der Sachsenring.

Der Trabant wurde auf speziellen Transportern - IFA W50 mit Sattelauflieger wo 10 oder 12 Rohkarossen drauf passten, immer zwei nebeneinander - zwischen den drei Werken in Zwickau während der Fertigung hin und her gefahren. Der Motor kam dazu noch aus Chemnitz, aus dem Barkas Werk, heute das VW Motorenwerk Sachsen.

Kurios war die Fertigung von Trabant Universal (Kombi) und Kübelwagen. Die Endmontage fand auch hier in Zwickau statt. Die Rohkarosserie wurde dafür nach Meerane gekarrt und im dortigen Karosseriewerk umbebaut. Ja, man demontierte das Stufenheck wieder und baute daraus die Kombi und Kübelkarosserien.
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Di 14. Nov 2017, 20:16

Die Marke Wanderer wurde ja schon genannt.
Auch Wanderer wurde nach dem Krieg im Westen in Augsburg neugegründet. Baute aber niemehr Autos. Es wurden wieder Fahrräder und Büromaschinen gebaut.
Wanderers Büroelektroniksparte ging 1968 an Nixdorf und bildete den Grundstock von Nixdorf Computer.

Wanderer ging 2010 in die Insolvenz, hercules vertreibt bis heute aber Wanderer Räder...

Der Name Wanderer bezog sich auf das erste Produkt welches gefertigt wurde: Fahrräder und war die wortgetreue Übersetzung des englischen Vorbilds ROVER.

Das Wanderer Fahrzeugwerk in Chemnitz wurde zum Teil des Barkas Werks.
Ulrich Wolf
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