Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

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Bad Camberger
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Bad Camberger » Sa 7. Mai 2016, 21:23

Ulrich Neumann hat geschrieben:
Die Holzbachstrecke ist eine reine Schützstrecke und nicht eine allgemeine Infrastrukturmaßnahme, die der Allgemeinheit dient.


Deswegen fuhren dort auch Schenker Tonzug-Umleiter nach Siershahn. :roll:

Bad Camberger

Ulrich Neumann
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Ulrich Neumann » So 8. Mai 2016, 10:34

Bad Camberger hat geschrieben:
Ulrich Neumann hat geschrieben:
Die Holzbachstrecke ist eine reine Schützstrecke und nicht eine allgemeine Infrastrukturmaßnahme, die der Allgemeinheit dient.


Deswegen fuhren dort auch Schenker Tonzug-Umleiter nach Siershahn. :roll:

Bad Camberger


Schenker ist m. W. der Vertagspartner der Fa Schütz, die Weba nur Subunternehmer...
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TroubadixRhenus
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon TroubadixRhenus » So 8. Mai 2016, 12:21

Die Holzbachtabahn ist aber doch öffentliche Eisenbahninfrastruktur und keine Schütz-Anschlussbahn, oder?

eta176
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon eta176 » Do 12. Mai 2016, 14:52

Selbstverständlich ist der Abschnitt Siershahn - Selters - Altenkirchen (Ww) der ehem. KBS 421 eine
öffentliche Eisenbahn-Infrastruktur - im Eigentum der Westerwaldbahn des Kreises Altenkirchen GmbH.
Das scheinen inzwischen selbst Herr Schwan und die politisch Verantwortlichen im Kreis Altenkirchen
begriffen zu haben. Solange ein verkehrliches Bedürfnis besteht - und über 200.000 Tonnen Fracht p.a.
dürften da als Nachweis eigentlich ausreichen - kann sich die Weba und damit auch der Kreis nicht so ohne
weiteres aus der Verantwortung stehlen.
Der von Ulrich geschriebene Satz: "Die Holzbachstrecke ist eine reine Schützstrecke und nicht eine allgemeine
Infrastrukturmaßnahme, die der Allgemeinheit dient
". ist die in den RZ-Artikeln aufgestelte Behauptung der
Anwaltskanzlei, (aber auch gleichzeitig Meinung des RZ-Autors ...)

Für die DB Cargo - und die tonverladende Industrie - steht der nächste Termin für einen Umleiterverkehr für Ton
und Fliesen bereits dick markiert im Kalender: Aufgrund der sechswöchigen Sperrung der Unterwesterwaldbahn
zwischen Staffel und Montabaur vom 4. August bis 18. September 2017 sollen Züge mit Ton- und Fliesen über
Altenkirchen laufen (sofern dann nicht auf der Holzbachtalbahn oder an der Brücke in Hadamar saniert wird ...)

Gruß
HaPe

Ulrich Neumann
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Ulrich Neumann » Do 12. Mai 2016, 19:01

Bei der ganzen Sache dürfte es um das EU Beihilferecht gehen.
Die Kanzlei, die Werit vertritt, ist spezialisiert auf Wirtschaftsförderung!

Auszug aus der WZ Nr. 108

EU Beihilfen
Beihilfen – ein Begriff der Europäischen Union begünstigen bestimmte Unternehmen oder Branchen. Ein EU-Vertrag regelt, dass solche Beihilfen vor ihrer Vergabe bei der EU-Kommission angemeldet und von ihr genehmigt werden müssen.
Eine eigene Richtlinie regelt die staatliche Mitfinanzierung von Investitionen in Schienenanlagen, die spezifischen Firmen zugutekommen.
Werden staatliche Beihilfen nicht angemeldet und genehmigt aber trotzdem gewährt, verstoßen sie gegen EU-Recht und sind von Anfang an unwirksam.
Da Gemeinschafsrecht Vorrang vor deutschem Recht hat, kann die Beihilfe jederzeit zurückgefordert werden.
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Heiner Schwarz » Do 12. Mai 2016, 20:37

Ich liebe diese Auszüge aus der - nicht verlinkbaren - Westerwälder Zeitung

Also, das zuvor gesagte mag für einen Gleisanschluss der Firma Schütz zutreffen, aber, die Bewilligungsbehörde, das Eisenbahn-Bundesamt ist ja auch nicht blöd:

http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=views;document&doc=10580&typ=KU

http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=views;document&doc=10580&typ=RL

und hat schon mal 2012 in Brüssel nachgefragt.

