Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn) - Katze und Wasserkran

Beitragvon reinout » Fr 8. Sep 2017, 21:46

Leck leck. Dreh dreh.

Leck leck. Unerschütterlich leck leck. Dreh dreh.

Leck leck. Nein, ich bin beschäftigt. Dreh dreh.

"Seufz", seufzt machinist Heinrich Stohm. "Seufz Seufz."

"Leck leck", leckt Moritz. Das Sauberlecken des Pelzes, das ist doch viel wichtiger als hinabsteigen vom Drehrad des Wasserkrans? Ja, stimmt, der Lok soll Wasser bekommen, aber.... das kann selbstverständlich auch 10 Minuten warten, doch?

Na gut, jetzt wird Moritz rundgedreht weil Lokführer Heinrich doch das Rad aufdreht :) Heimlich macht so eine freche Katze Heinrich spaß, aber er sorgt natürlich dafür das er die ganze Zeit klagt und murrt.

Bild

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » So 24. Sep 2017, 22:12

Der Kelberger Bahnhofsvorsteher hat kein einfache Aufgabe in 1946. 1946? Also im ganz frische Nachkriegszeit: die Französen sind jetzt am Zug. Kelberg liegt gerade noch im französische Zone. Eine französische Feldwebel mischt sich fast täglich im Bahnhofsgeschehen. Eines Tages hat er den Feldwebel gefragt ob er nicht damit aufhören konnte. Aufhören, stoppen, arretter.

Das war kein gutes Idee, um das zu fragen... "Merde! Arretter? Wir werden mal sehen wie gut du selbst stoppen kann!"

Ein paar Tage später trafen ein paar Soldaten der Génie militaire ein und fuhren eine Stunde später wieder ab mit das Prellblock des Landhandelgleises..... Der französische Feldwebel fand das eine großartige Witz...

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Man hat es so belassen. Auch in 1970 gab es immer noch kein Prellblock.

Bild
Zum (holländische...) Video: schaue vor allem ab 2:20 an :D Das wichtigste Punkt ist das der Zug nicht ganz OK zusammengestellt ist und das das Rangieren beim Landlandel mit eine so lange Zug nicht einfach ist.

Kedèng kedeng. KrrrrwkkkrkrkkriiieeieieieIEEEiiieerrrrrktsssssjjjjjj. "Mein Himmel! Was für ein Kram ist das ja draussen?!?" denkt Herr Grünewald in seinem Büro im Landhandel. Er lauft schnell sein Büro aus, durch dem Gang und durch die Ladehalle richtung Verladebühne. Ah, die zwei erwartete neue Wagen sind da. Aber etwas weit nach links.... Oh... der Zug hat den italienische Wagen aus dem Gleis gedrückt... Es ist auch nicht ordnungsgemäß das es dort kein Prellblock gibt. Auch die Fernsprecher hat es nicht überlebt.

Na gut. Es sieht alles nicht all zu schlimm aus. In die zwei neue Wagen gibt es auch nichts Brechbares. Also läßt herr Grünewald es für Heute ruhen. Morgen früh wird er wohl informiert durch Bahnhofsvorsteher Jakob Bodemann. Jakob wird bestimmt froh sein das herr Grünewald nicht sofort um eine Erklärung bittet: Jakob kann seine Zeit jetzt bestimmt besser benutzen.

Auserdem.... herr Grünewald hat in zehn Minuten eine Verabredung mit seine Frau: zusammen werden sie die neue Menükarte des Gasthauses Klemens mal ausprobieren :)

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Mo 25. Sep 2017, 22:17

Mal kurz als Reinout; Bahnhof Kelberg ist hierunter an die Reihe... Als ich auf mein holländisches "Heimatforum" in Augustus 2015 das original der heutige Geschichte schrieb war soeben den Deutsche PolitikerEgon Bahr verstorben. Er war, zusammen mit Willi Brandt, der Haubtarchitekt der neue Ostpolitik.

