Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Reiner
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Reiner » Mo 3. Apr 2017, 11:44

Neues zur Strecke: http://www.rhein-zeitung.de/region/loka ... 31901.html

Projekt macht Fortschritte: Radweg soll einen "riesigen Effekt" bringen

Bassenheim/Ochtendung. Die geplante Erweiterung des Maifelder Rad-Wanderwegs vom ehemaligen Bahnhof in Ochtendung nach Bassenheim macht Fortschritte. Das Planfeststellungsverfahren befindet sich in der Endphase. In den nächsten Monaten wird die Baugenehmigung erwartet. Bei seiner jüngsten Sitzung hat der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm bereits die Aufträge für die nächsten Planungsphasen – von der Ausführungsplanung bis zur Objektbetreuung – in Höhe von rund 90.000 Euro vergeben, damit es nach der Genehmigung direkt weitergehen kann.

Gruß Reiner

Knipser1
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Knipser1 » Mo 3. Apr 2017, 16:35

Reiner hat geschrieben:
Projekt macht Fortschritte: Radweg soll einen "riesigen Effekt" bringen



Naja, ich bin mal gespannt wie "RIESIG" dieser Effekt wohl sein wird.... :(
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Rolf
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Rolf » Mo 3. Apr 2017, 18:13

Die bestehenden Fahrradwege im Maifeld werden jedenfalls gut angenommen und sind nach meinem persönlichen Eindruck stärker frequentiert als etwa der Maare-Mosel-Radweg oder der Kylltalradweg von Jünkerath nach Belgien. Bei gutem Wetter ist der Weg und insbesondere die Außenanlage am Bahnhof Polch immer rappelvoll. Das ist umso bemerkenswerter, als dass das komfortable Bahn-Trassen-Wegenetz in Münstermaifeld und Ochtendung abrupt endet und die Weiterführungen unattraktiv sind. Wenn es von Ochtendung einfacher und bequemer wird, zum Rhein (zurück) zu kommen, wird die gesteigerte Attraktivität ganz sicher auch mehr Gäste anlocken. Die Bahn könnte als Zubringer von Bonn/Koblenz nach Mayen (oder umgekehrt, wenn jemand lieber bergauf radelt) ebenfalls profitieren. Kurzum, ich glaube, der Bürgermeister hat Recht. Mich schmerzt der Rückbau von Eisenbahninfrastruktur auch, aber da der Zug längst abgefahren ist, finde ich eine Trassensicherung durch Fahrradweg immer noch besser als eine Zerstückelung des Grundstücks und Veräußerung der Einzelteile an verschiedene Folgenutzer. Wenn erst einmal ein Supermarkt auf der Trasse steht, ist alles endgültig und für alle Zukunft verloren. Bei einem Fahrradweg dagegen bleibt wenigstens die Trasse nebst (Kunst-)Bauten erhalten und ein kleines Fünkchen Hoffnung, dass die Trasse eines Tages vielleicht sogar wieder gebraucht werden könnte.

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 3. Apr 2017, 19:20

Ja, ja, in unserer Eifel wimmelt es eigentlich von West bis Ost nur aus Bahnbefürwortern... Wenn man jetzt noch einen durchgehenden Radweg von Neuerburg bis Koblenz realisieren könnte, dann bräuchte man sich um die Zukunft der Bahn in der Eifel wirklich keine Sorgen mehr machen... Sorry für den Sarkasmus, aber ich empfinde diese beliebte Argumentation als eine einzige Nebelmaschine, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Wenn Gleise abgebaut werden, wird Eisenbahninfrastruktur zerstört. Auf wie vielen Bahnstrecken in RLP wurde anschließend in den letzten Jahrzehnten wieder eine Bahnstrecke neu gebaut? Wie realistisch ist das, wo offenbar selbst die Reaktivierung nicht einmal betrieblich stilllgelegter Bahnstrecken inzwischen schon zu ewigen Kontroversen und Rechtsstreitigkeiten führt? Was sagen die Anwohner eines Radwegs, wenn der Gleisbautrupp anrückt? Und das, wo eine Strecke sogar nach §23 AEG von Bahnbetriebszwecken freigestellt worden war? Was ist mit Kreuzungen stark befahrener Bundesstraßen, wenn dort vorher nicht einmal mehr ein Gleis lag? Was in den 90er Jahren noch innerhalb von Monaten möglich war, dauert heute schon Jahre oder mehr. Und was soll der Spaß kosten, wenn schon heute die Herstellung der Wiederbefahrbarkeit mit Ausflugszügen 20 Millionen EUR für 50 Kilometer kostet? Ja, man kann natürlich immer von dem "Wenn-dann-Fall" ausgehen und sich ausmalen, dass doch in Zukunft alles einmal anders sein könnte. Realistisch bleibt aber doch festzuhalten, dass wir alle auf den Strecken, die heute abgebaut werden, in diesem Leben kaum mehr eine Zugfahrt erleben werden - und ob sich unsere Kinder und Enkelkinder eines Tages im Wenn-dann-Fall ernsthaft darüber freuen, dass wir ihnen zumindest noch einen Radweg auf der zu reaktivierenden Bahntrasse hinterlassen haben, halte ich doch für mehr als fraglich. Wahrscheinlich wird ihnen eh jeder Bezug zur Bahn fehlen. Sollte ich irren, werden sie sich fragen, warum man denn alles kaputt gemacht hat.