Und da es sich hier um "Öffentliche Eisenbahn-Infrastruktur" handelt, gilt eben diese

http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/Foerderrecherche/inhaltsverzeichnis.html?get=fd76a4b50755392215abd06bb63b1846;views;document&doc=12029&typ=KU

und damit ist es furchbar uninteressant, ob am Streckenende die Firma Schütz, Bayer, Lanxess oder wie auch immer heißt - weil es geht um den Fördertatbestand zwischen dem EIU - hier der Westerwaldbahn - und dem Eisenbahn-Bundesamt.

Nun mag es trendy sein, gegen Schütz Stimmung zu machen - "Rennfahrer" - "Weltumsegler".
So lange der Herr Schütz dies aus seinem versteuerten Einkommen bezahlt, kann ich wunderbar damit leben.

Denn alles andere wird unserer Volkswirtschaft noch teurer:

http://www.zeit.de/2011/31/Stimmts-Strasse

Nur, jetzt denke ich mal laut:
Könnte es vielleicht sein, dass WERIT erst einmal versucht hat, die Politik im Kreis Altenkirchen "von den besonderen Bedürfnisse der Firma WERIT" zu überzeugen.
Die sind ja bekanntlich mit den ebenso bekannten wie falschen Argumenten losgerannt und haben uns was von "Schütz-Strecke" erzählt.

Danach scheint wohl jemand der Politik erklärt zu haben, dass sie auf einem holzwegähnlichen Gang aus Kunststoffabfällen fehlgeleitet wurden.
Es folgte sozusagen ein Meinungsaustausch.

Und nun erzählt uns eine Rechtsanwaltskanzlei - im Auftrag des Herrn WERIT - ebensolches.

Da fällt mir doch glatt der alte Witz ein:

Und was sagt der Rechtsanwalt zu seinem Mandanten, wenn er den Prozess verloren hat: Sie haben den Prozess leider verloren, meine Bemühungen waren zwar vergeblich, aber keinesfalls umsonst.

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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Ulrich Neumann » Fr 13. Mai 2016, 18:37

2012 nutzt in diesem Fall gar nichts!!!
Darauf haben sich die Verantwortlichen wahrscheinlich auch verlassen.

Das EU Gesetz gibt es erst seit 2013 und ist bindend für alle Mitgliedsstaaten.
EU Gesetz ist da über Bundesgesetz, sonst wäre die klagende Partei ja blöd.

Außerdem spielt auch noch die Kostenfrage eine nicht unwesentliche Rolle.
Lkw Transporte sind doppelt so teuer wie Bahntransporte.
Nur, wenn Bahntransporte in dem Fall defizitär sind und die Steuerzahler des Kreises AK die Bahntransporte suventionieren (= rechtswidrige Beihilfen) sollen, ist das dann richtig?

Abwarten wie die EU Kommission entscheidet.
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Heiner Schwarz » Do 9. Jun 2016, 21:05

Am 07.06. hat sich der Kreisausschuss des Landkreises Altenkirchen im Nichtöffentlichen Teil mit dem Güterverkehr auf der Holzbachtalstrecke beschäftigt:

2016-06-07_KA_Bekanntmachung.pdf
(3.73 KiB) 124-mal heruntergeladen


und die Rhein-Zeigung schreibt hierzu - ohne das wir es alle lesen können (und wollen):

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/altenkirchen-betzdorf_artikel,-westerwaldbahn-kreistag-soll-kuendigung-wieder-zuruecknehmen-_arid,1498144.html

während der Südwestfunk uns mitteilt:

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/koblenz/altenkirchen-350/-/id=1642/did=17571832/nid=1642/rcchts/index.html

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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Horst Heinrich » Do 9. Jun 2016, 23:12

