Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

birk
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Rückbau geht weiter

Beitragvon birk » Di 28. Aug 2018, 22:28

Hier noch 2 Bilder von gestern, Montag, 27.08.2018, gegen Mittag.
Aus der Hüfte geschossen, weil ich die Arbeiter nicht allzu offensichtlich fotografieren wollte. Ich habe darauf geachtet, sie eher von hinten abzulichten.

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Bild 1


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Bild 2

Dann noch zwei Handybilder von heute, Dienstag, 28.08.2018, abends.

Das Streckengleis ist recht weit schon abgeräumt.
Die Szenerie wirkt deutlich aufgeräumter als an den Vortagen.
Das Alteisen ist komplett weg, auch kein Kleinzeug. Nichts übrig für Souvenirjäger.
Kann es sein, dass hier ein Magnet zum Einsatz kommt?

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Bild 3


Am anderen Bahnsteiggleis, ehem. Gleis 1, wurde hier erstmal ein "cut" gemacht. Bevor es hier weitergeht, muss noch ein kleiner Urwald gerodet werden.

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Bild 4

Gleiches gilt für die Nebengleise (Gleis 3 und 4, für den Güterverkehr), die sich unter diesem Dickicht befinden.
Bild vom letzten Samstag.

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Bild 5


Zur Veranschaulichung auch nochmal der Gleissplan aus den 1970er Jahren. Quelle: dieses Forum

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Bild 6

jojo54
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon jojo54 » Mi 29. Aug 2018, 13:34

Vielen Dank an ALLE für die Bilder und Informationen zum Rückbau.

Die Gleise verschwinden und die Region wird immer mehr mit Autobahnen und Strassen zugepflastert.

MfG
jojo54

Rolf
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Rolf » Mi 29. Aug 2018, 18:30

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:Das Thema Geld kann man nicht mehr gelten lassen. Siehe Halbjahresergebnis der Steuereinnahmen 2018, wonach alleine der Bund Mehreinahmen in Milliardenhöhe verbuchen kann. Geld ist da! ...

Die "Überschüsse" kann der Staat nur erwirtschaften, weil die Steuern, Dank kalter Progression, stetig steigen und auf der anderen Seite die Niedrigzinspolitik der EZB die Ersparnisse der Bürger abgreift. Die Steuerzahler werden somit schleichend, aber fortwährend enteignet. Zu Zinsen, die früher üblich waren, gäbe es heutzutage keinen Haushalts-Überschuss, sondern ein Defizit. Die einzig der EZB zu verdankenden "Überschüsse" fließen weitgehend in den weltweit beliebten deutschen Sozialstaat, wie die jüngsten Beschlüsse der Groko unterstreichen. Abgesehen vom Osten, wo die immensen DDR-Defizite abgearbeitet wurden, kommt viel zu wenig Geld in der Infrastruktur an. Und das seit Jahrzehnten. Im Gegenteil, der Investitionsstau hat sich maximiert. Besonders schlimm waren die Mehdorn-Jahre, als die Bahninfrastruktur systematisch zerstört wurde, gemäß der irrwitzigen Anweisung der damaligen Bundesregierung, die Bahn an die Börse zu bringen. Von Mehdorn hat sich die Bahn nicht mehr erholt. Aber nicht nur Eisenbahnen sind gänzlich vernachlässigt, auch Straßen und Schulen sind vielfach in erbärmlichem Zustand. Wenn jetzt ein paar Milliarden für die Infrastruktur übrig bleiben, ist das viel zu wenig, um die Defizite der letzten Jahrzehnte zu kompensieren. Ich sehe da absolut schwarz. Die KBS 603 ist das beste Beispiel dafür, wie seit Jahrzehnten wertvolle Infrastruktur vernachlässigt und schließlich zerstört wurde. Ich gehöre ja nicht zu denjenigen, die für die Bahn in der hintersten, dünn besiedelten Provinz eine Zukunft im ÖPNV sehen, aber Strecken, die für Metropolen als Zubringer aus der Provinz dienen können, und wo man ausreichend volle Züge erwarten darf, müssten unbedingt erhalten und ausgebaut werden, etwa Strecken wie Hahn/Simmern-Langelonsheim oder eben Mayen-Koblenz. Gerade in Zeiten, wo die Mieten in den Metropolen explodieren, während die Provinz ausstirbt, müsste der Staat intensiv gegensteuern, um der Landflucht entgegen zu wirken. Genau das aber passiert nicht oder allenfalls in Ansätzen. Ich beobachte sehr intensiv, was sich auf der Voreifelbahn und auf der Eifelstrecke abspielt, das ist sozusagen mein Revier. Köln platzt aus allen Nähten, und man erwartet bis 2025 sage und schreibe 50.000 Neue Einwohner. Gleichzeitig läuft derweil auf der Eifelstrecke, die ein wichtiger Zubringer ist und damit Köln entlastet, ein absolutes Bahn-Abgewöhn-Programm, verschärft seit Einführung des unsäglichen Lint 2014. Verspätungen, Ausfälle, überfüllte Züge und alltägliches Chaos (dokumentiert in der Facebook-Gruppe "Eifelpendler") lassen auch noch den letzten Pendler am System verzweifeln. Derweil diskutiert (!) die Politik, ob man die Strecke vielleicht in einigen Jahrzehnten (!!!) bis Kall elektrifizieren sollte. Da fass ich mir echt an den Kopf. Zweigleisig ausbauen, ganz elektrifizieren und deutlich beschleunigen wäre das Gebot der Stunde, zumal die Zinsen bei fast Null liegen und der Staat das Geld dafür am Kapitalmarkt praktisch umsonst bekommt. Aber ich wette, in 10 Jahren wird immer noch diskutiert. Es ist zum Haare raufen! Und um auf die KBS 603 zurück zu kommen: Hier ist alles zu spät. Man kann (leider) nur (noch) hoffen, dass der Fahrradweg wenigstens die Trasse erhält. Und bitte ohne einen Supermarkt oder ähnliches mitten drauf, der auf einem Filet-Stück steht und jede Zukunft endgültig verbaut. Vielleicht gibt es ja eines Tages doch noch ein Umdenken. In der Zwischenzeit können die Radfahrer wenigstens staufrei nach Koblenz runter rollen. Ein schwacher Trost, zugegeben.

