Stationsoffensive in RLP für 17 neue Stationen

Fotos von außerhalb unserer Region. Hier ist auch Platz für Sammelbeiträge, die mehrere Strecken umfassen (z. B. Rückblicke).
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eta176
Präsident der Deutschen Bundesbahn B11
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Stationsoffensive in RLP für 17 neue Stationen

Beitrag von eta176 »

Die DB-Pressestelle Frankfurt veröffentlichte am 20.11.2020 diese Meldung:
40 Mio. Euro für Rheinland-Pfalz:
Stationsoffensive bringt 17 neue, barrierefreie Stationen

Rahmenvereinbarung unterzeichnet • Anbindung neuer Gemeinden und Stadtteile von
Altrich bis Zweibrücken Süd an das Schienennetz • Über 5.200 Neukunden täglich erwartet


Rheinland-Pfalz bekommt 17 moderne und barrierefreie Verkehrsstationen: Das rheinland-pfälzische Ministerium für
Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, die beiden Aufgabenträger SPNV-Nord und ZSPNV-Süd sowie die DB
haben dafür gemeinsam die Rahmenvereinbarung zur Stationsoffensive unterzeichnet. Damit setzen die Partner ein
klares Signal zur Stärkung der Schiene im Bundesland. Der Großteil der Gemeinden beziehungsweise Stadtteile wird
mit der Stationsoffensive neu an das Schienennetz angebunden. Zwei der 17 Stationen ersetzen bestehende Bahnhöfe.

Der Neubau der 17 Stationen soll zum Großteil ab 2027 :o beginnen. Für die Station Zweibrücken-Rosengarten, für
die bereits eine Plangenehmigung außerhalb der Stationsoffensive vorliegt, ist ein Baubeginn für 2021 vorgesehen.
Weiterführende Untersuchungen zur Machbarkeit von sieben zusätzlichen Stationskandidaten finden derzeit noch
statt. Hierzu gehören Bad Neuenahr Mitte, Kandel-West, Koblenz-Horchheimer Brücke, Koblenz-Verwaltungszentrum,
Lohrsdorf, Trier Kaiserthermen und Trier Nord. Für den Neubau der Station Mainz-Schott haben die Partner verein-
bart, im kommenden Jahr die ersten Planungen einzuleiten.
:arrow: https://www.deutschebahn.com/pr-frankfu ... Id=1306570
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Wie immer in RLP gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den Bereichen Nord und Süd:

Dr. Jürgen Pföhler, Verbandsvorsteher des SPNV-Nord:
„Die Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung für die Stationsoffensive begrüße ich sehr, da sie einen wichtigen Schritt
für eine verbesserte Anbindung der Kommunen in RLP an den Nahverkehr auf der Schiene darstellt. Dabei freut mich
besonders, dass dies auch den Neubau von einigen wichtigen Stationen in unserem Verbandsgebiet im Norden unseres
Landes umfasst.“
Im Klartext handelt es sich um lediglich fünf neue Stationen, denn zwei sind Verlagerungen mit Aufhebung der bisherigen Hp:
Altrich (Moselstrecke) / Andernach Süd / Bendorf / Mayen Mitte (mit Aufhebung Mayen West) / Pracht-Wickhausen (mit
Aufhebung von Hp Hohegrete an der Oww-Bahn) / Traben-Trarbach Schule / Trier Aulstraße

Für eine Landesgartenschau in Bendorf (2026) käme die neue Station an der Rechten Rheinstrecke bei einem prognosti-
zierten Baubeginn "ab 2027" definitiv nicht zeitgerecht vor dieser landesweit von besonderem Interesse stehenden Veran-
staltung :evil: ... aber das scheint ja System zu haben, denn für die LaGa Bad Neuenahr 2022 ist der eigentlich erforderliche
Hp Bad Neuenahr Mitte aktuell erst in der "erweiterten Machbarkeits-Untersuchungs-Bedarfs-Überprüfung" ... :roll: :cry:

Dr. Fritz Brechtel, Verbandsvorsteher ZSPNV-Süd:
„Mit der Stationsoffensive werden allein im Süden von Rheinland-Pfalz zehn neue Bahnstationen geschaffen. :roll:
.