Diese Ostpolitik "spielte" so rund 1972-1974. Meine Modellbahn etwa 1969-1972. Also fast dieselbe Zeit. Na gut, also habe ich mich einige Videos angeschaut und die Wikipedia durchgeblättert. "Wandel durch Annäherung", und so weiter. Egon Bahr wurde nach Moskau und Ost-Berlijn und Warschau geschickt um zu reden. Viel zu reden.

Kalte Krieg.... Es gibt heutzutage viel zu danken: es gibt die kalte Krieg nicht mehr!


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Herr Grünewald legt seine Papiere in die Schublade. Wie nannte seine Sekretärin das auch schon wieder aufs "neu-Deutsch"? O ja: eine empty desk policy. Langsam aber sicher schleicht die Englische Sprache überal hinein.

Er kontrolliert noch mal seine Krawatte. 17:28. Noch zwei Minuten. Sorgfaltig verschließt er die Tür zum Landhandel. Ach ja, Englisch. Eigentlich soll das "Amerikanisch" sein. Die Amerikanen haben fast die ganze Welt fest im Hand. Die Amerikaner (und die Soviets). Engländer sind nicht mehr wichtig.

"Twèt". Eine sehr leichte Hupe tut kund von die Ankunft seiner Frau. Einige Zeit später laufen sie zusammen entlang das Bahnhofsgebäude richtung Gasthaus Klemens.

"Tringelingeling!" klingelt die Türklinge als sie hineingehen.

"Kling!" sagen ihre beide Weingläser als sie anstoßen. "Auf Egon Bahr!" sagt seine Frau. Mit eine breite Lach macht Gert Grünewald, wie erwartet, einige Bemerkungen über "Kommunistenfreunde die keine Platz in die Regierung wert sein". "Schmunzeln mit die Soviets? Plaudern mit die Polen? Das das sogar erlaubt ist... :D "

Als nach einige Zeit die Schweinebraten mit Bratkartoffeln und die Forelle mit schmeckhafte Gemüsesalat serviert werden, sind sie zusammen schon tief in eine Diskussion versunken ob es nutzt, Freundschaftsbeziehungen mit Feinde anzuknöpfen. Tief in Diskussion versunken... und tief glücklich :)

Das Argument , "deine Onkel der in Meiningen wohnt, ist das ein Feind?" war das Wendepunkt im Diskussion. Grund um alles etwas besser zu überdenken. Herr Grünewald ist sehr dankbar für seine Frau.

Am Ende der Mahlzeit wählen sie beide eine Kaffee mit Apfelkuchen mit Sahne. Das Leben kann so einfach und zufriedenstellend sein!


Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Gespenst im Monreal-Tunnel (1/31)

Beitragvon reinout » So 1. Okt 2017, 22:16

Gespenst im Monreal-Tunnel: 31-teilige Geschichte!

Oktober endet am 31 Oktober mit Halloween. Also ist es Zeit für eine Gespenstergeschichte, doch? Zwei Jahre her habe ich so eine Geschichte auf mein holländisches "Heimatforum" geschrieben und ich werde es jetzt übersetzen. 31 Teile, also jede Tag eine. Am Ende werde ich einige Tage nichts einstellen, dafür gibt es am 31sten gleich drei Teile. 31 Teilen.... das wird eine Menge Arbeit um das alles irgendwie passabel zu übersetzen. Und eigentlich wolle ich die Geschichten noch mit Bilder aufwerten, also soll ich noch etwas bauen und basteln... Na gut :)

All meine Geschichten wurden bis jetzt vom Bahnhof Kelberg erzählt. Jetzt kommt auch der Philippsburg in Monreal dazu. Bahnhof Kelberg kann so weit nicht gucken, selbstverständlich. Um alles ein bisschen besser verständlich zu machen habe ich eine kleine Video gebastelt um die zwei "Hauptschauplätze" etwas besser vorzuführen:

Bild

Ich hoffe, es gefällt hier genau so wie auf das holländische Forum! Am Ende wird es schlimm: es gibt sogar eine Tageschau-Sendung darüber :D

Reinout

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon jojo54 » Mo 2. Okt 2017, 11:25

Frage:

Was haben Eifeler Gespenstergeschichten aus dem Monrealer Tunnel mit dem Thread "Modellbahnen" zu tun ?