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Stand Mittwoch, 29.08.2018

Beitragvon birk » Do 30. Aug 2018, 00:20

Aktueller Stand der Dinge am Mittwochabend, 29.08.2018:
Die Weichen 8 (auf dem Plan heißt die noch 9) und 1 sind weg. Außerdem das Streckengleis (Gleis 2) zwischen diesen beiden Weichen. Am BÜ und am kurzen Gleisstummel Richtung Kerben wurde noch nicht gearbeitet. In Richtung Bassenheim wurde etwa bis km 16,3 demontiert. Vorbereitungen durch Trennen der Schienen wurden darüber hinaus schon weiter in Richtung Bassenheim geleistet.
Das andere Bahnsteiggleis (Gleis 1) wurde bis kurz vor Weiche 7 demontiert. Die Weiche 7 selber ist noch unberührt. Die Nebengleise sind auch noch nicht freigeschnitten.

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon jojo54 » Mi 24. Okt 2018, 12:31

Vom Gleisrückbau neue Informationen in einem zahlungspflichtigen Beitrag aus der Rhein-Zeitung, Teilausgabe Koblenz,
vom 24.10.2018.

https://www.rhein-zeitung.de/region/lok ... 87295.html

MfG
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Rolf » So 18. Nov 2018, 12:13

Letzte Woche habe ich mir die Situation östlich Ochtendung angesehen. So sieht es dort jetzt aus:

Blick nach Osten in Richtung Bassenheim:
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Blick nach Westen in Richtung Ochtendung:
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Die neuen Habitate der Eidechsen:
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Die Erläuterungen der Ortsbürgermeisterin (Rechtschreibung und Zeichensetzung scheinen nicht ihre Stärke zu sein):
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon jojo54 » So 18. Nov 2018, 14:37

Hallo Rolf,

vielen Dank für Bilder und Infos.

MfG
jojo54

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon Rolf » So 18. Nov 2018, 19:07

Noch eine Ergänzung am Rande: Ich hatte mich zunächst gewundert, dass die in älteren Fotos sichtbaren Ableitungen (Öffnungen) der Folien zu den neuen Habitaten wieder geschlossen wurden und dass die Folien noch stehen gelassen wurden. Ich nehme mittlerweile an, nach der Vertreibung der Eidechsen hat man die Folienwand wieder geschlossen und stehen gelassen, um die Rückkehr der Reptilien zu verhindern.

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Stand Dienstag, 01.01.2019

Beitragvon birk » Do 3. Jan 2019, 01:12

birk hat geschrieben:Aktueller Stand der Dinge am Mittwochabend, 29.08.2018:
Die Weichen 8 (auf dem Plan heißt die noch 9) und 1 sind weg. Außerdem das Streckengleis (Gleis 2) zwischen diesen beiden Weichen. Am BÜ und am kurzen Gleisstummel Richtung Kerben wurde noch nicht gearbeitet. In Richtung Bassenheim wurde etwa bis km 16,3 demontiert. Vorbereitungen durch Trennen der Schienen wurden darüber hinaus schon weiter in Richtung Bassenheim geleistet.
Das andere Bahnsteiggleis (Gleis 1) wurde bis kurz vor Weiche 7 demontiert. Die Weiche 7 selber ist noch unberührt. Die Nebengleise sind auch noch nicht freigeschnitten.


