Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

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reinout
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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 3/10)

Beitragvon reinout » Mi 19. Dez 2018, 23:15

Jens schließt der Regler und fängt an zu bremsen. Bald stoppt der 86er beim Einfahrsignal beim Monrealer Tunnel. (Na gut, ein kleines Bisschen zu weit, aber zum Glück achtet Jens' frühere Lehrer, Claus, gar nicht darauf). Claus schaufelt wieder Kohle auf dem Feuer und bedient die Speisepumpe um den Wasserpegel wieder anzuheben. Weil Claus damit beschäftigt ist sieht er an seine Seite des Loks den Monrealer Pfarrer stehen:

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"Lokführer Claus?" fragt der Pfarrer.

"Ja, stimmt, das bin ich. Wieso?"

"Ach, Entschuldigung, aber..."

"Mach weiter, man!". Claus verliert sein Geduld.

"... jedenfalls.... Ich habe von 'höhere Stelle' gehört das ihr heute Abend einige seltsame Sachen erleben wird. Mich wurde gesagt, ich sollte dich 'benehme dich als ob es völlig normal ist' und 'versuche die normale Geschichte zu folgen'. Na gut, das war was ich gebeten wurde dich mitzuteilen. Viel Glück!"

"...." ist das erstaunte Kommentar von Claus der mit offene Mund Richtung Pfarrer guckt. Inzwischen fahrt der Lok wieder ab und verschwindet im Tunnel. "Selten habe ich solches Geschwätsch gehört..."

Immer Aufmerksam!

Philippsburg, Monreal

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 4/10)

Beitragvon reinout » Do 20. Dez 2018, 22:45

Nur zwei Fahrgäste steigen aus in Kelberg. Ein Man und ein Frau. Komische Kleidung haben die Leute.... Der Frau ist überdeutlich schwanger. Ach ja. Moritz sagt "miauw!" und drückt sich ein bisschen gegen ihren Beinen, aber sie achten nicht auf den Katze: sie sind zu beschäftigt, sie suchen etwas.

Der Zugführer verschließt die Personenwagen und haut sofort ab nach Hause.

Fahrdienstleiter Jakob gibt Rangiererlaubnis. Claus und Jens fahren der Lok zur Lokschuppen, verschließen die Weiche wieder und Claus bringt die Weichenschlüssel zurück nach Jakob. Endlich "Betriebsruhe". Jakob fahrt auch gleich ab Richtung sein Weihnachtsmahlzeit bei Freunde. Das Bahnhofsgebäude ist jetzt leer, dunkel und verschlossen.

Nach eine halbe Stunde harte Arbeit ist die Lok fertig für die Nacht. Mit ein ordentliches Ruhefeuer schafft die Lok es wohl bis morgen früh. Moritz sieht die zwei Männer müde Richtung Gasthaus Clemens laufen, wo sie übernachten werden (es gibt in Kelberg keine eigene Übernachtung, ein Zimmer im Gasthaus wird dafür benutzt). Sie freuen sich schon auf ein warmes Bett.

Eine übele Überraschung erwartet sie im Gasthaus. &*#$^^@$!!!!!!!! Wie meinen Sie,

7. ... wir haben sonst keinen Raum in der Herberge


???? Was soll das?

"Entschuldigung, aber für heute Abend ist nichts durch die Bundesbahn reserviert wurden. Am Weihnachtsabend endet die letzte Fahrt doch in Mayen Ost statt Kelberg? Und am Weinachtsabend ist es hier im Gasthaus immer ganz voll mit Touristen. Die Touristen kann ich nicht rausschmeißen!"

...

Claus redet und redet und schlussendlich ist eine Kiste Bier und zwei Decken das maximal erreichbare. Sie beiden sollen es sich im Lokschuppen bequem machen. Die Tür des Gasthauses schließt sich und Clas dreht sich um. "Josef Stalin!" ruft er. Das ist inzwischen sein normales Schimpfwort geworden.

