Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Horst Heinrich
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Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 21. Okt 2015, 13:07

Zumindest scheint das Eis mal hinsichtlich eines Erhaltes der Gesamtstrecke gebrochen:

http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 79,4346222
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Thomas Ommert
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Thomas Ommert » Mi 21. Okt 2015, 17:00

Auch wenn das DPA-Pressefoto mit "Symbolfoto" untertitelt ist:
So schürt man grundlos und vielleicht auch unwillentlich die Ängste der Anwohner, die so ganz zwangsläufig mit der Nase darauf gestoßen werden, dass sie auf der Hunsrückquerbahn im Falle ihrer Reaktivierung zukünftig ein ähnliches Szenario erwarten könnte wie im Rheintal.
Ich hab anfänglich den Kopf geschüttelt, als ich die Protestplakate in Windesheim und anderswo an der Strecke mit dem befürchteten Verkehrsaufkommen gelesen habe. Wenn ich solche Bilder sehe wird mir einiges klar!

Ich kann deshalb in dieser Form der Berichterstattung kein brechendes Eis erkennen. Sorry... :(
"311 258-8.
Alte Siemersche Lok.
Die möchte nicht irgendwo in der Fremde vom Rost zerfressen werden.
Die will wieder nach Hause und bewegt werden."

Horst Heinrich
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 21. Okt 2015, 20:46

Thomas Ommert hat geschrieben:Ich kann deshalb in dieser Form der Berichterstattung kein brechendes Eis erkennen. Sorry... :(


Man darf von der Berichterstattung des Trierischen Volksfreundes gerade in Sachen Bahn nicht allzu viel erwarten und das Symbolbild ist in der Tat sehr unglücklich gewählt, da hast Du recht, Thomas, dennoch glaube ich nicht, daß nun ein Thalfanger oder Morbacher erwartet, daß Züge mit 100 km/h an seiner "Gerechtigkeit" vorbeirauschen.

Es sind eher Sätze wie diesen, die mich vorsichtig optimistisch stimmen:

Eibes betonte im Vorfeld gegenüber dem TV, dass man nur mit einem konkreten Programm Fördergeld einwerben könne - zudem sei es wichtig, das Schienennetz zu erhalten, gegebenenfalls zu kaufen, um einer Zerstückelung oder der Umwandlung in Radwege vorzubeugen.

Windesheim ist eine andere Hausnummer, hier haben in der Tat hysterische Zicken und desinformierte "Wir-sind-erst-mal-dafür-daß-wir-dagegen-sind-Quertreiber" ein bahnfeindliches Klima erzeugt, das nun erst einmal etabliert ist.
Aber wenn hier der Haus- und Bauherr (DB) nicht mit Fakten gegensteuert... :?
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jojo54
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon jojo54 » Mi 21. Okt 2015, 21:03

Jetzt geht es wieder von vorne los. Alles schon mal da gewesen.

MfG
jojo54

Horst Heinrich
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Do 22. Okt 2015, 09:53

jojo54 hat geschrieben:Jetzt geht es wieder von vorne los. Alles schon mal da gewesen.

MfG
jojo54

Worüber regst Du Dich auf, Joachim, daß ich versuche, Thomas eine Antwort auf seine Einschätzung zu geben?
So kann man auch einen Konflikt herbeireden, der keiner ist... :(
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Do 22. Okt 2015, 10:28

Horst Heinrich hat geschrieben:Eibes betonte im Vorfeld gegenüber dem TV, dass man nur mit einem konkreten Programm Fördergeld einwerben könne - zudem sei es wichtig, das Schienennetz zu erhalten, gegebenenfalls zu kaufen, um einer Zerstückelung oder der Umwandlung in Radwege vorzubeugen.

In der Tat ist die Kernaussage wichtig: 1. Sicherung der Gesamtstrecke, etwaig durch Kauf und 2. Verhinderung der Zerstückelung und Umbau in Radweg.

Aber: Soweit waren wir bereits 2008 und Herr Eibes ist ein sehr fähiger Mann mit klaren Visionen. Ob er dies jedoch auf eine politische Mehrheit übertragen kann, wird sich zeigen. Man kann nur hoffen und die Daumen drücken ... .

