Aartalbahn (Diez - Zollhaus)

eta176
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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon eta176 » Mi 23. Mär 2016, 05:37

In der NNP Limburg werden am 23.03.2016 folgende Artikel/Meinungen zur Ratsentscheidung veröffentlicht.

Aartalbahn: „Ein Sechser mit Zusatzzahl“
http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_u ... 80,1923613

Nebenbei bemerkt: Unfassbar
http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_u ... 80,1923620

In der Diezer Rhein-Lahn-Zeitung war Andreas Galonska deutlich zurückhaltender und vermied die
namentliche Nennung des Zuhörers, der auch den von ihm als "Flugblatt" bezeichneten Brief allen
Ratsmitgliedern (außer denen der SPD-Fraktion) in die Briefkästen geworfen hatte.

Darin fanden sich Behauptungen, wie: die Reaktivierung sei kein sorgfältig vorbereitetes Vorhaben,
sondern beruhe "auf zahlreichen Falschaussagen der Verantwortlichen und auf unzähligen Behaup-
tungen die so nicht der Wahrheit entsprechen
...", es wäre Fakt und nicht zu widerlegen, dass es
weder aktuell noch in Zukunft eine gewerbliche Nutzung der Strecke geben würde (in Bezug auf
Güterverkehr und evtl. Gewerbeansiedlungen gemeint); man könne nicht von einer "modernen Bahn"
sprechen, Zitat: "Die Aartalbahn ist eingleisig und allein das ist völlig veraltet. Der Streckenverlauf
ist für moderne Lokomotiven völlig ungeeignet und viel zu kurvenreich!
" Für die Anbindung der Ort-
schaften müssten mindestens 5 Pendelbusse an 6 Tagen die Woche jeweils 12-14 Stunden in Ruf-
bereitschaft sein und würden dann von Diez oder Limburg parallel der Strecke in die einzelnen Ort-
schaften fahren. [Das Bus-Konzept kenne ich bislang noch nicht.] Deutlich hervorgehoben wurde die
so nicht stimmende Behauptung: Die bisherigen Schulbusse werden aus Kapazitätsgründen weiter
fahren !
Dies gilt m.W. nur für Busse zu Grundschulen bzw. tlw. auch für Schüler aus Holzhem.
Der VG-Rat solle sich bei seiner Entscheidung nicht "von falschen Behauptungen aus der Vergangen-
heit beeinflussen
" lassen. Nach seiner Aufassung besteht der größte Nutzen im Tourismus und nicht
"in leeren Zügen, die im 60 Minutentakt und ohne Schutz entlang des Rad- und Wanderweges fahren,
von den zu erwartenden Staus an den Bundesstraßen ganz zu schweigen.
"

Auf jeden Fall dürfte es weiteren Zirkus geben. :roll:

jojo54
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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon jojo54 » Mi 23. Mär 2016, 09:48

Hierzu auch ein Beitrag aus der Rhein-Zeitung, Teilausgabe Aartal und Diez vom 23.03.2016.
Dieser Artikel ist nur gegen Bezahlung lesbar. Er deckt sich aber mit der Aussage von HPG.

http://www.rhein-zeitung.de/region/loka ... 60198.html

Seit 2008 wird eine Reaktivierung der Aartalbahn in den Raum gestellt. Es ist bein Armutszeugnis, dass bis heute nichts geschehen ist und sich alles nur im Kreis dreht.

MfG
jojo54

eta176
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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon eta176 » Mi 23. Mär 2016, 11:46

Hallo jojo,

man kann nicht sagen, dass n i c h t s geschehen sei, denn zeitgleich mit der Überarbeitung der NKU
lief die notwendige Erstellung der weiteren Leistungsphasen nach HOAI, die für das notwendige Planfest-
stellungsverfahren erforderlichen Gutachten (so muss nach dem Wegfall des sog. "Schienenbonus" bei
allen Maßnahmen ein Lärmschutzgutachten erstellt werden). Auch das "Interessenbekundungsverfahren"
für das zukünftige EIU ist wohl abgeschlossen und das zu beauftragende EIU sitzt in den "Startlöchern",
um bei einem positiven Entscheid die weiteren Leistungsphasen und die Ausschreibung der Arbeiten zu
beauftragen.
Da dies alles im Rahmen der jetzt auch für das NKU erforderlichen Unterlagen aktuell erarbeitet wurde,
kann nach einem - für die Reaktivierung positiven Wert von über 1,0 - unmittelbar mit dem PFV durch
das EBA und den LBM als zuständiger Anhörungsbehörde begonnen werden.
Jetzt müsste man in Mainz entscheiden, ob das NKU erst dem Landesrechnungshof zur Begutachtung
vorgelegt wird, oder tatsächlich der "Umweg" über die Bürger aus Holzheim genommen werden soll ...

