Bahnlärmdemo in Koblenz

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Knipser1
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Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Knipser1 » So 4. Sep 2016, 22:22

Trotz guten Wetters wohl kein allzugroßer Erfolg...

http://www.burgenblogger.de/bahnlaerm-koblenz/
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Reiner
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Reiner » Mi 12. Okt 2016, 06:51

Zum Thema Bahnlärm noch folgender Beitrag:

Land will Güterverkehr aus dem Tal verbannen

Die Landesregierung will den Güterzugverkehr komplett aus dem Mittelrheintal verlegen. Das hat Verkehrsminister Wissing klargestellt. Auf verbesserte Technik zu setzen, reiche nicht aus.


Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Mainz, er habe diese Haltung Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in einem persönlichen Gespräch am Rande der jüngsten Verkehrsministerkonferenz dargelegt.

"Ich werde nicht akzeptieren, dass eine Transitstrecke durch Europa zur gesundheitlichen Belastung für Rheinland-Pfälzer wird", sagte Wissing. "Wir wollen dort auch Tourismus haben, wir wollen Lebensqualität haben und vor allem haben wir den klaren Auftrag, die Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten."

Alternativstrecke über den Westerwald

Er habe Dobrindt erklärt, dass ihm die EU-Strategie nicht ausreiche, bis 2026 leise Bremsen und moderne Waggontechnik verbindlich zu machen, sagte Wissing. Ergänzend müsse in einer Doppelstrategie die Planung für eine Alternativtrasse aufgenommen werden.

Hierzu gibt es den Vorschlag einer Streckenführung von Bad Augustin bei Bonn über Westerwald und Taunus nach Mainz-Bischofsheim. Die Landesregierung hatte sich zuletzt enttäuscht gezeigt, dass der Bundesverkehrswegeplan 2030 die Alternativtrasse für den Güterverkehr nicht in den vordringlichen Bedarf aufgenommen hat.

Quelle: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... index.html

Ich fahre am Wochenende mal in den Westerwald gucken, ob schon gebaut wird. Bad Augustin ist auch gut. :lol:

Gruß Reiner

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Dieselpower
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Dieselpower » Mi 12. Okt 2016, 21:33

Nicht nur, daß "Bad Augustin" gut ist...

Im Westerwald scheinen diesen Worten zufolge keine Rheinland-Pfälzer zu wohnen (wie auch immer die ominöse Strecke steigungsarm durch Mittelgebirge zu führen sein soll), oder sie haben keine Lobby - ich hoffe, der Wähler erinnert sich daran in ein paar Jahren noch. Abgesehen davon würde man den Rheintalspinnern Recht geben, obwohl es dort immer zwei Strecken mit üppigem Verkehr gegeben hat, und diesen Verkehr einfach in eine Landschaft verlegen, die durch Schwerlastverkehr, Windkraft - übrigens auch seit gut 10 Jahren eine ICE-Strecke - und ähnliches mehr als genug zerschunden ist. Die blöden Bergvölker braucht man ja nicht fragen, ob sie dieses Päckchen auch noch schultern wollen...

Dann können ja auch Gemeinden und Kreise die zarten jungen Pflänzchen eines (nach Jahrzehntelanger Pause) wiederbelebten sanften Tourismus gleich wieder rausreißen, und die Landflucht wird sich weiter fortsetzen. Was für ein zynischer Vorschlag - sind die Berglandbewohner weniger wert, als die Talbewohner? Das grenzt ja an....neee, ich sag es nicht...

Aber sie werden weiter Malu und ihre Spießgesellen wählen - bis zur Urne reicht eben das Gedächtnis nicht!


Ach übrigens, eine Empfehlung: Für den Besuch im Westerwald am besten mit Zug und Rad anreisen. Auto ist schlecht, alleine rund um Hachenburg sind inzwischen 3 Monsterbaustellen (welche mit Sicherheit wieder durch den "völlig überraschend hereinbrechenden Herbst und Winter" bis weit ins nächste Jahr hinein bestehen werden) eingerichtet, ich werde nahezu täglich auf einen Spießrutenlauf zum Dienst geschickt - fast wöchentlich wachsen sie wie Pilze aus dem Boden...tja, der Belag ist bei unserem LKW-Verkehr eben schon nach wenigen Jahren im Eimer - den Rest besorgt der LBM durch völlig unkoordiniert terminierte Baustellen. So ist z.B. sowohl die Zufahrt nach Hachenburg, als auch die Nistertalstraße und obendrein noch die B8 gesperrt, die Umleitung für letztere zwei Baustellen geht über eine soeben erst wieder fertiggestellte lokale Verbindungsstraße über die Dörfer - die dürfte dann auch in Rekordzeit wieder im Eimer sein...also von einer BI "Pro Westerwald", die sich mal gegen den LKW-Terror auflehnt, habe ich bislang noch nichts gehört...
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Ulrich Neumann
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Ulrich Neumann » Do 13. Okt 2016, 19:09

Die Bergvölker sind dabei den geplanten Autohof an der B 255 Gemarkung Heiligenrot und den LKW Parkplatz an der A 3 bei Girod zu verhindern.
Die Erweiterung des Schützgeländes zwischen Siershahn und Ebernhahn ist wohl beschlossene Sache.

