Prüm - Gerolstein

jojo54
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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon jojo54 » Mo 27. Aug 2012, 12:40

Die im Vortext getroffene Aussage ist voll und ganz richtig. Die RSE sollte sich nicht verzetteln.

Seit 1980 komme ich in die Westeifel und habe den Zugverkehr nach Prüm und weiter westlich nach Bleialf, Waxweiler und Neuerburg bildlich festgehalten. Westlich von Prüm fuhr manchmal über Tage oder gar Wochen keine Übergabe. Und bis Prüm hing nicht selten nur der Packwagen mit Expressgut an der Lok.

Bereits zwischen 1990 und der Stilllegung ist auf dem Rest bis Pronsfeld und später Prüm kaum noch etwas befördert worden.
Wo sollen denn da jetzt "Potenziale" sein ? Von den Kommunen und möglicher Industrie ist doch keinerlei Unterstützung zu erwarten.

Ferner ist zu befürchten, dass die Eifel-Querbahn von Gerolstein nach Kaisersesch für den Regelverkehr nicht reaktiviert wird und die Zuschüsse für den Ausflugsverkehr gekürzt werden. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, mögliche Gelder dorthin umzuleiten, damit die Querbahn auf alle Fälle erhalten bleibt. Die Leute, die sich für die Strecke Gerolstein - Prüm stark machen, sind doch bestimmt in der Lage, auch die VEB zu unterstützen, oder ???

Hans.Dampf
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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Hans.Dampf » Mo 27. Aug 2012, 14:27

:shock: Lese ich die letzten Kommentare, ahne ich Schlimmes: rettet die bis jetzt geretteten Hobbybahnen. Ja, die sterben vielleicht auch mal mit ihren jetzigen sich nicht nur ideell aufopfernden Betreibern. Nur bitte, überlasst das Nachdenken den Betroffenen, hier der RSE. Die weiß sicherlich am Besten, dass hier ein politisches Süppchen gekocht wird. Übrigens von Parteiseiten, die etliche Jahre zuvor noch etwas für Bahnen im weitesten Sinne übrig haben wollten (NRW, RLP). Und bei Prüm - Gerolstein geht es eigentlich primär um Touristikverkehre, nicht um vor über 20 Jahren weggebrochenen Gütertransporten.
Hoffen wir doch noch auf ein gutes Ende, oder?
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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon schimi » Di 28. Aug 2012, 10:31

Hans.Dampf hat geschrieben::shock: Lese ich die letzten Kommentare, ahne ich Schlimmes: rettet die bis jetzt geretteten Hobbybahnen. Ja, die sterben vielleicht auch mal mit ihren jetzigen sich nicht nur ideell aufopfernden Betreibern. Nur bitte, überlasst das Nachdenken den Betroffenen, hier der RSE. Die weiß sicherlich am Besten, dass hier ein politisches Süppchen gekocht wird. Übrigens von Parteiseiten, die etliche Jahre zuvor noch etwas für Bahnen im weitesten Sinne übrig haben wollten (NRW, RLP). Und bei Prüm - Gerolstein geht es eigentlich primär um Touristikverkehre, nicht um vor über 20 Jahren weggebrochenen Gütertransporten.
Hoffen wir doch noch auf ein gutes Ende, oder?
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Sehe ich auch so. Das ganze hat auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun.

jojo54
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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon jojo54 » Do 6. Sep 2012, 10:02

Hallo zusammen,

lt. einem Leserbrief des 1. Vorsitzenden von der IG Westeifelbahn e. V., Herrn Kruse, im Trierischen Volksfreund unter "Prüm" vom 31.08.2012 ist Holzverladung auf der Westeifelbahn angedacht. Hierzu hat man angeblich zwei schriftliche Absichtserklärungen.

Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass dies dann zu Lasten von Gerolstein geht. Nur so viel zum Thema Güterverkehr.

Rolf
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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Rolf » Fr 7. Sep 2012, 07:15

Dass Holz in der Eifel per Bahn abgefahren wird, finde ich ganz klasse. Für die wenigen Züge pro Saison dürften die vorhandenen Verladestellen jedoch völlig ausreichen. Eine ganze Bahnstrecke teuer zu reaktivieren, um Holz abzufahren, das ein paar Kilometer weiter ebensogut verladen werden könnte, macht doch absolut keinen Sinn. Wenn "gelegentliche Holzverladung" alles an Fracht ist, was da "angedacht" wird, dann kann man den Güterverkehr auch ganz vergessen. Das ist ja weniger als ein Strohhalm, nach dem da gegriffen wird.

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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Westeifelbahner » So 16. Sep 2012, 11:29

Für mich bleibt die Diskrepanz zwischen den Aussagen
Trierischer Volksfreund, 28.04.2011 hat geschrieben:"Dafür könnte man sich beim Bonner Unternehmen sowohl eine Pacht als auch einen Kauf der Strecke vorstellen."

und
jojo54 hat geschrieben:Hallo,lt. Urteil des Verwaltungsgerichtes in Mainz von heute, 15.08.2012, darf die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) keinen Ausflugsverkehr von Gerolstein nach Prüm anbieten. Die seinerzeitige Entscheidung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz bezüglich der verweigerten Betriebsgenehmigung sei richtig gewesen. Vom Land wird nach wie vor die finanzielle Leistungsfähigkeit angezweifelt, war/ ist im Video-Text von SWR 3 zu lesen.

unverständlich, wenn ich davon ausgehe, dass Stadt Gerolstein und VG Prüm sicherlich bei einer ernsthaften Kaufanfrage mindestens die eigenen Auslagen (Kaufpreis 420.000 EUR zuzüglich Verzinsung über 3 Jahre) angesetzt hätten.