Gruß HaPe

Horst Heinrich
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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 23. Mär 2016, 12:36

eta176 hat geschrieben:Hallo jojo,

man kann nicht sagen, dass n i c h t s geschehen sei, denn zeitgleich mit der Überarbeitung der NKU
lief die notwendige Erstellung der weiteren Leistungsphasen nach HOAI, die für das notwendige Planfest-
stellungsverfahren erforderlichen Gutachten (so muss nach dem Wegfall des sog. "Schienenbonus" bei
allen Maßnahmen ein Lärmschutzgutachten erstellt werden). Auch das "Interessenbekundungsverfahren"
für das zukünftige EIU ist wohl abgeschlossen und das zu beauftragende EIU sitzt in den "Startlöchern",
um bei einem positiven Entscheid die weiteren Leistungsphasen und die Ausschreibung der Arbeiten zu
beauftragen.
Da dies alles im Rahmen der jetzt auch für das NKU erforderlichen Unterlagen aktuell erarbeitet wurde,
kann nach einem - für die Reaktivierung positiven Wert von über 1,0 - unmittelbar mit dem PFV durch
das EBA und den LBM als zuständiger Anhörungsbehörde begonnen werden.
Jetzt müsste man in Mainz entscheiden, ob das NKU erst dem Landesrechnungshof zur Begutachtung
vorgelegt wird, oder tatsächlich der "Umweg" über die Bürger aus Holzheim genommen werden soll ...

Gruß HaPe


Du schilderst hier, HaPe, sehr richtig den Ablauf der Vorplanungen und gerade dieses Procedere ist es, was Joachim -so ich ihn recht verstehe- kritisiert: Es wird geplant, untersucht, gegutachtert, geschrieben, geredet, angehört, eingeredet unabhängig davon, ob das ganze irgendwann einmal realisiert wird.
Diese gigantische Bürokratie-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, von der sich noch in der unbedeutendsten Stube zahlreiche Unproduktive permanent nähren, verschlingt im Laufe der Jahre die Mittel, mit denen die Reaktivierung längst hätte realisiert werden können.

Das sehen nicht nur Joachim und Ich so, sondern inzwischen Millionen skeptischer Bürger in Kommune, Land und Bund.

Sie sehen, daß zwischen Idee und Realisierung inzwischen selbst bei einem neuen Geländer am Friedhofsportal Jahre ins Land gehen können und haben das Vertrauen in diesen Staat auch bei banalen Dingen verloren, bei größeren erst recht.

Zusätzlich wittern gelangweilte Quertreiber, die anderweitig frustriert bzw. nicht ausgelastet sind ihre Chance, überziehen alles mit einem vor Eigennutz nur so triefenden Schwachsinn und freuen sich, wenn sie ein Projekt schon nicht verhindern, dann aber verteuern können.
Schade daß man diese Leuten ihre Selbstbewußtseinselbstbefriedigung nicht in Rechnung stellen kann, wobei ich andererseits -wie hier schon geäußert- froh bin, wenn der Bürger dem Staat in puncto Ausgabeverhalten konsequent auf die Finger schaut.

Daher meine Prognose: Die Reaktivierung wird es in absehbarer Zeit nicht geben und wenn sie dann formal "durch" ist, wird auffallen, daß die Zahlen veraltet sind oder die zum Einbau vorgesehenen Federringe bei der Schienenbefestigung nicht mehr der EU-Norm entsprechen.