"Ähhhh, nein: Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth. Gutenabend." Das sagt einer der zwei Fahrgäste der mit dem Zug eingetroffen waren.

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Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 5/10)

Beitragvon reinout » Sa 22. Dez 2018, 01:01

Es ist schon dunkel. Claus, Jens, Josef und Maria gehen zur Lokschuppen. Jens trägt die zwei Decken, Claus die Kiste Bier. Josef stützt Maria, die schon deutlich Probleme hat mit ihre dicke Bauch. Dann ist es nicht einfach die Gleise zu überqueren... Claus sagt "es wird dort wohl behaglich warm sein", was Josef wie Musik in die Ohren klingt.

"Wir haben dort auch eine ausreichende Menge an Gerät um das Kind hinaus zu ziehen" sagt Claus (mit eine verborgene Grins). Das klingt Josef wie heulende Sirenen in die Ohren. Maria lächelt ein bisschen.

Sie allen gehen die Lokschuppen hinein. Tatsächlich ist es komfortabel warm. Moritz schleicht auch hinein um die Lage zuerst mal ruhig ab die Arbeitstisch zu beobachten.

"Guck mal," sagt Claus, "dort ist unsere Ofen! Eine wunderschöne Baureihe 86er!". Das klingt Josef eher wie "mögliches Explosionsgefahr" in die ungeschulte Ohren. Maria hat ganz andere Sorgen und mit ein großes Seufzer senkt sie sich auf den Boden...

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Moritz spitzt an die andere Seite des Loks seine Ohren. Er dachte gerade eine Maus zu hören. Aber wo? Es klinkt Moritz wie "Mahlzeit" in die Ohren.

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 6/10)

Beitragvon reinout » So 23. Dez 2018, 00:07

"Warte gefälligst da draussen!" Claus schiebt Josef durch die Lokschuppentore die Nacht hinein. Wie so viele beinahe-Vater lief Josef wie ein kopfloses Huhn überall im Wege: so konnte Claus nicht arbeiten. Ja: der mundfaule Claus hilft gerade bei der Geburt! "Notfall" und "ich war Lokführer im Krieg" sagte er, anscheinend hat er das schon mal mitgemacht.

Heizer Jens nimmt sich noch ein Bier und wandert hinaus nach Josef um ihm zu beruhigen.

"Pressen, Weibchen!" ertönt Claus' Stimme. Josef sieht ein bissen grün und gelb aus und lehnt sich gegen die Tor:

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Danach überhören sie Maria, die laut sagt: "wie meinst du, 'eine Hydraulikpresse wird bestimmt helfen'?!? Schreckliche Kerl!". Jens lacht sich krümm und Josef sieht nòch blasser aus. "Aaaaaaaaaaah" klingt es aus die Lokschuppen hinaus.

"Guck mal!" sagt Claus zufrieden. "Einfach mal drohen mit eine Hydraulikpresse, das klappt immer. Ich sehe das Hauptchen schon! Noch einmal pressen!"

Josef fallt in Ohnmacht...

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Moritz leckt Josefs Gesicht. Dadurch wacht er wieder ein bisschen auf. Inzwischen blickt eine erleichterte, zufriedene und freundliche Claus um die Ecke und nötigt alle hinein. "Der Kleine ist da."

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 7/10)

Beitragvon reinout » So 23. Dez 2018, 18:03

Zusammen haben Claus und Jens es geschafft die Kiste mit dem Denkmal aus der Wagen zu holen. So eine Kiste, das ist Holz. Davon kann man eine Krippe basteln. Und das Denkmal ist bestimmt mit Stroh straff in die Kiste verpackt und man braucht ja Stroh in eine Krippe! Jetzt nur noch die schwere Kiste zur Lokschuppen schleppen mit eine einfache Sackkarre....

