Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

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Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Sa 10. Sep 2016, 20:55

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: Anfang

Es geschah im Eifel...

Eine Platz wo viel geschehen ist: etwas des Geschienenes bleibt dort anwesend. Eine willkürliche Wiese irgendwo, ach, was kann oder soll darüber erzählt werden? Aber wenn auf dieselbe Wiese eine blutige Feldschlacht stattgefunden hat, dann wird es erinnert! Dann reisen leute Jahrzehnten später noch dahin. Vielleicht findet die Wiese sogar eine Platz auf Wikipedia.

So eine Stelle wird ein bisschen lebendig, doch? Genau wie ich.

Wer ich bin? Falsche Frage. "Was bin ich" ist besser: ich bin den Bahnhof von Kelberg (Eifel). Entlang der Eifelburgenbahn. Und ein Bahnhof in diese arme Gegend ist etwas sehr wichtiges für die Bevölkerung. Heute, in 2016, ist is fast unmöglich die Straße zu überqueren ohne für ein Wagen der DHL, Deutsche Post oder FedEx warten zu müssen. "Einfach mal etwas via Internet kaufen". Ach ja, früher, in 1970, war der Bahnhof dafür zuständig. Warum hatte jede Zug sonnst eine Gepäckabteilung? Das war nicht nur für die Touristen und ihr Gepäck! Das war vor allem für das Stückgut und Pakete!

Wieviel wichtige Pakete sind in all die Jahre wohl bei mir, Bahnhof Kelberg, angekommen und abgegeben? Wie viele Geliebte sind auf mein Bahnsteig begrüßt? Wie viele Schüler haben nicht rabaulent die Ankunft der Schülerzug abgewartet um damit nach Hause zu fahren? Wie viele Sohne und Vater sind nicht betrübt auf Gleis 1 eingestiegen und abgefahren Richtung Krieg und Tot? Wie viele Großmutter aus die Stadt sind nicht voller Freude von ihren Kleinkinder abgeholt?

So viele Geschichte, groß und klein. So viel Freude, so viel Treuer. So viele tägliche Ereignisse, vor allem, auch! Deshalb ist es doch völlig normal das ich, Bahnhof Kelberg, gewissermaßen ein Person bin? Ein person in einige Geschichten?

Mit freundlichen Grüsse,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » So 11. Sep 2016, 18:42

Hintergrund: ich habe ganz früh alle Kupplungen für "roco universal" getäuscht. Ein andere holländische Modellbahner (die anlage heißt "Dönsdorf") bot mir 50 weitere Kupplungen an. Deshalb habe ich die "Lieferung" in eine Erzählung integriert.

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: Holz und Katze

Tägliche Sachen. Auch tägliche Sachen können Ganz Besonders sein. Jedenfalls für den junge Katze Moritz. Er ist nur einige Wochen alt aber schon sehr neugierig, wie alle Katzen. Neugierig: weil alles Ganz Besonders ist. Jetzt liegt er ganz komfortabel und warm neben der Ofen in mein Bahnhofsgebäude. Die Schulferien sind fast ge-endet. Ich bin gespannt ob es ihm gelingt die Schulkinder zu befreunden. Oder ob er rasch in eine Baum flüchtet...

"Freundlich"? Das kann man nicht sagen vom Wörterschatz die ich beim Freiladegleis höre!

Bild

Es gibt wieder Ärger mit den Kupplungen. Es passt allesamt nicht #$%#^ genau und die Rangierer (&#@^%$) schmeißt geärgert seine #$%&^$ Handschuhe zur Boden. "Saufe gefälligst im Sumpf ab mit eure Bügelkupplungen!" Der Zugführer kommt heran und zusammen wird beschlossen die Wagen stehen zu lassen.

Der Zugführer lauft zur Lokschuppen. Ja! Ich, Bahnhof Kelberg, habe ein Lokschuppen. Nicht so eine große mit Drehscheibe wie in Mayen Ost, nein. Est ist nur ein einfaches "Lokstation" wie man es früher nennte. Heutzutage wirdt alles BW, Bahnbetriebswerk, genannt. Ich habe eine "BW AST", eine Aussenstelle oder so etwas. Ach, es ist nur eine einfache Schuppen um die Lok der letzte Zug eine Unterkünft zu bieten. Ach, jeder nennt es fröhlich "BW Kelberg" und für mich ist das gut so :)

Ah, das Telefongespräch der Zugführer ist fertig. Er hat mit BW Mayen Ost überlegt. Sie schicken morgen eine Wagen aus Dönsdorf mit den richtige Universalkupplungen.