Eigentlich dürfte es DEUTSCHE Kommunen nicht jucken, wenn eine Strecke, die mit DEUTSCHEN Steuergeldern errichtet, ausgebaut und vorgehalten wurde und wird, u.a. damit DEUTSCHE Unternehmen DEUTSCHEN (und solchen, die es werden wollen) hier Arbeitsplätze anbieten und an den DEUTSCHEN Fiskus ihre Steuern zahlen, mit DEUTSCHEN Steuergeldern jetzt bezuschußt wird...
Einmal mehr wird für mich hier deutlich, daß eigentlich niemand diese EU braucht und will - ich denke, in Neuwied oder Altenkirchen weiß man auch eher, was die Region braucht als hinter einem mit 100.000 Euro jährlich alimentierten Multikulti-Arbeitsplatz in Brüssel oder Straßburg.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Heiner Schwarz
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Heiner Schwarz » Di 21. Jun 2016, 21:28

Neues aus dem Kreistag des Westerwaldkreises:

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/koblenz/montabaur-kreisausschuss-beschaeftigt-sich-mit-zuschuss-fuer-holzbachtalbahn/-/id=1642/did=17636896/nid=1642/1y1fp8k/index.html

Da die Öffentlich-Rechtlichen Links nur eine begrenzte Halbarkeit haben:

Kreisausschuss beschäftigt sich mit Zuschuss für Holzbachtalbahn

Der Westerwaldkreis entscheidet am Nachmittag, wie sich der Kreis an der Sanierung er Holzbachtalbahn beteiligt. Die Sanierung der Güterstrecke zwischen Altenkirchen und Selters soll rund elf Millionen Euro kosten. Land und Bund werden das Projekt mit 85 Prozent fördern. Die beiden Anlieger- Kreise Altenkirchen und Neuwied haben bereits beschlossen, jeweils 350.000 Euro zu zahlen. Der Westerwaldkreis würde aber am stärksten von der Entlastung der Straßen durch den Güterverkehr profitieren. Deshalb wird der Kreisausschuss voraussichtlich beschließen, eine Million Euro für die Sanierung der Holzbachtalbahn auszugeben.


Im Kreisinformationssystem des Westerwaldkreises finden wir folgenden Punkt in der Tagesordnung:

Regionales Engagement zur Finanzierung der Infrastruktur auf der Schienenstrecke Altenkirchen - Selters (Holzbachtalbahn); Beteiligung des Westerwaldkreises

Leider werden dort keine Beschlussvorlagen oder Anlagen beigefügt, wie ich es a.a.O. aus dem anderen Teil des Rheinlandes kenne ...

Könnte gut ausgehen.

Der Mogendorfer
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Der Mogendorfer » Do 23. Jun 2016, 06:21

Hallo,

gestern in der Mittagspause staunte ich nicht schlecht als ich eine blau/graue G1206 (?) mit 4 Rungenwagen und einem Coilwagen bei uns am Bü Richtung AK fahrend sah. Was hatte es mit dieser Fuhre auf sich? Weiß jemand mehr?

Besten Gruß!

Andreas
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Dieselpower
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Re: Schütz-Bedienung per Bahn bald vor dem Aus ???

Beitragvon Dieselpower » Do 23. Jun 2016, 10:28

Gern auch hier noch einmal die Antwort:
Wenn es slowakische Rungenwagen (4-Achser) waren, also Wagen der Bauart Rs oder Res, ist es keineswegs eine neue Leistung, sondern eine Lieferung Rundbrammen ("Knüppel") für die Fa. Axtone in Neitersen gewesen. Da werden wohl Puffer draus gemacht. Auch die Lok - eine Leihlok vom Typ G1000 - ist schon seit geraumer Zeit (einige Monate, seit der Entgleisung in Scheuerfeld) dort im Einsatz...

Die bekommen schon seit Jahren diese Rundbrammen aus der Slowakei, aber sporadisch - dann kommen mal 4-6 Wagen, dann wieder vier Wochen lang nix...so wie hier im August 2005:
Bild

Kleine Ergänzung:
Mit anderen Worten, gewisse Firmen, welche Benachteiligungen zu spüren glauben, und klagen, wenn Steuergelder in Bahninfrastruktur investiert werden (Warum soll man den Schuft nicht beim Namen nennen? Fa. Werit aus Altenkirchen - zuuuufällig aus einer vergleichbaren Branche...könnten sich ja auch einen Anschluß legen lassen... :roll: ), sollen mal schön den Ball flach halten, noch mal zum Mitschreiben: Es ist keine "Schütz-Strecke" sondern öffentliche Infrastruktur!
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
Konrad Adenauer


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