Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

jojo54
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon jojo54 » Mo 22. Okt 2018, 19:51

Es gibt wohl neueste Informationen wonach Ryan-Air seine Aktivitäten am Flughafen Hahn bereits zum Sommerflugplan 2019 beenden könnte.

Hierzu ein Beitrag aus dem Wiesbadener Tagblatt.

https://www.wiesbadener-tagblatt.de/lok ... n_19135260

Auch das SWR.3-Fernsehen berichtet bereits davon.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... n-100.html

Für die Hunsrückbahn düfte sich das Thema "Flughafen" damit erledigt haben.

MfG
jojo54

Mattias
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon Mattias » Mo 22. Okt 2018, 21:29

Das wäre die (leider) logische Konsequenz von den Bemühungen, an den großen Drehscheiben anzudocken.
Gruß
Mattias

Rolf
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon Rolf » Di 23. Okt 2018, 04:39

Die Gefahr ist real. Hintergrund ist die Streikwelle bei Ryanair; Piloten sind derzeit wieder sehr gefragt und jetzt wollen sie das ausnutzen und mehr Geld. Ryanair will die Streikenden in die Knie zwingen, indem das Angebot runter gefahren wird unter Inkaufnahme von erheblichen finanziellen Verlusten und weiterer Ramponierung der (ohnehin schwachen) Reputation. Die Streikenden werden von Ryanair mit dieser Strategie zum Sündenbock gemacht für einen möglichen Abzug vom Hahn und die daraus resultierenden fatalen Folgen für das Unternehmen, die Angestellten und die Region. Ryanair ist die Nummer 1 in Europa und ein kerngesundes Unternehmen; man glaubt sich die Holzhammerstrategie daher leisten zu können. Übrigens findet auch an den großen Flughäfen in Deutschland ein Kahlschlag statt! So wird etwa in Köln z. T. sehr drastisch gekürzt, die Strecke nach Berlin beispielsweise um 90 Prozent. Düsseldorf wird von Ryanair im Winter ganz aufgegeben. Vor diesem Hintergrund kann man die Widerspenstigen betriebsbedingt entlassen oder an einen unattraktiven Standort versetzen und gleichzeitig die Streikbrecher behalten. Das ist die Strategie, die in Irland und andernorts schon gefruchtet hat. Ob sie in Deutschland fruchten wird, bleibt abzuwarten. Die Ankündigungen von Ryanair haben aber erfahrungsgemäß nur eine geringe Halbwertszeit und es würde mich nicht wundern, wenn es nach einer Einigung ganz schnell wieder in die andere Richtung ginge. Kurzum, es bleibt abzuwarten, wie der Machtkampf ausgeht. Das Ende ist noch offen. Allerdings ruiniert Ryanair damit jedes noch vorhandene (Rest-)Vertrauen, dass der Hahn langfristig und zuverlässig wenigstens eine kleine Zahl Fahrgäste für die Hunsrückbahn beisteuern kann. Auf die Bereitschaft der Politik, den Bahnanschluss zum Flughafen zu bauen und damit die Strecke in Gänze zu reaktivieren, wirkt sich das natürlich verheerend aus. Alles sehr ärgerlich und deprimierend.

jojo54
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon jojo54 » Sa 10. Nov 2018, 15:39

Nach einem Beitrag in der St. Wendeler Zeitung vom 09.11.2018 hat die DB AG die Gleistrasse von Türkismühle nach Freisen und in Richtung Nonnweiler für den Bau eines Freizeitwegs verkauft. Somit dürfte ein Erhalt der Gleise für Ausflugsfahrten besonders in Richtung Hermeskeil kaum noch möglich sein.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saa ... d-34397859

Sogar der Bund beiteiligt sich an einer Finanzierung. Es ist interessant, für was alles Geld vorhanden ist.

MfG
jojo54

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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon Westeifelbahner » Sa 10. Nov 2018, 20:36

Entscheidend dürfte allerdings nicht das Zivilrecht sein, sondern die Frage der Freistellung von Bahnbetriebszwecken nach §23 AEG. Ist die Strecke freigestellt, fährt dort kein Zug mehr - egal, wem sie gehört. Ist sie es nicht, haben Fahrräder dort nix zu suchen (außer im Fahrradwagen des Zugs).
Gruß Westeifelbahner

jojo54
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon jojo54 » So 11. Nov 2018, 09:44

Zur (immer noch) geplanten Reaktivierung des Teilstücks Langenlonsheim - Flughafen Hahn ist heute, 11.11.2018, dieser Beitrag in der SWR.3-Landesschau RLP eingestellt.

Für mich stellt sich mittlerweile die Frage, ob es sinnvoll ist, solche Links hier noch einzustellen, denn das, was die SWR-3-Redaktion schreibt,
stimmt so nicht.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... r-100.html

MfG
jojo54

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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon 3021 » Mo 19. Nov 2018, 07:21

Gibt es Informationen, wann der Trafotransport über die Hunsrückquerbahn bis Stromberg fahren soll ? Die Strecke wurde ja bis dort hin "aufgehübscht".