Der defekte Wagen bleibt in Kelberg. Das Holz liegt noch daneben.

Bild

Das Holz freut mich als Bahnhof Kelberg übrigens sehr! Wie bei viele Bahnhöfe im Eifel ist Holz für mich eine wichtige Einnahmequelle! Viele Eifelstrecken mögen durch das Kriegsministerium gestartet sein, aber das Holz hat dafür gesorgt das es noch nicht ge-endet hat! Es lebe Holz!

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Mo 12. Sep 2016, 13:07

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt (etwa 20. Januar): Katze und Camera

Ganz alltägliche Ereignisse können größer erscheinen als sie im Wirklichkeit sind. Damit habe ich schon reichlich Erfahrung. Heute war auch so eine Erfahrung. Ersatz-kupplungen wurden eintreffen mit die Nahgüterzug. Der Wagen war in Dönsdorf in eine andere Zug eingestellt (siehe die dritte Foto in diese holländische Beitrag) und in meine Richtung befördert. Eine Baureihe 86 hat den Wagen nach mir, Kelberg, befördert.

Einfach, doch? Alltäglich, doch?

Na.... Nicht ganz alltäglich war das die Regionalfernseh-dingbums mit offizieller Genehmigung der Bundesbahndirektion einiges an Bildmaterial sammeln wollten. "Ein bisschen Güterverkehr filmen". Na ja. Ok. Einverstanden. Etwas Ablenkung ist willkommen... Jedes Jahr rund die 16. Januar fühle ich mich nicht ganz wohl. Was damals geschehen ist ist schon viele Jahre her, aber doch... Ich bin ein Bahnhof und kein Person, aber ich kann auch traurig sein... Es war Nicht So Viel Spaß damals... In einige Tage werde ich wohl erzählen worüber ich jetzt rede... Ein bisschen geduld....

Na gut. Ich bin ein bisschen traurig, aber ich werde langsam wieder ein bisschen froh. Der junge Katze Moritz ist sehr amüsant! Moritz findet so eine Filmcrew sehr interessant. Lange Kabel die verlegt werden und so weiter.

"Ach nein! Da versucht der schreckliche Katze schon wieder meine Kabel aufzufressen! Abhauen!"

Noch interessanter ist es, als Katze, um sich ein bisschen zu erwärmen.

"Was rieche ich jetzt? Etwas brennt? Ach nein! Nicht wieder der Katze!" Ach ja, wenn der Katze sich hinlegt auf eine heiße Belichtungslampe dann riecht es ganz übel weil es nach verbranntes Katzenhaar riecht...

Alles wird noch schlimmer wenn der Kameramann nicht rechtzeitig mit filmen anfängt weil er ein liebes Kätzchen hinter seine Ohren kräuselt... "HELMUT! HÖR AUF! Schmeiß der Katze weg! An die Arbeit!"

Na gut, hier ist das Endergebnis der Filmcrew:

Bild

(Drücke auf die "CC" Knopf um die Deutsche Übersetzung zu aktivieren!)

Mit freundliche Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Mi 14. Sep 2016, 15:03

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: 16. Januar 1970

Miauw! Miew! Prrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. Zufrieden schnurrt der Katze Moritz auf dem Schoß des Bahnhofsvorstehers Jakob Bodemann. Jakob ist mit seine Gedanken weit, weit weg und deshalb krauselt er mit seine Finger Moritz. Ja, das ist die Art und Weise von Finger, doch? Gedanken weit weg + Katze in die Nähe = Finger krauseln der Katze. Davon wird Moritz Ganz Zufrieden.

Jakob Bodemann's Gedanken sind noch in die Kirche. Was ich, Bahnhof Kelberg, jetzt erzähle fand die 16. Januar statt. Jeder Kelberger kennt diese Tag. So lecker gemütlich als Moritz sich jetzt fühlt... so un-gemütlich ware es am 16. Januar 1945. Das Besuch an die Kirche war für die Gedächtnismesse für das Bombardement. Nach die mislungene Rundstedtoffensive ("Ardennenoffensive") wurde die deutsche Armee langsam wieder zurückgedrungen. Und weil der Eifel effectiv die deutsche Seite der Ardennen ist war es gerade dort interessant um der Verkehr anzugreifen.

In Kelberg kreuzen sich zwei wichtige Bundesstraßen. Und es gibt meine Strecke. Ein logisches Angriffsziel. In 1940 hatte eine Flakabteilung schon einige Bäumen auf den Marktplatz zerstört um Platz zu schaffen.

