Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

EuropasBahnen
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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon EuropasBahnen » Mi 2. Mai 2018, 18:14

... und das Stellwerk, sowie das Bahnhofsgebäude erstrahlen im neuen Glanz (Wobei letzteres Bauwerk nicht durch die NTB saniert wurde). Die Hebelbank aus Igstadt ist auch schon im DF.

Die Plane der Dampflok liegt schon paar Jahre da oben - durch den Tender kann man aber nach wie vor durchschauen und an der Betriebsfähigkeit der 50 muss man wirklich nicht mehr glauben.

So ganz nebenbei: Ich habe für dieses Jahr noch meinen Mitgliedsbeitrag für die NTB entrichtet, jedoch werde ich den Verein bald verlassen.
Nach vier Jahren Arbeit an Strecke und Bahnhofsgelände (davon 3 Jahre intensiv), sehe ich es nicht mehr ein für unklare Vereinsziele meine Freizeit zu opfern.

Liebe Grüße
Elias Wingenfeld
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jojo54
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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon jojo54 » Mo 7. Mai 2018, 08:39

Der Streit zwischen der Stadt Taunusstein und der NTB um den Bebauungspan "Neue Hahner Mitte" am Bahnhof von Hahn-Wehen ist beigelegt.
Informationen aus dem Wiesbadener Kurier.

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokale ... 713475.htm

MfG
jojo54

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Prof. Zemlin: Arroganz oder Altersstarrsinn?

Beitragvon eta176 » Do 14. Jun 2018, 23:21

Wiesbadener Kurier am 14.06.2018
Wegen Wiesbadener City-Bahn-Plänen:
Nassauische Touristikbahn gerät aufs Abstellgleis

In der letzten Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses hieß es jetzt, die NTB werde wegen "ungesicherter
Finanzierung" keine Betriebserlaubnis mehr erhalten. Stattdessen werde die Strecke von der "City-Bahn" genutzt.
„Da fahren wir alleine drauf“, erklärte Herrmann Zemlin (77), Geschäftsführer der City-Bahn GmbH, kategorisch.
Anlass der Diskussion im Ausschuss war ein Antrag der Fraktion Linke/Piraten, ein Dreischienengleis zu verlegen.
„Der Antrag kommt zu spät“, sagte Zemlin: „Die NTB kann da nicht fahren, weil sie kein Geld hat.“ Nach § 6 AEG
müsse ein Antragsteller seine finanzielle Leistungsfähigkeit nachweisen.
Zemlin stellte klar, dass für die "City-Bahn" neue Gleise verlegt und ein neues Gleisbett gebaut werden müsse.
Das sei auch so in die NKU eingeflossen. Eine dritte Schiene sei dabei nicht vorgesehen ...
http://www.wiesbadener-kurier.de/lokale ... 843559.htm

jojo54
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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon jojo54 » Fr 15. Jun 2018, 11:26

Danke für die Info von eta176.

Unabhängig davon war ich gestern im Aartal und es sieht überall sehr unschön aus.

Wer glaubt, dass dort nochmals (Ausflugs-) Züge fahren, dürfte sich auf dem Irrweg befinden.

Hier drei Aufnahmen vom Bahnhof Eiserne Hand.

Im Interesse ALLER sollte man die Angelegenheit zum Abschluss bringen. Die jetzige Situation hilft niemanden, sondern schadet nur.

MfG
jojo54
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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon eta176 » Fr 15. Jun 2018, 12:20

jojo54 hat geschrieben:Unabhängig davon war ich gestern im Aartal und es sieht überall sehr unschön aus.
Wer glaubt, dass dort nochmals (Ausflugs-) Züge fahren, dürfte sich auf dem irrweg befinden.
Hier drei Aufnahmen vom Bahnhof Eiserne Hand.

Hallo jojo,
die Eiserne Hand ist allerdings nicht "das Aartal" :!:
Ein Besuch des Streckenabschnitts zwischen dem ehem. Hp. Breithardt und Laufenselden hätte einen
ganz anderen Eindruck vermittelt, denn da sieht es nach den umfassenden Freischneideaktionen der
letzten Wochen und Monate (auch mit Unterstützung kommunaler Bauhöfe) völlig anders aus. Derzeit
gibt es Bestrebungen, den Abschnitt von Bad Schwalbach bis zumindest Laufenselden für ein Fahrrad-
Draisinen-Projekt zu nutzen.
jojo54 hat geschrieben:Im Interesse ALLER sollte man die Angelegenheit zum Abschluss bringen.
Die jetzige Situation hilft niemanden, sondern schadet nur.

