Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Westeifelbahner
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Westeifelbahner » Fr 29. Jan 2016, 19:41

ivie0810 hat geschrieben:Es wird auch nicht gezickt und genervt

Ja. Das sollte auch nicht meine Aussage sein.

ivie0810 hat geschrieben:Wenn man die Bilder aber so sieht scheint das Angebot an Arbeitskräften eher überschaubar.

Ich habe eine andere Perspektive: Es ist erfreulich, dass sich schon so viele engagierte Personen zusammengefunden haben - und schon so viel schaffen!
Mein Eindruck ist, dass es nicht viele erfolgreiche Eisenbahnprojekte in Deutschland gibt, bei denen große Teams viel Infrastrukturarbeit ehrenamtlich effektiv leisten. Wenn man sieht, wo Infrastruktur in Deutschland erfolgreich von Vereinen instandgehalten wird und man mit den Aktiven spricht, so sind es häufig kleine, aber dafür umso engagiertere Truppen, welche die Hauptlast tragen.
Lieber fünf oder zehn zuverlässige und nicht unterzukriegende "Anpacker" als zwanzig Leute, die lieber Pause machen.
Ich durfte selbst mal erleben, wie viel nur ein paar Mann an einem Arbeitstag am Wochenende schaffen können, wenn sie richtig zupacken!

Ansonsten volle Zustimmung: Was wäre bessere Werbung für den Erhalt der Strecke, wenn sich nun immer mehr aktive Mitstreiter finden und man am Ende ein Foto in der Zeitung sieht, was zeigt, wie viele Leute bereit sind für den Erhalt in die Hände zu spucken!

Gruß Westeifelbahner

jojo54
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon jojo54 » Fr 5. Feb 2016, 10:12

Fand ich bei Recherchen in der St. Wendeler Zeitung, Teilausgabe(n) Nonnweiler und Nohfelden.

http://www.saarbruecker-zeitung.de/saar ... 15,6032530

MfG
jojo54

Horst Heinrich
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 12. Feb 2016, 20:44

Dieser Tage wurde die 500-Millionen-Marke des Hochmoselüberganges überschritten, wie mir kundige Vögel unweit der Königsfarm heute "gezwitschert" haben. Für die Bestandssicherung einer 110 Jahre alten, 130 km langen Schieneninfrastruktur sind nicht einmal 10 oder 20 Millionen übrig. Einen Monat vor der Landtagswahl eine weitere vielsagende Bilanz rot-grüner Verkehrspolitik in Rheinland-Pfalz. Aber das nur nebenbei.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 12. Feb 2016, 21:21

Horst Heinrich hat geschrieben:Dieser Tage wurde die 500-Millionen-Marke des Hochmoselüberganges überschritten, wie mir kundige Vögel unweit der Königsfarm heute "gezwitschert" haben. Für die Bestandssicherung einer 110 Jahre alten, 130 km langen Schieneninfrastruktur sind nicht einmal 10 oder 20 Millionen übrig. Einen Monat vor der Landtagswahl eine weitere vielsagende Bilanz rot-grüner Verkehrspolitik in Rheinland-Pfalz. Aber das nur nebenbei.

Ich stimme Dir in der Sache zu, wobei wir schon der Fairness differenzieren müssen, dass der HMÜ ein Projekt des Bundes (B50 neu) ist und die Bahn Landessache. 10 - 20 Mio würde man für die reine Sicherung der Infrastruktur auch gar nicht benötigen.

Aber apropos Landtagswahl - ich habe da auch ein paar Vöglein nahe etwaig künftig Regierender singen hören: Nach der Wahl soll wegen Bürgereinreden das Projekt Bahn zum Hahn eingestellt werden.
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Horst Heinrich
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 12. Feb 2016, 21:51

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:Ich stimme Dir in der Sache zu, wobei wir schon der Fairness differenzieren müssen, dass der HMÜ ein Projekt des Bundes (B50 neu) ist und die Bahn Landessache. 10 - 20 Mio würde man für die reine Sicherung der Infrastruktur auch gar nicht benötigen.