Auch wenn ich hier jetzt sehr vorsichtig mit meinen Meinungsäußerungen bin: Wenn man auf diese Weise die Gesamtstrecke zunächst im Bestand sichern kann, dann ist sehr erfreulich. Dennoch erscheint es mir sinnvoll, parallel dazu auf Teilstrecken einen Betrieb anzustreben. Ich wage mal eine Provokation: wenn ein Zug nur von Morbach - Hoxel - Hoxler-Viadukt und zurück verkehren würde, würde dieses Angebot vmtl. bereits angenommen und man müsste fast nichts am Oberbau machen. Dann kann man sich Stück für Stück vorarbeiten ... . Umsolänger nichts fährt, umso eher wird die Strecke in der Öffentlichkeit als entbehrlich angesehen.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Westeifelbahner » Fr 23. Okt 2015, 16:54

Aus meiner Sicht durchaus wichtige und konstruktive Hinweise, aber ich habe die jüngsten Beiträge

viewtopic.php?f=8&t=45839&start=60

und

viewtopic.php?f=8&t=49952

so verstanden, dass eine öffentliche Diskussion über Nutzungskonzepte (leider) hier nicht erwünscht ist.

Gruß Westeifelbahner, der tief im Westen der schönen Eifel froh wäre, wenn wenigstens noch diskutiert würde und es um die Westeifelbahn nicht wieder so still wie vor 15 Jahren geworden wäre...

Horst Heinrich
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 23. Okt 2015, 20:33

Hier noch einmal zum Rekapitulieren der gestrigen Sendung des Saarländischen Rundfunks:

http://sr-mediathek.sr-online.de/index. ... 7&id=36382
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon jojo54 » Mo 26. Okt 2015, 21:40

Schade, dass die Hunsrück-Querbahn und die Hochwaldbahn heute Abend in der SWR-3-RLP-Landesschau-um 19:30 Uhr bei der Vorstellung von neuen Verkehrskonzepten für den Hunsrück-Nationalpark in keinster Weise erwähnt wurde.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... index.html

MfG
jojo54

Nachträglich:

Steht so auch in der neuesten Ausgabe der Rhein-Zeitung, Teilausgabe Idar-Oberstein, Birkenfeld und Nahetal.
Dieser Beitrag ist aber nur gegen Bezahlung zu lesen. Trotzdem hier der Link:

http://www.rhein-zeitung.de/region_arti ... i6E_VLxQ1g

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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Di 27. Okt 2015, 12:02

jojo54 hat geschrieben:Schade, dass die Hunsrück-Querbahn und die Hochwaldbahn heute Abend in der SWR-3-RLP-Landesschau-um 19:30 Uhr bei der Vorstellung von neuen Verkehrskonzepten für den Hunsrück-Nationalpark in keinster Weise erwähnt wurde.

... was für mich der letzte Beweis dafür ist, daß man die -um es noch einmal zu sagen- KOMPLETT DEN NATIONALPARK ERSCHLIEßENDE- Bahnstrecke ganz wissentlich und gezielt ignoriert und totschweigt.
Wenn man die drei im Bericht zu Wort kommenden Leute betrachtet:
Harald Egidi -früherer Leiter des Forstamtes Kempfeld- kennt die Strecke noch aus der Zeit, als hier die DB Holz verladen hat, Thomas Griese ist die Strecke kürzlich mit Mitgliedern der Grünen-Landtagsfraktion einigermaßen euphorisch abgewandert, der Gutachter, Rolf Alexander, wurde von Mitgliedern von ProHunsrück- und Hochwaldbahn im Vorfeld und während der Abfassung des Gutachtens ausführlich informiert.

Selbst wenn man kein Eisenbahnfreund ist und die Sache sehr sachlich und nüchtern sieht, muß man es als einen reinen Dilettantismus bezeichnen, die Option einer Reaktivierung der Schienenerschließung nicht zumindest einmal in Erwägung zu ziehen und näher zu untersuchen.
Das Gutachten bescheidet hier lapidar: Man sieht für den touristischen Erschließungsverkehr auf der Hunsrückbahnstrecke allenfalls eine geringe, und dann auch nur punktuelle, aber insgesamt rückläufige Nachfrage, ein paar Sätze vorher gibt man allerdings zu, das Potential der Bahnstrecke gar nicht untersucht zu haben, sondern sie nur "nachrichtlich" zu erwähnen.
Man kann sich kaum ein deutlicheres Zeugnis für Oberflächlichkeit ausstellen.
Wie gesagt, zu diesem Urteil muß man kommen, wenn man die Mobilitätsstudie schon rein fachlich ansieht und ein eventuelles Faible für die Strecke einmal ausblendet.

