Gestern Nachmittag im Bf Frickhofen

Notfallmanager
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Re: Gestern Nachmittag im Bf Frickhofen

Beitragvon Notfallmanager » So 12. Feb 2017, 12:55

Ehrlich gesagt verstehe ich diese Diskussion schon lange nicht mehr. Es gibt Beförderungsbedingungen, die veröffentlicht sind. Darin und auf riesen Stickern in den Zügen des RMV steht, dass man sich vor Fahrtantritt einen Fahrschein zu kaufen hat, sonst 60 EUR. Da steht aber nicht, dass die Züge erst abfahren, wenn der letzte Fahrgast, der überpünktlich zur Abfahrtszeit erst am Bahnsteig erscheint, sich den Fahrschein gekauft hat. In Niederhadamar steigen regelmäßig dieselben Reisegruppen ohne Fahrschein ein, die bei der Kontrolle behaupten, nicht zu wissen, dass man überhaupt einen Fahrschein benötige. Dann beginnen regelmäßige Diskussionen, bis schließlich die Station erreicht wurde, an der man ohnehin aussteigen wollte und dann lässt man sich theatralisch aus dem Zug werfen. Ich weiß ja auch, dass man offenbar nur in Deutschland ein Entgelt für die Benutzung des ÖPNV entrichten muss, aber genau darüber kann man sich informieren, wenn man nicht gerade blind, taub und stumm ist. Und das sind alle hier genannten Fahrgäste gewiss nicht!

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Dieselpower
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Re: Gestern Nachmittag im Bf Frickhofen

Beitragvon Dieselpower » Mo 13. Feb 2017, 17:14

Hallo Notfallmanager,
also ich denke, wenn man das ganze hier weiter ausdiskutiert (Was auch viele Reisende lieber machen, als sich an ganz simple Regeln zu halten), wird bald ein neues Merkheft bzw. eine Richtlinie für Zugpersonale mit dem Titel "Kundenoptimiertes Verhalten des Zugpersonals" herauskommen, in denen Fälle wie diese mittels Flußdiagrammen, die auch der letzte Blödmann kapieren sollte, abgearbeitet werden.
Da muß man dann aus Ausgangssituationen (Fahrgast kommt zu spät ohne Fahrschein, Fahrgast diskutiert mit dem Personal bis zum Erreichen seines Wunschzieles, dem Fahrgast paßt die Geschwindigkeit oder das Wetter nicht...), den entsprechenden Rahmenbedingungen (Zug pünktlich, Zug verspätet, andere Reisende als Zeugen vorhanden, wenn ja, auf wessen Seite, Müdigkeit oder unbefriedigende sexuelle Auslastung des Lokführers oder des Zugbegleiters, zu hohe oder zu niedrige Raumtemperatur...) und unter Berücksichtigung der Vorschriften (Bis zum Stillstand gesandet, Signal zeigt Fahrbegriff - oder auch Halt, sonstige betriebliche Unregelmäßigkeiten....) stets die richtige Reaktion (A...lecken, Fenster zu und weg, endlose Diskussion fortsetzen, richtig durchgreifen bzw. das Weite suchen, nach Wurfgegenständen umschauen...) zusammenkonstruieren. Da dies im Einzelfalle (bekanntlich sind ja heutzutage auch hunderttausende Vorkommnisse nur "Einzelfälle") eine Weile in Anspruch nehmen kann, wird der Bahnverkehr nach Inkrafttreten dieser Richtlinie (0815.4711) komplett zusammenbrechen, kaum ein Zug wird weit vorankommen, geschweige denn sein Ziel erreichen.
Daher gibt es die 0815.4711 auch als App für's Smartphone, wohl dem, der eine Ladesteckdose an Bord hat.... :roll:
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Re: Gestern Nachmittag im Bf Frickhofen

Beitragvon TroubadixRhenus » Di 14. Feb 2017, 10:30

Marcel Zehl hat geschrieben:...zumal die Reisenden per Definition nicht meine Kunden sind - das seid vielmehr ihr als Mitarbeiter eures EVU.


Deine Ausführungen kann ich gut nachvollziehen. Allerdings finde ich diesen Satz etwas problematisch. Ohne Reisende gibt es auch keine Reisezüge, und ohne Reisezüge gäbe es so manche Strecke und so manchens Stellwerk nicht. Das sollte man immer zuende denken, finde ich. Die Eisenbahn ist immer noch ein System, dass vom großen Ganzen lebt - auch wenn unser Wirtschafssystem uns zunehmend abgewöhnen möchte über den Tellerrand zu schauen.


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