Inzwischen wächst die nächste Generation Menschen im Taunus heran für die ein Zug ein Relikt aus einer ganz fernen Welt und die Aartalbahn ein Haufen verrosteten Unrates ist.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon eta176 » Mi 23. Mär 2016, 14:59

Horst Heinrich hat geschrieben:Inzwischen wächst die nächste Generation Menschen im Taunus heran für die ein Zug ein
Relikt aus einer ganz fernen Welt und die Aartalbahn ein Haufen verrosteten Unrates ist.
Lieber Horst,
das mag für den von nahezu allen Schienenstrecken befreiten Hunsrück möglicherweise so sein,
im Taunus aber mit Sicherheit nicht, denn neben der vergleichbar zum Hunsrück "am Rande"
liegenden Rheinstrecke sind es vor allem die elektrifizierte Main-Lahn-Bahn nach Frankfurt und
die Ländchesbahn nach Wiesbaden, die auch von Pendlern aus dem Aartal genutzt werden, um
dem Verkehrschaos zu entgehen und nicht die knappen und teuren Parkplätze zu bezahlen.
Außerdem leistet die ICE-Strecke, speziell für Pendler mit Arbeitsplatz am Frankfurter Flughafen,
einen ganz erheblichen Anteil, dass in unserem Teil des Rheinischen Schiefergebirges Züge als
zeitgemäße und schnelle Verkehrsmittel wahrgenommen und auch Tag für Tag intensiv genutzt
werden und keineswegs gesehen werden als "Relikt aus einer ganz fernen Welt".

Mit besten Grüßen in den Hunsrück, dessen Bahnstrecken eine ähnliche Beharrlichkeit wie bei den
Aktiven des Aartales sowie den Rückhalt der politischen Gremien - vom Streckenankauf bis zu einer
Reaktivierung im SPNV - benötigt und verdient hätten.
HaPe

JK
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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon JK » Mi 23. Mär 2016, 19:28

Das ist schon richtig, betrifft aber wahrscheinlich nur die Ballungsgebiete. Ich habe gestern noch mit jemandem aus dem Hunsrück gesprochen, der Tenor war 'Hier hat jeder ein Auto, da die Busverbindunge so schlecht sind, und da jeder ein Auto hat braucht es ja keine Busse und Bahnen mehr'....

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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon jojo54 » Sa 26. Mär 2016, 15:47

Hierzu auch ein Leserbrief aus der Nassauischen Neuen Presse (Limburg) vom 24.03.2016.

http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_u ... 80,1925775

MfG
jojo54

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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon Bad Camberger » Sa 26. Mär 2016, 21:36

Nur getroffene Hunde bellen. :)

Horst Heinrich
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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 1. Apr 2016, 17:52

Auch wenn die Herren Ettlich, Felten und andere einen durchsichtigen Kampf um ihre bescheidene Einfamilienhausidylle führen und ihnen die Staatsfinanzen wahrscheinlich am Ar... vorbei gehen, wenn ihre eigenen Hobbys tangiert sind, sollte man die grundsätzlich hier durchschimmernden Bedenken gegen teure Stichbahnreaktivierungen ernstnehmen.

Ohne die Durchbindung Limburg-Diez-Wiesbaden halte auch ich die (Teil-) Reaktivierung für herausgeschmissenes Geld und daß sich Bürger gegen eine Aristokratie von arroganten und abgehobenen Mandatsträgern zur Wehr setzen, gefällt mir sehr und entspricht meiner eigenen liberalen Grundhaltung.

Die Zeit ist vorbei, wo Mandatsträger vielfach ihre Ämter nicht dem Wählerwillen, sondern der Passivität von Nichtwählern verdanken und selbstherrlich Regierung spielen.

(Parlamentarische) Mehrheit allein ist zu wenig!
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon jojo54 » Sa 9. Apr 2016, 09:06

Nach neuesten Informationen soll im Laufe des Frühjahrs (was immer das auch heißen mag) das Ergebnis der vierten Wirtschaftlichkeitsprüfung bekannt gegeben werden.

MfG
jojo54

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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon Knipser1 » So 12. Jun 2016, 10:54

Neues aus Taunusstein (meine Meinung: Manchmal fasst man sich echt an den Kopf was Politiker so loslassen....)


http://www.wiesbadener-tagblatt.de/loka ... 978950.htm

Grüße

Guido
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Re: Aartalbahn: Diskussionen um die Reaktivierung

Beitragvon Bad Camberger » Mo 13. Jun 2016, 14:37

Hallo Guido,

das ist echt unglaublich! Politik kann halt jeder machen, der es irgendwie geschafft hat, auf die Liste zu kommen, sei es durch Mitgliedermangel oder Mangel an aufgestellten Wählern. :evil:

Bad Camberger


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