Diese beiden Sätze sind "stark erklärungsbedürftig" - könnte Du da vielleicht etwas deutlicher werden?
Besten Dank im Voraus
Hans-Peter

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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon jojo54 » Fr 15. Jun 2018, 13:21

Lieber eta176,

man sollte nicht so kleinlich und pingelig sein. Du brauchst keine Angst zu haben, mir ist der Verlauf des Aartals sehr gut bekannt. Gestern war ich zudem noch an zwei anderen "richtigen" Stellen im Aartal (deshalb meine Aussage) und da sah es noch schlimmer aus. Bilder folgen noch. Für mich persönlich gehört der Bahnhof Eiserne Hand zur Aartalbahn und somit zum Aartal.

Zu den Draisinenfahrten ab Bad Schwalbach die Info, dass diese lt. Landesgartenschau nur zwischen Diez und Michelbach angeboten werden. Leider aktualisiert der Arbeitskreis Aartalbahn seine Homepage (fast) nicht mehr, so kann man nicht nachlesen, was wirklich möglich ist. Richtig ist, es sollten Fahrten ab Bad Schwalbach erfolgen, aber im dortigen Bahnhof ist alles meterhoch zugewachsen, ebenso die Ausfahrt in Richtung Hohenstein. Ferner wollte man zur Veranstaltung "Fahr zur Aar" Fahrten ab Laufenselden in Richtung Burg Hohenstein durchführen. Das war auch letztes Jahr schon angekündigt und wurde damals nicht genehmigt. Wie es dieses Jahr war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Es wäre mein großer Wunsch, wenn die Verantwortlichen der NTB endlich mal Klarheit schaffen würden, was sie überhaupt (noch) wollen oder können. Fahre mal nach Dotzheim und betrachte Dir die Fahrzeugsituation. Da verrottet seit Jahren wertvolles Material und es geht nicht weiter. Sicherlich, das City-Bahn-Projekt hat den Bemühungen der NTB sehr geschadet, aber das Leben geht doch weiter. Schau Dir mal die Gleistrasse und die Bahnhofsanlagen ab Dotzheim nach Bad Schwalbach genauer an. Für kleines Geld ist da nichts zu renovieren. Wo soll denn dieses herkommen ? Von der NTB wohl kaum.

Nachdenkliche Grüße
jojo54

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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon jojo54 » Sa 16. Jun 2018, 19:12

Am 14.06.2018 ging es nach dem Besuch des Bahngeländes von "Eiserne Hand" weiter nach Hahn-Wehen, wo zwei Aufnahmen entstanden sind. Die eine machte ich am Bahnsteig, dort wo früher die Züge abfuhren. Links stand das Bahnhofsgebäude. welches trotz Denkmalschutz abgebrochen wurde und alle schauten tatenlos zu. Alles wächst zu, anscheinend hat die NTB aufgegeben.

Aktuell wird der Bahnsteig als Verbindungsweg vom Busbahnhof zu einem Wohngebiet genutzt, auch wenn die NTB in einem kleinen Hinweis-Schild jederzeit Zugfahrten ankündigt, die ohnehin aus bekannten Gründen nicht stattfinden. Früher standen dort aus Sicheheitsgründen Bauzäune, aber die hat man entfernt.

Das Gelände links soll fü die neue "Hahner Mitte" bebaut werden.

Bild



Die zweite Aufnahme entstand vom Bahnübergang (B 54) aus. Man blickt auf die Kopframpe und auf die seit Jahren dort abgestellten Güterwagen. Vorne am Anfang (im Gestrüpp nicht sichtbar) steht die Fahrgestell-Ruine des FKE X 301, einem Bauzugwagen der Frankfurt-Königsteiner-Eisenbahn, den ich von Kindheit an kenne und der dort anscheinend verkommt.

Bild


Das gesamte Gelände macht einen erbärmlichen Eindruck. Wie soll man da Kritiker, die das Gelände anderweitig nutzen möchten, besänftigen?