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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon jojo54 » Fr 21. Sep 2012, 08:51

Hallo zusammen !

im Trierischen Volksfreund vom 21.09.2012 wird mit einem ergänzenden Kommentar und Stellungnahmen beider Parteien über das jetzt in schriftlicher Form vorliegende Urteil des Verwaltungsgerichtes aus Mainz berichtet.

Für die Presse scheint der Zug abgefahren zu sein. Sie fordert in einem Kommentar einen Schlussstrich unter das Projekt.

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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Der Aggertaler » Fr 21. Sep 2012, 15:26

Schönen Gruß
Markus

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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Rolf » Sa 22. Sep 2012, 00:12

jojo54 hat geschrieben:...Für die Presse scheint der Zug abgefahren zu sein. Sie fordert in einem Kommentar einen Schlussstrich unter das Projekt.

Für mich ist der Zug auch längst abgefahren. Die Eisenbahnfreunde der Region sollten sich jetzt auf andere, zukunftsweisendere Projekte konzentrieren. Ganz in der Nähe gibt es die VEB, die immer Unterstützung brauchen kann. Oder die Brohltalbahn. Oder oder oder. Der Kampf ist praktisch verloren, der weitere Widerstand ist Zeit- und Energieverschwendung, und er schadet der Region, denn den Fahrradweg kann man nur noch verzögern, nicht mehr verhindern. Und das bedeutet, dass der Region ein attraktives, mehrheitlich gewünschtes touristisches Angebot entgeht, solange der sinnlos gewordene Widerstand gegen den Abbau der Gleise aufrecht erhalten wird. Auch wenn es schmerzt, aber irgendwann muss man die Realitäten akzeptieren.

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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Mayen West » Sa 22. Sep 2012, 08:00

Rolf hat geschrieben:Für mich ist der Zug auch längst abgefahren. ..... Auch wenn es schmerzt, aber irgendwann muss man die Realitäten akzeptieren.


Das scheint traurige Realität zu werden. Scheinbar will die "Region" nur noch Fahrrad fahren koste es was es wolle!
Oder anders gesagt, der Individualverkehr ist halt "noch" einfach zu günstig! Aber das ist wieder ein anderes Thema!!!

Gruß,
Mayen West

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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Jörg Neidhöfer » Sa 22. Sep 2012, 10:59

Rolf hat geschrieben:Ganz in der Nähe gibt es die VEB, die immer Unterstützung brauchen kann.


Das ist doch in meinen Augen gerade der Grund, weshalb für die Strecke nach Prüm gekämpft wird.

Wenn die EQB irgendwann wieder durchgängig bis Gerolstein im Taktverkehr befahren werden sollte, wo bleibt denn da Platz für die Freizeitverkehre der VEB?...
GrüZe aus Zell an der MoZelschleife,
Jörg

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Re: Chancen für Reaktivierung Bahntrasse Prüm Gerolstein 1

Beitragvon Rolf » Sa 22. Sep 2012, 12:19

Alles nachvollziehbar. Aber man muss auch wissen, wann man verloren hat. Die Gerichtsentscheidung und die bombenfeste Haltung der Politik in Land und Kommune lassen keinen Zweifel mehr. Irgendwann wird man von der Mehrheit, und die interessiert sich leider nicht für die Bahn und wünscht den Fahrradweg, der übrigens als ein wichtiges Teilstück eines größeren Netzes durchaus Sinn macht, nur noch als lästiger "Wadenbeißer", Querkopf, schlechter Verlierer oder gar kindischer Spinner wahrgenommen. Und von der Politik, die sich längst festgelegt hat und ihr Ding durchzieht, sowieso. Was das für das Image der Bahn-Enthusiasten insgesamt bedeutet, muss man sich mal ausmalen. Der Fahrradweg kommt so oder so. Früher oder später. Jede (sinnlose) Verzögerung der Realisierung des Fahrradwegs wird die Bevölkerung gegen die Bahnfans aufbringen. Eine sinnlose Trotz-Haltung färbt auf alle anderen Initativen/Bahnfans ab und schadet damit anderen Museums- und Freizeitbahnen. Der übergreifende Imageschaden ist enorm. Und noch was: Wenn man dann mal was von der anderen Seite will, gibt es bestimmt keine offenen Arme. Nein, das Thema ist durch, und es ist echt Zeit, sich auf diejenigen Projekte zu konzentrieren, die eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung genießen und jede Unterstützung brauchen. Ich wünsche mir, dass die Züge der VEB auch in 10 oder 20 Jahren noch auf der Eifelbahn fahren und die der Brohltalbahn im Brohltal, um mal zwei herausragende Beispiele zu nennen. Darauf sollten sich die Bahnfreunde konzentrieren. Das ist schon schwer genug. Die Kräfte sollten gebündelt werden. Eine Verzettelung der Energien schadet nur, insbesondere dann, wenn man für (Geister-)Züge kämpft, die längst abgefahren sind.


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