Wäre es nicht sinnvoller diese wohl umfangreiche Geschichte im Thread "Von User zu User" oder "Allgemein" zu veröffentlichen ?

Ist nur eine Anregung von mir.

MfG
jojo54

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Mo 2. Okt 2017, 13:10

Die ganze Sache ist (größtenteils) erfunden und ist komplett mit meine Modellbahn verbunden. Genau so wie die andere Geschichten die ich hier aufgeschrieben habe um ein bisschen "Atmosphäre" rund um meine Bahn zu basteln.

Das passt doch überhaupt nicht im allgemeinen Teil?

Reinout

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon töff-töff » Mo 2. Okt 2017, 21:14

Da ist schon so in Ordnung. Gehört ja zur Modellbahn.

Ich finde es Klasse, wenn es solche Geschichten um die Modellbahn gibt. Der Spaß darf ja schließlich nicht zu kurz kommen.
Grüße aus Bendorf

Martin

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Mo 2. Okt 2017, 23:29

Es gibt vier Hauptpersonen in unsere Geschichte. Die erste ist natürlich meine Bahnhofsvorsteher (und Fahrdienstleiter) Jakob Bodemann. Der ist fast immer an seine rote Fahrdienstleitermütze erkennbar. Seine Spitzname ist "JaBo".

Der zweite ist Oberlokführer Claus Bidermann. Der hat fast immer eine schlechte Laune (oder tut als ob er es hat). Auf die unterstehende Foto inspiziert er mit eine miese Laune seine 23er als er von Jakob angesprochen wird....

Bild

Hören wir mal was da passiert ist...

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So, der schadhafte Güterwagen ist ein paar Tage her erledigt. Und... er hat Erlaubnis eingeholt um endlich mal ein Prellblock bauen zu lassen. Sogar das Telefon wird repariert. Pfui! Bahnhofsvorsteher Jakob Bodemann ist da einige Tage sehr beschäftigt gewesen!

Jakob hört einige übele Geräusen unterhalb seine Schreibtisch.... Ah! Katze Moritz hat sein Futter für heute verdient! (Obwohl er davon nicht so viel wie sonst brauchen wird :) ).

Miaaauuuw! Mäuse fangen ist sehr wichtig. Diejenige die er soeben erwischt hat war ihm schon zwei Mal entkommen. Morgen früh wird er sich mal wieder auf die Bürostuhl setzen, das ist eine gute Jagtposition wenn wieder eine Maus aus das Loch beim Büro kommt.

Inzwischen zieht Jakob das Einfahrsignal auf Hp2 für die Zug aus Koblenz. Täglich fahren zwei Zugparen Koblenz-Ochtendung-Mayen weiter bis Koblenz. Jakob ist erstaunt: was macht eine 23er für diese Zug? Meistens ist es eine 50er oder 86er. Ach ja, es ist 1970 und die Bundesbahn hat ein unerwartetes Lokmangel, vor allem Güterloks. Also hat man viele 50er aus Mayen abgezogen und durch 86er ersetzt. Sogar einige alte Damen der Baureihe 94 sind eingetroffen! Jakob hat auch gehört das eine der letzte 57er kommen wird. Früher gab es viele 57er, aber das ist lange, lange her.

Jakob versucht mal mit dem Lokführer zu plaudern. Ein Kompliment über seine schöne Lok wird schlecht empfangen... "Degradiert!!! Was soll ich mit meine 23 dann hier machen? Sauerei! Drechschweine! Mich hier so eine verlassene Nebenbahn raufschicken! Ich muss denk' ich noch froh sein das ich jedenfals noch drei Wagen zu schleppen habe statt die miese zwei von gestern."

Nach noch einige Bemerkungen über "gute alte Zeit" zieht der Lokführer sich schlecht gelaunt im Lok zurück....