"Kann ich euch vielleicht helfen? Ich habe keine blasse Ahnung wie ich hierher gelangt bin, aber...." sagt eine etwas dicke Figur mit altertümliche Kleidung und mit eine Bibel in die Hand.

[img width=800 height=505]https://abload.de/img/screenshot2017-12-22akkr69.png[/img]

"Martin Luther?!? Was machen Sie denn hier?" ruft Claus überrascht. "Ach, quatsch, auf diese Abent frage ich mich nichts mehr. Also einfach: willkommen! Ich vermute, du willst nicht still und heilig alles ruhig anschauen, aber findest es OK um auch anzupacken?"

"Stimmt", antwortet Luther.

"Na, hilf uns dann mal diese verpackte Heilige abzuschleppen. Und.... "sola scriptura" ist natürlich ganz nett, aber es ist besser wenn du deine Bibel mal fünf Minuten zur Seite legst. "Sola fide", nur durch Glauben wird jemand selig werden? Jetzt haben wir ein Problem mit ein soeben geborenes Kindlein das vielleicht wohl selig, aber jedenfalls warm werden soll. Und nur durch eine ordentliche Krippe und etwas Stroh werden wir das schaffen. Ich habe gehört, du bist OK mit eine Hammer und Nagel? Dann, baue mal die Krippe für uns, dann werde ich mit Jens das Denkmal ordentlich zur Seite schleppen."

Moritz schaut neugierig zu wie Luther die Krippe zusammenbastelt. Mit Hilfe von Zimmermann Josef, natürlich!

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 8/10)

Beitragvon reinout » So 23. Dez 2018, 20:41

Der Krippe ist fertig. Martin und Josef haben ganze Arbeit geleistet. Etwas Stroh dabei und, ja, es ist ein nettes warmes Bett. Sicherlich mit eine warme 86er daneben :)

Moritz ist damit ganz einverstanden: komfortabel und warm. Aber bevor er sich mit seine schönes schwarzes Fell gegen Jesus legt, leckt er sich selbst zuerst sauber.

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Eine Katze! Bei seine Baby in die Krippe.... Es ist wieder eine Schreck für den arme Josef. Aber ja: Tiere gehören auch dazu. Aber normalfalls nicht so dicht daneben und nicht so zufrieden schnurrend....

:D

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 9/10)

Beitragvon reinout » Mo 24. Dez 2018, 21:04

8. Und es waren zwei Jäger in derselben Gegend in die Nähe des Viaduktes. Sie warteten bei der Bahnübergang, hoffend auf ein schmeckhaftes Schwein.
9. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um die zwei Jäger (und auch die zwei Schweinen); und sie fürchteten sich sehr.


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Auch die Schweinen erschrocken sich bitter: zwei auf dich gezielte Gewehren, das ist fast schlimmer als ein Engel...

10. Und der Engel sprach zu ihnen (sowohl Jäger als Schwein): Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11. denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Kelberg.
12. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in der Lokschuppen, in eine Decke von Gasthaus Clemens gewickelt und in einer Krippe, gebastelt von Luther und Josef, liegen.
13. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen (und Schweinen) seines Wohlgefallens.
15. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Jäger untereinander: Lasst uns nun gehen nach Kelberg und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.


Die Jäger sagten, wegen die Bemerkung "Friede auf Erden", übrigens auch "seufz" und richteten ihre Gewehren zum Himmel und feuerten in eine für Schweinen ungefährliche Richtung.

Die Schweinen sagten, wegen die Bemerkung "Friede auf Erden", übrigens zufrieden und erleichtert "oink" und liefen, zufrieden schwischend mit ihre Ringelschwanz, mit die Jäger mit Richtung den Lokschuppen von kelberg. Sie wussten das man da bestimmt Tiere vonnöten hatte.

16. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef und Claus und Jens, dazu das Kind in der Krippe liegen und Moritz der auch in der Krippe dabei lag.


