RE20/RB22: stinkende Steuerwagen

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gaNz-gebahNt
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RE20/RB22: stinkende Steuerwagen

Beitragvon gaNz-gebahNt » Sa 13. Apr 2019, 13:16

Hallo,

angesichts der schon länger nicht akzeptablen Situation, die sicherlich jeder kennt, der 'mal zuletzt in diesen Steuerwagen mitgefahren ist und angesichts der Tatsache, dass sich trotz mehrfacher Einträge durch die Zugbegleiter nichts tut, habe ich heute 'mal an den RMV geschrieben und das ging auch per Kontaktformular an die Bahn. Hier der Wortlaut:

RE20/RB22 (DB Regio Mitte): "Es stinkt zum Himmel!"

Sehr geehrte Damen und Herren,

dieser Brief geht sowohl an den Rhein-Main-Verkehrsverbund als mein primärer Ansprechpartner (RMV-Jahreskarteninhaber), als auch an die Deutsche Bahn AG. Zudem setze ich die örtliche Presse (FNP und NNP) von den nicht hinnehmbaren Zuständen in Kenntnis.
Schon seit längerer Zeit ist auf der Strecke Limburg (Lahn) – Frankfurt (Main) der Steuerwagen 50 80 86 - 35 072 - 7 unterwegs, den man im wahrsten Sinne des Wortes als "Stinker" bezeichnen kann.

Mittlerweile ist das nicht mehr der einzige Kandidat, auch andere Bombardier-Steuerwagen, die auf dieser Strecke laufen, wie z.B. 50 80 86 - 35 071 - 9, 50 80 86 - 35 077 - 6 und 50 80 86 - 81 085 - 2, sind von diesem Problem betroffen. Lediglich in den früher auf dem Südhessennetz eingesetzten DWA-Steuerwagen lässt es sich aushalten.

Worum geht es?

Insbesondere im Bereich zwischen der Behindertentoilette und dem Führerstand stinkt es schon nach kurzer Fahrzeit dermaßen nach Fäkalien, dass ein Aufenthalt in diesen Wagen als unzumutbar bezeichnet werden kann. Das Problem liegt aber nicht daran, dass die Fäkalienbehälter zu voll sind, sondern, wenn man sich mit dem Bahnpersonal darüber unterhält, sehr wahrscheinlich an Undichtigkeiten im Toilettensystem. Und dieses Problem ist bekannt, aber es wird trotz mehrmaliger Werkstattaufenthalte offensichtlich nichts getan. Vielleicht sollte das Werkstattpersonal selbst einmal in diesen Wagen mitfahren, um endlich zu der Erkenntnis zu gelangen, dass hier dringend etwas getan werden muss.
Es sind übrigens nicht die Toiletten selbst, die stinken: Im Unterdeck sind diese eher das einzige Areal, wo es nicht übel riecht.

Aktuell (12.04.2019) sitze ich im RE 15213 nach Frankfurt und schon kurz vor Bad Camberg ist es fast nicht mehr auszuhalten. Als ich in Limburg sah, dass die 143 064 vorne dran ist, wusste ich schon, was auf meine Nase zukommt und bin in den 50 80 86 - 35 077 - 6 in den vorderen Bereich zwischen Zugbegleiterabteil und Toilette eingestiegen, wo es nicht ganz so stark sinkt wie im Bereich zwischen Toilette und Führerstand.
Als Radfahrer bin ich darauf angewiesen, im Steuerwagen mitzufahren: Ich pendele zwischen Elz und Offenbach-Kaiserlei, wobei ich RE20/RB22 zwischen Limburg und Frankfurt Hbf nutze. Allerdings bin ich aus den oben genannten Gründen nun schon mehrfach morgens in Niedernhausen in die S2 umgestiegen, was für mich i.d.R. einen Zeitverlust von mindestens fünf, eher aber zehn Minuten bedeutet.
Auch abends sehe ich mich aufgrund von Kopfschmerzen durch den üblen Geruch genötigt, immer wieder bereits in Eschhofen auszusteigen, was zwar dann eine längere Strecke auf dem Rad bedeutet, aber wenigstens meistens keinen Zeitverlust. Und vor allem bessere Luft!
Selbst im Oberdeck ist man von den Problemen betroffen und wenn jemand durch den Übergang zum angrenzenden Mittelwagen geht, zieht der Gestank selbst dort hinein, wie ich schon als Fahrgast erfahren durfte, als ich kein Fahrrad mit mir führte und es vorzog, mich nicht in den 72er Wagen zu setzen.

Auch wenn eine Reparatur einen längeren Aufenthalt in einem Aw bedeutet: Die aktuelle Situation ist sowohl für Fahrgäste, als auch für das Bahnpersonal nicht mehr hinnehmbar.
Gerade im Hinblick auf bevorstehende wärmere Tage wird sich dies noch verschlimmern.

Ich bitte Sie, darauf hinzuwirken, dass diese Wagen umgehend einer entsprechenden Reparatur unterzogen werden. Bis zum anstehenden Redesign der Wagen ist die Wartezeit aufgrund der für die Reisenden unzumutbaren Situation nicht akzeptabel.
Übrigens: Selbst nicht Bahn-affine Fahrgäste merken sich mittlerweile die Nummern der betroffenen Steuerwagen: "der 77er"…

Und ergänzend die Rückfahrt am 12.04.2019 in der RB 15276: Hier ist es der 50 80 86 - 35 070 - 1, der mich dazu zwingt, bereits in Eschhofen den Zug mit Kopfschmerzen zu verlassen.


In der Hoffnung, dass endlich was passiert...
Gruß
Georg
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Re: RE20/RB22: stinkende Steuerwagen

Beitragvon Dieselpower » Sa 13. Apr 2019, 14:48

Aber bitte nicht viel mehr als die üblichen Plattitüden aus dem Textbausteinkasten erwarten - mehr bekommt man auch auf die unzähligen und anhaltenden Beschwerden über die Hamsterbackenplage an der Sieg seit Jahren nicht.
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Re: RE20/RB22: stinkende Steuerwagen

Beitragvon Notfallmanager » Di 16. Apr 2019, 07:48

Als Betroffener kann ich dem auch nur zustimmen. Diese Behindertentoiletten waren von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Die anfangs zugefrorenen Abflussrohre hatte man relativ schnell im Griff, aber permanente Türstörungen dieser seltsamen Schiebetüren, bei denen sich ständig ein Gegengewicht zu verkanten scheint, Waschbecken, aus denen nur für Millisekunden Wasser herausläuft, weil die Infrarotsensoren nicht richtig funktionieren und nun der Gestank runden die Palette der Störungen ab. Es gab ja mal Versuche, den Gestank mit hinter dem Spiegel versteckten Erdbeeraromadüften zu übertünchen, es scheiterte aber daran, dass es anschließend nach Erdbeergülle roch. Von den ständigen Verstopfungen wollen wir gar nicht erst reden. Folge: Die Toiletten sind oftmals abgesperrt, es stinkt aber trotzdem. Von den Übeltätern in den Plüschetagen fährt sowieso niemand mit der Bahn, denn sonst wären diese Mängel längst abgestellt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. In den zeitweise eingesetzten Mannheimer Umläufen ist mir das Problem übrigens noch nicht aufgefallen.


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