O-Ton Bundesverkehrsminister (a.D.) Tiefensee (...wer war das noch gleich...?): Wenn Rheinland-Pfalz den Bau nicht befürwortet, wird ihn der Bund nicht weiterverfolgen...



Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:Aber apropos Landtagswahl - ich habe da auch ein paar Vöglein nahe etwaig künftig Regierender singen hören: Nach der Wahl soll wegen Bürgereinreden das Projekt Bahn zum Hahn eingestellt werden.


Das habe ich auch aus Kreisen der zukünftigen Ministerpräsidentin gehört.
Na ja, mal sehen, was die Große Landtagskoalition ab März d.J. zuwege bringt.

Es sei denn, man wagt mal etwas Waghalsiges:

CDU/AfD/FDP
SPD/Grüne/FDP
...
Es bleibt spannend.
Na ja, in vier Wochen werden wir wissen, daß sich im Prinzip nichts ändert 8)
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Horst Heinrich
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 12. Feb 2016, 21:55

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:Ich stimme Dir in der Sache zu, wobei wir schon der Fairness differenzieren müssen, dass der HMÜ ein Projekt des Bundes (B50 neu) ist und die Bahn Landessache. 10 - 20 Mio würde man für die reine Sicherung der Infrastruktur auch gar nicht benötigen.

O-Ton Bundesverkehrsminister (a.D.) Tiefensee (...wer war das noch gleich...?): Wenn Rheinland-Pfalz den Bau nicht befürwortet, wird ihn der Bund nicht weiterverfolgen...



Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:Aber apropos Landtagswahl - ich habe da auch ein paar Vöglein nahe etwaig künftig Regierender singen hören: Nach der Wahl soll wegen Bürgereinreden das Projekt Bahn zum Hahn eingestellt werden.


Das habe ich auch aus Kreisen der zukünftigen Ministerpräsidentin gehört.
Na ja, mal sehen, was die Große Landtagskoalition ab März d.J. zuwege bringt.

Es sei denn, man wagt mal etwas Waghalsiges:

CDU/AfD/FDP
SPD/Grüne/FDP
...
Es bleibt spannend.
Na ja, in vier Wochen werden wir wissen, daß sich im Prinzip nichts ändert 8)

Hier noch was zur Königsfarm.
https://www.youtube.com/watch?v=Zu_NPtxZtrQ
Ob Lemke, Höfken & Co sich noch erinnern, daß sie einst mit Friedmund gegen den Hochmoselübergang demonstriert haben?
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon JK » Fr 12. Feb 2016, 21:59

[quote="

Hier noch was zu Königsfarm.
Ob Lemke, Höfken & Co sich noch erinnern, daß sie einst mit Friedmund gegen den Hochmoselübergang demonstriert haben?[/quote]


Die Zeiten ändern sich und man muss auch mal über seinen Schatten springen :mrgreen: In Luxemburg hat letztes Jahr der grüne Verkehrsminister die sogenannte Nordstrasse eröffnet, in den 90er des v.H war er der lauteste Gegner dieser Strasse!

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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon jojo54 » Mi 2. Mär 2016, 15:07

In der Rhein-Zeitung, Teilausgabe Idar-Oberstein, Birkenfeld und Nahetal, steht am 02.03.2016 wieder mal ein größerer Beitrag
bezüglich der Zukunft der Hochwaldbahn und einigen Ausführungen von Herrn Patrick Pandel. Dieser Artikel ist nur gegen Bezahlung zu lesen.