Bild

Ach ja, der Dampflok hat bei die DB jetzt noch eine letzte Aufschwung. In einige Jahre wird alles vorüber sein. Immer sind sie noch unentbehrlich, aber die arme 23er ist zum Beispiel schon in in zweiträngige Dienstpläne eingeteilt....

"Ach ja", denkt Jakob während er Moritz streichelt...

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Gespenst im Monreal-Tunnel (3/31): Ludwig und Herr Grünewald

Beitragvon reinout » Di 3. Okt 2017, 22:00

Der dritte Hauptperson ist Herr Grünewald. Gert Grünewald. Ordentlich, pünktlich. Immer anständig gekleidet. Herr Direktor der Landhandel.

Als vierte gibt es Ludwig Wiggershausen ("LuWi") der Bahnmeisterei. Im unterstehende Foto beobachtet er die Arbeit seiner Untergestellten. Herr Grünewald hat grüßend seine Hut abgenommen und nähert sich die Baustelle:

Bild

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Als Bahnhof Kelberg kann ich eigentlich selber nichts erreichen. Ich observiere nur. Selber etwas machen? Nein. Nur das gute zusammen mit das schlechte über mich hin kommen lassen. Im großen ganzen meine ich das überhaupt nicht negativ. Wenn man sich daran gewöhnt hat ist es sogar nicht so eine schlechte Existentz. Mann soll es akzeptieren, als Bahnhof.

Aber so ein herr wie Gert Grünewald: der kann etwas machen. Der kann etwas erreichen. Der steuert. Der lenkt. Der entscheidet! Er ist herr Direktor der Landhandel. Eine Landhandel auf Raiffeisen-Grundschlag. Und herr Grünewald sieht diese Ursprungsgeschichte nicht als etwas staubiges von lange her, aber als absoluter Kern und Berechtigung der Firma. Ein Zweck! Ein Ziel! Eine schöne Mischung zwischen wirtschaftliches und soziales Treiben.

So ein Ziel ist wichtig für ihm. Wie war es auch schon wieder was er einige Zeit her gelesen hat?

Raiffeisen war überzeugter evangelischer Christ. Die Motivation für sein sozialpolitisches Handeln war sein in der Bibel gegründeter Glaube. ... christliche Nächstenliebe .... Gottesliebe ... Christenpflicht


Herr Grünewald ist zwar selber gläubig, aber auch sonst wäre das bestimmt ein schönes Ziel. Er hält selber Ehrlichkeit und Zuverlässlichkeit für sehr wichtig. Zuverlässlichkeit ist eigentlich sehr schwer. Er soll/woll Zuverlässlich sein für ein Bauer der mal Mühe hat, schwarze Zahlen zu schreiben. Aber er soll/woll auch Zuverlässlich sein für alle andere Bauer und Unternehmer der Geld in ihre kooperative Landhandel investiert haben...

Na gut, zurück zu mir, Bahnhof Kelberg. Herr Grünewald hat die Koordination auf sich genommen um ein neues Prellblock zu bauen. Der Bahnmeisterei arbeitet daran, der Landhandel hat für etwas Holz für das Einbetonnieren sorggetragen. Und eine Firma aus Kelberg hat das Beton eingefüllt. Alles ordentlich auf Papier aufgeschrieben.

Als Bahnhof bin ich jedenfalls froh das jemand es koordiniert hat so das ich wieder ein ordentliches Prellblock habe!

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg


(Wer denkt, es ist vielleicht ein bisschen zu brav und korrekt: warte bitte bis morgen :D )

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Gespenst im Monreal-Tunnel (4/31): SAU-BESOFFEN!

Beitragvon reinout » Mi 4. Okt 2017, 21:41

KLANG BENG!

"Miieeeuuuw? Iep? Miew?" Mit eine Schwanz wie eine Klobrüste ist Katze Moritz unter das Büro gesprungen und sitzt dort beängstigt und zitternt. Was ein Lärm machte den Tür der Fahrdienstleiterausbau als er offen geschmissen wurde.

