Eifelquerbahn

Westeifelbahner
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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 9. Mär 2015, 15:54

Mithilfe erbeten!

Auf www.eifelquerbahn.de steht in dem bekannten Text zur Einstellung der Freizeitverkehre "Die Fahrten hätten wir gerne weiter angeboten, allerdings fehlt es an Mitteln für dringend notwendige Investitionen zur Instandsetzung der Schieneninfrastruktur. Leider konnten diese seitens des Landes Rheinland-Pfalz nicht bereitgestellt werden (...)"

Ist das noch eine Originalformulierung aus 2013? Oder ist diese Formulierung neu?

Ich bin zufällig darauf aufmerksam gemacht worden, weil ja eigentlich noch eine Förderung durch das Land in der Diskussion ist...
Weiß da wer was?

Gruß Westeifelbahner

Poppenspäler
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Noch nicht bei allen vergessen ???

Beitragvon Poppenspäler » Mi 29. Apr 2015, 23:24

Anscheinend gibt es selbst in der Eifel noch Leute die sich daran erinnern, dass ursprünglich einmal die komplette Reaktivierung der Eifelquerbahn für den täglichen SPNV vorgesehen war. Auch wenn es sich hier nur um einen Direktkandidaten der Grünen handelt, dessen Stimme am Ende vermutlich kaum noch zu vernehmen sein wird muss man doch mittlerweile erfreut sein, wenn jemand von selbst angeregt ist das Thema anzusprechen. :(


http://www.eifelzeitung.de/themen/politik/direktkandidat-fuer-buendnis90die-gruenen-in-der-vulkaneifel-fuer-landtagswahl-rlp-2016-98620/

Zitat: "Wichtig ist für mich"....."die Reaktivierung der Eifelquerbahn als ständige Verbindung nach Koblenz".

jojo54
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Re: Noch nicht bei allen vergessen ???

Beitragvon jojo54 » Do 30. Apr 2015, 10:54

Poppenspäler hat geschrieben:Anscheinend gibt es selbst in der Eifel noch Leute die sich daran erinnern, dass ursprünglich einmal die komplette Reaktivierung der Eifelquerbahn für den täglichen SPNV vorgesehen war. Auch wenn es sich hier nur um einen Direktkandidaten der Grünen handelt, dessen Stimme am Ende vermutlich kaum noch zu vernehmen sein wird muss man doch mittlerweile erfreut sein, wenn jemand von selbst angeregt ist das Thema anzusprechen. :(


http://www.eifelzeitung.de/themen/politik/direktkandidat-fuer-buendnis90die-gruenen-in-der-vulkaneifel-fuer-landtagswahl-rlp-2016-98620/

Zitat: "Wichtig ist für mich"....."die Reaktivierung der Eifelquerbahn als ständige Verbindung nach Koblenz".


Ein einzelner Direktkandidat der Grünen wird in der Tat kaum etwas erreichen. Wichtig wäre, dass endlich mal die Landkreise und die Kommunen sich klar zur Eifelquerbahn bekennen. Aber da kommt leider nur schweigen........

MfG
jojo54

Rolf
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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Rolf » Di 12. Mai 2015, 11:26


Knipser1
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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Knipser1 » Di 12. Mai 2015, 15:00

Rolf hat geschrieben:Zur aktuellen Diskussion: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... index.html



Ich bin ja weiß Gott kein Brückenfachmann, aber warum ist die Sanierung der Brücke bei Pelm denn mit 6 Millionen so exorbitant teuer?
Nach dem 2. Weltkrieg wurde doch jahrelang - auch mit schwersten Zügen (Baureihen 50, 44, etc..) über die sicherlich schnell und einfach errichtete Behelfsbrücke gefahren. Nichts hält ja länger als ein Provisorium, immerhin gute 60 Jahre...
Und eine solche "neue" Ersatz-Behelfsbrücke soll jetzt 6 Millionen kosten? Da steht doch nur 1 Pfeiler in der Kyll, darauf eine einfache Stahlkonstruktion.
Was kostet denn da die ganze Kohle? Will man da wieder ein historisches Steinbogenviadukt daraus machen?
Bild

Horst Heinrich
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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Horst Heinrich » Di 12. Mai 2015, 18:36

Knipser1 hat geschrieben:Was kostet denn da die ganze Kohle? Will man da wieder ein historisches Steinbogenviadukt daraus machen?


