Brexbachtalbahn

Knipser1
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon Knipser1 » Di 14. Feb 2017, 01:00

So schnell werfen die Aktiven die Flinte doch nicht ins Korn:

http://www.diebrex.de/

Zitat:
Die Reaktivierung geht weiter
Der unlängst in der Rheinzeitung erschienene Artikel „Reaktivierung vor dem Aus?“ hat bei vielen Mitgliedern und Freunden der Brex für Verunsicherung gesorgt. Bei Vereinsführung und Betreiber der Strecke löste die ablehnende Antwort des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums auf die schriftliche Anfrage der Stadt Bendorf, ob mit einer Ausnahmegenehmigung für eine höhengleiche Kreuzung der Kreiselzufahrt unterhalb der B 42 gerechnet werden kann, jedoch keine Überraschung aus. Auf eine schriftliche Anfrage an eine Behörde wird nun mal grundsätzlich unter Bezugnahme auf die aktuell gültige Gesetzeslage geantwortet. Eine Ausnahmegenehmigung muss man schon aushandeln, dazu sollte man dann allerdings auch Herzblut für die Sache haben, was beim Bendorfer Bürgermeister bekanntlich nicht vorhanden ist.

Wir werden also davon ausgehen müssen, dass der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung mit Mehrheit gegen die „Brex“ votieren wird – nachdem er in der Vergangenheit zweimal dafür gestimmt hatte. Das wäre dann nicht nur bedauerlich sondern wahrscheinlich auch bundesweit einmalig. Verein und Betreiber hätten die Reaktivierung gerne im Konsens gemeinsam mit der Kommune realisiert, was für alle Seiten sinnvoll und kostengünstig gewesen wäre.

Um unser erklärtes Ziel trotzdem zu erreichen, haben sich Vorstand und Betreiber entschlossen, die Sache nun selbst in die Hand zu nehmen und nicht weiter auf politische Signale zu warten. Aus den benachbarten Landkreisen und Kommunen kommen positive Signale, die „Brex“ weiterhin unterstützen zu wollen. Ergänzende Gespräche werden zurzeit mit privaten Kapitalgebern geführt. Alle notwendigen Arbeiten an den Gleisanlagen, Gebäuden und Fahrzeugen laufen 2017 weiter wie bisher, auch der Freischnitt in Richtung Engers und Höhr-Grenzhausen wird fortgesetzt.

Wer uns dabei unterstützen möchte, kann dies mit einer Geldspende, Sachspende oder durch aktive Mithilfe jederzeit gerne tun!
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Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 17. Feb 2017, 00:35

Nach einiger Überlegung kommentiere ich das jetzt doch nochmal. Mir ist bekannt, dass die Betreiber und der Verein - sowie die lokale Politik - es als unabdingbar ansehen, dass man den Bahnhof Engers anfahren kann. Ich finde dies auch erstrebenswert. Aber: Man reibt sich seit Jahren an diesem Thema auf.
Es ist natürlich nicht rechtmäßig, dass ein Kreisverkehr über einer gewidmeten Bahnstrecke errichtet wird. Und da die Straße nach der Schiene kam, fallen ihr laut Eisenbahnkreuzungsgesetz dem Straßenbaulastträger alle Kosten an, die mit einer Sicherung des BÜ entstehen. Aber davon ab.

Es bleibt mir völlig unklar, warum man nicht eine Politik der kleinen Schritte angeht. Warum nicht erst einmal eine Inbetriebnahme Sayn-Grenzau anstreben und damit zeigen, wie "geil" die Brex ist und welches Potential sie birgt.

Mit einer 100%-Forderung kann man nur scheitern. Und nebenbei: Die Fahrgäste kommen nicht mit DB, sondern mit Pkw. Ich hatte in Türkismühle Anschluss an die DB. Wo kamen 95% der Fahrgäste: In Hermeskeil. Und davon 98% mit dem Pkw.

Durch diese halsstarrige Haltung verspielt die Brex ihre Chancen.
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon jojo54 » Fr 17. Feb 2017, 10:00

Ein sehr gut geschriebener Kommentar von Bernd Heinrichsmeyer. Vielen Dank.