Jakob, mein heutige Bahnhofsvorsteher, war glücklicherweise damals noch zu jung um "mitmachen" zu müssen. Aber er war immer schon beschäftigt am Bahnof. Weil er Jakob Bodemann heißt wurde er rasch JaBo genannt. "Jabo" war damals eine bekannte Abkürzung fur "Jagtbomber". Oft benützt für rasche kleine Angriffe auf Züge und PKWs und LKWs war eine Schrei "Achtung! Jabo!" genüg für eine rasche Sprint zur nächste sichere Unterkünft.

Natürlich wurde es auch für Witze genutzt: "Achtung! Jabo! Hol mir mal ein Bier!" Das wird immer noch gemacht, aber seine Freunde wissen das sie es nicht in Januar machen sollen...

Zurück nach mich und meine Strecke. Als Bahnhof kann einer Selbst nichts tun. Ich existiere. Ich geschehe. Ich entstehe. Ich wurde entwurfen vom Reichbahnetwas. Ich wurde gebaut. Die Bürger Kelbergs waren froh! Ein Bahnhof! Huraah! Ich fange an zu leben. Die Güterzüge und Personenzüge fangen an zu fahren.

Aber das ist nichts verglichen mit dem Verkehrsaufkommen das ich in 1914 zu verkraften hatte. Etwas leuchtete mich ein: ist das wofür ich wirklich gebaut worden bin? Lange Truppentransporte. Lange Nachschubzüge. Nach 1918 wurde es wieder ruhig.

Bis in die 30'er Jahren. Vereinfachtes Nebenbahnbetrieb? Nein, jeder Bahnhof wurde wieder mit Fahrdienstleiter besetzt. Räder mussten rollen für die Bau der Siegfriedlinie weiter nach die Westgrenze. Danach wieder Truppentransport. Ende 1944 war es auch wieder Hochbetrieb, jetzt für das letzte Aufgebot, die Ardennenoffenzive.

Und dann kam der 16. Januar. "Achtung! Jabo's". Nach eine halbe Minute leuchtete es auch bei Jakob ein das es dieses Mal kein Witz war. Er suchte eine sichere Unterkünft im Keller meines Bahnhofsgebäude. Am Ende gab es 10 tote Zivilisten und etwa 40 Soldaten. Und etwa 2/3 des Dorfes lag in Trümmer.

Bild

Als Bahnhof war ich natürlich nicht imstande etwas zu tun. Am anfang meiner Strecke war es ein großartiges Gefühl: man tut nichts, aber fängt wohl langsam an zu Leben! Aber am 16. Januar war es für mich ein frustrierendes Gefühl: ich konnte nichts tun! Ich konnte nur anschauen. Alles ereignen lassen... Am Ende kam ich noch ganz gut davon. Ein beschädigter Zug. Und der Bahnmeisterei hatte ein Volltreffer zugefügt bekommen.

Was wird die Zukünft noch bringen? Es ist jetzt 1970. Was wird mit die Strecken in den Eifel passieren, zum Beispiel? Aber... ich denke jetzt ein bisschen zu negativ. Dafür ist eigentlich keine Grund. In einige Tage ist Jakob wieder fröhlich und meine Laune hat sich dann auch sicher gebessert. Und dann gucke ich wieder zufrieden nach die ein- und ausfahrende Züge. Und dann werden meine Geschichten gewiss auch wieder fröhlicher :)

Es ist, meine ich, doch eine gute Sache das ich diese Geschichte jetzt erzählt habe. Dadurch wird es klar das ich, und viele andere EIfelstrecken, teilsweise eine militärische Begründung habe. Aber trotzdem haben die Städte und Dörfer im Eifel gewiss auch viel Vorteil von ihre Strecken gehabt! So auch Kelberg! Darüber werde ich auch mal erzählen!

Prrrrrrrrrrr. Prrrrrrrrrr. Moritz schlaft jetzt. Jakob legt Moritz sanft neben der warme Ofen so das er weiter schlafen kann. Zeit für ein Schnapps in Gasthaus Klemens. Und dann.... Wieder hart an die Arbeit. Die Ferien sind vorüber und die Schuljügend kommt wieder!

Prrrrrrrrr. Prrrrrrrrrr. Prrrrrrrrr. Sanft schließt "JaBo" der Tür.