Für eine Entlastungsbahnstrecke würde ich einen Tunnel von Bad Augustin unter dem Westerwald und Taunus planen.
Bauen solten es die Schweizer, welche beim Gotthardbasistunnel den Kostenrahmen und die Bauzeit eingehalten haben.
Das müsste doch auch einen deutschen Verkehrsminister beeindrucken.

yogibaer
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon yogibaer » Do 13. Okt 2016, 21:13

Hallo zusammen,
wo finde ich eigentlich Bad Augustin auf der Landkarte?

Wenn die Güterzüge dann durch den Westerwald rauschen sind sie auch weit genug vom Wahlkreis des Rheinland-Pfälzischen Verkehrsministers entfernt :o , nicht das die Strecke linksrheinisch weitergeführt wird und seine Heimatregion als Abkürzung bis Karlsruhe entdeckt. :D

Kam mir bei den Beiträgen so in den Sinn.

Grüße
Jürgen

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Heiner Neumann
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Heiner Neumann » Fr 14. Okt 2016, 07:46

Läge das Mittelrheintal in der Schweiz, wären parallelführende Tunnel auf beiden Seiten bereits im Bau!

Gruß

Heiner
Wenn Du ein Licht am Ende des Tunnels siehst, bete, dass es kein Zug ist :shock: !!!

Vertraue nur Deinem eigenen Hintern - denn nur er steht immer hinter dir!

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Ulrich Neumann
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Ulrich Neumann » Fr 14. Okt 2016, 09:33

yogibaer hat geschrieben:Hallo zusammen,
wo finde ich eigentlich Bad Augustin auf der Landkarte?


Ersetze Bad durch Sankt!
Möchte manchmal wirklich wissen, welche Zahnräder in Politikerhirnen verklemmt sind.
Lerne deine Heimat kennen...

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Dieselpower
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Dieselpower » Fr 14. Okt 2016, 11:18

Ulrich Neumann hat geschrieben:Möchte manchmal wirklich wissen, welche Zahnräder in Politikerhirnen verklemmt sind.
Lerne deine Heimat kennen...


Manchmal sind es nicht Zahnräder, die da verklemmt sind, sondern ganze Getriebe...und davon sind nicht nur "manche" Politiker betroffen...

Wollen die uns ernsthaft weismachen, daß man für 10 Mrd. Euro einen Tunnel - nein, eigentlich sind es ja zwei - durch zwei deutsche Mittelgebirge bohren kann? Bei der "Entscheidungsfreude" kann man davon ausgehen, daß dieser Betrag in irgendwelchen unsinnigen Gutachten versickert ist, und 20 Jahre ins Land gegangen sind, noch bevor die erste Erdbewegung stattfindet. Von "unvorhersehbaren, plötzlich auftauchenden" geologischen und hydrologischen Unwägbarkeiten fange ich lieber gar nicht an - Westerwald und Taunus sind eben nicht überall und ausschließlich aus stabilem Granit, Gneis & Co., das sollte doch jeder Depp wissen! Für das anfallende, bekritzelte Papier werden sicher wieder ganze Wälder fallen müssen...

Alleine die 4,2 km NKWT haben schon 135 Mio. (reine Baukosten) verschlungen...
S21 sollte zuerst 2,5 Mrd. verschlingen, später wurden dann 6 Mrd. genannt, aber man geht inzwischen von 9,8 aus - Fortsetzung folgt - wie bei den Eröffnungsterminen...

Wenn unsere Vorväter so gearbeitet hätten, wären vermutlich 95% der gesamten Infrastruktur heute nicht vorhanden, und wir hätten noch gemauerte Feuerstellen in unseren Höhlen....kein Wunder, daß man heute nichts mehr auf die Kette bekommt, egal ob U-Bahn-, Flughafen- oder Autobahnbaustellen...
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hochwald
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon hochwald » Fr 4. Nov 2016, 10:39

Ich glaub auch, in Deutschland wird das nix mit langen Tunnelprojekten (na gut neben der Schweiz, die neben den Milliardenverlusten aus der Bankenkrise wenigstens ein par Milliarden retten und im Berg verbauen konnten, hat es auch in Österreich lange gedauert - und dauert (Brennertunnel, Semmering Basis Tunnel und Koralmtunnel). Aber ich glaube alleine Nürnberg-Erfurt hat ca. 15 Jahre gebraucht, Stuttgart-Ulm wird auch nicht zügiger (in der Zeit bat der Chinese locker 2000 km, klar mit anderen und unzureichenden Umweltstatandards und Enteignungen).
Auch die Vorschläge im Mittelrheintal immer wieder "Abkürzungen" durch Tunnelschleifen "einzubauen" wird daran scheitern dass etliche gemeinden "durch die Finger schauen", sprich es ist schätze ich extrem kostspielig sagen wir 10-15 solcher "kurzen" Tunnelstrecken zu bauen und die anderen zu beruhigen.