Bild

"WO IST DIE SAU-BESOFFENE BAHNMEISTEREIVORSTEHER!" wird mit großer Lautstärke gefragt durch den Lokführer der soeben eingetroffene 23er.

Ah, das ist dieselbe Kerl der ein paar Tage her auch schon so ein sonnige Laune hatte, denkt Fahrdienstleiter Bodemann. Aber mehr Zeit zum überlegen hat er nicht, weil

"BAHNMEISTEREI??? BAHNWEIBEREI NENNE ICH DAS! WO IST ER?!?"

"Bitte, beruhigen sie sich ein bisschen, weil"

"ICH WERDE IHM IN DIE RAUCHKAMMER MEINER 23 SCHMEISSEN!" wird durch der Zimmer gebrüllt bevor der Tür DICHT GESCHMISSEN wird und Moritz sich jetzt zwischen die Pflanzen beim Fenster zu retten versucht. Dabei stürzt eine der Pflanzen ab, aber das wird von Jakob nicht gehört weil die Fensterscheiben immer noch klingeln und auch der Lokführer noch deutlich hörbar ist als er richtung Lokschuppen und Bahnmeisterei lauft...

Jakob Bodemann hebt Moritz hoch und hält ihm kurz gegen sich an. Dann ruft er mit der Telefon die Bahnmeisterei an.

Bild

"Ludwig Wiggershausen hier, Bahnmeisterei."

"Hier Jakob. Hör mal, sei vorsicht. Der Lokführer des 23ers will dich sprechen. Ich denke, du kannst ihm schon hören. Keine Ahnung worum, aber er will dich an die Kehle fahren."

"Ach Jakob, du witzt bestimmt. Obwohl.... wasss.... na warte mal..." Klick, die Verbindung wird abgebrochen. Jakob geht nach draussen: mal sehen ob der Heizer der 23 etwas an Information hat...


Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Gespenst im Monreal-Tunnel (5/31): DU! ROTE MÜTZE!

Beitragvon reinout » Do 5. Okt 2017, 23:07

"Entschuldigung, wissen Sie vielleicht" begint Jakob Bodemann.

"Du! Rote Mütze!", ruft der Heizer zurück. Als Fahrdienstleiter hat Jakob seine rote Kopfbedeckung natürlich vorschriftsgemäß auf sein Haubt. "Wo ist meine faulenzende Oberlokführer?! Hast du ihm irgendwo hin geschickt?!?"

Bild

Pardon? Auf so eine freche Weise zugeredet werden, das ist Jakob nicht gewohnt. Als Fahrdienstleiter (und noch mehr als Bahnhofsvorsteher) ist man auf ein Bahnhof König, Kaiser und Admiral. Jakob ist bestimmt nicht sehr hierarchisch, aber was hier passiert, das ist zu frech. Obwohl die Frechheit auch eine sonnige Seite hat: der Heizer kann vielleicht benutzt werden um sein Lokführer etwas abzubremsen. Die beiden scheinen einander ähnlich...

Aber... zuerst einigermaßen die Ordnung wiederherstellen. Ein bisschen auf die Stimme achten. 150% lauter. Am liebsten etwas dunkler. Bestimmt nicht hell schreien. Na gut:

"Jawohl, Sie haben recht! Eine rote Fahrdienstleitermütze. Und als Fahr-dienst-lei-ter brau-che ich jetzt ein La-ge-be-richt. Gibt es ein Problem? Was sind die Fakten?". Errinern an seine formelle Rang als Fahrdienstleiter und zugleich eine formelle bündige Zusammenfassung fragen: das hilft meistens.

"Lagebericht? Innerhalb den Monreal-Tunnel sind ein paar Steinen hinunter gefallen und die haben das Fenster an die rechter Seite der Lok zersplittert. Wenn Sie hinauf klettern ins Führerhaus werden sie es sehen können." Na gut! das klingt schon netter.