Mit freundlichen Grüsse,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » So 2. Okt 2016, 22:30

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: noch keine Schüler heute

Es ist noch schrecklich früh als der Zugführer die Weichenschlüssel (und Rangiererlaubniss, natürlich) bei Jakob, den Fahrdienstleiter, abholt. Damit werd er in kürze zur Lokschuppen laufen und die Handweiche umstellen so daß der Diesellok zum Bahnsteig (und bereitstehende Wagen) fahren kann.

Zuerst schaut der Zugführer sich lachend den Katze Moritz an. Moritz Streckt Sich. Rücke krumm, Pfote ganz nach vorn und hinten, Maul WEIT geöffnet. "Na, guck mal! Was ein Maul! Da kann ich ein Maus so hineinschmeißen!"

Nachdem der v100 das Lokschuppengleis verlassen hat legt er die Handweiche wieder in Grundstellung zurück und verschließt ihm. Die Einfahrweiche ist schon durch den Fahrdienstleiter aus dem Bahnhofsgebäude umgelegt. Kuppeln, Bremsprobe, Dampfverwarmung anschließen. So eine v100 ist ja ein Diesel, aber komischerweise behält die kurze Haube eine Dampfkessel! Zur erwärmung der Wagen.

Der erste Zug der in mich, Bahnhof Kelberg, abfahrt wird meistens benutzt von Leute die in Mayen arbeiten. Mayen ist ja die größte Stadt in die Gegend. Schüler gibt es in diese Zug fast keiner. Heute geradezu Null, weil es noch Ferien ist...

Der erste Zug der morgens eintrefft ist heute auch eine kurze. Normaliter ist er lang, weil es der Schülerzug ist. Kelberg hat ja sowohl eine Realschule als ein Gymnasium und das ist pure Luxus in ein dünnbesiedeltes Gebiet wie die Eifel.

Kelberg hat diese Schulen weil Kelberg mich, den Bahnhof hat. Wäre die Strecke Mayen-Gerolstein via Daun statt Kelberg gebaut worden... dan wäre Daun sicherlich die größere Stadt gewesen. Aber Kelberg wurde gewählt, deshalb hat Kelberg jetzt 8000 Einwohner statt die 2000 die es ohne Bahnanschluß gehat hätte!

Für Daun hätte es anders gelaufen (und auch mit mir) als die strategische Strecke Liblar-Adenau-Kelberg-Daun-Wittlich erbaut worden war! Aber... letztendlich bin ich die wichtigste Platz (nach Mayen) in die Gegend geblieben.

Hinter der Fenster schaut Moritz uninteressiert auf die 86er die mit dem kurze "Schüler"zug einfahrt und einige Zeit später wieder abfahrt. Es wäre wohl interessant gewesen wenn viele Leute ausgestiegen waren. Aber jetzt ist die Fliege der unerreichbar ganz oben auf der Fenster sitzt viel interessanter. Vielleicht schafft er es als... "Beng! Kläts! Mrrrrrrriauwww!". Nein, also. Fahrdienstleiter Jakob Bodemann schaut seufzend nach seine Tasse Kaffee. Die Tasse liegt (glücklich ungebrochen) auf den Flur. Die Kaffee liegt unglücklich auch auf den Flur. Ach, Zeit genug alles auf zu raumen befor den Nächsten Zug kommt.

Moritz sitzt still in eine Ecke und ist auffällend wach... Er leckt sich die Kaffee aus seine Haare...


Video: https://vimeo.com/117685045 (Auf "cc" drücken für eine Übersetzung)

Mit freundlichen Grüsse,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » So 2. Okt 2016, 22:32

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: Katze und Kaffee

Was ist na los mit der Katze?. Der ganze Tag ist er schon wach. Jakob hat sich längst daran gewöhnst das Moritz der halbe Tag schlaft. Jetzt ist er schon den ganze Tag wach. Komisch.

Der letzte Zug ist eingetroffen und steht verschlossen am Bahnsteig. Der Lok steht im Lokschuppen und Jakob hat der Weichenschlüssel wieder zurück bekommen. Alles ist jetzt erledigt: Feierabend! "Miaaauuuw!" Moritz rennt schnell weg.

Als Bahnhof hab ich schon vielen Katzen gesehen, aber diese... Diese ist außerordentlich verrückt. Na gut. Katzen sind im Prinzip immer OK. Ein Vogel mehr oder weniger vermisst keiner, also haben Katze wenig Nachteile. Aber Hunde! Nein, die scheißen überall. Als Bahnhof fühlt es nicht OK wenn auf mein Bahnsteig, also auf mich geschissen wird!