BSchötz
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Re: Stationsoffensive in RLP für 17 neue Stationen

Beitrag von BSchötz »

Hallo, im Allgemeinen ist so etwas zu begrüssen,aber......die Dauer zur Fertigstellung und erst recht die Kosten in Deutschland für Bahnsteige sind eigentlich inakzeptabel.Als in den achtzigern auf einer Fachtagung die ersten Modelle einer standartisierten Bahnsteigarchitektur vorgestellt wurden,war ich schon skeptisch,und leider nicht umsonst.das Material ist im Vergleich zum Ausland viel zu aufwendig und teuer,und bringt dem Kunden gar nichts.Leider sind oft die neuen Haltepunkte kundenfeindlich,ausser der Barrierefreiheit hat sich wenig verbessert.Die Aufenthaltsqualität ist bescheiden,meistens kein geeigneter Witterungsschutz vorhanden.es ist ein Konjukturprogramm für die Bauindustrie;Bahnkunden lockt man damit nicht an.
Es wäre an der Zeit,Neuland zu betreten....weniger aufwändig,schneller,effektiver.dazu bräuchte es einer politischen Entscheidung,die auch das Hochtreiben der Bausumme verhindern kann.
gruss,Bruno

eta176
Präsident der Deutschen Bundesbahn B11
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Zur Erinnerung: "Stationsoffensive RLP 2016"

Beitrag von eta176 »

In der 55. Verbandsversammlung des SPNV-Nord wurde das Thema "Neue Stationen" bereits im Dezember 2015
behandelt:

Stationsoffensive RLP 2016 im Bereich Lahntal und Westerwald
Für den Bereich Westerwald und Lahntal wurden die nachfolgenden Standorte bewertet und in einem Dokument
zur 55. Verbandsversammlung des ZV SPNV-Nord im Dezember 2015 veröffentlicht. Dabei sind die Stationen mit
aktuell besten Ergebnissen unterstrichen dargestellt:

Für die Oberwesterwaldstrecke:
1. Pracht-Wickhausen, Verlegung eines bestehenden Haltepunktes [Hp Hohegrete um 400 – 700m südlich in Richtung Pracht]
2. Michelbach (Westerwald) [etwa 2000m östlich des Bf Altenkirchen (Ww) in Richtung Hachenburg / ca. 530 Ew.]
3. Altenkirchen-Quengelsbach [im Bereich des BÜ Bachstraße, etwa 640m nordöstlich des Bf Altenkirchen (Ww) in Richtung Au]
4. Westerburg-Wengenroth [etwa 1600m südöstlich des Bf Westerburg in Richtung Limburg]
5. Willmenrod [Verlegung des bestehenden Haltepunktes um etwa 400m in die Ortsmitte]

Für die Unterwesterwaldstrecke:
1. Siershahn Ort [etwa 700m südlich des Bahnhofs Siershahn im Bereich des BÜ Kirchstraße]
2. Heiligenroth [korrekter wäre: Heiligenroth Industriegebiet, etwa 2.000m nordöstlich des Bf Montabaur in Richtung Limburg]
3. Girod [Verlegung des bestehenden Hp Girod um etwa 450m in die Nähe des BÜ Kapellenweg]

Für den Bereich der Lahntalbahn:
1. Lahnstein Friedland-Hohenrhein [Der Stadtteil Friedland-Hohenrhein hat 894 Einw. und ist aufgrund der
---Sperrung der Straße nach Friedrichssegen nur aus Richtung Oberlahnstein erreichbar. Ein Hp am BÜ Wolfs-
---mühle würde genau in der Mitte zwischen dem Bf Niederlahnstein und Hp Friedrichssegen liegen, die jeweils
---2650m entfernt sind.]
2. Lahnstein Mitte [im Bereich der EÜ Allerheiligenbergstraße, etwa 800m südöstlich des Bf Niederlahnstein]
3. Miellen [Die Ortsgemeinde hat 401 Einwohner]

Für die „Querspange Horchheimer Brücke“:
4. Koblenz Horchheim
5. Koblenz Oberwerth