Zusatz für eta176: Bin ich jetzt richtig im Aartal ?

Bilder von Bad Schwalbach folgen noch.

jojo54

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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon EuropasBahnen » Sa 16. Jun 2018, 22:58

Hallo Jojo,

neben einigen deiner Punkte, die ich durchaus unterschreiben würde, frage ich Dich jedoch gerne mal: Wer ist für Dich "die NTB"?
Es gibt eine Infrastruktur GmbH und die NTB selbst.
Die NTB ist ein ehrenamtlicher Verein, welcher sich seit Jahren für den musealen Betrieb auf der Aartalbahn eingesetzt hat, bis eben die Brücke.... - Den Rest weißt du ja. Den Rest kennen wir alle!

Zu sagen, dass die NTB aufgeben würde, Ist schlichtweg falsch. Problem: Die Aktiven springen ab! Warum? - Weil, wie auch von Dir festgestellt, die Klarheit über weitere Aktivitäten fehlt. Aber auch, weil das CityBahn-Projekt für Unsicherheit sorgt. Ich als nun langjähriges Mitglied frage mich auch: "Warum soll ich meine Freizeit (mitlerweile leider wirklich) opfern, damit etwas gerettet wird, was zwei Monate später zerstört wird."

Dennoch: Es gibt nach wie vor den Streckentrupp, welcher sich liebevoll um kleine Abschnitte der Strecke kümmert - Das sogar noch mit Motivation! :) . Aber wie lange hält diese bei den übrigen Aktiven noch an?



Ich persönlich habe die Aartalbahn als solche Strecke wie sie bekannt ist und war aufgegeben. Schweren Herzens - Aber durchaus realistisch betrachtet. Das Schlimme ist, dass wusste ich schon im Bauchgefühl seit drei Jahren!
Und? Dennoch war ich an vielen Wochenenden (In einem Jahr sogar an fast jedem Wochenende) im besagtem Verein aktiv.


Bei der NTB selbst lief und läuft vieles schief und es wird nicht besser... Aber das ist in jedem Eisenbahnverein (Welcher nicht die BayernBahn als Retter hervorgebracht hat) der Fall.


Lass doch bitte den Mitgliedern, die noch immer die Strecke und Ihr Vorhaben nicht aufgegeben haben in Frieden weitermachen, und sage niemals "Die NTB gibt auf" - Denn das ist einfach nur falsch!



Nachdenkliche Grüße
Elias Wingenfeld
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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon jojo54 » So 17. Jun 2018, 12:46

Vielen Dank Elias für Deine Ausführungen.

Seit sehr vielen Jahren bin ich der gesamten Aartalbahn sehr verbunden und habe sämtliche Höhen und Tiefen der letzten Jahrzehnte miterleben dürfen. Deshalb meine vielleicht etwas kritischen Anmerkungen.

Trotzdem hier noch kommentarlos drei Aufnahmen von der aktuellen Situation in Bad Schwalbach vom 14.06.2018.

Ausfahrt Bad Schwalbach nördlich vom Bahnübergang, Blickrichtung Limburg

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Nördliche Ausfahrt Bad Schwalbach, Blickrichtung Limburg. Alles ist zugewachsen. Blick auf das Bü-Signal und den Bahnübergang, dahinter sind in die Gleistrasse Werbefahnen für die Landesgartenschau eingesteckt.

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Bad Schwalbach, Blickrichtung Empfangsgebäude und Wiesbaden.

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MfG
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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon Bad Camberger » Di 19. Jun 2018, 19:10

Hallo jojo54,

ich habe mich 10 Jahre lang für den Erhalt der Strecke als solches aktiv eingesetzt. Der Bewuchs ist den großzügigen Wasserschutzgebieten geschuldet, der ein Behandeln des Grünzeugs mit Glyphosat unmöglich macht. Alles was in besagten Abschnitten wächst, muss händisch entfernt werden, mit Astschere oder Heckenschere bzw Motorsäge (mit Fertigsprit z.B. Aspen). Das ist nicht nur sehr zeitaufwändig und teuer sondern auch nicht von Erfolg gekrönt, denn theoretisch müsste man jeden Abschnitt im Jahr 3 mal händisch freischneiden, da die auf Stock gesetzten Büsche von Jahr zu Jahr mehr Triebe bilden, die dann auch noch händisch abgeschnitten werden müssen. Das ist so aufwändig, dass sich in den letzten Jahren die Freischneideaktivitäten auf die Strecke Wiesbaden-Dotzheim bis Hahn beschränkten, da hier als erstes der Fahrbetrieb 2018 zur Landesgartenschau aufgenommen werden sollte. In einer Aktion wurde zudem Bad Schwalbach freigeschnitten.
Ohne Glyphosat sehe ich auf stillgelegten Strecken mit Bewuchs keinen Ausweg.