Jakob Bodemann greift zur seine halb volle Tasse Kaffee und trinkt daraus. Pffffrust, blèèèh, pfffffft! Haare in seine Kaffee! Huh? Das sieht aus wie Katzehaare... 1 + 1 = 2.... Moritz ist schon den ganze Tag wach... "Ach nein, bitte, Moritz hat Kaffee entdekt... Nein! Idiote Katze...." sagt Jakob.

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » So 2. Okt 2016, 22:38

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: Katze, Kaffee und Schüler

Auf mich, Bahnhof Kelberg, geht alles ganz gemütlich am an frühen Morgen. Der 86er ist von den Nachtheizer ruhig angeheizt. Der Heizer und Lokführer preparieren den Lok weiter. Nach eine Weile überlässt der Lokführer den Lok dem Heizer und holt selber die Weichenschlüssel und Rangiererlaubnis beim Fahrdienstleiter.

Der Lokführer lächelt ein bisschen weil Fahrdienstleiter Jakob Bodemann jede paar Sekunden richting Kaffeetasse blickt. "Wass ist denn los, JaBo?"

"Oh, eigentlich nichts, ich muss nur ein bisschen... NEIN! MORITZ! HAU AB!" Ein Katze ist rasch, aber Jakob hat ihn ergreift. Jakob erklärt dass Katze Moritz vollkontinu versucht an Jakobs Kaffee heran zu kommen. Der Lokführer lauft grinsend zurück zur Lokschuppen. Moritz setzt sich beleidigt draußen auf das Fensterbrett.

Der Lokführers Laune ist so gut geworden, das er selber zur Schaufel greift und sein Heizer (also Lehrling-lokführer) den Lok fahren lässt :)

Etwa 20 Minuten nachdem dieser erste Zug des Tages abgefahren ist, trefft der morgentliche Schülerzug ein. Was für Moritz gestern noch eine langweilige Zug war ist heute plötzlich Das Wichtigste Ereignis Dieser Tag: eine ganze Menge rabaulende und laut sprechende Schüler überspült mein Bahnsteig. Sie laufen alle an mein Bahnhofsgebäude vorbei Richtung eine der zwei Schülen.

Moritz sitzt mit große Augen und eine Schwanz dick wie eine Toilettebrüste oben auf der Fahrdienstleiter-Ausbau. Innerhalb von 4 Sekunden von Fensterbrett bis oben auf die Ausbau? Ziemlich rasch. "Mieeaaaauuuw! Was passiert hier?"

Als Bahnhof gucke ich mich das Alles zufrieden an.


Video: https://vimeo.com/117961935 (Deutsche Übersetzung der Video: auf "cc" drücken.)

Mit freundlichen Grüsse,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Di 4. Okt 2016, 16:24

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: Katze und Personal

"Zweimal erste Klasse nach Urmersbach, bitte!"

"Jawohl" sagt Jakob Bodemann am Schalter. Die Kunden werden mit der nächste Zug richtung Mayen fahren (aber zwei Bahnhöfe früher aussteigen). Etwa 40 Minuten oder so etwas. Erste Klasse, also ziemlich ruhig. Die Schuljügend, die dieselbe Zug benutzt, fahrt zweite Klasse :)

Die Schüler kaufen keine Fahrkarte beim Jakob: alle haben eine Jahreskarte. Fast jeder Bahnhof ist noch besetzt, also die Jahreskarten werden einfach in Berenbach-Ulmen, Uersfeld, Laubach-Müllenbach, Kaisersesch usw gekauft.

Jakob überwacht seine Kaffee sehr gut, also schläft Moritz wieder ganz lang. Aber jetzt wacht er doch auf. Er hört eine ganze Menge fröhliche Stimme. Die Schuljügend ist wieder da. Er woll hinaus gehen. "Miaaaaaaauw!". Pflichtgetreu (er ist ja Katze-Personal, doch?) öffnet Jakob die Tür....

"Miew! Miew!". Ja, es klappt. Ein Mädchen krauselt ihn, pflichtgetreu, hinter seine Ohren. Und streichelt sein Rücken. Stimmt. Und hebt ihm hoch. Oh? Und drück Moritz gegen sich an. "MIEW! Entschuldigung!" Das stimmt nicht. Und drückt Moritz noch dichter gegen ihr an. "MIEW! MIAUW! MÖRDANSCHLAG! FEUER! HILFE! MIEAUW!" Und das Mädchen lasst Moritz erschrocken fallen weil Moritz so schreit...