Für die Umsetzung der identifizierten Standorte wird auch ein neues Finanzierungsmodell diskutiert,
an dem sich auch die DB AG - entgegen bisheriger Praktiken - beteiligen soll. Erste Entwürfe für dies-
bezügliche Vereinbarungen zwischen DB AG, dem Land Rheinland-Pfalz und den SPNV-Zweckverbänden
liegen vor. Eine unmittelbare finanzielle Beteiligung des Zweckverbandes ist dabei nicht vorgesehen;
allerdings muss der SPNV-Nord die Bedienung der Stationen langfristig gewährleisten (Bestellgarantie).
:arrow: https://www.westerwaelder-bahnen.net/in ... tion=dview
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Wenn man sich jetzt anschaut, dass aus der langen Liste lediglich die Verlegung von Hohegrete realisiert
werden soll - und für den "Hp Horchheimer Brücke" - noch "weiterführende Untersuchungen zur Machbar-
keit" angestellt werden, macht einen das relativ fassungslos und ärgerlich :evil:
.
Eine richtig gute Nachricht wäre gewesen:
Stationsoffensive bringt 25 neue, barrierefreie Stationen
Und dann wären in der Auflistung zusätzlich die neuen Stationen an der Aartalbahn enthalten gewesen:
Freiendiez, Holzheim, Flacht, Niederneisen, Oberneisen, Hahnstätten, Hahnstätten (Schule/Botanischer
Garten) und Zollhaus

.

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Dieselpower
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Re: Stationsoffensive in RLP für 17 neue Stationen

Beitrag von Dieselpower »

Aha, der Megabahnhof Hohegrete mit seinen -zigtausend Reisenden soll "verlegt" werden - also entweder in Hang- oder Einschnittlage, denn die Bahn verläuft hier nirgendwo auf Wegeniveau - vermutlich an die alte Straßenbrücke, um dann mit einem Aufzug, der meistens defekt ist (In Au/Sieg brauchte es z.B. mehrere Monate für eine Reparatur), oder kilometerlangen Rampen die geschätzt 20 m Höhenunterschied zu bewältigen - und dann auch noch mit entsprechenden Erdbewegungen...hier wird nicht mal eben ein Faller-Bahnsteig an eine andere Stelle "verlegt"...in Breitscheidt (nächste Station Ri. Altenkirchen) führt der "barrierefreie Zugang" zum Bahnsteig 3 (Hier gibt es nur 2 und 3) über eine steil ansteigende Kreisstraße und einen zugewucherten, asphaltierten, ebenso steil wieder abfallenden Waldweg (Den ursprünglichen Straßenverlauf, als es hier noch einen Bü gab), der aktuell wieder zentimeterdick mit nassem, faulenden Laub bedeckt ist - und völlig ohne Beleuchtung. Mal eben 350 Meter weit, auch so ein Geniestreich!
Aber Ingelbach Gleis 2 und Marienthal werden "bei Dunkelheit" einfach nicht mehr bedient, weil keiner ein paar Lampen aufstellen will - mit einem Sommer- und einem Winterhalbjahresschnitt bei den Halten, die je nach Jahreszeit mit "dunkel" nix, aber auch gar nix zu tun haben. Ab Datum X halten die Züge nach 17 Uhr nicht mehr, egal, ob es noch bis 19 Uhr hell ist, oder Mitte Dezember schon seit einer guten Stunde finster...

Es gibt Dinge bei der Bahn, die muß man einfach fressen - die kann man nicht nachvollziehen. Bin ja beruhigt, daß man sich bei der Umsetzung noch etwas Zeit lassen will, genau wie bei der Umstellung des Gleissperrensignals von Sh1 auf Wn7 (Was ja ein "Mordsaufwand" ist, so eine reflektierende Klebefolie mit Wn7 aufzubringen....). Vermutlich wird bis dahin auch die 73. Vermessung und Markierung der 80-km/h-Ertüchtigung auf der OWW-Bahn stattfinden (Die übrigens einen Wahnsinns-Fahrzeitgewinn bringt - 6 Minuten von Au bis Limburg - ohne RE-Verbindungen völlig unverhältnismäßig zum Aufwand). :roll:
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
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