Man darf bei dieser Betrachtung nicht vergessen, daß ein großer Teil der heutigen Baukosten von der planenden, zertifizierenden und alle möglichen "Verträglichkeiten" herstellenden Administrative verschlungen wird und daß natürlich der Auftraggeber höchste Qualität und vollumfängliche Haftungen verlangt.
Mein Vater hat als Maschinenbaustudent nach dem Krieg an vielen Ersatzbrückenbauten und Wiederherstellungen mitgewirkt.
Wie damals geschafft wurde, hat er oft erzählzt.
Damals wurden- um bald wieder Verkehr durchführen zu können- alle möglichen Zugeständnisse und Kapriolen gemacht.
Andererseits hätte niemand -wäre eine solche Konstruktion mal mit Mann und Maus zusammengebrochen- auch nur im entferntesten auf die Idee gekommen, Schadenersatz zu verlangen. Die Toten hätte man den 60 Millionen Kriegstoten und Kriegsfolgetoten als "Kollateralschaden" hinzuaddiert und fertig.
Heute, wo jeder wegen des Durchzuges, den vorbeifahrende Züge auf Bahnsteigen verursachen und des dann folgenden grippalen Infekts wegen Schadenersatz vor Gericht zieht, wird auch die Brücke in Pelm EU-, TÜV, DIN-ESO- und was weiß ich konform errichtet und natürlich darf das ganze dann noch einmal alle möglichen Kompatibilisationsprüfungen durchlaufen.
Dafür hält die neue Brücke auch 100 Jahre länger als die Strecke und wird nach dem Gleisabbau auch noch viele Radler durch die schöne Eifel tragen.

Aber, ob die Pelmer Brücke nun 3, 4 oder 6 Millionen kostet und die Gesamtsanierung 30 oder 50 Millionen - die Frage ist:
Ist das Land bereit, hier Geld in die Hand zu nehmen und den (klammern) Kommunen entgegen zu kommen oder nicht, und diese Frage ist bei mir schnell beantwortet.
Eifel, (aber auch Hunsrück und Westerwald) sind klassische CDU-Regionen, in Mainz aber regiert rot-grün.
Ich könnte unzählige Beispiele für die ganz klare Bevorzugung der Region Mainz-Rheinhessen-Pfalz durch Landesinvestitionen nennen und ebenso viele Projekte in "schwarzen" Regionen, die keine Chance haben - nicht aus sachlichen Gründen, sondern
politischen.
Und eine Opposition, die den ganzen faulen Zauber hinterfragt und Gegenentwürfe präsentiert -ob zum Millionengrab Moselübergang, zur chaotischen Bildungspolitik, der mißlungenen Kommunalreform oder zu Verkehr und Demographie in den ländlichen Regionen- fehlt.
Die CDU hält sich zurück, weil sie SPD oder Grüne 2016 noch für eine Koalition benötigt, die einstmals verkehrspolitisch gut aufgestellte FDP ist noch nicht wieder auf der politischen Bühne angekommen.

Ich befürchte daher, daß auch in der Legislaturperiode 2016-2021 sich auf der Eifelquerbahn nichts tut.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

jojo54
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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon jojo54 » Fr 5. Jun 2015, 18:06

Neue Informationen aus dem Trierischen Volksfreund, Teilausgabe Gerolstein, vom 05.06.2015.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 68,4230880



MfG
jojo54

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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 5. Jun 2015, 18:43

Die klammen Kreise scheuen sich, am Ende im Rahmen einer Betreibergesellschaft für Tourismusverkehre für die Strecke geradestehen zu müssen und favorisieren die (schrittweise) Wiedereinführung des ÖPNV - liest sich erstmal konsequent, denn es soll das finanzstärkere Land die Hauptlasten tragen.
Andererseits befürchte ich, daß damit in der gegenwärtigen Legislaturperiode nichts mehr läuft und ab 2016 muß dann ein neu zusammengesetzter Landtag die Nahverkehrspolitik neu abstecken, das passiert wohl auch nicht gleich und so sehe ich das Jahr 2017ff heraufziehen und damit das fünfte Jahr nach Einstellung des Zugverkehrs.
Ein Jammer für diese interessante Strecke.