Gruß
Karl

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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon 3021 » Di 20. Nov 2018, 21:49

Mal wieder ein Artikel in der Presse:
https://www.allgemeine-zeitung.de/lokal ... _19193638#

Immer wieder die gleichen Phrasen.. einzige Neuerung:

Zitat:
CDU-Kreisvorsitzender Michael Cyfka kündigte an, die Reaktivierung der Hunsrückbahn in das Wahlprogramm zur Kommunalwahl im Mai 2019 aufzunehmen. Allerdings müssten auch die berechtigten Bedenken der Anwohner ausgeräumt werden. Martin kündigte an, im nächsten Schritt das Gespräch mit der Bürgerinitiative „Hunsrückbahn – so nicht“ zu suchen.

Wie will er denn hier die Bedenken ausräumen ? Ich habe mich mit einigen unterhalten, deren Häuser direkt an der Strecke stehen. Hier wurden vom LBM nur wachsweiche Aussagen auf die Eingaben zum Planfeststellungsverfahren gemacht. Alles wurde mit Standardfloskeln beantwortet und nur in den wenigsten Fällen wurde man konkret. Ich bin absolut pro Bahn, aber die Anwohner, deren Vorfahren ihre Häuser teilweise schon vor der Inbetriebnahme der Hunsrückquerbahn im Jahre 1889 dort stehen hatten und die Bahn quasi am Wohnzimmer vorbeifährt fühlen sich - meiner Meinung nach zurecht - verarscht. Früher fuhren ein paar Güterzüge, Schienenbusse tuckerten gemächlich vorbei. An jedem Bahnübergang mussten, nach Abschaffung der Wärterhäuschen, die Züge anhalten und jemand von der Lok springen und hoch-/runterkurbeln. Das war man über Jahre gewöhnt. Nun soll hier eine Bahn mit erhöhter Taktung und mit 100 km/h vorbeiziehen. Das dies nicht zur puren Begeisterung führt liegt wohl auf der Hand. Wie gesagt.. ich bin absolut pro Bahn und pro Reaktivierung.. aber jede Medallie hat nun mal 2 Seiten und die Leute sollte man ernst nehmen.

Gruß
Karl

Notfallmanager
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon Notfallmanager » Do 22. Nov 2018, 14:20

Ernst nehmen ja, aber genau diese Leute sollten dann aber auch einmal tragfähige Alternativen benennen, wie man den sprunghaft anwachsenden Pendelverkehr in die Ballungsräume künftig ohne ÖPNV zu bewältigen gedenkt. Da kommen dann meistens nur noch Sprüche wie: "Egal, nur nicht vor meiner Haustüre", "dafür haben wir doch Politiker" oder "es gibt ja schließlich noch Busse", usw. Natürlich sind das bedingte Alternativen, aber nur, um die Fahrgäste aus den umliegenden Ortschaften künftig zu den P & R - Plätzen an den Bahn-Haltepunkten zu befördern, nicht jedoch, um bis in die Städte zu fahren. Dort sind wir an unsere Grenzen gestoßen. Es fahren im Hunsrück ja künftig auch keine Dampfloks mehr durch's Wohnzimmer. Moderne Triebwagen nimmt man auch bei Tempo 100 kaum noch wahr. Ich selbst wohne in einem Bahnhof und kann das bestätigen. Wenn jeder immer nur auf seinem Standpunkt beharrt, dann findet Verkehrspolitik in diesem Land künftig weniger denn je statt.

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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon 3021 » Do 22. Nov 2018, 22:25

Nun ja... da hast Du schon Recht (teilweise) :-)
Ich z.B. wohne in Schweppenhausen, arbeite in Mainz. Würde ich mit der reaktivierten Bahn fahren, müsste ich mit dem Auto nach Windesheim und dann mit der Bahn weiter über Langenlonsheim, Bingen (oder Bad Kreuznach), Mainz HBF. Von dort noch 15 min mit der Straßenbahn bis zur Arbeit. In Summe ca. 1.5 h Fahrtzeit. Derzeit habe ich eine Fahrgemeinschaft mit 3 anderen Kollegen und bin in ca 35 min auf der Arbeit. Wir fahren sehr früh, sodass ich die Staus umgehe. Das muss dazu gesagt sein. Beruflich bin ich min. 1x die Woche mit der Bahn in ganz Deutschland unterwegs, aber der Weg zur Arbeit rechnet sich nicht per ÖPNV. Und das man moderne Triebwagen kaum noch wahr nimmt kann ich leider so auch nicht bestätigen. Es ist laut und bleibt es auch. Vielleicht leiser als früher, aber nicht so das man ein AHA-Erlebnis hat.

Gruß
Karl

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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon Notfallmanager » Fr 23. Nov 2018, 17:51

Okay, nun wissen wir also abermals, wie es nicht geht. Aber wie soll es denn künftig gehen? Die Bahn ist also keine Alternative, die Straßen sind dicht, Kompromisse, wie längere Fahrzeiten, Lärm usw. in Sachen Bahn sind keine Alternative. Dann müssen noch mehr Straßen gebaut werden oder wir nutzen den Luftraum... Oder die Wirtschaft muss sich wieder mehr in der Fläche ansiedeln, damit die Pendelei eingedämmt wird. Aber so geht es doch auch nicht weiter. Jedem Vorschlag werden gute Argumente entgegengehalten und letztlich bleibt alles beim alten. Dann sollten wir aber auch aufhören, zu jammern und uns mit unserem Schicksal abfinden.

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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon schotter » Fr 23. Nov 2018, 20:35

Hier mal was vom Landtag.
https://www.landtag.rlp.de/landtag/druc ... 675-17.pdf
Gruß Schotter.


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