Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

kurvenneiger
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von kurvenneiger »

Das Verkehrsunternehmen wird ja leider noch immer ohne Rechts- und Sachgrundlage vom Infrastrukturbetreiber behindert.
Hier gibt es nur eine Werbeveranstaltung - und zwar eine sehr negative: Für DB Netz
Wäre DB Netz seinen Aufgaben und Pflichten spätestens durch die Trassenbestellung nachgekommen würde gleich der planmäßige Güterverkehr starten.
Stattdessen hat man die Trassenbestellungen zum Anlass genommen um akribisch zuvor noch voll funktionsfähige Streckeninfrastruktur im Bereich Stromberg bis Büchenbeuren wie z. B. verschlossende und gesicherte Weichen an Ausweich und Ladegleisen mit dem Schneidbrenner festgelegt um den Nutzwert so weit wie möglich zu senken. Also Vorsatz. Sich dann hinzustellen und vorzugeben man würde den Zustand der Strecke überhaupt nicht kennen und müsste erstmal "sondieren" ist schon eine echte Dreistigkeit.
Da sich der Besteller zum Glück aber auch durch diese Spielchen nicht von seinem Plan abbringen lies sah man sich irgendwie genötigt nochmal schnell in die alten Verhaltensmuster der kurzfristigen Streckensperrungen zurückzufallen. "Leider" wurde diese vermeintliche "Option" bereits ja höchstrichterlich untersagt. Man kann eigentlich nur hoffen dass der Infrastrurbetreiber schadenersatzplichtig ist.

Mit dem derzeit regional zuständigen Altherrenclub bei DB Netz sind die Herausforderungen der Verkehrswende jedenfalls offenbar nicht zu bewältigen. Ein wirkliches Armutszeugnis für ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen an das die Bevölkerung, Politik und Wirtschaft eigentlich große Erwartungen hat und das eigentlich alles dafür tun sollte Bahnverkehre so weit wie nur möglich (wieder) in die Fläche zu bringen.
Daher ist der WRS sehr zu danken dass sie trotz der für ihr Güterverkehrskonzept bislang ziemlich nutzlosen Freigabe nur bis Stromberg gute Mine zum bösen Spiel macht und die grundsätzliche Bedienung dieses Abschnitts schon mal probt.

Mirko1988
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von Mirko1988 »

in Stromberg am Bahnhof stehen 5-6 Güterlokomotiven aneinandergereit.
Habe es nur im Dunkeln im vorbeifahren gesehen

sarek
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von sarek »

Mirko1988 hat geschrieben:
Mo 14. Dez 2020, 07:56
in Stromberg am Bahnhof stehen 5-6 Güterlokomotiven aneinandergereit.
Habe es nur im Dunkeln im vorbeifahren gesehen
Geil! Da werden keine halben Sachen gemacht :D

ecki76
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von ecki76 »

Heute im vorbeifahren konnte ich in Stromberg die Blau-beige 215, eine rote 218 (?) und drei 145er erkennen. Und eine Horde von Fans, die sich dort versammelt hatten. :lol:
Warum sind die da mit einem Lokzug gefahren? Belastungsprobe?
Die technisch gesicherten Übergänge zwischen Lalo und Guldental und der bei Windesheim sind aber weiterhin außer Betrieb.
Wie ich mir schon gedachte hatte, man hat nur das absolut notwendige gemacht, mehr nicht.

sarek
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von sarek »

ecki76 hat geschrieben:
Mo 14. Dez 2020, 17:29
Warum sind die da mit einem Lokzug gefahren? Belastungsprobe?
Denke mal das und trotz Sperrung Stromberg-Büchenbeuren ein Zeichen setzen.

Am Tag wurde rangiert und die TFs, die da künftig fahren haben ihre Streckenkunde erhalten.
ecki76 hat geschrieben:
Mo 14. Dez 2020, 17:29
Die technisch gesicherten Übergänge zwischen Lalo und Guldental und der bei Windesheim sind aber weiterhin außer Betrieb.
Wie ich mir schon gedachte hatte, man hat nur das absolut notwendige gemacht, mehr nicht.
Naja wenn die wirklich nur ~20 km/h fahren dürfen, ist das leider "normal". Lokführerüberwachte BÜs müssen bei Unterschreitung von 20 km/h in der Einschaltstrecke zusätzlich manuell gesichert werden...

eta176
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Stromberg: Fotos von der ersten "Testfahrt" am 14.12.2020 (Link)

Beitrag von eta176 »

Im Sichtungs-Forum von DSO gibt es diesen sehenwerten Beitrag - vor allem das letzte Foto ist Klasse.

Lockup ohne Strom in Stromberg
geschrieben von: Roundnose
Die heutige Personalschulung für Widmer Rail Services in Stromberg hatte auch fotografisch einiges auf sich.
:arrow: https://www.drehscheibe-online.de/foren ... 04,9548547
.
Bei den Hunsrück-News gibt es eine Meldung und ein Video-Interview
WRS testet regulären Verkehr bis nach Stromberg
Demnach ist der Zug um 0:30 Uhr in Lalo gestartet und gegen 3:00 Uhr in Stromberg angekommen, aber
lest und schaut selbst (bevor die Bezahlschranke schließt 8)
:arrow: https://www.hunsrueck-news.de/wrs-teste ... stromberg/
.

ecki76
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von ecki76 »

Führerstandsmitfahrt Kalkzug Lalo - Stromberg. Gefunden bei https://www.youtube.com/watch?v=kHaptOZxBNg

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Steffen
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von Steffen »

Nabend, ja, das Video der winterlichen Mitfahrt ist von mir.
Falls jemand einen Tipp hat wie man Stimmen aus einem Film rausdigitalisiert, wäre ich für jeden Hinweis dankbar.