MfG
jojo54

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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon Tom » Fr 17. Feb 2017, 21:31

Hallo,
der Verein hat das letzte Jahrzehnt kleine Schritte getan. Die Stadt Bendorf hingegen keinen einzigen. Die Zermürbungsstrategie der Kommune und des Landes Ehrenamtlichen gegenüber spricht eine deutliche Sprache der Wertschätzung. Der Anschluss in Engers ist unbedingt notwendig. Mag sein, dass sowas bei einer anderen Bahn nicht notwendig schien, bei der Brex ist das anders. Wartungen der Brex-Triebwagen können mangels einer geeigneten Werkstatt nur in Linz erfolgen. Jetzt darf jeder mal nachdenken, was der Umweg über Koblenz, die Lahn rauf und quer durch den Westerwald an Zeit und Geld kostet. Und noch was: Bei der benachbarten Kasbachtalbahn kommt ein sehr großer Teil der Fahrgäste mit der Bahn und nicht mit dem Auto. Viele Grüße Tom

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Sa 18. Feb 2017, 01:42

Also sorry, das mit der Werkstatt ist einfach nur Käse. Triebwagen kann man auf jeden Fall ambulant warten. Wir haben Uerdinger von 1991 - 2002 ohne Werkstatthalle gewartet und dabei sogar komplette Arbeiten nach § 32 (2-3) EBO ausgeführt. Im Hunsrück haben wir von 2009-2013 (teilweise sogar bestellt durch den ZV SPNV Nord) Fahrten auf einer Inselbahn angeboten, wo noch nicht einmal eine Grube da war. In Zittau haben wir SPNV (täglich 650 Zkm) von 2002 - 2004 angeboten, ohne eine Halle zu haben (das BW wurde Ende 2004 gekauft).

Kurz: Wo ein Wille, da ein Weg! An der Anbindung Engers die Brex scheitern zu lassen (danach sieht es ja jetzt aus), ist dumm, töricht und spielt der bahnfeindlichen Landesregierung in die Hände. Wie weltfremd muss man sein, einen Streit um ein Straßenprojekt zugunsten der Bahn anzuzetteln? Das kann doch nur ein Schuss ins eigene Knie werden.

Nach meiner Einschätzung haben in Rh-P durch die von unseren Steuergeldern bezahlten Verhinderer in MWVLW Bahnprojekte kaum mehr eine Chance. Die Brex ist aufgrund ihrer Lage, der nahegelegenen Ballungsräume und aufgrund der wahnsinnigen Vereinsarbeit vor Ort (von den Gleisen kann man essen, so sauber sind die) das einzige Projekt, dem ich noch eine Chance zurechne. Diese kleine Chance muss aber auch ergriffen werden.

Als ich drei Jahre alt war, bin ich als gebürtiger Neuwieder zum ersten Mal mit der Brex gefahren. Zu meinem 53sten würde ich es gerne wieder tun!
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon TroubadixRhenus » Sa 18. Feb 2017, 10:43

...wobei Fahrzeugwartung "auf der grünen Wiese" schon so eine Sache ist. Werkzeug und Betriebsstoffe täglich ankarren und wieder mitnehmen, Probleme mit Umweltauflagen, im freien abgestellte Fahrzeuge sind am nächsten Tag vielleicht "bunt" und ähnlich Spässchen. Kann verstehen, wenn man da eher skeptisch ist.
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon Dieselpower » Sa 18. Feb 2017, 12:10

Mal ganz davon abgesehen, daß auch - selbst wenn nun mancher Anwohner entsetzt aufspringen würde - die Umleiterzüge für den Ton, die im Spätsommer laufen werden, durchs Brexbachtal einen erheblich kürzeren und weniger beschwerlichen Umweg nehmen könnten.

Gut, so wird der zwar leider betrieblich arg gerupften, aber für schwerste Lasten ertüchtigten Oberwesterwaldbahn (Streckenklasse D4) zwar noch einmal Güterzugehre zuteil, doch auch hier werden sich dann schon (Bei nur 3 Zugpaaren zusätzlich) die Nachteile einer kurzsichtigen Politik des "Erst mal raus mit den Weichen und Gleisen" dann sehr deutlich zeigen.

