Armsheim-Wendelsheim

Horst Heinrich
Oberrat A14
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Armsheim-Wendelsheim

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 26. Mär 2014, 13:41

Angeregt durch einen anderen Beitrag in diesem Forum zum Bahnverkehr Rheinhessens habe ich mal etwas "gekramt" und ein interessantes Dokument gefunden.
Es ist 11 Jahre alt und der krönende Schlußpunkt nach jahrelangen Bemühungen, die Strecke Armsheim-Wendelsheim noch vor dem Abbau und einer leichtfertigen Bebauung zu bewahren.
http://www.kreis-alzey-worms.eu/verwalt ... ?navid=219
Was ist von den Plänen, die von einem Radweg über eine Touristik- und Säuferbahn bis sogar hin zur ÖPNV-Reaktivierung reichten, geworden?
Vorläufig letzter Schildbürgerstreich war die Bebauung des Wendelsheimer Bahnhofsgeländes mit einem Verbrauchermarkt im letzten Jahr.
Die ÖPNV-Anbindung durch eine Strecke, die idealerweise bis in die Mitte des aufstrebenden Ortes Wendelsheim reichte, also eine ideale Anschlußmöglichkeit für Schüler und Berufspendler bieten würde, ist damit leichtfertig blockiert worden.
Auch sonst ist nicht viel von den hochfliegenden Plänen zu Anfang dieses Jahrhunderts übrig.
Ein Jammer, wenn man bedenkt, daß von Wendelsheim ein Direktanschluß in die Landeshauptstadt möglich wäre und alle Orte entlang der Strecke Zuwachs verzeichnen.
So aber bleibt die Erinnerung und das Bedauern über vertane Chancen.
Für die Retrospektive empfiehlt sich wie immer ein Blick in Markus Götterts Archiv, z.B.unter http://www.nahebahn.de.
(Man muß ein bißchen suchen: Erst den Menüpunkt "Gau Algesheim - Bad Kreuznach" anklicken, dann weiter zu "Rheinhessenbahn").
Oder hier: http://www.hunsrueckquerbahn.de/frambilder2010.htm
(Menüpunkt Armsheim-Wendelsheim).
Auch Rodrigo Gebhardt hat kurz vor der Demontage der Schienen in Wendelsheim noch einmal Aufnahmen vom Bahnhof und der Strecke gemacht:
http://rgebhard.de/seite893.htm
Und der "vordere", vom Streckennetz abgeklemmte Teil hat 2013 noch einmal Schlagzeilen gemacht, als die Feuerwehr der Verbandsgemeinde hier Rettungs- und Trageübungen auf der Strecke durchgeführt hat.
Übrigens hatte diese Strecke auch bis zum Ende des Kalten Krieges strategische Bedeutung. Hier war am Wendelsheimer Streckenende eine Verladeeinrichtung für Bundeswehr und US-Armee installiert, die beide im Raum Mörsfeld-Kriegsfeld verschiedene Standorte unterhielten, die US-Armee hatte hier sogar bis in die 1990er Jahre ein Atomwaffenlager, eines der größten seiner Art, "North Point". Der Oberbau war erst in den 1980er Jahren auf Verlangen des Militärs teilweise mit Betonschwellen erneuert und ertüchtigt worden. Allerdings nur für den Transport von gewöhnlichem, militärischen Geräten. Die Atomwaffen wurden in Friedenszeiten immer nur per Hubschrauber und Flugzeug transportiert.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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