Wirkliche Neuigkeiten gibt es nicht, nur altbekannte Standpunkte. Auch die Bilder wären in ähnlicher Form in der Presse bereits zu sehen. (u. a. Schienenbus-Ruine im Bahnhof Hermeskeil)

Den Link stelle ich trotzdem mal ein.

http://www.rhein-zeitung.de/region/loka ... 49042.html

MfG
jojo54

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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Dirk_TL » Mi 2. Mär 2016, 16:47

Hallo zusammen,

aufgrund eines gemeldeten Staus auf der A61 fuhr ich heute morgen dann lieber gleich ab Rheinböllen durchs parallel verlaufende Tal. Am Bü in der Nähe des Rheinböllener Bahnhofs sah ich dann einen Zweiwegebagger beim Freischneiden der Bahnstrecke. Auch weiter Unterhalb Richtung Stromberg/Schweppenhausen zeugte jede Menge Holz- und Strauchgeschnitzel am Rande des Bahndammes vom Tun des Freischneiders.
Weis wer genaueres dazu, ausser das DB-Netz ja eigentlich ohnehin die Strecke frei und befahrbar halten muss?

Gruß Dirk

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 4. Mär 2016, 17:06

Kurz zur Erläuterung: 1 Mio waren angesetzt, um die Strecke wieder befahrbar zu machen, nicht um sie zu sanieren. Wenn man Hermeskeil - Türkismühle nicht SPNV-fähig sanieren möchte, sollte man 9-10 Mio EUR ansetzen (durchgehend 50 km/h, kritische BÜ technisch gesichert, Brücken erneuert oder saniert, Tunnel Südportal saniert). SPNV fähig müsste man sicher um die 25 Mio einkalkulieren. Also bitte nicht meine Zahlen verdrehen ;-).
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 4. Mär 2016, 17:58

Das Wesen der Förderung und auch der Förderrichtlinie ist es a priori, daß ein öffentliches Interesse am Bahnverkehr vorherrscht, sei es daß das Land die Notwendigkeit selbst erkennt und bejaht, oder daß die Kommunen von sich aus beim Land vorstellig werden und die Sanierung einer Strecke anregen.

Weder für ÖPNV noch für Touristik-, noch für Museumsverkehr gibt es derzeit in Hunsrück und Hochwald entsprechende, politische Willenserklärungen. Das einzige was die Rathäuser und Kreistage im Moment in Sachen Hunsrückbahn hervorbringen, sind Grußadressen an freundliche Ehrenamtliche, die -so die überwiegende und zumeist hinter vorgehaltener Hand geäußerte Meinung- verrückte Flausen im Kopf haben, denen man aber natürlich nicht sagt, was man von ihnen in Wirklichkeit hält, weil ja jedes Engagement für die Öffentlichkeit irgendwie auch gelobt werden muß.

Ich bilde mir ein, doch auch ein wenig Bescheid zu wissen, wo den Hunsrückern und Hochwäldern der Schuh drückt, ich könnte da ohne viel nachzudenken eine Liste mit 20 und mehr äußerst prioritären Anliegen mit einem Investitionsvolumen von locker einer Milliarde Euro aus dem Kopf erstellen.
Selbst von diesen, allerorten konsensfähigen Projekten hat nicht einmal eine Handvoll Chance auf eine zeitnahe Realisierung.

Auf dieser Liste rangiert die Bahnstrecke etwa auf Platz 100 von 100.

Heute Nachmittag wurde der Spatenstich für die B 327-Umgehung von Gödenroth vollzogen, etwa 50 Jahre, nachdem die ersten Planungen vorgestellt wurden und nachdem inzwischen bereits einige Kinder und sogar Enkel der einstigen Initiatoren begraben sind.
Und dieses Projekt war nun nahezu überall unumstritten: Ortsgemeinde, Verbandsgemeinde, Kreis, Land und auch der Bund als Bauherr hatten schon vor 30 Jahren grünes Licht gegeben.

Ohne ÖPNV-Einbindung in ein durchdachtes, überregionales rheinland-pfälzisch - saarländisches Verkehrskonzept wird es auf der Hunsrück(quer) bahn keinen Zugverkehr mehr geben.
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Re: Erhalt von Hunsrück-und Hochwaldbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 4. Mär 2016, 23:56

Jepp. Und eben jenes gibt es nicht. Die lassen einen am ausgestreckten Arm verhungern.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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