Zurück zum Thread: Die BIKO hat sich hier einige Zeit nach meiner Wahrnehmung sehr leidenschaftlich, aber leider letztendlich erfolglos engagiert. Und die RSE-Züge fahren auch nur auf http://www.biko-ev.de. Die Strecke Ochtendung - Bassenheim ist doch meines Wissens inzwischen sogar bereits "entwidmet", oder? Eine bessere Anbindung der Polcher Radwege ist grundsätzlich für mich nachvollziehbar. Wenn es das nun also für die Strecke war, ist das so. Toll finden muss man das aber, finde ich, trotzdem nicht. Wenn uns sonst nichts bleibt, so doch zumindest die Trauer.

Gruß Westeifelbahner

PS: Muss man verstehen, warum diese Strecke in dieser Forenrubrik verblieben ist, während bspw. die nicht einmal nach §11 AEG stilllgelegte Eifelquerbahn unter "stilllgelegte Strecken" verschoben wurde?

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon MRF-Moderation » Mo 3. Apr 2017, 21:02

Westeifelbahner hat geschrieben:
PS: Muss man verstehen, warum diese Strecke in dieser Forenrubrik verblieben ist, während bspw. die nicht einmal nach §11 AEG stilllgelegte Eifelquerbahn unter "stilllgelegte Strecken" verschoben wurde?


Danke für den Hinweis. Wir haben Ihn dann mal verschoben.

Der Beitrag ist uns bei der Umsortierung einfach durch die Lappen gegangen :oops: :oops: :roll: :roll: .
Wir sind halt auch nur Menschen 8) :lol: :lol: :D

Grüße von der MRF Moderation

Rolf
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Rolf » Mo 3. Apr 2017, 23:21

Westeifelbahner hat geschrieben:...Wenn Gleise abgebaut werden, wird Eisenbahninfrastruktur zerstört. Auf wie vielen Bahnstrecken in RLP wurde anschließend in den letzten Jahrzehnten wieder eine Bahnstrecke neu gebaut? ...

Mir ist keine bekannt, was aber nicht heißt, dass sich das nicht mal wieder ändern könnte. Ich kenne aktuell auch nur den Fall Linnich-Baal in NRW, wo der Bahnlückenschluss auf dem Fahrradweg, der die ehemalige Bahntrasse sichert, ernsthaft erwogen wird. Mehr als ein Fünkchen Hoffnung , dass irgendwann Bedarf für eine Bahnreaktivierung in der Eifel besteht, habe ich auch nicht. Erst recht, wenn man sieht, wie die Entwicklung von Elektroautos und anderer KFZ mit alternativen Antrieben voranschreitet. Womöglich werden diese KFZ sogar bald ferngesteuert; auch hier gibt verblüffende Fortschritte. Der Deutschen "liebstes Kind", das Auto, scheint nicht tot zu kriegen sein. Die Bahn in der Peripherie bleibt damit auf der Strecke. Somit sehe ich in absehbarer Zeit auch keine Chancen für eine Wiederauferstehung der Eifel-Bahnen. Aber man sollte nie nie sagen. Wer weiß schon, was die ferne Zukunft bringt?