Meine Meinung dazu:
Die Mobilitätsstudie dient dem Zweck, plakativ ein paar publikumswirksame Verbesserungen -hier ein barrierefreier Buseinstieg, dort ein Bus zusätzlich- zu initiieren, aber kosten darf das alles faktisch nichts und langfristige Weichenstellungen, die wirklich -um dieses inzwischen abgedroschene Wort hier auch mal zu gebrauchen- "nachhaltig" sind, werden nicht angestoßen.

Übrigens ich vermisse hier einen Planer, der sich auch mit Eisenbahn auskennt und nicht nur mit Radwegen und Stadterschließung.

http://www.planersocietaet.de/team.html

Vielleich hätte man einmal im Team von Heiner Monheim anfragen sollen, aber dann wäre vielleicht nicht das gewünschte Resultat herausgekommen :?
Politisch Verantwortliche neigen zu einer dominanten Auto- und Straßenfixierung und begegnen dem öffentlichen Verkehr mit Skepsis, manchmal geradezu mit Verachtung und Hass, was sich in den horrenden Ausgaben für den Straßenverkehr und dem geringen fiskalischen Engagement für den Umweltverbund widerspiegelt.
(Heiner Monheim).
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Mercator » Di 27. Okt 2015, 14:46

TV vom 27.10.2015:

"Diese Idee halte ich für hirnrissig!" - Eklat bei Vorstellung der Mobilitätsstudie zum Nationalpark

(Birkenfeld) Bei der Vorstellung der Mobilitätsstudie zum Nationalpark auf dem Umwelt-Campus in Birkenfeld kam es zu lebhaften Diskussionen. Bernhard Alscher, Bürgermeister der Verbandgemeinde Birkenfeld sagte: „Ich bin enttäuscht von dieser Studie. Weil die Regionalentwicklung darin noch nicht mal im Ansatz zu erkennen ist. Diese Idee halte ich für hirnrissig!“

In der Studie, die ein Planungsbüro aus Dortmund im Auftrag des Landes erstellt hat, geht es um die Anbindung des Nationalparks. Die Studie favorisiert einen Öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen. Eine Reaktivierung der Hunsrück- und Hochwaldbahn habe hingegen kein Potenzial für den Alltagsverkehr, hieß es. Die Studie sieht eine Erschließung insbesondere der vier Freizeitparke mit einer Erweiterung des Busnetzes vor.

In der Diskussion wurde kritisiert, dass dabei der Bahnhof in Idar-Oberstein als Drehkreuz vorgesehen sei. Eine Verbesserung der Südanbindung fehle, um die Moselorte anzuschließen. Zudem wurde gefordert, auch den Flugplatz Hahn in das Konzept zu integrieren. Alscher: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die 200.000 Holländer, die in diesen Parks mit Kind und Kegel übernachten, mit dem Zug anreisen, um dann mit dem Bus weiterzufahren.“. hpl

Bild: Schienenbus

Bildunterschrift: Eine Belebung des Tourismus verspricht man sich vom neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald (unten links). Was mit der alten Trasse der Hunsrückbahn passiert, ist derzeit noch unklar. Während die einen damit umweltfreundlich den Nationalpark verschließen wollen, streben die anderen einen Radweg an.

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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Di 27. Okt 2015, 18:06

ivie0810 hat geschrieben:Wenn es nicht umgesetzt wird dass eine Institution die Federführung bekommt, dann wird die Nationalparkidee im Chaos und im Autoverkehr versinken !


Dazu wurde doch das Nationalparkamt mit einer sagenhaften Stellenausstattung (ein Dutzend Stellen allein im oberen Bereich des gehobenen und dazu noch zahlreiche A 14 bis A 16-Stellen des höheren [Forst-] Dienstes sowie drei Dutzend administrative Angestelltenstellen, gewissermaßen eine freche Antwort auf die Schuldenbremse des Landes) geschaffen. Nicht nur ich frage mich, was diese Kollegen den ganzen Tag so tun, während an der forstlichen Basis hinten und vorne Personal fehlt...
Interessant auch, aus welcher politischen Ecke diese Nationalparkämtler kommen (ein nicht genannt werden wollender Berufskollege nannte das Nationalparkamt "Rot-grüne Landesgeschäftsstelle Birkenfeld", aber sicher scherzte er nur!
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