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Was wird aus der NTB?

Verfasst: Mo 5. Dez 2011, 06:35
von Reiner
Nassauische Touristik-Bahn hofft auf städtische Hilfe

"Die Nikolauszüge der Nassauischen Touristik-Bahn waren dieses Jahr schon zweieinhalb Wochen vor der Abfahrt nahezu ausverkauft. Dieses sehr gute Ergebnis kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die NTB derzeit in einer sehr bedrohlichen Lage befindet", erklärt Marcus Giebeler, Vorsitzender der Nassauischen Touristik-Bahn.
"Seit der Sperrung der Aartalbahn aufgrund eines LKW-Anpralls an die Eisenbahnbrücke in der Flachstraße sind nun zwei ganze Jahre ins Land gegangen. Zwei Jahre in denen so gut wie gar nichts passiert ist.
Obwohl uns im Februar 2010 noch eine Wiederaufnahme des Betriebes für Dezember 2010 signalisiert worden war, ist es vor allem 2011 gespenstisch ruhig um die Aartalbahn geworden" so Giebeler weiter.
Die Kosten des Museumseisenbahnvereines - vor allem Kreditzinsen, eisenbahnspezifische Pflichtversicherungen und Mieten - sind jedoch ungeachtet des Endes der Jamaika-Koalition, des Kommunalwahlkampfes, der Koalitionsverhandlungen und der Neuwahl des Verkehrsdezernenten weitergelaufen. Da die finanziellen Reserven des Vereines bereits durch eine weitere Streckensperrung in 2005 aufgebraucht waren, scheint für die NTB nun das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein.
Dazu der Schatzmeister des Vereines, Stefan Wolf: "Der Vorstand der NTB hat beschlossen, für Januar eine Mitgliederversammlung einzuberufen. Diese wird angesichts der finanziellen Lage wahrscheinlich den Gang zum Insolvenzrichter beschließen müssen. Es ist bitter, dass unser ehrenamtliches Engagement just im 25. Jahr unseres Bestehens seinem Ende entgegen geht."
Gleichwohl scheint sich für die Museumseisenbahner doch noch einen Lichtblick am Horizont abzuzeichnen: "Wir haben in der letzten Woche sowohl von Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller als auch von der neuen Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke positive Signale erhalten. Beide haben uns versprochen, sich unserer Sache anzunehmen. Wir befinden uns derzeit in Kontakt mit Frau Möricke und hoffen kurzfristig zu einer tragfähigen Lösung zu gelangen. Wenn es jedoch auch dieses Mal nur bei folgenlosen Absichtserklärungen bleibt, ist für uns nach dem Jahreswechsel im wahrsten Sinne des Wortes "der Zug abgefahren" Es wäre traurig, wenn sich im neuen Jahr - beinahe 30 Jahre nach der Einstellung des Betriebes durch die Bundesbahn und 24 Jahre, nachdem es uns zusammen mit dem jüngst verstorbenen damaligen Landeskonservator Professor Dr. Kiesow gelang, die Aartalbahn vor dem Abriss zu bewahren - die Türen des Dotzheimer Bahnhofes erneut verschließen würden", so Giebeler abschließend (Pressemeldung Nassauischen Touristik Bahn, 05.12.11). (Pressemeldung Nassauischen Touristik Bahn, 05.12.11).

Gruß Reiner

Re: Was wird aus der NTB?

Verfasst: Di 13. Dez 2011, 11:13
von eta176
Manfred Knispel und Brigitte Tietze mit Neuigkeiten im Wiesbadener Tagblatt
vom 08.12.2011:

Kreis stellt Geld für die Aartalbahn bereit
NAHVERKEHR Für Erwerb des Schienennetzes 250 000 Euro eingeplant

Im Entwurf des Kreishaushalts 2012 sind für den Erwerb des Schienen-
netzes auf dem Kreisgebiet 250.000 Euro eingestellt für den Fall, dass
„wir zu einer gemeinsamen Position mit der der Stadt Wiesbaden und
dem Rhein-Main-Verkehrsverbund zur Reaktivierung der Aartalbahn
kommen“, so Landrat Burkhard Albers (SPD) ...

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/regi ... 453750.htm
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Bereits am 6.12.. schrieb Manfred Knispel für Wiesbaden:

Die Touristik-Bahn darf noch hoffen

NTB Stadt Wiesbaden gibt 3000 Euro zur Überbrückung / Kosten
für die Sanierung der Aartalstrecke werden erneut geprüft.....


http://www.wiesbadener-tagblatt.de/regi ... 445365.htm
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Re: Was wird aus der NTB?

Verfasst: Mi 14. Dez 2011, 13:52
von MTU
Ich wiederhole mich zwar, aber es ändert nichts an den Fakten: Wiesbaden benötigt dringend ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept. Der Verkehrskollaps droht nicht, er ist bereits eingetreten. Fahrzeiten von 30 Minuten und mehr zwischen der oberen Aarstraße am Dürerplatz und dem Hauptbahnhof in den Stoßzeiten (ca. 3 Kilometer) entsprechen mittlerweile der gesamten Fahrzeit von Limburg bis zur Stadtgrenze über die B 417 (45 Kilometer). Und mittendrin stehen auch die Busse!!! Wenn hier nicht bald die Pendlerströme von den Einfall- und den Innenstadtstraßen weggeholt werden, dann weiß ich es auch nicht. In anbetracht dieser Situation ist es unerträglich, dass Politiker wie dieser OB Müller das Thema der Reaktivierung der Aartalbahn Runde um Runde aussitzen, obwohl das Land Rheinland-Pfalz bis Zollhaus und nun auch noch der RTK ihre Arme weit ausstrecken und sich an der Finanzierung der Reaktivierung beteiligen wollen. Falls die Stadtpolitiker immer noch der Denke verhaftet sind, mit der Nutzung der Aartalbahn wolle irgendjemand dem Bürger sein Auto wegnehmen, der muss sich die Frage stellen, ob das tägliche Warten im Stau denn eine sinnvolle Alternativnutzung des Pkw darstellt. Hier werden Freizeit im Vor- und Nachlauf von und zur Arbeit systematisch verschwendet, die Umwelt unnötig verpestet und Fußgänger gefährdet. Sinnvolle P&R-Anlagen vor den Toren der Stadt und ein Umstieg auf eine Aartalbahn für Pendler aus dem Untertaunus sind das einzige, was ein Mobilitätstplus in Wiesbaden erzielen würde. Niemand würde deshalb auf sein Auto verzichten, denn er muss ja irgendwie noch den Pendlerparkplatz erreichen. Also sollte man die politischen Geldgeber (Autolobby) dahingehend vielleicht einmal beruhigen. Mann, mann, mann!!!