Selbst wenn nun schnell entschieden würde (also für deutsche Verhältnisse: In den nächsten 35 Jahren oder so), käme für diese Züge die Abkürzung erst mal zu spät! Aber wieder einmal mehr könnte man an einem Beispiel festmachen, daß ein vernünftiges Netz mehr Sinn macht, als ein zerstörter Torso aus einem Sammelsurium kleiner Insel- und Stichstrecken...selbst wenn es nicht dauerhaft betrieben wird, sondern nur betriebsfähig vorgehalten.
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Sa 18. Feb 2017, 12:30

TroubadixRhenus hat geschrieben:...wobei Fahrzeugwartung "auf der grünen Wiese" schon so eine Sache ist. Werkzeug und Betriebsstoffe täglich ankarren und wieder mitnehmen, Probleme mit Umweltauflagen, im freien abgestellte Fahrzeuge sind am nächsten Tag vielleicht "bunt" und ähnlich Spässchen. Kann verstehen, wenn man da eher skeptisch ist.

Ich habe nie behauptet, das sei eine erstrebenswerte Lösung. Es ist eine ungeheure Buckelei. Aber es geht. Und in Sayn sind Flächen, die man zum Schutz vor Vandalismus abzäunen könnte. Und es wäre ja nur ein Provisorium, bis Engers hergestellt ist.
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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon Tom » Sa 18. Feb 2017, 20:21

Hallo,
die DB möchte lieber heute als morgen die Anschlussweiche in Engers rausreißen und der Bürgermeister die Entwidmung der Strecke umsetzen. Jeder, der jetzt nach kleinen Schritten ruft, sollte sich im Klaren sein, dass dann nie mehr Schienen aufgebaut werden können, die einmal weg sind. Mal ganz abgesehen davon, dass es keine Parkmöglichkeiten in Bendorf gibt, wo all die Fahrgäste dann ja mit PKW hinfahren müssten. Viele Grüße

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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon reinout » Sa 18. Feb 2017, 21:59

Heute Mittag habe ich auf die "Rail 2017" Ausstellung in Houten (NL) die Informationsstand der Brexbachtalverein besucht. Ein sehr freundliches Gesprach. Das die Brex überhaupt eine Informationsstand auf eine Holländische Ausstellung hat sagt schon genug für das Engagement und die schreckliche Unmengen an ehrenamtliche Arbeit die ins Project geflossen sind :) Das stimmt gut zu die Bemerkung von Bernd:

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:... der wahnsinnigen Vereinsarbeit vor Ort (von den Gleisen kann man essen, so sauber sind die) ...


Davon kann man als lokale Behörden doch nur träumen?

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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon schotter » So 19. Feb 2017, 11:19

Erledigt.
Gruß Schotter.
Zuletzt geändert von schotter am So 16. Apr 2017, 10:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Brexbachtalbahn

Beitragvon TroubadixRhenus » Di 21. Feb 2017, 19:30

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:
TroubadixRhenus hat geschrieben:...wobei Fahrzeugwartung "auf der grünen Wiese" schon so eine Sache ist. Werkzeug und Betriebsstoffe täglich ankarren und wieder mitnehmen, Probleme mit Umweltauflagen, im freien abgestellte Fahrzeuge sind am nächsten Tag vielleicht "bunt" und ähnlich Spässchen. Kann verstehen, wenn man da eher skeptisch ist.

Ich habe nie behauptet, das sei eine erstrebenswerte Lösung. Es ist eine ungeheure Buckelei. Aber es geht. Und in Sayn sind Flächen, die man zum Schutz vor Vandalismus abzäunen könnte. Und es wäre ja nur ein Provisorium, bis Engers hergestellt ist.


So ist es. Kenne das auch noch, im Schotter unterm VT zu liegen. In der Not macht man es dann für eine gewisse Zeit eben mal. Kann aber nie mehr als eine verübergehende Notlösung sein.

Ohne die Weiche zur Rheinstrecke wird es wohl in mehrerer Hinsicht schwer werden.

Übrigens war ich letzten Samstag auf der Loreley und war fassungslos! Dort werden laut Rheinzeitung >klick< in den nächsten Jahren 5 Millionen EUR Bundeszuschüsse verbuddelt (was das dann wirklich kostet, steht vermutlich noch auf einem anderen Blatt). So einen richtigen Mehrwert kann ich dabei nichtmal erkennen, ausser dass das Fels-Plateau mit Beton zugeschmiert wird (das Modell kann man sich im Besucherzentrum ansehen)... Man fragt sich ernstlich: Auf der einen Seite werden touristisch sinnvolle Bahnprojekte anscheinend aktiv torpediert, und man tritt Ehrenamtlern dabei auch gerne mal kräftig in den Hintern. Andererseits pumpt man Unmengen von Geldern in solche "Landschaftszubetonierorgien" und meint noch, das wäre schön und sinnvoll...
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