Leider hatte ich damals kein externes Mikro in den Motorraum oder nach außen gelegt, sonst wäre das einfacher und ich könnte den originalen Sound beibehalten.

Trotzdem viel Spaß mit dieser Erinnerung an vergangene Zeiten.
Viele Grüße
Steffen

schwagutec
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von schwagutec »

Guude,

sehr schön, gefällt mir!
Gruß aus Mainz

Gunther

www.schwagutec.de

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Mercator
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Re: Aktuelles zur Hunsrück-Querbahn

Beitrag von Mercator »

Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 4. Januar 2021:

Hunsrückbahn: Schweizer Unternehmen verhandelt mit Firmen über Transporte - Erste Testfahrten auf der Trasse

(von Martin Recktenwald)

Während in der Lokal- und der Landespolitik um die Zukunft der Hunsrückquerbahn diskutiert wird, macht die Schweizer Gesellschaft WRS Nägel mit Köpfen. Die Eisenbahngesellschaft mit Deutschlandsitz in Karlsruhe hatte im Dezember mit einem Güterverkehr von Langenlonsheim bis Morbach beginnen wollen und dabei Kerosinlieferungen zum Hahn sowie Holztransporte geplant, wurde aber von der DB-Netz AG ausgebremst, die auf der Bahntrasse zwischen Stromberg und Hermeskeil noch Bedarf für Kontrollen und Ausbesserungen sieht (Der TV berichtete).

Doch auf dem Stück von Langenlonsheim bis Stromberg hat die WRS vor wenigen Wochen erste Testfahrten unternommen. Das Ziel: Untersuchen, wie es sich auf dem Stromberger Bahnhof rangieren lässt. Alena Dupeyre von WRS sagt, dass dort künftig Holz verladen werden soll. Auch von den holzverarbeitenden Unternehmen in der Region Morbach und Hermeskeil? Dazu möchte sich Dupeyre nicht äußern. Sie bestätigt aber, dass die WRS mit mehreren Firmen im Raum Morbach, Thalfang und Hermeskeil in Verhandlungen steht. Namen nennt sie nicht. „Derzeit planen wir bis Stromberg“, sagt die Sprecherin. Wie lange die DB Netz braucht, um die Strecke bis Hermeskeil fahrbereit zu machen, entzieht sich ihrer Kenntnis. Eine Bahnsprecherin sagt, die Instandsetzung der Strecke oberhalb von Stromberg, also in Richtung westlicher Hunsrück, dauere bis Ende 2021, während diese zwischen Langenlonsheim und Stromberg bereits abgeschlossen sei. Für eine umfassende Erneuerung der Hunsrückbahn mit moderner Technik und Lärmschutzmaßnahmen sei die Reaktivierung der Strecke mit regelmäßigem Zugverkehr erforderlich. Dazu und zur Zukunft der Strecke führt die DB weiter Gespräche mit dem Land Rheinland-Pfalz.

Das Land plant tatsächlich die Aufnahme eines stündlichen Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), sagt Nicola Diehl, Sprecherin des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Mainz. Alle zwei Stunden soll demnach ein Zug vom Hahn bis Frankfurt direkt verkehren, außerdem alle zwei Stunden ein Zug bis Bingen, wo Fahrgäste dann direkten Anschluss bis an den Regionalexpress von Koblenz über Mainz nach Frankfurt haben. Doch ab wann der SPNV den Betrieb aufnehmen kann, ist ungewiss. Denn dafür ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig, sagt Diehl. Bei der damit verbundenen Bürgerbeteiligung seien zwischen Langenlonsheim und Simmern 800 Einwendungen eingegangen, im Bereich der VG Kirchberg weitere 40. Diese müssten vom Eisenbahnbundesamt geprüft und abgewogen werden. Außerdem mussten und müssen die Planunterlagen teilweise aufgrund von Gesetzesänderungen angepasst werden, was aufgrund der Länge der Strecke immer viel Zeit in Anspruch nimmt. „Das Land Rheinland-Pfalz hat keinen Einfluss auf die Verfahrensdauer“, sagt Diehl.

Die Landräte der Kreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg, Rhein-Hunsrück, Birkenfeld und Bad Kreuznach hatten im November in einem gemeinsamen Schreiben an den zuständigen Minister Volker Wissing das Land aufgefordert, die Hunsrückquerbahn so schnell wie möglich zu reaktivieren.

Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, sagt, es sei schwer möglich, als Außenstehender die Notwendigkeit der Kontrolle und Sanierung der Gleisanlage zu bewerten. Es sei jedoch bedauerlich, dass sich infolge dieser Maßnahmen eine mögliche Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke weiter verzögern wird.

Jutta Blatzheim-Roegler, verkehrspolitische Sprecherin in der Landtagsfraktion Die Grünen/Bündnis 90, kritisiert den Bund, der jahrzehntelang dem Rückzug der Schiene aus der Fläche tatenlos zugesehen habe. Bis zum Jahr 2030 wollen Bahn und Bund die Anzahl der Fahrgäste in den Fernverbindungen mit 280 Millionen Passagieren gegenüber 2019 nahezu verdoppeln. Dieses Ziel werde nur erreicht, wenn die Anbindung des ländlichen Raums gewährleistet sei. Durch den vorgesehenen Stundentakt vom Hahn in Richtung Frankfurt könne dies für den Hunsrück gelingen, sagt sie.

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