"Deshalb beabsichtete mein Lokführer einiges an Missgeschick für den Vollidiot der versucht ein Bahnmeister nachzuahmen. Der braucht bestimmt eine Dusche mit Schmieröl. Und er soll in seine $#@^& getreten werden!" Na gut... das klingt schon wieder bekannt...

Jakob klimmt hinauf ins führerhaus und stellt fest das das Fenster an die Rechteseite tatsächlich kaputt ist. Inzwischen sieht er das der Lokführer wieder ab Bahnmeisterei Richtung Lokomotive lauft. Er schleppt kein Bahnmeister hinter sich her, also lebt der Ludwig wahrscheinlich noch. Jakob entscheidet das er den Lokführer am besten entweichen soll und klettert schnell den Lok hinunter.

Er ist leider nicht rechtzeitig zurück ins Bahnhofsgebäude: der Lokführer ist schneller und will ihm noch etwas sagen. "Der völlig verrückte Bahn-voll-idiot-meister hat eine @)&*^%-Geschichte erzählt der sogar meine Schwiegermutter nicht glauben würde. Aber OK. Er hat gesagt, du sollst für Morgenabend den Überlandhandelgroßkapitaldirektor einladen. Zusammen werden wir vier dann mal hierüber reden. Ich werde für morgen arrangieren das ich die letzte Zug des Tages hierher fahre. So eine 86er ist Kinderspiel für mich. Na gut: rede mit Herr Direktor. Sonst benutze ich dein Katze um meine Lok zu reinigen!"

Jakob bleibt mit offene Mund auf dem Bahnsteig stehen...

Auch Herr Grünewald, der äußerst anständige Direktor der Landhandel, steht mit offene Mund. Gerade um die Ecke. Er hat alles überhört und ist nicht gerade einverstanden mit die Ausdrückungsweise der Lokführer. Der braucht wohl ein bisschen Erziehung.... Aber nicht heute. Dafür gibt es morgen wahrscheinlich einige Möglichkeiten.

Inzwischen fragt Jakob sich was da im Bahnmeisterei passiert ist.... Zeit um anzurufen. Aber zuerst der 23er sein Bahnhof hinaus kriegen...

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Fr 6. Okt 2017, 22:10

"Ein guten Mittag zugewünscht, herr Grünewald!" grüßt Jakob Bodemann höflich, nachdem er von der Sekretärin hineingelassen ist. "Ich habe eine Bitte..."

"Ah, herr Bodemann, willkommen. Was kann ich für Sie tun?"

"Ach. Ja. Keufch. Tja. Ach. Sie sollen verstehen..." fängt Jakob an, der sich nicht ganz gemütlich fühlt.

----

Eine halbe Stunde früher hat er der 23er Fahrterlaubniss gegeben und 10 Minuten später der Rückmelding ("Zug ist angekommen") von Berenbach-Ulmen abgewartet. Danach war er richtung Bahnmeisterei gelaufen um mit eigene Augen zu sehen ob da noch etwas von Ludwig übriggeblieben war. Aber Ludwig lief ihn schon entgegen und hob grüßend seine Hand hoch. Daraus zog Jakob drei Schlußfolgerungen:
  • Er lauft und hat also immer noch zwei Beinen.
  • Er hebt ein Hand hoch und hat also mindestens noch eine unversehrte Arm.
  • 2 + 1 = 3, also hat er mindestens drei der vier Glieder noch.

Weil Ludwig auch breit lächelte, war es mit der Rest seiner Glieder wahrscheinlich auch OK.

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"Was ein Giftnudel, dieser Lokführer!" sagte Ludwig. "Er erwischte mich gerade beim Lokschuppen und schimpfte und wetterte eine ganze Minute. Nur dann bemerkte er meine breite Grins: ich hatte mein Hand auf das Drehrad der Wasserkran und er stand genau unter die Öffnung :D Dann habe ich ihn ein Glas Schnapps zugesagt wenn er sich berühigte und mich erklärte was denn los war..." :D

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg


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