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Di 4. Apr 2017, 09:32

Die grundsätzliche Ablehnung des Westeifelbahners in Sachen Umbau von der Bahn zum Radweg teile ich. Alle jetzt noch vorhandene Eisenbahninfrastruktur sollte zumindest erhalten bleiben, wenn auch erst einmal außer Betrieb.
Aber auch hier muss man sich den Realitäten stellen. Wenn man die Bahn nicht erhalten kann, dann ist die Nachnutzung der Trasse als Rad- und Wanderweg sinnvoll. Auf "meiner" alten Ruwertalbahn ist gerade im unteren Abschnitt richtig viel los und viele Gaststätten brummen förmlich an der ehemaligen Bahnstrecke. Und das leider deutlich mehr, als zu der Zeit, als wir da mit den Uerdingern langgefahren sind - man muss ja auch ehrlich mit sich selbst sein.
Den Erfolg der Bahntrassenradwege kann man also auch nicht abstreiten und familienfreundlich ist das ganze auch noch.

Koblenz - Mayen würde heute aus meiner Sicht im SPNV Sinn machen, vmtl. mehr als Mayen - Andernach, aber dieses Rad dreht man sicher nicht mehr zurück.
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon streckenläufer » Fr 7. Apr 2017, 12:33

Ich frage mich immer, was mit dem Rest von Bassenheim über Rübenach nach Koblenz geschieht. Bleiben dort die Gleise liegen? In Bassenheim endet der Radweg dann doch auch am Bahnhof, oder nicht? Schade, dass die restliche Trasse nicht auch sinnvoll weitergenutzt wird.

Viele Grüße
streckenläufer

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon jojo54 » Do 6. Jul 2017, 12:52

Nach einem Beitrag im SWR.3-Fernsehen, Videotext Landesschau RLP, wird der Radweg zwischen Ochtendung und Bassenheim jetzt gebaut.

https://www.swr.de/swraktuell/rp/koblen ... index.html

MfG
jojo54

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Knipser1 » Do 6. Jul 2017, 17:37

Sehr schön, dann hat die kurzsichtige Lokalpolitikerschaft ja ihren Willen.
Das wird man sicher noch bitte bereuen, eine solche Strecke nach Koblenz abgebaut zu haben, aber noch klatschen alle in die Hände und freuen sich über den schönen neuen Radweg der die Touristenstöme nach Ochtendung und Bassenheim lenken wird. :roll:

Grüße

Guido
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Bad Camberger » Sa 22. Jul 2017, 07:50

Knipser1 hat geschrieben:[...]aber noch klatschen alle in die Hände und freuen sich über den schönen neuen Radweg der die Touristenstöme nach Ochtendung und Bassenheim lenken wird. :roll:


:D

Hallo Guido,

es stehen alle Züge still, wenn die Politik es will. :?

Ich bin müde, für die Aartalbahn zu kämpfen. Ich habe seit 2006 mindetsens 520h/Jahr in Freischnitt und sonstige Arbeiten investiert. Umsonst.
In meinem Bekanntenkreis gibt es jemanden, der sich für den Weiterbetrieb der Überwaldbahn eingesetzt hat- er ist genau so müde. Ich verfolge die Aktivitäten rund um die Brex und die Horlofftalbahn- und die Lumdatalbahn, die Westeifelstrecke, die Eifelquerbahn und ich könnte hunderte andere Projekte aufzählen, wo sich überall Menschen um den Erhalt von Strecken bemühen und sie mit Füßen getreten werden. Nichts kommt bei raus, weil sich die Politik kurzsichtig gegen die Projekte stellt.

Mittlerweile bin ich der Meinung, dass man sich die Kraft auch sparen kann. Man kann nicht alle vor ihrer Dummheit schützen. Sollen sie dumm sterben.

In diesem Sinne! Lasst geschehen, was man eh nicht aufhalten kann, spart euch den Frust und den Zorn. Investiert die Kraft in Sinnvolles, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Jan

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Rolf » Sa 22. Jul 2017, 11:29

Den Frust kann ich gut nachvollziehen. Hinzu kommt, dass die Aktiven gelegentlich auch noch als Verhinderer von Fahrradwegen beschimpft werden. Wenn ich in Prüm bin, frage ich im Fremdenverkehrsamt jedesmal nach, wann denn der Zug nach Gerolstein fährt, weil ich damit zurück fahren möchte. Das Staunen ist jedes Mal groß. Wenn ich dann nachbohre, erfahre ich, dass man auf der Trasse unbedingt einen Fahrradweg errichten will und dass irgendwelche Eisenbahner (auch das Wort "Spinner" fiel dabei schon) dies verhindern würden. Wenn ich dann entgegne, die Gemeinden müssen dafür doch gar nicht die Schienen abreißen, sondern könnten den Fahrradweg, wenn sie denn unbedingt wollten, (weitgehend) auf der Trasse des abgebauten 2. Gleises errichten, ernte ich ungläubiges Staunen. Das ist wahrlich deprimierend.


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