Dein angesprochener schlechter Zustand lässt sich auf deinen Bildern nicht erkennen, denn dazu gehört mehr als nur Gras und Büsche, die man mit Mulcher und Spritzmittel einfach entfernen könnte, wenn dies zugelassen wäre. Hier zählen vor allem viele Maße mit rein. Maße einer Weiche, gemessene Spurweite, Gleislage, Gleislagefehler, Zustand der Schwellen, Zustand der Kunstbauten und und und. Tatsächlich ist die Aartalbahn mittlerweile marode, jedoch nicht so marode, dass man nicht mehr drüberfahren könnte. Die Züge der NTB fuhren in ihren Betriebsjahren sowieso nur 30km/h. Der Zustand ist vergleichbar mit der Hunsrückquerbahn. Prinzipiell befahrbar, dennoch massiv zugewachsen.

Als ich den Zeitungsartikel las, dachte ich mir, das genau das eingetreten ist, was ich seit Jahren habe kommen sehen.

Meine Meinung dazu in einem Satz:

Das Projekt "Aartalbahn" wurde zerstört, verraten und zermahlen in den behäbigen Mühlen der Politik und deren Bürokratie.

Über den nicht vorhandenen Rückhalt und das "Steine in den Weg-Geräume" seitens zuständiger Stellen und Politiker bin ich sehr erbost.

Es hätte vieles anders laufen können, wenn man sich für die Strecke interessiert hätte. Gelder waren eingestellt ( schon 2011 von Bad Schwalbach zum Neubau von Weichen in BSB), Gelder von der Stadt Wiesbaden zur Unterhaltung usw. Diese konnten, außer für Arbeitsgeräte (Freischneider, Motorsäge etc) und Arbeitsstundenabrechnungen zwischen der Stadt Wiesbaden und der Aartalbahn Infrastruktur GmbH nicht genutzt werden, da für ein Befahren mit einem Zweiwegebagger seitens des RP Darmstadt keine Genehmigung ausgestellt wurde. Somit konnte keine schwere Instandhaltung ausgeführt werden. Hürden über Hürden haben nun absehbar dazu geführt, was eingetreten ist. Die Strecke ist aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden, durch die ausbleibenden Fahrgeldeinnahmen eines bis dato eigenwirtschaftlich betriebenen Fahrbetriebs nahm das Domizil des Vereins sowie die Fahrzeuge den Zustand an, den sie heute haben und nun heißt es, die NTB sei nicht wirtschaftlich leistungsfähig genug, diese Strecke zu betreiben. Wenn ihr mich fragt: SALAMITAKTIK! Erinnert an die mutwillige Herunterwirtschaftung von Bundesbahnstrecken seit den 60ern. Heute wissen viele nicht mehr, dass es im Aartal mal eine sehr beliebte Museumsbahn gab.

Nun heißt es Abschied nehmen, von der Aartalbahn.