Man sieht aber auch, daß die Kommunen sich nicht mehr ohne weiteres in finanzielle Abenteuer stürzen, auch wenn sie die Wichtigkeit der Strecke bejahen.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Westeifelbahner » Fr 5. Jun 2015, 19:12

Wir hatten hier ja schon in den letzten ein, zwei Jahre mehrfach diskutiert, dass die Landesforderungen (Kommunaler Streckenkauf, 15% kommunale Kostenbeteiligung) für die Efq utopisch sind.
Leider können wir uns damit auf die Schulter klopfen: Wir waren mit dieser Erkenntnis bedeutend schneller als die Kommunen, die offenbar erst zweieinhalb Jahre gebraucht haben, um das zu erkennen.

Ein, zwei Jahre konnten wir als Beobachter gespannt verfolgen, was geschehen wird, wenn auch die Kommunen zu dieser - eigentlich nicht sehr schwierigen - Erkenntnis erlangen.

Man hat sich beispielsweise ausmalen können: Die Kommunen werfen dem Land ein Ablenkungsmanöver vor und geben bekannt, dass sie nun nachdrücklich die Umsetzung des Beschlusses des ZSPNV zur Reaktivierung der Gesamtstrecke fordern werden. "Es gibt keinen Zweifel: Die Bestellung des SPNV obliegt dem Zweckverband. Der Zweckverband hat für die Reaktivierung votiert. Die ganze Region wartet darauf, dass dieser Beschluss endlich umgesetzt wird...!" Man hätte es auf die Spitze treiben und bereits eine Ausschreibung der Verkehrsleistungen fordern können, da für diese ja sogar seinerzeit Mittel im RLP-Takt einkalkuliert wurden. Man hätte fordern können, dass der Infrastruktureigentümer schnellstmöglich alles unternehmen müsse, um die Strecke dafür befahrbar zu machen. Man hätte im ZSPNV in knallharte Verhandlungen einsteigen können, wer dafür aufkommt, falls der Infrastruktureigentümer die Sanierungskosten auf die Trassenpreise überträgt. Ja, man hätte...

Oder man hat sich beispielsweise ausmalen können: Die Kommunen bleiben bei ihrer Forderung der Reaktivierung des Schienenbusverkehres und werfen dem Land vor, dass es völlig unrealistische Forderungen an die Kommunen gestellt hat. Man könnte medienwirksam fordern, dass das Land seine Ankündigungen umsetzt und realistisch eine Sanierung ermöglicht. Man hätte...

Was aber geschieht? Die Kommunen sagen: Dann eben nicht.
Das Land stellt Forderungen, die wir nicht erfüllen können, also lassen wir das mit dem Touristikverkehr.
Und aus der Gesamtreaktivierung ist auch nix geworden. Also lassen wir das auch.
Aber vielleicht kann man wenigstens mal ein paar Kilometer in der Osteifel reaktivieren, wenn man in Mainz nett "Bitte" sagt.

Für mich ist der Fall Efq zunehmend ein Ping-Pong-Spiel zwischen Land und Kommunen gegen die Efq. Man schiebt sich gegenseitig immer mal wieder den "Schwarzen Peter" zu, aber unterm Strich ist weder in Mainz noch auf den Dörfern der Eifel eine ernsthafte Bereitschaft zum Erhalt der Efq zu erkennen.

Gruß Westeifelbahner

Musseler
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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Musseler » Do 12. Nov 2015, 21:50


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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon jojo54 » Fr 13. Nov 2015, 14:33

Musseler hat geschrieben:...mal wieder was Neues (Altes):

http://www.rhein-zeitung.de/region/loka ... 96437.html


Danke für die Info.

In der E-Papier-Ausgabe, die ich im Abo habe, stehen keine (wirklich) neuen Erkenntnisse. Das Land schlägt unverändert einen saisonalen Ausflugsverkehr vor, von denen die Landkreise und Kommunen wegen der 85 + 15 % Förderung bekanntlich nicht begeistert sind.

Den von dort gewünschten Regelverkehr kann man wegen dem Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsberechnung vergessen. In den nächsten Jahren wird nichts geschehen.

MfG
jojo54

Horst Heinrich
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Re: Hat die Eifel-Querbahn überhaupt noch eine Chance ?

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 13. Nov 2015, 16:32

jojo54 hat geschrieben:Den von dort gewünschten Regelverkehr kann man wegen dem Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsberechnung vergessen. In den nächsten Jahren wird nichts geschehen.
MfG
jojo54

300 Kilometer Nebenstrecke in strukturschwachen Gebieten von Rheinland-Pfalz von Stillegung und/oder Abbau bedroht, eine wahrlich "stolze" rot-grüne Bilanz zum Ende der Legislaturperiode, aber es interessiert nicht mal 1% der Bürger wirklich... :(
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