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Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg

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Christgeburt im Eifel, 1970 (Teil 10/10)

Beitragvon reinout » Di 25. Dez 2018, 18:59

Claus sagt: "Gut, was hat der Pfarrer bei Monreal gegen mir gesagt? Ich glaube, es war 'versuche die normale Geschichte zu folgen'. OK: dann brauche ich jetzt drei Weisen aus dem Osten. Mal sehen. Martin, wo bist du eigentlich her?"


"Ich komme aus Wittenberg, wieso?" antwortet Martin Luther.

"Wittenberg. DDR. Osten, also." sagt Claus barsch. Er will schlafen, aber zuerst soll die ganze Geschichte fertig sein. "Aha! Das Denkmal! Nepomuk! Der war Bischof in Prag! Prag ist auch Ost-Europa. Bingo!"

"Und Nummer drei?" fragt Jens.

"Die wird du jetzt holen. Guck mal draussen. Ich dachte, soeben etwas Lärm zu hören. Die 'Höhere Mächte' haben bestimmt etwas arrangiert."

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Einige Minuten später kommt Jens zurück zusammen mit eine blasse Weihnachtsmann. Der kann das Bier das Jens ihm gibt gut gebrauchen.

"Ho ho ho, das war ein Schreck.... Ich fliege in meine Schlitten in die Nähe des Viadukts und plötzlich werde ich fast von zwei Gewehrkügeln erschossen. Meine Rentiere erstarrten von Schreck und selbst war ich auch ganz erschrocken..."

Die zwei Jäger blicken schuldbewusst nach einander... Das waren bestimmt die zwei Schüsse die sie soeben in die Luft zielten statt Richtung die Schweinen...

"Ha! Ausgezeichnet!" ruft Claus. "Du bist ganz im rot gekleidet. Deshalb sage ich, du bist eine verfluchte Kommunist und deshalb bist dus 'aus dem Osten'! Jetzt haben wir die drei Weisen aus dem Osten. Gebe mal rasch einige Geschenke an Maria und das Kind!"

Weihnachtsmann und Martin Luther werden Richtung Krippe geschoben. Danach zerbrechen Jens und Claus sich fast ihre Rücken beim verschieben des Nepomuk-Denkmals. Martin Luther hat die Zeit benutzt um seine Bibel aufzuschlagen und fängt an zu reden.

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"Zu ein Geschenk gehört eine kurze Rede. Das Denkmal sagt nichts und der Weihnachtsmann ist schon am dritten Bier, deshalb werde ich es machen. Eine kurze Predigt mit drei Punkte.

Es ist hier allesamt doch ein bisschen komisch. Wir kennen allen die ursprüngliche Geschichte mit Bethlehem, die Krippe und die Hirten uzw. Aber jetzt ist es 1970 hier in eine Lokschuppen. Was sollen wir damit? Ich habe soeben schnell gelesen was da in die ursprüngliche Text in Lukas 2 geschrieben ist. Und ich sehe drei auffallende Unterschiede. Ohne erklären zu willen oder gar können was hier jetzt in Kelberg passiert, meine ich doch etwas feines sagen zu können (und dürfen).

Der erste Unterschied. Wir sehen hier Jäger und Schweinen statt Hirte und Schafen. Damals in Israel, in die Zeit des alten Testaments, waren Schweine unreine Tiere. Hier bei euch in West-Deutschland gibt es viele Gastarbeiter aus die Türkei und ab und zu sieht man eine Metzgerei der 'halal' ist. Das meinst u.Ä 'kein Schwein'. Das ist dasselbe. Gucken wir dann auf Jesus... Eh... Ich meine, der Jesus von damals, nicht das Herrchen hier die so komfortabel in die Krippe liegt mit eine warme Katze... Eh, na gut, Jesus also, der blickte in viele Hinsichten viel anders auf die Regel und Gebote seiner Vater als die 'Kirche' seiner Zeit. Die hatten damals viele Regel bis ins absurde hinausgezogen. Das sollte mal wieder 'normalisiert' werden. Jesus machte also Dinge wovon die feine Leute seiner Zeit grauten. Er redete und aß offen mit ausländische Erbfeinde, mit Huren und mit Römische Steuerbeamte, zum Beispiel. Er akzeptierte diese Leute (obwohl 'akzeptieren' nicht automatisch bedeutet, das alles was man macht erlaubt ist!).
Deshalb mag ich es das wir hier jetzt Schweine statt Schafen haben: auch Schweinen werden akzeptiert."


