Rotenhain / Westerwald

Knipser1
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Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Knipser1 » So 17. Dez 2017, 14:15

Hallo zusammen,

nachdem die Deutsche Bahn AG den Bahnhof Rotenhain im Herbst 2017 zurückgebaut hat liegt nur noch das Durchfahrtgleis für die Zügen zwischen Langenhahn und Erbach auf der oberen Westerwaldbahn.

Hier nochmal ein Bild aus "besseren Tagen" Anfang 2017, noch stehen die mechanischen Signale und Gleis 2 liegt noch, wenn auch nicht mehr befahren.

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Durch den Rückbau der Gleisanlagen wurde nun auch das mechanische Stellwerk der Bauart "Einheit" entbehrlich.
Der Bahnhof Rotenhain war in den letzten Jahren seit Ende des umfangreichen Basaltverkehrs (Ende 2002) ohnehin fast nur durchgeschaltet und wurde nur 1 x die Woche betrieblich besetzt um die Funktionstüchtigkeit der Stellwerkseinrichtungen zu erhalten.

Gerade die Möglichkeit der recht einfachen Durchschaltung des Bahnhofs machte das Stellwerk zu einer Besonderheit.


Hier ein Blick in das Stellwerk für diejenigen, die sich auch etwas für die Stellwerkstechnik interessieren.
Im Vordergrund erkennt man den Blockschrank, dahinter dann die Hebelbank besetzt mit Stellhebeln und 2 Kurbeln für die beiden Einfahr-Signale.


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Hier noch etwas mehr im Detail:


Stellhebel und Winde


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Blockschrank


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Das Gebäude ist vielleicht nicht so ganz der "Knaller" - repräsentiert aber einen modernen Zweckbau der Bundesbahn in den 1960er Jahren.
Hier ein aktuelles Bild vom 16.12.2017. Ein Lint der HLB rollt an den Bahnsteig.


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Die "Hornister", ein kleiner Bach welcher später in die Nister mündet fließt direkt am Gebäude entlang.
Die Spannwerke lassen ganz schön die Köpfe hängen, nachdem die Stelldrähte gekappt wurden.

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Viele Grüße

Knipser1 / Guido
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Beitragvon Dr. NE » So 17. Dez 2017, 14:50

Bild Bild Bild Bild Bild

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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon reinout » Mo 18. Dez 2017, 19:58

Stellwerkstechnik, hurrah!

Eine Frage, vielleicht weist jemand es. Ich sehe hierunter zwei Blockfelder. Eine für a/p und eine für f/n:

Knipser1 hat geschrieben:Bild


Die Blockfelder inklusive "Verschließmechanismus" (oder wie das genannt werden soll) ist ober/unterhalb die Fahrstraßenhebel für p und n positioniert. Also die Fahrstraßen für ausfahrende Züge.

Aber laut Beschriftung ist es auch für a und n gültig, also die Einfahrsignalen. Ist das Verschließmechanismus für 'p' mit die Hebel für 'a' (und f mit n) irgendwie verbunden?

Zweite Frage: ist es möglich ein größere Ausschnitt mit den zwei Schlüsselkasten zu bekommen? Ich kann die Beschriftung davon nicht lesen ;)

Reinout

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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Dieselpower » Di 19. Dez 2017, 19:21

Knipser1 hat geschrieben:Das Gebäude ist vielleicht nicht so ganz der "Knaller" - repräsentiert aber einen modernen Zweckbau der Bundesbahn in den 1960er Jahren.
Hier ein aktuelles Bild vom 16.12.2017. Ein Lint der HLB rollt an den Bahnsteig.


Bild

Viele Grüße

Knipser1 / Guido


Hallo Guido,

Aber bedenke immer, auch die "60er" sind mittlerweile ein halbes Jahrhundert her - auch wenn man das in unserem Alter vielleicht nicht so wahr haben will... :wink:

Wer weiß, vielleicht kommt auch hier eines Tages der Denkmalschutz an, weil diese "modernen Zweckbauten" überall verschwunden sind...
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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon eifelhero » Di 19. Dez 2017, 20:20

Hat nicht die "ARGE" mechanische Stellwerke das gute Stück übernommen ?
gruß aus der Eifel
Heinz

Am besten halten wir die Welt einfach mal kurz an und lassen die ganzen Idioten aussteigen.

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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Dr. NE » Di 19. Dez 2017, 21:10

eifelhero hat geschrieben:Hat nicht die "ARGE" mechanische Stellwerke das gute Stück übernommen ?


Und noch mal der Hinweis: http://www.westerwaelder-bahnen.net/ind ... tion=dview
Bild Bild Bild Bild Bild

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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Dieselpower » Di 19. Dez 2017, 22:12

Zur Klarstellung:
Das Gebäude ist Eigentum von vier Privatpersonen, die jedoch allesamt dem Vorstand angehören. Wir hatten keine andere Möglichkeit, anders auf die Schnelle zuzuschlagen. Erst wenn ein paar organisatorische Formalitäten erledigt sind, wird über eine Lösung der "Übertragung" ins Vereinseigentum nachgedacht, die aber letztendlich Zielsetzung ist. Selbstverständlich ist bis zu diesem Zeitpunkt die uneingeschränkte Nutzung zu Vereinszwecken möglich bzw. Arbeitseinsätze geplant. Hier ist jedoch im Gegensatz zu Balduinstein eine dauerhafte Perspektive für den Verein und seinen Zweck erkennbar, da hier Eigentum geschaffen wurde, "Bo" wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer ein Mietobjekt gewesen.
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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon eifelhero » Di 19. Dez 2017, 23:35

Auch wenn es das Gebäude laut internet zum "Schnäppchenpreis" gab, gratuliere ich den Käufern, das Sie das Kleinod der 60er Jahre gerettet haben und wünsche Ihnen für die Zukunft, das alle Ihre Ideen umgesetzt werden können.
gruß aus der Eifel
Heinz

Am besten halten wir die Welt einfach mal kurz an und lassen die ganzen Idioten aussteigen.