In diesem Sinne

traurige Grüße,
Bad Camberger

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Di 19. Jun 2018, 21:57

Wenn ich die Ausführungen des Bad Cambergers lese, dann habe ich ein echtes Deja vu. Es ist 1:1 identisch mit den Problemen in RL-P. Dort wird auch alles zerredet und kaputt diskutiert. Die Gläser sind wohl in Mainz wie Wiesbaden immer halbleer. Schade. Die Potentiale, die überall erschlossen werden könnten ... . Der öffentlichen Hand wird durch uns verrückte Eisenbahner überall eine Attraktion auf dem Silbertablett angeboten - für in Relation zu anderen Projekten sehr kleines Geld.
Dieses Zaudern, Bedenken tragen und nicht entscheiden wollen ist so eine Masche, die die Lenor-gespülten Kommunal- und Landespolitiker gerne anwenden. Keiner hat mehr die "hmmm" in der Hose, um mal gegen Widerstände und gegen den Wind etwas zu entscheiden. Der letzte Politiker, den ich so kennenlernen durfte, war Bürgermeister Eibes in Morbach, heute Landrat von Bernkastel-Wittlich. Der Mann stand noch für seine Überzeugung, auch wenn es unbequem war.
Und so ist es irgendwie überall. Im Brexbachtal ist es der blöde Kreisverkehr in Bendorf, der die Politik lähmt, in der Eifel ist es eine Brücke bei Pelm die gleich einstürzen muss, im oberen Westerwald ist es die marode Infrastruktur, im Aartal ist es die undurchsichtige Gemengelage zwischen Kreis, Kommunen und Stadt .... .
Und da soll man als motivierter Eisenbahner noch Lust an der Sache haben. Bei mir auf dem Hof stehen jede Menge Uerdinger herum - aber wo kann man noch damit gemütlich über eine Nebenstrecke gondeln? Das ist alles sehr schade.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
http://www.heinrichsmeyer.com

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Re: Aartalbahn (Wiesbaden - Bad Schwalbach, Nassauische Touristikbahn)

Beitragvon Westeifelbahner » Mi 20. Jun 2018, 10:34

Schön nach langer Zeit mal wieder von dir hier zu lesen.
Das ganze Dilemma muss für aktive Eisenbahner und Menschen, die sich hier derart für den Erhalt der Bahn im Hunsrück engagiert haben, noch weitaus unverdaulicher zu ertragen sein als für uns - und mir selbst fällt es ja auch schon schwer: Überall die gleichen herzlosen Diskussionen, die im Kern einfach Desinteresse und Ignoranz für die Bahn ausdrücken - gern ergänzt um ein paar demotivierende Kommentare für die Leute, die trotzdem noch nicht aufgegeben haben.
Gregor Eibes habe ich - außerhalb der Eisenbahn - als Bürgermeister von Morbach leider auch anders kennen gelernt als hier dargestellt, aber das ist ein anderes Thema. Bahnaffin sei hingegen angemerkt, dass ich die Anmerkung zur Efq nicht nachvollziehen kann. Die Pelmer "Behelfsbrücke" ist, wie der Name schon andeutet, durchaus ein Problem, da aus Bundesbahnkreisen schon Ende der 80er Jahre zu hören war, dass man die Stilllegung der Efq forcieren müsse, um das Problem loszuwerden. Es geht hier um Kriegsschäden, die in Zeiten der Not nach Kriegsende improvisiert so schnell wie möglich behoben wurden, um irgendwie wieder eine Befahrbarkeit zu erreichen. Dass diese Behelfsbrücke irgendwann wirklich mal am Ende der Nutzdauer angekommen ist, muss man anno 2018 auch akzeptieren.
Die Brücke hat aber nichts damit zu tuen, warum auf der gesamten Efq keine Züge mehr fahren - das wird nur gern so dargestellt, weil es für Leute, die sich mit dem Thema nicht näher beschäftigen, so plausibel klingt: Brücke kaputt, Strecke tot. Das sind wir wieder beim Thema - das wird gern so dargestellt, aber bei diskutierten 20-40 Millionen EUR macht selbst der Brückenneubau nicht mal so viel aus. Und die Efq hat ja auch schließlich eine Ostanbindung, sodass man mit dem Uerdinger über Monreal und Ulmen bis Daun gondeln könnte. Wenn denn nicht...
Die Frage ist, wo der Hof ist, auf dem die Uerdinger stehen...: Zum Glück sieht es ja nicht überall so mies aus wie in RLP. Am Wochenende wird eine weitere Nebenbahn in Sachsen wieder in Betrieb genommen - nach viel Eigenleistung und mit Eigenkapital.
Und auch in RLP gibt es ja mit Blick auf die Westerwaldquerbahn und dem möglichen Engagement der Lappwaldbahn durchaus eine Perspektive für touristische Verkehre, die schließlich bereits vor Jahren beim ZSPNV forciert worden waren und das Argument überzeugend entkräften könnten, dass die Infrastruktur nur dem SGV eines einzigen Kunde diene.
Gruß Westeifelbahner


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