Ist ja schon fast lustig dass die Urgroßväter den Sprung von Antwerpen bis nach Basel/Italien quer durch Ardennen, Eifel und Hunsrück planten, aber ich finde auch dass es mal wieder an einer gemeinschaftlichen Nutzung der Streckennetze, etwa in den Benelux Ländern scheitert, denn die Strecken sind ja alle da, sei es die Nordstrecke in Lux oder die vor sich hin dümpelnde Eifelstrecke. Die Argumente der fehlenden Elektrifizierung oder den wenigen starken Steigungen >10 Promille ziehen auch nicht, stellt man sie den Baukosten von absolut etwa 100 Tunnelkilometern entgegen. Ich verstehe also nicht warum die bestehnde Infrastuktur nicht soweit aufgerüstet und angepasst werden kann, dass ganz einfach die GZ Fahrten durch die Flusstäler signifikant reduziert werden können.
Betrüblich ist auch dass die Schifffahrt in Rhein- und Moseltal immer nur positiv wegkommt, es wird so getan als ob nur die Bahn Lärm und Belastung bedeutet.

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Dieselpower
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon Dieselpower » Fr 4. Nov 2016, 11:10

Aber die Eifelstrecke macht doch nur bedingt Sinn, sie verläuft in Richtung Südwest, die Hauptrichtung ist doch Süd. Ein Zug von Rotterdam/Antwerpen in Richtung Süden würde doch nicht Zickzack fahren via Köln und Saar/Lor/Lux. Das wäre höchstens für die einst wichtigen Montan-Relationen zwischen Ruhr und Saar interessant, und außerdem würde diese Entlastung dem Tal südlich von Koblenz nichts bringen.

Der Rhein ist nun mal der die Richtung vorgebende Fluß, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und die Ziele, die über die Benelux Länder am besten erreichbar sind, haben selber Seeanschluß zur Nordsee/zum Atlantik. Und letztendlich geht es doch fast nur darum, daß die Waren ab der großen Seehäfen nach Süden verteilt werden.

Mit einem gebe ich dir jedoch unumwunden Recht:
Mit den "kleinen Tunnellösungen" wird es im Kindergarten Mittelrheintal zu heftigstem Gezänk kommen. Wird hier ein Tunnel gebaut, wollen sie dort auch einen haben, während auf einmal auf der anderen Rheinseite Tumult laut wird, weil man plötzlich die Züge bei der Einfahrt in den neuen Tunnel deutlicher hört als zuvor...jaja, diese bösen Schallwellen, die nur geradeaus verlaufen, bis sie auf ein Hindernis stoßen...Sie werden sich mit Eiern, überreifen Tomaten, faulen Äpfeln, Transparenten und Schildern bewerfen, sie werden sich aufspalten in "Pro Rechtsrhein" und "Pro Linksrhein" und noch lauter maulen als zuvor - weil der neue Feind plötzlich nicht mehr im Verkehrsministerium oder im Bahntower sitzt, sondern am anderen Ufer, und sie werden dann fast täglich ihre komischen Choreografien für Pressekameras abhalten.... :lol:

Aber eins ist ihnen allen gemein, die sie über den Bahnlärm schimpfen - sie wollen stets volle Regale mit Superspitzenklassesonderschnäppchenangeboten vorfinden, ob bei IKEA, ATU oder Nanu Nana. Doof nur, daß das Zeug, was sie da kaufen (Und nach kürzester Nutzungsdauer wieder wegwerfen) weder per Rentier, noch per Postkutsche noch per Rikscha dorthin kommt....
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Re: Bahnlärmdemo in Koblenz

Beitragvon TroubadixRhenus » So 13. Nov 2016, 13:38

Meines Erachtens ist das Problem der immer weiter ausufernden Warenströme eh nicht ohne immense Schäden an Mensch und Umwelt zu meistern! Es wird immer so getan, als wäre der exponentiell ansteigende Verkehr ein Naturgesetz. Warum eigentlich? Weils darum geht immer mehr und immer schneller und immer billiger an Dinge zu kommen, die man grösstenteils nicht mal wirklich zum Leben braucht. Ich denke wir werden da sowieso schon recht bald bescheidener werden müssen, ob wir wollen oder nicht. Der Globus gibt nämlich keinen einzigen Quadratmeter Lebensraum mehr her, als er hat (eher wird es bald weniger werden, wenn an den Küsten Land verloren geht wegen steigender Meeresspiegel, während sich die Weltbevölkerung auf 9-Milliarden zubewegt). Das gilt ebenso für alle anderen Ressourcen auf unserem Planeten, wo wir uns naturgegeben kein einziges Gramm von jedweden Rohstoffen selbst "erbrüten" können.

Aber das ist jetzt ein anderes Thema, aber ich sehe da wieder meinen alten berüchtigten Politiklehrer vor meinem geistigen Auge rumgestikulieren, wie er uns mit leidenschaftlich feuchter Aussprache "das Märchen vom ewigen Wachstum" zu indoktrinieren versucht... :?
"Wählen gehen ist wie Zähne putzen: Lässt man's bleiben, wird's braun."
Hagen Rether


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