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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Knipser1 » Sa 23. Dez 2017, 23:52

reinout hat geschrieben:Stellwerkstechnik, hurrah!

Eine Frage, vielleicht weist jemand es. Ich sehe hierunter zwei Blockfelder. Eine für a/p und eine für f/n:



Die Blockfelder inklusive "Verschließmechanismus" (oder wie das genannt werden soll) ist ober/unterhalb die Fahrstraßenhebel für p und n positioniert. Also die Fahrstraßen für ausfahrende Züge.

Aber laut Beschriftung ist es auch für a und n gültig, also die Einfahrsignalen. Ist das Verschließmechanismus für 'p' mit die Hebel für 'a' (und f mit n) irgendwie verbunden?

Zweite Frage: ist es möglich ein größere Ausschnitt mit den zwei Schlüsselkasten zu bekommen? Ich kann die Beschriftung davon nicht lesen ;)

Reinout



Hallo Reinout,

ich bin ja nicht der Stellwerksspezialist, aber es könnte damit zusammenhängen, das Rotenhain ja relativ einfach "durchschaltbar" war.

Also war es möglich die Einfahr- und Ausfahrsignale "gegeneinander" auf Fahrt zu stellen, was ja im Regelfall technisch nicht möglich ist.

Daher ist das Stellwerk trotz der recht häufigen Bauart "Einheit" wohl ein Sonderfall was das Durchschalten anbelangte.

Detailbilder der Schlüsselkästen reiche ich gerne noch nach..


Viele Grüße

Guido
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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Dieselpower » So 24. Dez 2017, 01:10

eifelhero hat geschrieben:Auch wenn es das Gebäude laut internet zum "Schnäppchenpreis" gab, gratuliere ich den Käufern, das Sie das Kleinod der 60er Jahre gerettet haben und wünsche Ihnen für die Zukunft, das alle Ihre Ideen umgesetzt werden können.


Ein "Schnäppchenpreis" war der Preis, für den der Vorbesitzer dieses Kleinod von der Bahn ersteigert hat, wir haben - naja, sagen wir "etwas" mehr hinblättern müssen, aber es war auch kein riesiges Vermögen oder Wucherpreis...sagen wir, es war das Geld wert. Und vielen Dank für die guten Wünsche!
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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Marcel Zehl » So 24. Dez 2017, 17:44

Knipser1 hat geschrieben:Daher ist das Stellwerk trotz der recht häufigen Bauart "Einheit" wohl ein Sonderfall was das Durchschalten anbelangte.


In Niederzeuzheim geht das auch, auch dort ist ein (mittlerweile blockierter) Fahrstraßenhebel für Durchschaltung vorhanden. Gemeinsame Fahrstraßenfestlegefelder für Ein- und Ausfahrt a/p und f/n sind dort auch vorhanden. Technisch spricht ja auch nichts dagegen, da man bei eingleisigen Strecken zwangsläufig ohnehin nur ein- oder ausfahren kann und sich die jeweiligen Fahrstraßenhebel gegenseitig blockieren.
Einziger Schwachsinn in FNIZ ist die gegenläufige Anordnung der Fahrstraßenhebel. Normalerweise sind die in der Reihenfolge der Signale angeordnet, dort ist es genau falsch rum. Da bin ich gleich 2x drauf reingefallen und hab mich falsch festgelegt.... :roll:
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit.

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Re: Rotenhain / Westerwald

Beitragvon Notfallmanager » Mi 27. Dez 2017, 14:14

Hallo Marcel,

Du hast Recht, FNIZ war einmal für eine Durchschaltung vorgesehen, wie im Übrigen auch FLAH. Nur hatte man das nie vollzogen. Lediglich in Unnau-Korb hab ich das noch erlebt. Nach meinen Signallageplänen, war das dort aber wieder völlig anders gelöst, so dass Rotenhain durchaus ein Unikum darstellt. Ansonsten kenne ich Durchschaltungen im Westerwald von früher nur noch aus Obererbach (Strecke Altenkirchen - Au/Sieg) und von der Daadetalbahn in Biersdorf. Wurde aber alles zurückgebaut und mir fällt spontan nur noch der Betriebsbahnhof Lehnshallig zwischen Niebüll und Klanxbüll an der Marschbahn ein. Es mag noch ein paar solcher Stellwerke in Deutschland geben, jedoch sind sie rar geworden, was Rotenhain umso wichtiger macht. Nun aber bleibt dieses Stellwerk der Nachwelt erhalten und wir werden daraus ein echtes kleines Museum machen.

Viele Grüße!


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