Ach ja, einfach ein Anfangsproblem. Moritz soll einfach sein Personal noch ein bisschen instruieren :)

Inzwischen werden meine Gedanken abgelenkt. Abgelenkt durch den Hund Polutus ("das klingt wie 'Brutus', unsere vorige Hund"). Ach und weh: Polutus. Für mich als Bahnhof ist es eine Sacke voll mit Schei-sse mit vier Pfote darunter... Und ja, da fahrt er wieder los mit der Schei-sse... Bah... Kann keiner mich hilfen? Alle andere Hunde tun es auf dafür geeignete Plätze, aber nur Polutus...

Als Bahnhof kann man selber nichts machen. Sich selbst nicht helfen. Oh, wer könnte mich helfen? Hilfe, bitte!

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Mo 10. Okt 2016, 13:04

(Dieser Beitrag habe ich ursprünglich voriges Jahr rund Ostern publiziert).

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: Ostern im Eifel

Miaaaauw! Miaaauw! Moritz braucht aufmerksamkeit.

Auwie, was klingt das "Mieau" laut, meint Fahrdienstleiter Jakob Bodemann. Er hat Kopfschmerzen als ob er zwei Flaschen billige Wein gesoffen hat. Aber er hatte Gesternabend doch nur ein Schnapps getrunken. Wahrscheinlich waren einige Eier nicht mehr ganz gut. Seine Bauch fühlt auch nicht so wohl.

Bahnmeistereivorsteher Ludwig lauft hinein und guckt Jakob besorgt an. "Morgen Jakob! Du siehst schrecklich aus. Etwas Los? Zwölf Bier zufiel getrunken?" Jakob erklärt das es nur ein altes Ei gewesen ist. Aber wenn Jakob danach
auch noch erzählt was für eine komische Traum er heute Nacht traumte... Danach denkt Ludwig doch eher an zuviel Alkohol als an ein Ei.

Als Ludwig wieder nach draußen lauft lacht er. Die Traum... Stell dich vor... Alle Fahrdienstleiter waren Osterhasen... Das war bestimmt eine halbe Flasche Schnapps... :)


Bild

(Hinweis: "cc" anklicken um Deutsche Übersetzungen zu bekommen)

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon töff-töff » Mo 10. Okt 2016, 21:01

:lol: :lol: Klasse Video , super wenn man seine Modelbahn nicht zu ernst nimmt.
Grüße aus Bendorf

Martin

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » So 16. Okt 2016, 22:03

Eifeler Geschichten - Bahnhof Kelberg erzählt: schwarz

Es ist den Kohlenhändler nicht gelungen gestern noch den offenen Wagen mit Kohle zu leeren. Aber der Wagen soll leer sein wenn heute Mittag früh der Nahgüterzug da ist! Also ist er heute Morgen früh mit seinem LKW (und ein extra paar stärke Armen: seine Neffe der oft hilft) zur Ladestraße abgezogen. Aber... es wird knapp!

Warte mal.... Der Kohlenhänder erblickt das die kleine Bahnmeisterei endlich mal so eine nützliche Fuchs Kran bekommen hat. Davon hat er im Gasthaus gehört. "Es ist sowohl für das Bekohlen der Loks viel schneller und für die Bahnmeisterei ist er auch sehr nützlich" war die Begründung....


Bild

Er lauft richtung Bahnmeisterei. Es wird geplaudert. Und etwas suggeriert. Und vor allem etwas feuchtes suggeriert.

Einige Minuten später lauft den Neffe über das Bahngelände entlang das Bahnhofsgebäude und verschwindet in die Edeka. Einige Minuten später verschwinden 24 Flaschen Bitburger in die Bahnmeisterei. Einige Minuten später entladet den Fuchs rasch den Wagen.

Der Neffe schaut es an und streichelt der Katze Moritz. Er hat schwarze Hände, aber weil der Katze auch schwarz ist wird niemand es bemerken.

Eine Stunde später erklingt eine Schrei auf mein Bahnsteig: "Ach nein! Die Katze ist schmutzig! Meine weiße Jacke ist schwarz!" Das Mädchen hat Moritz gefunden und gemütlich gegen sich angedrückt...


Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Di 18. Okt 2016, 19:49

Mit diese Video bin ich sehr zufrieden!

Bild

Rangieren mit eine 50er. Und ein bisschen Spaß mit eine billige Kleinstcamera für Mitfahrbilder.

Reinout


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