Ein update vom Neujahrstag. Ich bin einen Teil der Strecke abgelaufen, nämlich vom Bahnhof Ochtendung (km 16) bis zum Bassenheimer Viadukt (ca. km 12,5).
Das Schotterbett ist planiert und gut begehbar und wäre mit einem halbwegs geländegängigen Fahrrad auch bereits befahrbar. Gesichert ist die Strecke nur durch einige symbolische provisorische Poller. Das Viadukt selbst ist durch einen Bauzaun gesperrt, eigentlich auch überwindbar, ich habe ihn aber respektiert. Trotz Nieselregen waren viele Fußgänger auf der Strecke, um den entstehenden Weg zu erkunden.
Die Eidechsenzäune sind alle verschwunden. Das kurze Ziehgleis vom Bf. Ochtendung über den BÜ bei km 16,0 in Richtung Kerben ist inzwischen auch demontiert. Die Schranken einschließlich Andreaskreuzen und Handkurbel sind noch da. Die Nebengleise des Bf. Ochtendung sind nach wie vor vorhanden. Möglicherweise sind diese - wie das Bahnhofsgebäude - Eigentum der Firma Stockschläder und bleiben deshalb vorerst liegen. Am Anschluss Clement liegen noch die Werksgleise, diese sind allerdings größtenteils schon seit Jahren unter Erdhügeln verschwunden. Am BÜ der Werkszufahrt liegen unter Teer auch noch einige Meter des Streckengleis. Bei km 13,1 wurde von der L98 zur alten Trasse über die Felder eine Baustraße eingerichtet. Ab hier beginnt der landschaftlich reizvollere Teil; bei Ochtendung kann man hauptsächlich Industriegebiete bewundern.
Bei nächster Gelegenheit werde ich mich vom Bf. Bassenheim mal in Richtung Viadukt vorwagen und wieder berichten. Die Gleise müssten auch hier größtenteils schon weg sein.

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon jojo54 » Do 3. Jan 2019, 20:38

Hallo birk,

vielen Dank für Deine Infos.

MfG
jojo54

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Vorsignal gefunden!

Beitragvon birk » So 17. Mär 2019, 22:17

Ich hab ein Vorsignal gefunden!
Leider nicht in bestem Zustand, und auch das Spiegelei fehlt.
Der Fundort ist auf der Skizze eingetragen, ebenso der mutmaßliche ursprüngliche Standort.
Ich glaube nicht, dass es an dieser Stelle schon länger liegt; das wäre mir früher aufgefallen.

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Detail 1
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Detail 2
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Fundort
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jojo54
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

Beitragvon jojo54 » Fr 24. Mai 2019, 20:12

Das Güterverkehrszentrum der Stadt Koblenz benötigt keinen Gleisanschluß.
Die Stadt will nun die Entwidmung des letzten Teilstücks der Strecke Koblenz - Mayen Ost beantragen.
Informationen aus der SWR.3-Landesschau RLP vom 24.06.2019.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... z-100.html

Koblenz
Keine Bahnanbindung für Güterverkehrszentrum


Das Koblenzer Güterverkehrszentrum an der A61 wird aller Voraussicht nach keine eigene Anbindung an das Streckennetz der Bahn bekommen. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung der Stadt haben alle Untersuchungen ergeben, dass die Strecke nicht nötig sei. Vor allem die Unternehmen selbst hätten immer wieder betont, dass sie keinen Bedarf an Güterzügen hätten, so ein Sprecher der Wirtschaftsförderung.

Die Bahntrasse existiert schon seit den 1990er-Jahren, als das GVZ entstanden ist. Sie führt von Bassenheim über Metternich und Lützel bis zum Hauptbahnhof. Weil sie nie benutzt wurde, ist sie inzwischen aber zugewuchert und an einigen Stellen unterbrochen.

Als nächstes plant die Stadt nach eigenen Angaben eine Entwidmung der Trasse, damit sie ganz verschwinden kann. Bei dem Verfahren prüft das Eisenbahnbundesamt noch einmal, ob die Strecke wirklich keine Zukunft hat. Zuletzt war die Trasse wieder als Stadtbahn im Gespräch gewesen, um den Berufsverkehr in Koblenz zu entlasten.

STAND: 24.05.2019, 16:48 Uhr

MfG
jojo54


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