Der Weihnachtsmann holt ein paar prachtige sanfte Schafschenkel aus seine Sack. Zur große Freude von vor allem Jens und Claus der wohl einiges zu essen brauchten.

"Der zweite Unterschied. Wir befinden uns in eine Lokschuppen statt eine Stall. Ein 'Haus von Technik und Verbindung'. Technik, Ekonomie, Fortschritt: es wird manchmal gegenüber das Glauben gesetzt. Bei uns im Osten, in die DDR, wird das wohl sehr explizit gemacht: 'ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein'. Mit nur unsere eigene Kraft und Technik schaffen wir das. Das endgültige rationelle Paradis. Aber ich denke, diese Gegenüberstellung gibt es gar nicht! Technik, Fortschritt: daran ist nichts falsches. In Genesis (1.Moses) wird schon gesagt, der Mensch soll die Erde bebauen, beherrschen. Technik und Wissenschaft gehören einfach dazu. Es gibt hier in Deutschland viele Bahnstrecken. Einige sind zwar für Kriegszwecken gebaut, aber die meiste werden jetzt dafür benutzt Güter und Personen durch ganz West-Europa zu befördern. Fast eine gemeinsame Markt. Es gibt sogar eine Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, zum Beispiel. Deutschland und Frankreich zusammen.... Undenkbar ohne Verbindungen. Verbindungen sind gut.

Schaue auch mal auf das Römische Reich. In Films wie 'Ben Hur' und 'quo vadis' gibt es immer wieder ein paar Gläubigen der von den Römer ermordet werden, doch? Also 'Rom=schlecht'. Oder doch nicht: ich meine, das Römische Reich kam gerade rechtzeitig. Davor gab es eine Haufen von kleine Staaten, so etwas wie unsere Deutsche 'Kleinstaaterei'. Bei jede Grenze lauerte Gefahr. Und dann kam Rom: ab Israel bis Gibraltar freie Fahrt. Gute Verbindungen. Maßgeschneidert, doch, wenn man eine Evangelist wie Paulus durch die ganze bekannte Welt schicken will? Leider gab es damals kein Zugverkehr :D"


Der Weihnachtsmann reicht Maria eine hölzerne Eisenbahn.

"Der dritte und letzte Unterschied. Wir! Die Weisen aus dem Osten. Damals war es eine Ehrentitel. Dort im Osten gab es schrecklich kluge Leute. Und jetzt in 1970? Der eiserne Vorhang. Das schreckliche Osten. Warschau-pakt. Bis die Zähne bewaffnet. Und hier in West-Deutschland mit eure NATO-Freunde gibt es auch eine Riesenmenge an Waffen. Kasernen durch das ganze Land. Was gibt es hier nicht allemal? Ulmen mit seine Ausbildungskaserne. Daun mit ein Luftverteidigungsbattalion. Südlich ovn Ulmen die Flugplatz Büchel. Amerikaner bei Bitburg. Usw. Die Düsenflieger hört man jede Tag. Wird es je Friede geben?

Meine Hoffnung ist nur was heute Abend zu Schwein und Jäger gesungen wurde: Frieden auf Erde. Wie unlogisch und unmöglich es auch klingt. Der eiserne Vorhang scheint unzerbrechlich. Aber auch
der wird einmal niederfallen. Tear down this wall wird jemand mal sagen. Das wird wohl gegen ein andere Sovietführer als Leonid Brezhnev sein...

Woher kommt meine Hoffnung? Gucken wir mal nach Jesaja 2:4, dort wird von mächtige Völker gesagt 'Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen'. Die Amerikaner werden Bitburg räumen. Und auch Kampfflugplatz Hahn wird umgestaltet für Touristenfluge. Kann es schöner werden? Das ist was ich lerne von dem dritten Unterschied."


Der Weihnachtsmann weint ein bisschen von Ergriffenheit. Und er holt eine große Packung Lego aus seine Sack. Damit kann Jesus später schön Mauer bauen und auch wieder abbrechen.
Würde es wirklich mal Friede geben? Würde der eiserne Vorhang wirklich mal fallen? Das wäre doch unmöglich...

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Die Jäger, Schweinen, Weihnachtsmann, alle sind fort. Das Denkmal sagt nichts. Der Lok kocht leise sein Wasser. Sogar Claus schlaft sanft.

Moritz guckt herum nach alle schlafende Menschen. Danach drückt er sanft seine Nase gegen Jesus und schlaft auch wieder ein.

Zzzzzzzzzzz.

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg

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Re: Eifeler Geschichten (Eifelburgenbahn)

Beitragvon reinout » Di 5. Feb 2019, 01:34

Bevor die ganze Weihnachtsgeschichte hatte ich einige Erzählungen rund ums Bahnhofsgebäude erzählt (hier ist die Erste. Mit diese Serie mache ich jetzt weiter...

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Am Abend ist es oft ruhig auf mein Bahnhofsgelände. Die Bahnsteiglaterne beleuchtet sanft mein Bahnsteig, obwohl das Licht nicht in jede Ecke scheint. Ab und zu erklingt irgendeines Geräusch, so wie jetzt: ein leichtes Zischen.


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Während mein Fahrdienstleiter am Telefon beschäftigt ist, ist Moritz (wie normal in diese Folge rund ums Bahnhofsgebäude) beschäftigt mit essen. Wieder ein mal ist es "Maus". Weil der Maus damit nicht einverstanden ist rennt er mit hohe Geschwindigkeit davon, Richtung die dunkle Ecke beim Ladeplatform weil es dort eine brauchbare Spalt gibt. Moritz rennt den Maus hinterher und.... Ho! Halt! Brems! Mord! Feuer! HSSSSSSJJJJJJJ!!!!

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Moritz bremst sich selbst innerhalb 0.1 Sekunde bis Stillstand, hebt seine Rücken, Schwanz ganz dick und er blast wie eine Zylinderhahn. "HSSSSJJJJJ!"
Jakob ist als Fahrdienstleiter gerade beschäftigt und schickt deshalb Zugführer Claus hinaus um zu gucken was da los ist.
Moritz blast immer noch. Es sieht aus, als ob er etwas in die dunkle Ecke erblickt. Claus ist ein Mensch und sieht deshalb einfach nichts. Zeit für eine Taschenlampe!

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"Was soll das??? Ein Kreuzotter!" Ab und zu sieht Claus ein Kreuzotter beim Bahnhof. In die Sonne erwärmen die Schottersteine auch im Herbst noch ganz ordentlich: ein Kreuzotter benötigt diese Wärme. Aber Anfang November? Auf dem kalten Bahnsteigs? Abends? Da stimmt etwas nicht. Na gut. Etwas Geschick mit die Kohleschaufel und eine Besen und er kann die Kreuzotter unbehelligt in die Nähe des Freiladegleises unter eine Strauch umsiedeln. Dort schafft die Schlange es selbst wohl wieder.

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Die Ruhe ist wiedergekehrt auf mein Bahnhof. Innen beim Ofen hat Moritz sich mit eine schlimme Laune hingelegt. Jakob versucht den schlecht gelaunte Katze nicht zu stören und schleicht leise durch mein Gebäude.
Und unterhalb die Strauche verdaut der Schlange zufrieden den Maus der Moritz gehört :)

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg


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